Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Servicenavigation

Sprung zur Hauptnavigation

Hauptnavigation

Sprung zum Seiteninhalt

  1. Über den Verbund
    1. Hintergründe, Daten & Materialien
    2. Struktur des Verbundes
    3. Geschäftsstelle
    4. Kooperationstreffen
  2. Wir in den Ländern
    1. Baden-Württem­berg
    2. Bayern
    3. Berlin
    4. Branden­burg
    5. Bremen
    6. Hamburg
    7. Hessen
    8. Mecklen­burg-Vor­pom­mern
    9. Nieder­sachsen
    10. Nord­rhein-West­falen
    11. Rhein­land-Pfalz
    12. Saar­land
    13. Sachsen
    14. Sachsen-Anhalt
    15. Schleswig-Holstein
    16. Thü­ringen
  3. Praxisdatenbank
    1. Über die Praxisdatenbank
    2. Recher­che
    3. Mein Angebot
    4. Häufige Fragen
    5. Neueste Angebote
  4. Qualitätsentwicklung
    1. Good Practice
    2. Qualität im Setting
  5. Partnerprozess
  6. Veranstaltungen
    1. Termine
    2. Satellit Armut und Gesundheit
  7. Service
    1. Artikel und Meldungen
    2. News­letter
    3. Handreichungen
    4. Materialien
    5. Wettbewerbe
    6. Presse

Seiteninhalt

Sprung zur Fusszeile

Übergänge und Transitionen:
Bedeutung, fachliche Konzepte und Beispiele

Stand:Dezember 2013

Was sind Transitionen / Übergänge?

Jeder Mensch erfährt im Laufe sei­nes Lebens ei­ne Vielzahl von biographischen Übergängen, bei­spiels­wei­se der Über­gang in die Grund­schu­le oder der Ein­stieg in den Be­ruf. Diese sind in der Re­gel mit ei­nem Ab­schied von Vertrautem verbunden und er­for­dern ein sich Einlassen auf Neues - neue Personen, neue Ein­rich­tung, neue Abläufe. Übergänge stel­len längerfristige Prozesse dar (» vgl. Griebel & Niesel, 2011) und sind so­wohl für den Einzelnen/ die Einzelne als auch für sein/ ihr (soziales) Um­feld mit Veränderungen verbunden. In Ab­hän­gig­keit der Be­wäl­ti­gung kön­nen sie sich positiv oder ne­ga­tiv auf die individuelle Ent­wick­lung aus­wir­ken. Dementsprechend kommt der Ge­stal­tung von Übergängen in For­schung und Praxis unterschiedlicher Disziplinen, u.a. in der An­th­ro­po­lo­gie, So­zi­o­lo­gie, Pä­da­go­gik, Psychologie und auch zunehmend in den Gesundheitswissenschaften, ei­ne große Be­deu­tung zu.

Übergänge bedeuten
Veränderung!

Am Staatsinstitut für Frühpädagogik Mün­chen (IFP) haben Griebel und Niesel das IFP-Transitionsmodell entwickelt, das die Übergänge der Bildungslaufbahn in den Blick nimmt. In Ab­gren­zung zu einem alltagssprachlichen Be­griff des Übergangs wird da­rin „Transition“ als Fach­be­griff eingeführt und auf Grund­la­ge entwicklungspsychologischer Modelle1 wie folgt definiert:

Transitionsmodell
nach Griebel und
Niesel

„Transitionen sind Lebensereignisse, die die Be­wäl­ti­gung von Diskontinuitäten auf mehreren Ebe­nen er­for­dern, Prozesse be­schleu­ni­gen, intensiviertes Lernen anregen und als bedeutsame biografische Er­fah­rung­en von Wan­del in der Identitätsentwicklung wahrgenommen wer­den.“ (» Griebel & Niesel, 2011, S. 37- 38)

Diese Be­griffs­be­stim­mung macht die Kom­ple­xi­tät und Vielschichtigkeit von Übergängen und ihrer Be­wäl­ti­gung deut­lich und grenzt da­mit „Transition“ als Übergangserleben bzw. Über­gangsbewältigung vom „Über­gang“ als Lebenslaufereignis und da­mit Bün­del (sozialer) An­for­de­rung­en und Er­war­tung­en ab. Wie in der De­fi­ni­ti­on angedeutet, wer­den ent­spre­chend des IFP-Transitionsmodells die durch Übergänge hervorgerufenen Veränderungen auf unterschiedlichen Ebe­nen verarbeitet:

Abgrenzung der
Begriffe Übergang und
Transition

  • der individuellen (Ebe­ne des Einzelnen),
  • der interaktionellen (Ebe­ne der Beziehungen) und
  • der kontextuellen Ebene (Ebe­ne der Lebensumwelten).

