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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2006

Kiezdetektive - Kinderbeteiligung für eine gesunde und zukunftsfähige Stadt

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Friedrichshain-Kreuzberg – als kleinster (20,2 km²) und am dichtesten besiedelter Bezirk Berlins mit knapp 245 000 Einwohnern, der geringsten Grünfläche je Einwohner von 7 m² (Treptow-Köpenick 388 m²) und den größten sozialen und gesundheitlichen Belastungen – hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Aktivitäten des Gesunde Städte-Netzwerkes, der Lokalen Agenda 21 und der Sozialen Stadtentwicklung, die Lebensqualität im Bezirk zu verbessern.

Trotz des niedrigsten Sozialindexes Berlins, höchster Arbeitslosenrate, zweithöchstem Anteil an Sozialhilfeempfängerinnen bzw. -empfängern und Migrantinnen bzw. Migranten, Wohnungen mit hoher Belegungsdichte und den daraus resultierenden Problemen verfügt der Bezirk über viele wertvolle Ressourcen. Hierzu zählen die reiche Projektelandschaft, die Vielfalt der Kulturen, das hohe Potenzial an Selbsthilfe, nachbarschaftliche Kiezstrukturen, gute Modelle von Stadtplanung und -entwicklung und eine lange Tradition der Bürgerbeteiligung.

Hier setzt auch das Projekt zur Kinderbeteiligung „Kiezdetektive“ an. In enger Kooperation zwischen Gesunde Städte-Netzwerk und Lokaler Agenda 21 wurde 1999 begonnen, Kinder als Expert(inn)en in eigener Sache in Planungs- und Entscheidungsprozesse zur nachhaltigen gesunden Stadtentwicklung und -gestaltung einzubinden.

Kinder zwischen 6 und 14 Jahren erkunden als Kiezdetektive ihr Lebens- und Wohnumfeld, ermitteln Probleme, aber auch „Schätze“, dokumentieren diese in Form einer Ausstellung und präsentieren die Ergebnisse auf einer Kinderversammlung den verantwortlichen Politikerinnen und Politikern, die mit ihren Verwaltungen, freien Trägern und gemeinsam mit den Kindern aufgefordert sind, die Probleme zu bearbeiten. Nach ca. sechs Monaten werden auf einer Folgeversammlung die Umsetzungsergebnisse nachgefragt.

Die Kinderbeteiligung ist als langfristiges Projekt angelegt. Die Kiezerkundungen, die Kinderversammlung und die Ergebniskontrolle sollen als nachhaltige Planungs- und Kooperationsstruktur in bezirkliche Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

In dem Projekt sollen Kinder befähigt werden, ihre Lebensumwelt selbstständig zu erforschen, sie zu verstehen und zu hinterfragen. Sie sollen lernen, dass es auch auf sie ankommt – dass sie aktiv ihre Umwelt mitgestalten und verändern können (Empowerment, Ressourcenstärkung). Die Kinder werden an die Politik herangeführt und für gesundheits- und umweltbezogene Fragestellungen sensibilisiert. Sie erfahren dadurch, dass gesunde Wohnbedingungen und ein gesundes Wohnumfeld wichtige Voraussetzungen für das persönliche Wohlbefinden sind. Die Erkenntnis, selbst Einfluss zu nehmen und Veränderungen herbeiführen zu können, stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und ihre Fähigkeit, eigenverantwortlich zu handeln. Das Projekt „Kiezdetektive“ zielt somit auf das Erleben demokratischen Handelns ab und stellt demzufolge einen umfassenden Ansatz zur Gesundheitsförderung dar. Insbesondere in problembelasteten Stadtgebieten – oft mit hohem Migrantenanteil – können durch dieses Projekt Kinder erreicht sowie für gesundheitliche und soziale Belange aktiviert werden. Bisher waren ca. 600 Kinder aus Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen an den Kiezerkundungen beteiligt.

