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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2019

Bewegungs-Treffs im Freien in der Stadt Esslingen

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Seit 2010 sprechen die Bewegungs-Treffs im Freien in Esslingen und dem Landkreis Esslingen ältere Menschen an, die durch die konventionellen Bewegungsangebote schlecht oder gar nicht erreicht werden. Mittels gemeinsamer Bewegung in der Gruppe und dem Fokus auf Spaß und Geselligkeit, zielen die Bewegungs-Treffs auf die Stärkung der bio-psycho-sozialen Ressourcen zur Gesunderhaltung älterer Menschen ab. Der Erfolg des Angebotes wird in der Ausbreitung auf mittlerweile 18 Bewegungs-Treffs im Freien in der Stadt Esslingen und 30 Treffs im Landkreis Esslingen (Stand: Herbst 2018) sichtbar. Durchschnittlich nehmen pro Gruppe rund 20 Personen teil. Die Treffen finden ganzjährig im öffentlichen Raum im Quartier statt, beispielsweise auf Spielplätzen oder in Parks im direkten Wohnumfeld. Eine Teilnahme an den Bewegungs-Treffs im Freien ist stets spontan möglich und kostenfrei. Die Bewegungsstunde für Menschen in der zweiten Lebenshälfte umfasst einfache Bewegungsübungen unter anderem nach dem wissenschaftlich fundierten Programm "Fünf Esslinger" und schließt wahlweise mit einem zügigen Spaziergang ab, der je nach Gruppenmotivation, z. B. in einem Café ausklingt. Die Anleitung der Bewegungs-Treffs erfolgt in der Stadt Esslingen durch ehrenamtliche Übungsbegleiterinnen und Begleiter vorwiegend aus dem Stadtseniorenrat, die nach der Teilnahme an einer zweieinhalb tägigen Schulung eine Qualifikation erhalten haben - unabhängig ihrer Kenntnisse und Vorerfahrungen in der Anleitung von Bewegungsgruppen.


Kontakt

Frau Katrin Gros
Stadt Esslingen am Neckar Amt für Soziales und Sport
Rathausplatz 2/3
73728 Esslingen am Neckar (Baden-Württemberg)

E-Mail: Katrin.Gros@esslingen.de

Website: http://www.ssr-es.de/termine-2/bewegungstreffs


Weitere Ansprechperson

Frau Dr. Maren Reyer
Nordbahnhofstraße 135
70191 Stuttgart (Baden-Württemberg)

Telefon: 0711 / 90439410

E-Mail: maren.reyer@rps.bwl.de


Projektträger

Stadt Esslingen am Neckar Amt für Soziales und Sport
Rathausplatz 2/3
73728 Esslingen am Neckar


Hintergrund
Insgesamt leben in der Stadt Esslingen 94.752 Menschen. Von diesen sind 19.246 Personen bzw. 20 % 65 Jahre oder älter (Stadtplanungs- und Stadtmessungsamt Esslingen, Stand Dezember 2017). Esslingen liegt damit im bundesweiten Durchschnitt. Einzelne Stadtteile Esslingens sind durch einen hohen Anteil von Menschen mit niedrigem Sozialstatus gekennzeichnet. Die Statistiken zeigen, dass insbesondere in den Stadtteilen Brühl, Mettingen und Pliensauvorstadt rund 12 % der Personen Grundsicherung beziehen. In einem gesamtstädtischen Vergleich zeigt sich, dass der Anteil der Bürgerinnen und Bürger mit Grundsicherung im Durchschnitt aller Stadtteile bei der Hälfte (6 %) liegt (Stadtplanungs- und Stadtmessungsamt Esslingen, Stand Dezember 2017). Zusätzlich zeichnen sich die genannten Stadtteile durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Menschen mit Zuwanderungshintergrund aus. Der Anteil variiert zwischen 59 und 69 % (Stadtplanungs- und Stadtmessungsamt Esslingen, Stand Dezember 2017).

Parallel zum demografischen Wandel verändern sich zudem die Lebensformen der Gesellschaft. Immer weniger ältere Menschen leben in Mehrgenerationenhaushalten. Erwachsene Kinder können ihre Eltern, die aufgrund ihres hohen Alters oder Krankheit Unterstützungsbedarf haben, oft aufgrund eines Wegzugs oder hoher beruflicher Belastung nicht mehr im Alltag unterstützen. Viele Seniorinnen und Senioren sind dadurch in einem meist kleineren sozialen Netzwerk eingebettet, in dem die Interaktionen zwischen ihnen und anderen Personen spürbar nachlassen.