Ebe­nen der Über­gangs­be­wälti­gung

Damit wird die Be­wäl­ti­gung von Übergängen Einzelner in­ner­halb seines bzw. ihres sozialen, aber auch materiellen und kulturellen Lebenskontextes in den Blick genommen und er­klärt. Dementsprechend wer­den Kinder und Eltern als diejenigen an­ge­se­hen, die die Übergänge der Bildungslaufbahn aktiv be­wäl­ti­gen müs­sen.

Kind und Eltern
als aktive Bewältiger
von Übergängen

„Erst­ma­lig­keit und Ein­ma­lig­keit des Prozesses“ be­stim­men Griebel & Niesel (» 2011, S. 37) als ein weiteres Merkmal von Transitionen. Daher sind bei­spiels­wei­se beim Über­gang von der Kindertagesbetreuung in die Grund­schu­le Fach- und Lehrkräfte diejenigen, die die Transitionen von Kin­dern und Eltern fach­kun­dig be­glei­ten und un­ter­stüt­zen. Transitionen in diesem Sinne sind ko-konstruktive Prozesse. Das bedeutet, die durch Übergänge angestoßenen Lern- und Ent­wick­lungsprozesse „wer­den in der In­ter­ak­ti­on des Individuums mit der sozialen Um­ge­bung“ (» Griebel & Niesel, 2011, S. 37) gestaltet. Der Transitionsansatz von Griebel & Niesel zielt da­rauf ab, Übergänge mit positiven Impulsen für die Ent­wick­lung zu stüt­zen. Das ist grund­sätz­lich kein neues Anliegen, ins­be­son­de­re in der Berufsorientierung ist die­ser An­satz be­reits länger etabliert. Neu ist der Blick auf weitere biographische Übergänge, wie der in den Kin­der­gar­ten und vom Kin­der­gar­ten in die Schule.

Fachkräfte als
Moderatorinnen
und Moderatoren
von Übergängen

Welche Übergänge gibt es?

Im Fo­kus des vorliegenden Papiers ste­hen biographische oder Entwicklungsübergänge im Kindes- und Jugendalter. Darunter wer­den Wendepunkte im Le­bens­lauf zu typischen Alterszeitpunkten ge­fasst (» Kalicki & Hüsken, 2012 und Boeger, 2002). Diese „sind so­zi­al anerkannt, so­zi­al geschaffen und wer­den so­zi­al auf­recht ge­hal­ten“ (» Boeger, 2002, S. 1).

De­fi­ni­ti­on Biographische
oder Entwicklungs­übergänge

Im Hinblick auf ein gesundes Aufwachsen und im Sinne einer integrierten kommunalen Stra­te­gie sind nicht au­to­ma­tisch al­le biografischen Übergänge potentiell belastende Lebensereignisse und da­mit für ein lückenloses Unterstützungssystem re­le­vant. Das trifft un­ter anderem auf die Kon­fir­ma­ti­on und (freiwillige) Heirat zu. Allerdings kön­nen die folgenden Übergänge in Hinblick auf das Aus­maß an Veränderungen und den da­mit verbundenen Herausforderungen ins­be­son­de­re für Fa­mi­lien mit geringen Res­sour­cen kritische Lebensereignisse dar­stel­len:

  • Über­gang zur El­tern­schaft: Schwan­ger­schaft und Familiengründung
  • Über­gang in die Kindertagesbetreuung
  • Über­gang von der Kindertagesbetreuung in die Grund­schu­le
  • Über­gang von Grund­schu­le in die weiterführende Schule
  • Über­gang in die Berufswelt

Normative und
nichtnormative
Übergänge

Dabei handelt es sich um normative, biographische Übergänge, die über­wie­gend in­sti­tu­ti­o­nell an Jugendhilfe- und Bildungseinrichtungen an­ge­bun­den sind (Krip­pe, Kin­der­ta­ges­stät­te, Schule, Be­rufs­schu­le, Hochschule). Aber auch Ein­rich­tung­en des Gesund­heits­wesen (Krankenhäuser, Geburtsklinken, Praxen von Hebammen, Gesundheitsämter, Arbeitsmediziner, Ärzte, Therapeuten etc.) und Betriebe sind beteiligt.

