Bauen mit Lehm für Groß und Klein
Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen
(Aktuelles Projekt s.u.)
Unsere Baukunst-Aktionen sind für alle Besucher*innen offen und kostenlos. 3-5 Wochen lang können hier jedes Jahr auf Neue alle Interessierten, frei modellierte und begehbare Räume und Skulpturen nach eigenen Entwürfen mit Hilfe von Lehm, Wasser und Feuer bis zu 4 m Raumhöhe errichten.
So entsteht mit fachlicher Betreuung unter einem Zeltdach durch die Hände und je nach der Phantasie der kleinen und großen Baumeister*innen eine frei modellierte Stadtlandschaft mit Kuppeln, Labyrinthen, Drachentoren und 1001 verschiedenen Türmen.
Die niedrig schwelligen Lehmbau-Mitmach-Aktionen fördern die Gestaltungskompetenz und die Kommunikation der unterschiedlichsten sozialen Gruppen und machen gleichzeitig mit einem sehr alten und heute wieder modernen Naturbaustoff vertraut. Sie ermöglichen eine neue Dimension individueller Gestaltungsfreiheit in sonst weitgehend fremdbestimmten Räumen.
Das Lehmbau-Projekt fördert durch die Gleichzeitigkeit von Begreifen und Gestalten, die kognitiven und die haptischen Fähigkeiten im kommunikativen, kreativen Schaffensprozess und fördert die Bewegungsfreude, Kraft, Ausdauer, Geduld, die Steigerung des Selbstwertgefühls, das Entdecken bisher unbekannter und das Üben unterentwickelter eigener Fähigkeiten, große öffentliche Anerkennung für eigenes Handeln. Das Projekt vermittelt Schlüsselkompetenzen durch Schlüsselerlebnisse.
Das Projekt ist auf der Schnittstelle zwischen Gesundheitsförderung, Bürgerbeteiligung, Zusammenarbeit Kulturen und Generationen angesiedelt.
Die Lehmbau-Aktionen ermöglichen bevorzugt benachteiligten Kindern und Eltern sinnliche, Integration fördernde Bauprozesse, bei denen der Baustoff "Lehm" vor allem seine Faszination als "soziale Klebekraft" entfalten kann - eine Idee, die der Verein Bunte Kuh in vielen Jahren, meist ehrenamtlicher Arbeit, entwickelt hat und deren Umsetzung in dieser Form einzigartig ist.
Die Baukunstaktionen fördern, neben den sozialen Fähigkeiten auch die körperliche und seelische Gesundheit.
Mittels einer selbst entwickelten Lehmpresse können Lehmstränge in einer auch schon für kleine Kinder (ab 4 Jahre) leicht handhabbaren Größe und Konsistenz produziert werden.
Während des Bauens, wobei ca. 80 Tonnen Lehm geknetet, gestampft und mit Fäusten bearbeitet, verstrichen und verziert werden, wird die Gestaltungs- und Bewegungsfreude auf natürliche Weise gefördert und die Fein- und Grobmotorik geübt.
Schon kleine Kinder machen erste Material-Erfahrungen.
Es gibt vielfältige und frei wechselbare Beteiligungsangebote an einem Ort zur selben Zeit.
Die Kinder bauen Figuren und Modelle an Tischen, transportieren die Lehmbrocken oder klopfen faustgroße Lehmklumpen auf Mauern fest und bauen so die Bauwerke in die Höhe und bearbeiten die Oberflächen. Jeder kann sich an seinem gewählten Platz ausprobieren ohne ausgeschlossen zu sein. Es bilden sich (auch wechselnde) Arbeitsbündnisse über alle sozialen und Alters-Grenzen hinweg. Die Verführung zur Zusammenarbeit ist groß, da man alleine zu wenig schafft.
Die Lehmbau-Aktionen vermindern Gewaltbereitschaft durch Partizipation und Anerkennung. Das Bauen mit Lehm fördert das Vertrauen der Kinder auf eigene Fähigkeiten, ihr Selbstwertgefühl, ihre Leistungsbereitschaft und Lebensbewältigungskompetenz.
Sie vermitteln Schlüsselkompetenzen in Form von Schlüsselerlebnissen.
Von Erzieher*innenn und Eltern mit Verwunderung und Freude beobachtet, wird immer wieder die Entwicklung psychomotorischer Fähigkeiten: gerade so genannte ,hypermotorische Kinder' sind ausdauernd und konzentriert arbeitend bei der Sache. Das Projekt "Räume durch Erleben entwerfen" fördert, durch die Gleichzeitigkeit von Begreifen und Gestalten, die kognitiven und die haptischen Fähigkeiten im kommunikativen, kreativen Schaffensprozess. Das Bauen mit Lehm ermöglicht fließende Übergänge zwischen künstlerischer und integrativer, handwerklicher und therapeutischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Gleichzeitigkeit von Begreifen und Gestalten, ein Erkennungszeichen freier bildnerischer Prozesse, wird hier für die Architektur fruchtbar gemacht.
