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Logo vom Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit und Site-Slogan: Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit (Link zur Startseite)

Ursachen und Belastungen

  • Gesundheitsrisiken werden durch schwierige Lebenslagen verschärft. Der Ausstieg aus dem Erwerbsleben, der Verlust von körperlicher Kraft und Schicksalsschläge können starke psychische Belastungen darstellen und zu Rückzug und Einsamkeit führen.
  • Gesundheitliche Beeinträchtigungen im Alter und eine frühe Sterblichkeit sind oft auch das Ergebnis lebenslanger Benachteiligung. Ein Mangel an ökonomischen und kulturellen Ressourcen, eine geringe soziale Teilhabe und eine langjährige Verfestigung ungesunder Lebensweisen erschweren ein gesundes Leben im Alter.
  • Sozial benachteiligte, von Armut betroffene ältere Menschen sind oft kaum über Angebote der Gesundheitsförderung und Unterstützung im Alltag informiert. Sprachprobleme, niedrige Bildung und Einsamkeit wirken zusätzlich erschwerend. Gesundheitsförderung sollte daher gezielt ältere Menschen mit niedrigem Bildungsstand ansprechen.
  • Sozial benachteiligende Quartiere stellen eine besondere Herausforderung für die Gesundheitsförderung dar, denn hier verstärken sich problematische Lebenslagen und belastende Wohnbedingungen oft gegenseitig.
  • Gesundes Altern braucht eine flächendeckende, bedarfsgerechte und bezahlbare Gesundheitsversorgung. Bereits jeder dritte ältere Mensch in Ostdeutschland findet in Wohnortnähe nicht genügend Ärzt*innen oder Apotheken.

Pflegebedürftigkeit:

  • Die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland hat Ende 2021 etwa 4,96 Millionen erreicht und sich somit seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. Die gesamtgesellschaftliche Pflegequote ist von 2,5 Prozent im Jahr 2001 auf aktuell 6 Prozent angestiegen. Prognosen des Statistischen Bundesamtes deuten darauf hin, dass die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigen wird, hauptsächlich aufgrund der wachsenden Anzahl älterer Menschen. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen ist über 60 Jahre alt, und die Pflegequote steigt von etwa 11 Prozent bei den über 75-Jährigen auf rund 71 Prozent bei den über 90-Jährigen (Statista, 2024).
  • Im Jahr 2019 wurden in Deutschland rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen von Angehörigen zu Hause betreut, oft ohne professionelle Unterstützung. Pflegeaufgaben beeinträchtigen häufig die Erwerbstätigkeit. Die körperlichen Anstrengungen der Pflege, wie Heben und Stützen, können zu Gesundheitsproblemen führen, wie Rücken- oder Gelenkschmerzen. Psychische Belastungen wie Scham, Trauer, Stress und soziale Isolation sind ebenfalls verbreitet, und mehr als die Hälfte der Pflegenden zeigt Anzeichen von Depressionen (gesund.bund.de, 2024).
  • In der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen ist der Anteil der pflegenden Frauen etwa doppelt so hoch wie der der Männer (ebd.) 

Schritte zur Gesundheitsförderung bei älteren Menschen

  • Der Quartiersbezug ist ein zentrales Kriterium für den Zugang älterer Menschen zur Gesundheitsförderung. Angebote sollten keine Parallelstruktur entwickeln, sondern sich in die bestehende Angebotslandschaft einfügen und lokale Besonderheiten berücksichtigen. 
  • Die Zugänglichkeit der Angebote trotz Einschränkungen der Mobilität oder Mangel an Ressourcen erfordert Freiheit von physischen und sozialen Barrieren, eine langfristige Planung und zugleich die flexible Anpassung an sich verändernde Bedürfnisse.
  • Ältere Menschen sollten an der Angebotsgestaltung und -weiterentwicklung teilhaben können.
  • Gut vernetzte und einflussreiche Nachbarn verfügen oft über großen Einfluss im Quartier und sind eine wichtige Informations- und Motivationsquelle für alle. Sie können isoliert lebende ältere Menschen unter Umständen besser erreichen als professionelle Akteure.
  • Kontinuierliche körperliche Betätigung spielt im fortgeschrittenen Alter eine entscheidende Rolle, um die Mobilität und die physische Funktionsfähigkeit zu bewahren. Bewegungsförderung führt im Durchschnitt bei 65-Jährigen zu einer zusätzlichen allgemeinen und behinderungsfreien Lebenserwartung von ein bis sechs Jahren (Voelcker-Rehage, Godde & Staudinger, 2006).
  • Koch- und Ernährungskurse insbesondere für ältere Männer helfen bei der gesunden Alltagsbewältigung und beugen zahlreichen ernährungsbedingten Erkrankungen vor.
  • Präventionsnetze im Alter: Im Kontext von Präventionsnetzen im Alter steht die Vorbereitung von Übergängen im Fokus. Dazu gehört die Unterstützung bei der Bewältigung von Veränderungen, die frühzeitige Identifizierung von Risikofaktoren und der aktive Versuch, besonders belastete Menschen zu erreichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gestaltung und Verknüpfung von Schnittstellen, sowohl räumlich als auch institutionell (Heusinger., 2016).