Zur positiven Ge­stal­tung der Übergänge ist es er­for­der­lich, je­weils spezifische Ansätze der För­de­rung und Un­ter­stüt­zung der Fa­mi­lien zu ent­wi­ckeln und umzusetzen, um zielgruppenspezifisch und be­darfs­ge­recht deren Be­wäl­ti­gung zu un­ter­stüt­zen. Hier kann ins­be­son­de­re der Setting-Ansatz der Ge­sund­heits­för­de­rung ei­ne wertvolle Er­gän­zung zu den pädagogischen Konzepten der Übergangsbegleitung leis­ten (Bei­spiel: Ber­li­ner Landesprogramm „Kitas be­we­gen - für ei­ne gute gesunde Kita“).

Spezifische Ansätze der För­de­rung und Un­ter­stüt­zung für Fa­mi­lien zur positiven Ge­stal­tung von Übergängen

Welche Herausforderungen er­ge­ben sich hinsichtlich der gesundheitsgerechten Ge­stal­tung von Übergängen ins­be­son­de­re für Kinder und Ju­gend­li­che aus so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Fa­mi­lien?

In Ab­hän­gig­keit der so­zi­alen La­ge sind in Deutsch­land die Chan­cen auf ein gesundes Aufwachsen un­gleich verteilt (» vgl. RKI & BZgA, 2008). Während ein großer Teil der Kinder und Ju­gend­li­chen ge­sund aufwächst, haben 15 bis 20 % deut­lich schlechtere Ge­sund­heitschancen. Sie le­ben un­ter schwierigen so­zi­alen Bedingungen, sind stärkeren ge­sund­heit­lichen Risikofaktoren ausgesetzt und verfügen über geringere Be­wäl­ti­gungsressourcen (» vgl. BMG, 2010; RKI & BZgA, 2008; BMG, 2008). Diese Ausgangsbedingungen wir­ken sich auch auf die Be­wäl­ti­gung von Übergängen aus. Das „Kumulationsmodell“ geht da­von aus, dass sich gesundheitliche Be­las­tung­en in­ner­halb ei­nes Lebens auf­sum­mie­ren (» vgl. Dragano, 2007). Insbesondere Kinder und Ju­gend­li­che aus so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Fa­mi­lien sind einer Rei­he ge­sund­heit­lich ungünstiger Ein­flussfaktoren ausgesetzt (» vgl. Mo­dell der „De­ter­mi­nan­ten für Ge­sund­heit“), die die An­häu­fung so­zi­aler und gesundheitlicher Risiken be­güns­ti­gen. Das wie­de­rum kann Ein­fluss auf die Bewältigbarkeit von Übergängen haben.

Ungleiche Gesundheitschancen

Deutlich stellt den Zu­sam­men­hang zwi­schen sozialer La­ge und Ge­sund­heit ei­nes Kindes ei­ner­seits und der Be­wäl­ti­gung von Übergängen an­de­rer­seits das sogenannte „Pfadmodell“ oder „Mo­dell der Risikoketten“ (» vgl. Dragano, 2007 & Geene, 2012) heraus. In diesem Mo­dell wer­den Übergänge als kritische Lebensereignisse an­ge­se­hen, wel­che in Anhängigkeit von der sozialen La­ge und Un­ter­stüt­zung positive oder negative Aus­wir­kung­en auf die Ge­sund­heit haben kön­nen. Um die ge­sund­heit­liche Ent­wick­lung positiv zu un­ter­stüt­zen, bil­den Impulsinterventionen ei­ne besondere Herausforderung (» vgl. Geene, 2012). Impulsinterventionen sind Maß­nah­men, die Menschen auf unterschiedlichen Wegen zu Ge­sund­heitskompetenz (Health Literacy) befähigen sollen. Hier fin­den sich in Maß­nah­men der soziallagenbezogene Ge­sund­heits­för­de­rung be­reits viele gute Umsetzungsbeispiele. Neben niedrigschwelliger Be­ra­tung und Angeboten der partizipativen Ge­stal­tung der Lebenswelten für die Fa­mi­lien (Good Practice-Beispiel: Marburger Gesundheitsnetzwerk für Kinder „mittendrin“) kön­nen impulsgebende Maß­nah­men zum Auf­bau stabiler sozialer Netzwerke (Good Practice-Beispiel: Eltern-AG) und Fortbildungen zu einer wertschätzenden Haltung für die Steuerungsebene die Übergangsbewältigung un­ter­stüt­zen.