So entstehen neue Erfahrungsräume - im ideellen wie im haptischen Sinn.
Welch großen Gewinn für die Persönlichkeitsentwicklung das Lehmbau-Projekt für die Kinder hat, bringt zum Beispiel Alina, 5 Jahre, zum Ausdruck, die voller Stolz berichtet: "Ich hatte noch nie im Leben so etwas gemacht, und ich dachte, ich kann es nicht ... Ich dachte nur, dass ich es nicht kann... aber ich kann es!" und:
"Es hat mir Spaß gemacht - wegen der ganzen Arbeit."
(Zitat aus unserer Lehmbau-Aktion DVD, s.u.)
Die Baustelle ist eine Stolzproduktionsanlage: von individuellem Stolz und von Stolz auf das in der heterogenen Gruppe gemeinsam Geschaffene. Beim Abschlussfest zeigen die Kinder freudig allen eingeladenen Eltern, Freunden, Nachbarn und Passanten die schönen Bau-Werke, an denen sie mitgearbeitet haben und erhalten Lob und Anerkennung. Ihre Modelle, die während der Aktion öffentlich ausgestellt waren, dürfen sie mit nach Hause nehmen.
Am Ende der Bauzeit, der 1-2 Ausstellungswochen folgen und in denen noch einmal ausgiebig geklettert werden kann, werden die Bauten abgetragen und der Lehm für das nächste Bau-Abenteuer wieder genutzt.
Pro Aktion erreichen wir ca. 7.500 Teilnehmer*innen.
Wir möchten ein Netzwerk von periodisch bespielten Lehm-Aktionsplätzen einrichten und so ein Stück vorbildlicher Bau-, Spiel- und Beteiligungskultur etablieren. Wir möchten dabei unser Know-how systematisch und kostenlos weitergeben.
Die Mitmach-Aktionen sind geeignet für Kinder (ab 4 Jahre), Jugendliche und Erwachsene, für körperlich und geistig Behinderte, Künstler*innen, Architekt*innen und Handwerker, für Student*innen und Pädagog*innen...
Die vielschichtigen Wirkungen und die modellhafte Bedeutung des Projektes liegen in der Verschmelzung der Bereiche: Ästhetische Bildung, Kinder- und Jugendkultur, Kunst im öffentlichen Raum, Architektur und Baukultur, Gesundheits- Sucht- und Gewaltprävention, für die es mehrfach ausgezeichnet wurde, u. a mit dem Deutschen Präventionspreis 2004, mit dem Preis Aktiv für Demokratie und Toleranz 2009, dem Hamburger Stadtteilkulturpreis 2023 (Sonderpreis), Holger-Cassens-Preis 2025, Patriotische Gesellschaft.
Wir arbeiten u.a. mit Kindergärten, Schulen und Hochschulen, mit Einrichtungen für Geflüchtete und körperlich und geistig Behinderte zusammen.
Nächste Mitmach-Aktion
'Bauen mit Lehm für Groß und Klein'
mit Bunte Kuh e.V.
Bahnhofspassage
21109 Hamburg
(neben S-Bahn Station Wilhelmsburg, vor der Bücherhalle Kirchdorf)
Mitbauen: 12.8. - 12.9.2026, Di - Sa 9.30 - 17 Uhr
Die fertigen Bauten können bestaunt und bespielt werden beim
Fest: Sonntag, 13.9., 15 - 18 Uhr und während der
Ausstellung: 14.- 20.9., täglich 10 - 18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Eine Anmeldung ist nur für Gruppen ab vier Personen erforderlich: Tel. 040-39 90 54 31
Weitere Informationen siehe www.buntekuh-hamburg.de
Wir danken für die freundliche Unterstützung.
Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, Bezirksamt Hamburg-Mitte, Kultubüdel gUG, Lieselotte-Paulsen-Stiftung, Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung aus den Erträgen der Lotterie Bingo! Die Umweltlotterie, Hildegard-Sattelmacher-Stiftung, Preuschhof-Stiftung, Horst und Irene Blumenberg Stiftung, Internationaler Bund e.V., Allianz Trade, Budnianer Hilfe e.V., Stiftung Füreinander, A und O Stiftung, Hoth-Stiftung, Spethmann Stiftung, SAGA Unternehmensgruppe - Geschäftsstelle Wilhelmsburg, Gustav und Marliese Boesche Stiftung, Kinder- und Jugendstiftung Jovita, Stiftung das Leben fördern, Vonovia SE, Vonovia Sozialforschung, Bücherhalle Kirchdorf und weitere Förderer. Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2026, www.architektursommer.de
Den aktuellen Flyer können Sie
über www.buntekuh-hamburg.de unter 'Aktuell' herunterladen.
Dokumente zur Darstellung des Angebotes
Herr
Nepomuk Derksen
Bunte Kuh e.V.
Große Brunnenstr. 75 (nur Büro)
22763
Hamburg
(
Hamburg
)
Telefon: 040 / 39905431
E-Mail: buntekuhev@t-online.de
Website: http://www.buntekuh-hamburg.de