Als Ergebnisse des Projekts konnten unter anderem konkrete Verbesserungsmaßnahmen im Setting Stadtteil erzielt werden. Dazu zählen die Instandsetzung von Spielplätzen, eine nutzerfreundliche Gestaltung von Freiflächen oder auch generationsübergreifende Nachbarschaftsaktivitäten.

In den Jahren 2014/2015 wurde ein Duchgang mit inklusiven Schulklassen durchgeführt. Inhaltlicher Schwerpunkt war das Thema Bewegung. Wo ist die Umgebung einladend, sich zu bewegen, wo ist es interessant, anregend und macht es Spaß? Aber auch, wo ist es öde, unwirtlich oder gar gefährlich? Ausgerüstet mit Fotoapparaten, Notizheften und Kiezdetektivausweisen, haben die Kinder Probleme und Schätze identifiziert.

Das Projekt erhielt im Juni 2000 den Gesunde-Städte-Preis der Bundesrepublik Deutschland und 2007 den Anerkennungspreis des Deutschen Präventionspreises.


Projektträger

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit
Yorckstr. 4-11
10965 Berlin


Hintergrund
Der Bereich „Umwelt und Gesundheit“ umfasst eine breite Themenpalette. Gemäß der Definition des WHO-Regionalbüros für Europa gehören hierzu „sowohl die direkten pathologischen Auswirkungen von Chemikalien, Strahlungen und gewissen biologischen Organismen als auch die Auswirkungen physischer, psychosozialer und ästhetischer Faktoren auf Gesundheit und Wohlbefinden [ebenso] wie Wohnungswesen, Stadtentwicklung, Raumplanung und Transport“ (Umwelt und Gesundheit. Die europäische Charta mit Kommentar, Kopenhagen 1990). Das Thema „Kindergesundheit“ besitzt international im gesundheitsbezogenen Umweltschutz einen hohen Stellenwert: So hatten die G8-Umweltminister bereits 1997 die Verbesserung des Schutzes von Kindern gegenüber Umweltbelastungen eingefordert (Erklärung der G8-Umweltministertreffen von 1997, Miami-Declaration). 198 Staaten unterzeichneten die UNO-Konvention über die Rechte von Kindern, in denen u. a. gefordert wird, dass Kinder das Recht auf den höchsten Standard an Gesundheit und Gesundheitseinrichtungen sowie das Recht auf eine sichere Umgebung haben (APUG 2006). 2004 wurde auf der 4. Konferenz der europäischen Umwelt- und Gesundheitsminister der WHO ein Europäischer Aktionsplan für Kinder, Umwelt und Gesundheit verabschiedet, der diese Forderung unterstreicht.

Gleichzeitig wird der Einfluss der Umwelt auf Gesundheit und Wohlbefinden, speziell bei Kindern, im täglichen Leben vielfach unterschätzt. Teilweise ist dies auf Informationsdefizite zurückzuführen, teilweise liegt es an einem fehlenden Gefahrenbewusstsein. Zusammenhänge zum Beispiel zwischen Schadstoffbelastungen, Lärm oder beengten Wohnverhältnissen und Gesundheit/ Wohlbefinden sind nicht immer offensichtlich, und Auswirkungen treten vielfach erst nach längerer Zeit auf. Vor allem für Kinder kann dies problematisch werden, da sie sich noch im Wachstum befinden und aufgrund der Besonderheiten des kindlichen Organismus sehr sensibel auf Umwelteinflüsse reagieren. Zwar ist die Entstehung chronischer Erkrankungen durch viele Faktoren bedingt, jedoch treten zum Beispiel infektiöse Atemwegserkrankungen in Belastungsgebieten deutlich häufiger auf.

Auch eine hohe Lärmbelastung an verkehrsreichen Straßen kann den Schlaf beeinträchtigen, was sich am Tag auf die Konzentrationsfähigkeit des Kindes und damit auf dessen kognitive Leistungen auswirken kann (APUG). Unzureichende Spiel- und Bewegungsflächen sowie ein hohes Verkehrsaufkommen beeinträchtigen die Kinder in ihren Bewegungsmöglichkeiten und tragen mit dazu bei, dass Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Haltungsschäden oder Defizite in der Motorik stark zugenommen haben. Aber auch andere Faktoren aus der Umwelt werden von Kindern intensiv wahrgenommen und haben Einfluss auf ihr Wohlbefinden im Quartier. Hierzu zählen beispielsweise die Sauberkeit auf Spielplätzen.