Impulsgebende
Interventionen zur positiven
Unterstützung
der Übergangs­bewältigung

Übergänge/ Transitionen in der Gesundheitsförderung

Die Ein­bin­dung al­ler Be­tei­lig­ten und die intersektorale so­wie interdisziplinäre Zusammenarbeit sind wichtige Baustei­ne der Ge­sund­heits­för­de­rung, um gesundheitliche Chan­cen­gleich­heit herzustellen und un­ab­hän­gig von der sozialen La­ge die Voraussetzungen für ein gesundes Leben zu er­mög­li­chen. Entsprechende Kernstrategien (Befähigen, Vermitteln, Vertreten) und Handlungsfelder (Ent­wick­lung ei­ner gesundheitsfördernden Gesamtpolitik, Schaf­fung gesundheitsförderlicher Lebenswelten, Un­ter­stüt­zung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen, Ent­wick­lung persönlicher Kompetenzen, Neu­o­ri­en­tie­rung der Gesundheitsdienste) wurden in der Ottawa-Charta (» 1986) festgehalten und ins­be­son­de­re der Ansatz der gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik im Helsinki Statement (» 2013) vertieft. Der kommunale Partnerprozesses „Gesund auf­wach­sen für al­le!“, welcher die Um­set­zung integrierter kommunaler Stra­te­gien für ei­ne gesundes Aufwachsen in den Mit­tel­punkt stellt, verfolgt diese Stra­te­gien und Handlungsfelder. Eine Präventionskette ist biographisch und da­mit lebensphasenübergreifend angelegt, basiert auf interdisziplinären und fachbereichsübergreifenden Netzwerken und geht lebensweltorientiert so­wie partizipativ vor (» vgl. BZgA, 2013).

Im Hinblick auf die positive Ge­stal­tung von biographischen Übergängen stellt die Ge­sund­heits­för­de­rung ei­ne Interventionsform mit viel Potenzial dar. Ausgehend von ei­ner ressourcenorientierten Per­spek­ti­ve geht es da­rum, über die Verbesserung der Le­bens­be­din­gung­en ins­be­son­de­re von Menschen in schwieriger sozialer La­ge in Kom­bi­na­ti­on mit deren individueller Be­fä­hi­gung, ei­ne Stär­kung ih­rer „gesundheitlichen Ent­fal­tungs­mög­lich­keit­en“ zu er­zie­len (» vgl. Hurrelmann & Laaser, 2006). Maß­nah­men der Ge­sund­heits­för­de­rung zie­len da­mit im­mer auch auf die „Stär­kung individueller Fä­hig­keit­en der Lebensbewältigung“ ab (» Hurrelmann, Klotz & Haisch, 2010, S.14). Zur erfolgreichen Be­wäl­ti­gung von Übergängen wird die sogenannte Transitionskompetenz als es­sen­ti­ell an­ge­se­hen. Diese zu stärken, kann ei­ne wichtige Auf­ga­be von Ge­sund­heits­för­de­rung sein.

Durch die Um­set­zung des Settingansatzes er­ge­ben sich ei­ne Rei­he von Chan­cen für die positive Ge­stal­tung von biographischen Übergängen. Zum ei­nen kön­nen über die genannten Lebenswelten so­wohl die Kinder als auch ih­re Fa­mi­lien in den entsprechenden Lebensphasen gut erreicht wer­den. Zum anderen ist der Zu­gang zu Fa­mi­lien in belasteten Le­bens­la­gen durch den Setting-Ansatz er­leich­tert, da die Ge­sund­heits­för­de­rung nicht nur den Einzelnen, son­dern auch deren Lebenswelt gilt. Schließlich ist der Zu­gang über das Setting für den Einzelnen vergleichsweise diskriminierungsfrei und er­leich­tert da­her die Ak­zep­tanz des Angebots (» vgl. Geene & Rosenbrock, 2012).