Um im Alter gesund und aktiv zu bleiben, Stürzen und Multimorbidität vorzubeugen und die Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten, ist regelmäßige Bewegung von großer Bedeutung. Der Forschungsstand zeigt, dass durch körperliche Aktivität die körperliche Leistungsfähigkeit trainierbar ist, die psychische Gesundheit sich verbessert sowie die kognitiven Funktionen gefördert werden können (Füzéki & Banzer, 2017). Laut den Nationalen Empfehlungen für Bewegungsförderung sollten ältere Erwachsene möglichst 150 Minuten pro Woche körperliche Aktivität mit moderater Intensität bzw. 75 Minuten mit intensiver Aktivität durchführen (Rütten, 2017). Gesundheitlicher Nutzen entsteht bereits dann, wenn ältere Personen, die zuvor gänzlich körperlich inaktiv waren, in geringem Umfang körperlich aktiv werden. Das heißt, jede zusätzliche Bewegung ist mit einem positiven gesundheitlichen Nutzen verbunden (Rütten & Pfeifer, 2017). Bewegung kann so dazu beitragen, gesundheitliche Einschränkungen oder gar Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder hinauszuzögern. Ein körperlich aktiver Lebensstil trägt also wesentlich zu einem gesunden Altern bei (Herweck & Thelen, 2012). Umgekehrt können inaktive Lebensstile die Entwicklung chronischer Krankheiten begünstigen und damit den Erhalt der Selbstständigkeit gefährden (Geuter et. al, 2011).

Bewegung in der Gruppe bietet neben der körperlichen Komponente das Potenzial, auch die soziale und psychische Gesundheit älterer Menschen zu stärken. Die Freude an der Bewegung und der Kontakt zu anderen können viele positive Erfahrungen im Alltag älterer Menschen bieten und Isolation und Vereinsamung entgegenwirken (Zeyfang et. al., 2017).

Neben den beschriebenen individuellen Anforderungen, die zu einem gesundheitsförderlichen Bewegungsverhalten an ältere Menschen gestellt werden, ist es zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit essentiell, die strukturellen Gegebenheiten der Lebenswelt zu beachten. Bewegungsförderung bedeutet also nicht nur die Förderung motorischer Fähigkeiten, sondern ebenso die Schaffung bewegungsfreundlicherer Räume. Öffentlicher Raum, der für Bewegung genutzt werden kann, ist aber geringer geworden, sodass im Alltag oft Anreize zur Bewegung fehlen. In sozial benachteiligten Stadtteilen sind die Umgebungsbedingungen oft besonders un-günstig. Dies zeigt sich z.B. in erhöhtem Verkehrsaufkommen, Lärm, unzureichenden Spiel- und Freizeitmöglichkeiten oder vernachlässigten Grünanlagen. Unter den fehlenden öffentlichen Bewegungsräumen leiden vor allem sozial benachteiligte und ältere Menschen, deren Alltag sich aufgrund finanzieller Einschränkungen oder mangelnder körperlicher Mobilität vorrangig im näheren Wohnumfeld abspielt. Das direkte Wohnumfeld gewinnt insbesondere für diese Seniorinnen und Senioren aufgrund der leichten Erreichbarkeit, der vertrauten Umgebung und dem Wegfallen von Fahrtkosten an besonderer Bedeutung. Damit Menschen aus allen sozialen Lagen an gesundheitsförderlichen Angeboten teilhaben können, sollten diese so niedrigschwellig wie möglich gestaltet sein. Das Nationale Gesundheitsziel Bewegung im Alter weist in diesen Zusammenhang darauf hin, Ansatzpunkte und Zugangswege stets auf die jeweiligen angesprochenen Personengruppen zu beziehen und damit differenziert anzuwenden (Thelen et al., 2012).

Das Angebot der Bewegungs-Treffs im Freien ist ein kommunaler Ansatz der Stadt Esslingen, der diese Herausforderungen aufgreift.
Ziele und Zielgruppen
Das übergeordnete Ziel der Bewegungs-Treffs im Freien ist, die Gesundheit von älteren Bürgerinnen und Bürgern aller sozialen Lagen mittels niedrigschwelliger Bewegungsförderung zu stärken und somit einen Beitrag zu gesundheitlicher Chancengleichheit zu leisten. Im Projekt liegt der Fokus auf niedrigschwelligen Bewegungsförderungsangeboten vor Ort. Das Stadtquartier dient dabei als ideales Setting zur Umsetzung der Bewegungs-Treffs im Freien. Die Nutzung des öffentlichen Raums im Quartier soll vor allem Bewohnerinnen und Bewohnern ab 65 Jahren in schwieriger sozialer Lage und ggf. mit körperlichen Einschränkungen einen leichten Zugang zu Bewegungsangeboten bieten. Ebenso sollen ältere Personen mit z.B. einem eher isolierten, inaktiven Lebensstil oder mangelnder sportlicher Erfahrung angesprochen werden, die bisher von bewegungsförderlichen Angeboten nicht oder nur schwer erreicht und beteiligt wurden. Als ursächlich für eine Nichtinanspruchnahme werden, abgesehen von den genannten individuellen Gegebenheiten, ebenso mangelnde bedarfsgerechter Angebote im Stadtgebiet gesehen. So soll eine Alternative geschaffen werden, zu bspw. Angeboten mit kostenintensiven Vereinsmitgliedschaften oder Sportarten, die spezifischer Ausrüstung und Kleidung bedürfen.