Vor diesem Hintergrund kommt der gesundheitsförderlichen Gestaltung des Wohnumfelds für alle Bewohnerinnen und Bewohner eine besondere Bedeutung zu. Um den speziellen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen besser gerecht werden zu können, sollten diese bereits in die Planungs- und Gestaltungsphase eines Projekts einbezogen werden, wie dies bei den „Kiezdetektiven“ gelungen ist.
Vorgehen
In Friedrichshain-Kreuzberg wird das Projekt „Kiezdetektive“ von der Plan- und Leitstelle Gesundheit des Bezirksamtes, Gesundheit Berlin und dem BKK Bundesverband durchgeführt. Es hat zum Ziel, die Lebensqualität speziell von Kindern in einem Bezirk mit besonderem Entwicklungsbedarf durch gesundheitsbezogene Aktivitäten zu verbessern und sozial benachteiligte Kinder an das Thema Gesundheitsförderung heranzuführen.

Einschulungsuntersuchungen in Kreuzberg haben gezeigt, dass bei den Kindern erhebliche Defizite im Bereich der Sprachentwicklung, Wahrnehmungs- und Konzentrationsmängel, allgemeine Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten zu finden sind. Dennoch verfügt der Bezirk auch über wertvolle Ressourcen. So besteht dort eine große Vielfalt an Kulturen, das Durchschnittsalter ist niedrig, es gibt ein hohes Potenzial an Selbsthilfe, gute nachbarschaftliche Kiezstrukturen, eine reiche Projektlandschaft und eine lange Tradition der Bürgerbeteiligung.

Aufbauend auf diese Tradition und im Hinblick auf die gesundheitliche Situation von Kindern war es die Idee der Projektinitiatoren, Kinder und Jugendliche als Expertinnen bzw. Experten in eigener Sache in die Planungs- und Entscheidungsprozesse der Stadtentwicklung einzubeziehen.

Am ersten Projektdurchlauf beteiligten sich drei Schulklassen mit Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren. Bei der Auswahl der Teilnehmenden wurden insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien, vielfach mit Migrationshintergrund, berücksichtigt. Die Schulklassen entwickelten zunächst Fragestellungen, anhand derer sie ihr Wohngebiet unter die Lupe nehmen wollten.

Ausgerüstet mit Kiezdetektiv-Ausweisen, Stirnbändern, Buttons und Fotoapparaten durchstreiften sie dann ihren Stadtteil, um Problembereiche und „Schätze“ in ihrem Kiez aufzuspüren. Die Ergebnisse der Begehung verdeutlichten die breite Palette an Umweltfaktoren und zeigten, wie sensibel Kinder ihr Wohngebiet wahrnehmen. Die Mängelliste reichte von kaputten Spielgeräten, herumliegendem Hundekot und Müll, mit Graffitis beschmierten Wänden über fehlende Freizeiteinrichtungen, gewaltbereite Jugendliche und Erwachsene, Drogenhändler, die offen ihre Ware verkauften, bis hin zur fehlenden Ampel, um zur Schule zu gelangen. Aber auch die positiven Seiten, wie zum Beispiel ein schöner und sauberer Spielplatz mit attraktiven Spielgeräten, der immer freundliche Besitzer eines Gemüseladens, ein Park mit bunten Blumen, mit Tieren und einem Minigolfplatz oder Wachleute, die in einer Siedlung mit ihrem Hund spazieren gingen, wurden in den Notizheften festgehalten.

Im Anschluss an die Kiezbegehung wurden die Ergebnisse im Unterricht ausgewertet und in Form einer Ausstellung präsentiert.