Durch gesundheitsförderliche Maß­nah­men und Programme, die be­reits in der Familiengründungsphase an­set­zen und die Fa­mi­lien auch da­rü­ber hinaus be­glei­ten, kön­nen Interventionen der Kinder- und Jugendhilfe um gesundheitsbezogene Aspekte sinn­voll ergänzt wer­den und ein gemeinsamer Bei­trag zur positiven Gestaltung von (frühen) Übergängen geleistet wer­den. Wie das ge­lin­gen kann, zeigt un­ter anderen die Stadt Dormagen. Diese legt im Rahmen ei­ner aufgebauten Präventionskette ei­nen besonderen Schwer­punkt auf die Ge­stal­tung von Übergängen. Um die Eltern und Kinder be­reits im Vorfeld ei­nes Über­ganges zu stär­ken, wer­den in den jeweiligen Lebenswelten und -phasen spezifische un­terstützende Impulse ge­setzt. Fa­mi­lien, bei de­nen ein Über­gang misslingt, wer­den durch entsprechende (Hilfe-) Netzwerke aufgefangen (» vgl. Geene, 2012).

Beiträge gesundheitsförderlicher
Perspektiven und
Strategien zur
positiven Gestaltung
von Übergängen

Welche Rolle spielen Übergänge im Rahmen einer integrierten kommunalen Strategie?

Abb. 2: Gestalten von Lebenswelten und Übergängen im Lebenslauf: „Präventionsketten“ - als Arbeitsinstrument
(Entwurf)

Die Dar­stel­lung der Präventionskette baut auf dem Mo­dell der De­ter­mi­nan­ten für Ge­sund­heit (» Dahlgren/Whitehead 1991) auf. Sie lässt sich in zwei Rich­tung­en be­trach­ten:

Vertikale Betrachtung: Von un­ten nach oben gelesen sind verschiedene „Schich­ten“ von Einflussfaktoren auf die Ge­sund­heit abgebildet. Ausgehend von den individuellen Merkmalen spie­len auch die individuelle Le­bens­wei­se, soziale und kommunale Netzwerke, die Lebens-und Arbeitsbedingungen so­wie allgemei­ne Um­welt­be­din­gun­gen ei­ne Rol­le. Alle diese Faktoren be­ein­flus­sen sich wech­sel­sei­tig. Die Dar­stel­lung macht deut­lich, dass gesundheitsfördernde Ansätze nur an ei­ner Stel­le der De­ter­mi­nan­ten viele an­de­re Einflussfaktoren un­be­rück­sich­tigt las­sen bzw. diese nicht be­ein­flus­sen kön­nen. Sinnvoll ist des­halb, dass die verantwortlichen Akteure auf allen Ebe­nen sich auf gemeinsame Stra­te­gien für unterstützende, gesundheitsförderliche Aktivitäten verständigen.

Horizontale Betrachtung: Von links nach rechts gelesen ergänzt ei­ne zeitliche - biografische - Per­spek­ti­ve die Dar­stel­lung. Denn was be­son­ders güns­tige Be­din­gung­en für Ge­sund­heit sind, ist nicht in allen Lebensphasen gleich. Bei klei­nen Kin­dern sind et­wa die häusliche Um­ge­bung und die Kin­der­ta­ges­stät­te wichtige Lebenswelten, wäh­rend für Ju­gend­li­che Schule, Ausbildungsbetrieb oder auch die Freizeitmöglichkeiten im Quar­tier zentrale Lebenswelten sind.

Zwischen den skizzierten Lebensphasen sind die Übergänge angedeutet, in de­nen sich die wichtigen Transitionsprozesse ab­spie­len. Diese güns­tig zu ge­stal­ten, ist zum ei­nen ei­ne Herausforderung in je­der der „Determinanten-Schich­ten“, aber auch im „vertikalen“ Zusammenwirken der Akteure über die Schich­ten hinweg.


Eine Kurzfassung der Handreichung mit dem Übergang Familie - Kita finden Sie hier (PDF-Datei, 3 MB).

Eine Langfassung mit dem zusätzlichen Übergang Schwangerschaft - Familie/Elternschaft und inklusive Literaturnachweise finden Sie
             
hier (PDF-Datei, 4,7 MB).

... eine Gesamtübersicht aller Handreichungen finden Sie hier.


Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Inforo

Hier ge­lan­gen Sie zu den Online-Instrumenten des Partner­prozesses auf inforo.

…weiter

Handreichung Übergänge und Transition

  • Kurzfassung mit dem Übergang Familie-Kita (PDF-Datei, 3 MB)
  • Langfassung mit dem zusätzlichen Übergang Schwangerschaft-Familie und inklusive Literaturnachweise (PDF-Datei, 5 MB)

Ansprechpartner

Pia Neumeier, Ihre Ansprechpartnerin zur Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen, erreichen Sie hier.

Fusszeile

Sprung zum Seitenbeginn

Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.