Das Ziel eines jeden Bewegungs-Treffs ist es, bio-psycho-soziale Ressourcen zur Gesunderhaltung älterer Menschen durch gemeinsame Bewegung in der Gruppe zu stärken und so die Selbstständigkeit im Alter zu erhalten, soziale Teilhabe zu fördern sowie Stürzen und Multimorbidität vorzubeugen.

Getragen werden die Bewegungs-Treffs von älteren Bürgerinnen und Bürgern aus dem Stadtteil, die sich in ihrer nachberuflichen Lebensphase ehrenamtlich engagieren möchten. Mit ihren zeitlichen und persönlichen Ressourcen und dem Interesse an einer sinnstiftenden Tätigkeit können sie zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden und sich für die Anleitung eines Bewegungs-Treffs entsprechend qualifizieren lassen (vgl. Multiplikatorenkonzept).
Vorgehen
Aus den Kontakten zu älteren Menschen in den Stadtgebieten ermittelte ein (Vorstands-)Mitglied des Stadtseniorenrats Esslingen e.V. im Rahmen eines persönlichen Engagements die Bedarfslage zu bewegungsförderlichen Angeboten für die Altersgruppe 60+. Im Ergebnis der Gespräche zeigte sich ein wahrgenommener Mangel an bedarfsgerechten Angeboten zur Bewegungsförderung älterer Menschen in der Stadt Esslingen. So ergriff er 2010 die Initiative zur Gründung eines Be-wegungs-Treffs im Freien und orientierte sich dabei am Vorbild der schon länger bekannten Lauf-treffs. Diese waren in Esslingen bereits im Jahr 1979 in Kooperation mit dem Verein Turnerschaft Esslingen e.V. entstanden. Das Charakteristische an den Lauftreffs ist ein ganzjähriges Angebot zum Laufen oder Walken unter fachkundiger Anleitung.

Im Unterschied zu den Lauftreffs, die vorrangig das Ausdauertraining in den Mittelpunkt stellen, zielen die Bewegungs-Treffs im Freien vor allem auf die ganzheitliche Verbesserung der kognitiven und motorischen Leistungsfähigkeit in der zweiten Lebenshälfte ab. Das Konzept stützt sich auf das regional verankerte und wissenschaftlich fundierte Bewegungsprogramm Fünf Esslinger. Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Altersmedizin und Physiologie umfasst dieses die vier Fitnesskomponenten Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination. Es geht um die Schlüsselfunktionen von Gehen und Laufen: Balance zur Seite, schnelle Bewegungen auf einem Bein, Kraft der hüftumgebenden Muskulatur und Flexibilität (Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, 2013). Werden diese Funktionen im Alter nicht mit einem gezielten Training erhalten, kann ihre Abnahme negative Folgen, wie z.B. eine erhöhte Sturzgefahr, mit sich bringen und somit die Selbstständigkeit und Mobilität beeinträchtigen.

Nachdem der erste Bewegungs-Treff im Freien im Jahr 2010 für insgesamt ein Jahr von dem genannten (Vorstands-)Mitglied des Stadtseniorenrates umgesetzt worden war, wuchs das Interes-se der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Es bildeten sich weitere Gruppen und die Teilnehmendenzahl wuchs von anfangs 10-15 auf durchschnittlich 20 Personen pro Treffen. Seit 2010 haben sich 18 Bewegungs-Treffs in der Stadt Esslingen entwickelt, die im Rahmen ehrenamtlichen Engagements hauptsächlich von weiteren Mitgliedern des Stadtseniorenrates organisiert werden (Stand Herbst 2018).

Im Jahr 2011 übernahm die Stadt Esslingen die Trägerschaft und siedelte im Referat für Familie, Jugend, Senioren und Bürgerengagement des Amts für Soziales und Sport eine hauptamtliche Koordinationsstelle an. Gemeinsam mit dem Stadtseniorenrat bildet die Koordinatorin die zentrale Anlaufstelle für Interessierte und ist Ansprechperson für die ehrenamtlich engagierten Übungsbegleiterinnen und -Begleiter. Mit einem Stellenanteil von 30% Regelarbeitszeit übernimmt sie wesentliche Aufgaben im Rahmen des Angebotes Bewegungs-Treffs im Freien. Hierzu gehört die Öffentlichkeitsarbeit z.B. durch regelmäßiges Schalten von Anzeigen in regionalen online- und Printmedien und das Erstellen und Verteilen von Flyern. Diese enthalten unter anderem die Telefonnummer sowie die E-Mail-Adresse der Koordinatorin, sodass Interessierte sich in einem direkten Kontakt an sie wenden können.

Eine weitere Aufgabe der hauptamtlichen Koordinatorin ist die Organisation und Moderation von Veranstaltungen, wie z.B. dem halbjährlich stattfindenden Austauschtreffen der Übungsleitenden. Sie übernimmt auch Verwaltungsaufgaben, z.B. die Rückerstattung der Qualifizierungskosten an die Übungsleitenden. Außerdem ist sie zuständig für die Koordination der Schulungen zur Ausbildung der Übungsbegleitenden und ermittelt in diesem Zusammenhang fortlaufend den Schulungs- und Fortbildungsbedarf (vgl. Multiplikatorenkonzept).

Auch der Stadtseniorenrat trägt zur Bekanntmachung und Verbreitung der Bewegungs-Treffs bei, indem er auf seiner Homepage sowie in der Presse die einzelnen Bewegungs-Treffs in den Stadtquartieren sichtbar macht, über aktuelle Ereignisse, wie die Eröffnung eines neuen Bewegungs-Treffs oder Jubiläen informiert und ebenfalls an Veranstaltungen und Messen teilnimmt. Insgesamt ist das Engagement des Stadtseniorenrats mit seinen rund 300 Mitgliedern weniger organisatorisch als personell geprägt, denn fast alle der rund 30 Übungsbegleiterinnen und -Begleiter der Bewegungs-Treffs in der Stadt Esslingen gehören ihm als aktive Mitglieder selbst an. Diese nehmen regelmäßig an Austauschtreffen auf Stadtebene teil.

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (LGA) stellt eine Vollzeitkraft für gesundheitsförderliche Quartiersentwicklung mit Schwerpunkt Bewegungsförderung zur Verfügung. Diese unterstützt durch Vernetzung, Information und Beratung die Koordinatorin der Bewegungs-Treffs Esslingen sowie die Koordinatorinnen und Koordinatoren aus weiteren Städten, Gemeinden und Landkreisen, die offene Bewegungsangebote im Freien für Ältere begleiten. In allen Stadt- und Landkreisen, in denen Bewegungs-Treffs im Freien angeboten werden, sind Koordinationsstellen eingerichtet. In den meisten Fällen sind sie auf Kreisebene angesiedelt, ein kleiner Teil organisiert sich aber auch selbst auf der lokalen Ebene, z.B. im Stadtseniorenrat. Im Landes-Netzwerk Be-wegungsförderung im Quartier findet ein Erfahrungsaustausch der Koordinatorinnen und Koordinatoren untereinander statt und trägt u.a. zu einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung innerhalb des Angebotes bei. Jährlich werden zwei Netzwerktreffen im Landesgesundheitsamt organisiert. Die Netzwerkbeteiligten kommen u.a. aus Landratsämtern/Bereich Gesundheit oder Soziales. Ergänzend dazu sind auch Koordinierende von der lokalen Ebene (z.B. städtische Amtsverwaltung) oder von Stadtseniorenräten dabei, ebenso Beauftragte des organisierten Sports. Abgesehen von den Netzwerktreffen berät und unterstützt die LGA-Stelle Interessierte z.B. beim Aufbau neuer Angebote und koordiniert Fragen zur Praxis.

Die Bewegungs-Treffs haben an folgenden Wettbewerben erfolgreich teilgenommen: Sonderpreis der Internationalen Bodensee-Konferenz (2013) Prävention und Gesundheitsförderung im Alter sowie 2. Platz im Ehrenamtswettbewerb in Baden-Württemberg Echt gut in der Kategorie Soziales Leben (2013).
Good Practice in
Niedrigschwellige Arbeitsweise

Die Bewegungs-Treffs im Freien zeichnen sich besonders durch die niedrigschwellige Arbeitsweise aus. Indem die Mitglieder des Stadtseniorenrates von Beginn an maßgeblich an der Planung, Organisation und Leitung der Bewegungs-Treffs beteiligt waren, konnten mögliche Zugangshürden mit direkter Beteiligung der Zielgruppe identifiziert und berücksichtigt werden.

Generell bestehen keine Zugangsvoraussetzungen für Teilnehmende. Die Bewegungs-Treffs im Freien sind kostenlos. Bewegt wird sich bei jedem Wetter an öffentlichen Orten im Quartier, z.B. dem Park vor dem Geriatrie-Zentrum, dem Patientengarten des Klinikums, dem Platz vor einer Kirche oder vor einem Wohn-Café. Anders als bei Angeboten, die in (Volkshoch-)Schulen stattfinden, wo in Ferienzeiten Terminausfälle für Verwirrung unter der Teilnehmenden sorgen, finden die Bewegungs-Treffs ganzjährig und regelmäßig statt. Bei schlechtem Wetter stehen Örtlichkeiten, wie ein Mehrgenerationenhaus oder das Vordach der Kirche den Gruppen zur Verfügung. Die Wahl der Treffpunkte fällt oft bewusst auf belebte, stärker frequentierte Orte, wie z.B. in der Nähe eines Einkaufszentrums, um eine stärkere Außenwirkung zu erzielen und den Treffpunkt gut zugänglich zu gestalten. Die wohnortnahe Erreichbarkeit der Treffpunkte setzt die Schwelle zur Teilnahme insbesondere für ältere, weniger mobile Menschen herab. Durch die kostenlose Teilnahmemöglichkeit ist auch der Zugang für ältere Menschen gewährleistet, die mit weniger finanziellen Ressourcen ausgestattet sind. Interessierte können jederzeit ohne Anmeldung - auch in Alltagskleidung - hinzukommen und mitmachen. Ob sportlich erfahren oder unerfahren, körperlich eingeschränkt oder in anderer Weise beeinträchtigt, das Konzept sieht eine Offenheit für unterschiedlichste Voraussetzungen der Teilnehmenden vor, was ein weiterer Indikator dafür ist, dass die Zugangshürden im Projekt sehr niedrig gehalten werden.

Ein ebenso besonderes Merkmal der Bewegungs-Treffs ist die Option auf einen gemeinsamen Spaziergang und Kaffee trinken im Anschluss an die körperlichen Übungen. Soziale Kontakte können so intensiver gelebt werden.

Die Übungsbegleiterinnen und -begleiter kommen selbst aus der Altersgruppe der Teilnehmenden, haben evtl. sogar ein ähnliches "Fitnesslevel" und bringen das Verständnis und Wissen über den Alltag und die jeweilige Lebenssituation der Altersgruppe mit. Die Terminfestlegung ist hierfür ein gutes Beispiel: Die Übungsbegleitenden planen ihre Treffen so, dass die bevorzugten Uhrzeiten, wie beispielsweise der Vormittag oder frühe Nachmittag berücksichtigt werden.
Diese in vielen Fällen ebenfalls aus dem Quartier stammenden, ehrenamtlich Engagierten, können als Schlüsselpersonen potentielle Teilnehmende auf kurzem Wege erreichen und zum Mitmachen einladen. Dies gilt vor allem für die Ansprache von älteren Menschen mit Migrationshintergrund, wo Sprache und der Aufbau von Vertrauen eine große Bedeutung einnehmen. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in den einzelnen Bewegungs-Treffs ist je nach Standort und Termin unterschiedlich hoch und liegt durchschnittlich bei ca. 20 %.

Der Kontakt zu anderen Akteurinnen und Akteuren im Stadtgebiet ermöglicht es, dass Angebot niedrigschwellig bekannt zu machen. So unterstützen beispielsweise Pflegestützpunkte, das Amt für Soziales und Sport, das Forum Esslingen oder Mehrgenerationenhäuser, indem sie Flyer mit Terminen und Orten der Bewegungs-Treffs auslegen und Bürgerinnen und Bürger auf die Angebote aufmerksam machen. Den ehrenamtlichen Übungsbegleiterinnen und -Begleitern ist es jederzeit möglich, sich an die hauptamtliche Koordinierungsstelle zu wenden und sich gezielte Unterstützung bei der Bekanntmachung und konzeptionellen Ausgestaltung ihrer Bewegungs-Treffs zu holen.

Multiplikatorenkonzept

Herzstück der Bewegungs-Treffs im Freien sind die zahlreichen ehrenamtlichen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren - im Projekt Übungsbegleiterinnen und -begleiter genannt. Diese werden in Esslingen über die lokale Presse sowie über die persönliche Ansprache auf die Qualifizierung und Tätigkeit als Übungsbegleiterin bzw. -begleiter aufmerksam gemacht. Aktive Übungsbegleitende machen als "Schlüsselpersonen" in ihrem Bekanntenkreis auf das Angebot aufmerksam, sodass die Gewinnung weiterer Ehrenamtlicher über Mundpropaganda zum Teil nach dem Schneeballsystem erfolgt. Die Übungsbegleitenden kommen selbst aus der Altersgruppe der Teilnehmenden und sind zum Großteil im Seniorenrat der Stadt Esslingen aktiv. Durch ihre Bekanntheit im Quartier gelingt es ihnen, ältere, ebenfalls im Quartier lebende Menschen durch eine persönliche Ansprache zu erreichen und zur Teilnahme an den Bewegungs-Treffs zu motivieren. Die ehrenamtliche Aufgabe und damit verbundene Multiplikatorenfunktion wird als Tätigkeit wahrgenommen, die mit Abwechslung, Sinn und Wertschätzung verbunden ist.

Um möglichst viele geeignete Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu gewinnen, sind als Voraus-setzungen für potentielle Bewegungsbegleitende lediglich sogenannte "weiche" Faktoren, wie Freude an der Zusammenarbeit mit älteren Menschen, Kommunikationsfähigkeit oder Bereitschaft für ein regelmäßiges Engagement definiert. Diese Bedingungen werden in einem persönlichen Gespräch abgeklärt, das die Koordinatorin jeweils mit allen Interessierten führt. Unabhängig davon, ob die Person bereits Kenntnisse in der Anleitung von Bewegungsgruppen hat, eine Übungsleiterlizenz aus bisherigen Vereinsaktivitäten vorliegt oder sie zum ersten Mal eine Gruppe mit Bewegungsübungen anleitet, ist eine auf die Altersgruppe abgestimmte Qualifizierungsmaßnahme vorgesehen.

Dazu wurde auf Landkreisebene gemeinsam mit dem Fortbildungszentrum des geriatrischen Zent-rum Esslingen-Kennenburg ein Qualifizierungsprogramm entwickelt, das zum einen die Hintergründe und Ideen dieses niederschwelligen Bewegungsprogramms verdeutlicht, zum anderen das Handwerkszeug für die Anleitung und Begleitung der Gruppe vermittelt. Die Qualifizierungsmaßnahme vermittelt Grundlagen zur Bedeutung von Bewegung im Alter, zur Trainingsplanung und zur Erfolgskontrolle. Darüber hinaus werden Methoden der Motivierung und Beispiele zur Gestaltung einer Gruppe vorgestellt.
Ein Dozententeam des Altenhilfeträgers Dienste für Menschen gGmbH und der Johanniter Un-fallhilfe e.V. vermittelt fachliche Inhalte zu den Bausteinen Altern in Bewegung und Erste-Hilfe-Training. Gleichzeitig vermittelt die zweieinhalb tägige Qualifizierung die Hintergründe zum wissenschaftlich evaluierten Bewegungsprogramm Fünf Esslinger und schult eine Auswahl praktischer Übungen, z.B. Gehen auf einem Balancebalken oder das Gewicht verlagern von einem auf das andere Bein (Scheuter et al., 2013). Es ist vorgesehen, künftig einen dritten Tag als Praxistag zu etablieren. Die Übungsbegleitenden erhalten nach abgeschlossener Qualifikation eine Bescheinigung über das Landratsamt Esslingen, worin die Ausbildungsinhalte aufgeführt sind.
Zur Steigerung der Verbindlichkeit tragen die Übungsbegleitenden die Kosten der Qualifizierungsmaßnahme in Höhe von 65 Euro zunächst selbst. Nach sechsmonatiger Tätigkeit als Übungsbegleitende eines Bewegungs-Treffs im Freien werden die Qualifizierungskosten von der Koordinierungsstelle zurückerstattet. Evtl. entstandene Fahrtkosten zum Schulungsort werden den Übungsbegleitenden von der Stadtverwaltung ebenfalls zurückerstattet, insofern öffentliche Verkehrsmittel genutzt wurden.
Zur Sicherung der Qualität werden die Übungsbegleitenden im Rahmen von Austauschtreffen und Fortbildungen durch die Koordinationsstelle der Stadt Esslingen unterstützt und begleitet. Diese Treffen werden auf Stadtebene regelmäßig angeboten und finden in der Regel zweimal jährlich statt. Neben dem Erfahrungsaustausch beinhalten sie eine meist einstündige Fortbildung. Dazu werden bspw. Expertinnen und Experten aus dem Kreis Esslingen oder aber auch Externe eingeladen, die Inhalte wie z.B. Informationen zum Umgang mit dementiell Erkrankten oder Übungen aus dem Qi Gong weitergeben. Die Treffen dienen außerdem dazu, neue Ideen und Übungen zu sammeln und somit eine vielfältige Auswahl von Bewegungstreff-Übungen im Kontext des Konzeptes Fünf Esslinger zu schaffen.

Nachhaltigkeit

Aus den gesammelten Erfahrungen des initiierenden (Vorstands)-Mitgliedes des Stadtseniorenrates ging hervor, dass für die älteren Menschen vor Ort nur ein begrenztes Bewegungsangebot, oft gegen Gebühr und in Verbindung mit einer Vereinsmitgliedschaft existierte (Vgl. Vorgehen). Auf dieser Grundlage und im Austausch mit den bestehenden Anbietern, wie der Volkshochschule und regionalen Sportvereinen, wurden die Bewegungs-Treffs im Freien insbesondere für sozial benachteiligte ältere Menschen außerhalb des vereinsgebundenen Sports konzipiert.

Durch das regelmäßige und verlässliche Angebot der Bewegungs-Treffs wird eine dauerhafte und nachhaltige Verbesserung von Kraft, Beweglichkeit und Mobilität bei den Teilnehmenden angestrebt. Langfristig kann so Multimorbidität und der Gefahr von Stürzen für die Zielgruppe vorgebeugt werden. Der Spaß und die gemeinsame Aktivität in der Gruppe tragen nachhaltig dazu bei, Isolation im Alter zu verhindern, indem Kontakte geknüpft und vielleicht sogar Freundschaften geschlossen werden. Gerade in dieser Altersgruppe der oftmals Alleinlebenden ist unter anderem das anschließende gemeinsame Spazierengehen und/oder Einkehren ein wichtiger sozialer Aspekt, den das Angebot aus der gewonnenen Erfahrung heraus berücksichtigt.

Die inzwischen 9-jährige Laufzeit der Bewegungs-Treffs im Freien steht für den Erfolg einer langfristigen Implementierung und Umsetzung eines niedrigschwelligen Bewegungsangebotes für ältere Menschen. Eine schriftliche Befragung, durchgeführt von dem initiierenden (Vorstands)-Mitglied des Stadtseniorenrates 6 Monate nach Umsetzung des ersten regelmäßigen Bewegungs-Treffs, hatte bereits positive Resonanz seitens der Teilnehmenden gezeigt. Die Fragen bezogen sich hierbei auf die Zufriedenheit mit den Übungsbegleitenden, der Übungsauswahl und den Orten bzw. Plätzen der stattfindenden Bewegungs-Treffs.

Auch wenn sich die vorliegende Beschreibung ausschließlich auf die Bewegungs-Treffs der Stadt Esslingen bezieht, ist die kontinuierliche Verbreitung in der Stadt Esslingen sowie dem umliegenden Landkreis erwähnenswert und spricht für den gelingenden Transfer eines in der Stadt erprobten Ansatzes in ländliche Regionen. Im Landkreis Esslingen werden die Bewegungs-Treffs unter der Bezeichnung "B.U.S. Bewegung. Unterhaltung. Spaß." vorwiegend von Ämtern der Kommunen, z.B. Pflegestützpunkten oder Altenhilfefachberatung initiiert und organisiert.

Die meisten Bewegungs-Treffs können stabile Teilnehmendenzahlen im zweistelligen Bereich auf-weisen. Innerhalb des Angebotes spricht man von einer "Evaluation, die mit den Füßen erfolgt". Die Übungsbegleiterinnen und -Begleiter erfragen in individuellen Gesprächen regelmäßig während der Treffen das Feedback der Teilnehmenden und beobachten kontinuierliche die Teilnehmendenzahlen. Auf den regelmäßig stattfindenden Austauschtreffen, Schulungen aber auch bei Dankeschön-Festen und gemeinsamen Ausflügen werden die gesammelten Erfahrungen der Übungsbegleitenden an die Koordinierenden der Stadtverwaltung und des Stadtseniorenrates herangetragen. Auf dieser Basis kann entschieden werden, ob neue Wege und Innovationen in den Angebotsstrukturen notwendig sind. Die große Wertschätzung, die dem Angebot seitens der zahlreichen ehrenamtlichen Übungsleitenden entgegengebracht wird und der geringe finanzielle Aufwand zur Umsetzung der einzelnen Bewegungs-Treffs (ehrenamtliche Übungsbegleitende, keine Material- und Mietkosten) sind weitere Indikatoren, die für einen langfristigen Bestand sprechen.

Um den Fortbestand der Bewegungs-Treffs weiterhin langfristig zu sichern, bildet die kommunale Verankerung eine unerlässliche Voraussetzung. In Esslingen stellt die Stadt öffentliche Plätze wie z.B. Kinderspielplätze und Parkwiesen zur Verfügung. Durch eine Kooperation mit weiteren kommunalen Partnerinnen und Partnern, wie z.B. Ärztinnen und Ärzten, Apotheken, Seniorenberatungsstellen und Seniorenfreizeitstätten, Stadtteilzentren sowie Nachbarschaftshäusern wird bspw. die Bekanntmachung der Bewegungs-Treffs in der Stadt unterstützt. Angeführt sei hier auch die bestehende Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement im Programm Soziale Stadt, z.B. indem Veranstaltungen von Bewegungs-Treffs auf der Frei- und Bewegungsfläche vor dem Jugendhaus Mettingen gemeinsam geplant werden.

Die Bewegungs-Treffs im Freien sind eine Initiative im Rahmen der Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg. In diesem Zusammenhang beteiligte sich die Stadt Esslingen von Oktober 2012 bis Mai 2014 mit der Initiative gesund.ES an der Landesinitiative Gesund aufwachsen und leben in Baden-Württemberg des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren und des Landesgesundheitsamts Baden. Für die Initiative gesund.ES wurde ein interdisziplinärer Runder Tisch sowie ein Steuerungskreis eingerichtet, die die Grundlage bilden, das Thema Gesundheitsförderung in Esslingen breit aufzustellen. An diesen sind neben der Stadtverwaltung/Amt für Soziales und Sport unter anderem das Grünflächenamt, das Referat für Migration und Integration, das Landesgesundheitsamt, die Hochschule Esslingen, Krankenkassen, Bürgerausschüsse, die Volkshochschule sowie das Klinikums Esslingen beteiligt. Steuerungskreis und Runder Tisch tragen dazu bei, dass die Ist-Situation sowie Bedarfslagen innerhalb kontinuierlich reflektiert werden.


Gesammelte Erfahrungen (Lessons Learned)
Das Projekt Bewegungs-Treffs im Freien ist grundsätzlich auf jeden Stadtteil - insbesondere auf Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf übertragbar. Um Konkurrenzen zu Sportvereinen oder Verbänden und Institutionen im Sport- und Bewegungssektor in Esslingen zu vermeiden, wurden diese von Beginn an gut informiert und eingebunden. Hierfür ging das initiierende (Vor-stands-)Mitglied aus dem Stadtseniorenrat proaktiv auf diese Akteure zu.

Von Vorteil ist, wenn die Bereitschaft der kommunalen / örtlichen Akteure vorhanden ist, indem diese bspw. mit dem Auslegen von Flyern in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen oder Örtlichkeiten, wie das Mehrgenerationenhaus für die Treffen als "Schlechtwettervariante" zur Verfügung stellen. Die Aufgeschlossenheit des zuständigen Amtes der Stadtverwaltung Esslingen stellte sich für eine langfristige Umsetzung als essentiell heraus. Durch die hauptamtliche Koordinierungsstelle sowie den Stadtseniorenrat werden unabdingbare Ressourcen aufgebracht und die Ehrenamtlichen optimal unterstützt und begleitet.

Die Übungsbegleitenden sind im Projekt Schlüsselpersonen für die Kontaktaufnahme zur Zielgruppe. Die Erfahrungen zeigen, dass es wichtig ist, feste Ansprechpersonen mit vertrauensvollem Verhältnis zu den älteren Menschen im Quartier zu haben.

Zur Gewinnung von Teilnehmenden hat es sich als nützlich erwiesen, die ersten Bewegungs-Treffs an stärker frequentierten Orten im Quartier stattfinden zu lassen, etwa in der Nähe eines Einkaufszentrums. Die zusätzliche Vergabe von Hinweis-Zetteln, auf denen die Bewegungs-Treffs-Übungen aufgezeichnet sind, hat den Übungsbegleitenden außerdem in der Ansprache potentieller Teilnehmerinnen und Teilnehmer geholfen.
Literatur
https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/praxisdatenbank/b.u.s.-bewegen-unterhalten-spass-haben-eine-bewegung-zieht-sich-durch-den-landkreis-esslingen/

Eden, J. (2004). Körperliche Aktivität in Gruppen: Bedeutung für die subjektive Gesundheit älterer Menschen (Doctoral dissertation, Dissertation).

Füzéki E., Banzer W. (2017) Bewegung und Gesundheit im Alter. In: Banzer W. (eds) Körperliche Aktivität und Gesundheit. Springer, Berlin, Heidelberg

Geuter, G., Hollederer, P. D. A., & Nordrhein-Westfalen, L. (2011). Bewegungsförderung für ältere und hochaltrige Menschen. Gesundheit durch Bewegung fördern., 47.

Herweck, R., & Thelen, M. (2012). Gesund älter werden?ein nationales Gesundheitsziel. G&S Ge-sundheits- und Sozialpolitik, 65 (5-6), 86-91.Kontakt

Runge, M., & Felsenberg, D. (2006). Bewegungsprogramm zur Prävention von Stürzen und Frak-turen. Arthritis und Rheuma, 26(04), 239-247.

Rütten, A., & Pfeifer, K. (Eds.). (2017). Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsför-derung. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Scheuter, W., Fischer, R., Schaumburg, R. & Husemann, B. (2013). Bewegungsförderung im Alltag älterer Menschen. Handlungsempfehlung 2. Wie gelingt ein Bewegungstreff im Freien? Landesge-sundheitsamt Baden-Württemberg.

Sozialdaten der Stadt Esslingen. Amt Stadtplanung- und Stadtmessung in Esslingen.

Thelen, M., C. Scheidt-Nave, D. Schaeffer, S. Blüher, L. Nitsche-Neumann, A.C. Saß & R. Herweck, 2012: Nationales Gesundheitsziel ?Gesund älter werden. Bundesgesundheitsblatt 55: 991?997.

Zeyfang, A., Denkinger, M., & Hagg-Grün, U. (2017). Basiswissen Medizin des Alterns und des alten Menschen. Springer-Verlag.
Laufzeit des Angebotes

Beginn: 2010

Abschluss: kein Ende geplant


Welche Personengruppe(n) in schwieriger sozialer Lage wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?
  • Personen mit sehr niedrigem Einkommen (z.B. Personen im Niedriglohnsektor, Personen mit niedrigen Rentenbezügen)
  • Personen mit niedriger Schulbildung (z.B. Personen ohne qualifizierten Schulabschluss)
  • Personen mit niedrigem beruflichen Status (z.B. ungelernte Arbeiter/-innen)
  • Migrant/-innen in schwieriger sozialer Lage
  • Sozial isolierte und / oder vereinsamte Personen

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
Getragen werden die Bewegungs-Treffs von älteren Bürgerinnen und Bürgern aus dem Stadtteil, die sich in ihrer nachberuflichen Lebensphase ehrenamtlich engagieren möchten. Mit ihren zeitlichen und persönlichen Ressourcen und dem Interesse an einer sinnstiftenden Tätigkeit können sie zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden und sich für die Anleitung eines Bewegungs-Treffs entsprechend qualifizieren lassen.
Schwerpunkte des Angebotes
  • Bewegungs- und Mobilitätsförderung
  • Unfall-/ Sturzprävention
  • Stärkung der individuellen Bewältigungsressourcen (z.B. Life skills, Resilienz)
  • Wohnungsqualität, Wohnumfeld
  • Bürgerschaftliches Engagement

Stand

24.01.2019

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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

Stadt Esslingen am Neckar Amt für Soziales und Sport

Projektlaufzeit

Beginn: 2010

Abschluss: kein Ende geplant

Kontakt

Frau Katrin Gros
Stadt Esslingen am Neckar Amt für Soziales und Sport
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73728 Esslingen am Neckar (Baden-Württemberg)

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 71 Partnerorganisationen an.
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