Auf einer Kinderversammlung stellten die Kinder den verantwortlichen Bezirkspolitikerinnen und -politikern eine „rote Liste“ mit den vorgefundenen Missständen und eine „grüne Liste“ mit positiven Aspekten samt Forderungen und Lösungsvorschlägen vor. Sechs Monate später erfolgte eine Nachbefragung, die thematisierte, welche der Maßnahmen inzwischen umgesetzt werden konnten.
Good Practice in
Multiplikatorenkonzept

Das Projekt „Kiezdetektive“ legt besonderen Wert auf die Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Um sicherzustellen, dass das Projekt auch in anderen Stadtteilen bzw. Städten Verbreitung findet, wurde eine Multiplikatorenbroschüre entwickelt, außerdem wurden verschiedene weitere Materialien für eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit erstellt.

Die Multiplikatorenbroschüre richtet sich in erster Linie an Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Gesundheitsförderung, Stadtentwicklung und Pädagogik (Stadtteil- und Quartiersmanagement, freie Träger etc.).

In der Broschüre, die in Form eines Leitfadens konzipiert wurde, werden grundlegende Informationen zum Thema Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche vermittelt. Anhand eines kompletten Projektverlaufs erhalten die Nutzerinnen und Nutzer außerdem Anleitungen zum Transfer in die eigene Praxis sowie Angaben zu wichtigen Erkenntnissen und bewährten Vorgehensweisen. Ebenso finden sich Informationen und Anregungen in Bezug auf Zeitplanung, Auswahl der teilnehmenden Kinder und Durchführung eines vorbereitenden Methodenworkshops für Pädagoginnen und Pädagogen, ferner zu Finanzierungsmöglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit oder zur Gestaltung des Kontaktes zur Politik.

Partizipation

Auf Konferenzen, in Vereinbarungen und Programmen wird immer wieder hervorgehoben, dass die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen unverzichtbar ist. Im Rahmen der konzeptionellen Überlegungen von Lokaler Agenda 21 und vom Gesunde-Städte-Netzwerk wurde 1996 konkret damit begonnen, Kinder und Jugendliche an Umsetzungsstrategien für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu beteiligen und ihr Expertenwissen sowie ihre Perspektive stärker zu berücksichtigen. Mit dem Projekt „Kiezdetektive“ ist es gelungen, Kinder und Jugendliche in alle Phasen eines solchen Stadtentwicklungsprozesses einzubeziehen.

Das Projekt wird von Beginn an gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen geplant und durchgeführt. So wird zunächst ermittelt, welche Stadtgebiete „begehungsbedürftig“ sind und welche Fragestellungen bei der Begehung berücksichtigt werden – zum Beispiel nach Belastungen (Geräusche, Verkehrsgefahren, Gewaltbedrohung), aber auch nach Rückzugs- und Entspannungsräumen (Spielplätze, öffentliche Parks etc.). Die Begutachtung des ausgewählten Gebietes erfolgt dann gemeinsam mit den pädagogischen Betreuungskräften, wobei diese sich stets im Hintergrund halten, sodass es allein den Kindern und Jugendlichen obliegt, welche Probleme und „Schätze“ in die Listen aufgenommen werden sollen. Die Kinder dokumentieren ihre Beobachtungen in Form von Fotos, Notizen und selbst gemalten Bildern. Anschließend erfolgen die Auswertung des gesammelten Materials (im Unterricht) und die Formulierung von Maßnahmen. Im nächsten Schritt wird die Präsentation gestaltet und schließlich die Kinderversammlung durchgeführt.

Die Kinder lernen zum einen, wie eng ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden mit der Umwelt zusammenhängen. Zum anderen werden sie an politische Prozesse herangeführt (Analyse – Maßnahmenplanung – Maßnahmendurchführung – Evaluation) und spüren, dass auch sie in ihrem Umfeld etwas bewegen können und ihre Stimme Gehör findet. Zudem werden wichtige Kompetenzen gefördert, die für einen partizipatorischen Prozess wichtig sind: zum Beispiel eigene Vorschläge und Alternativen einzubringen, Ansprüche zu formulieren und Anliegen gegenüber anderen (Erwachsenen) zu präsentieren.

Partizipationsmöglichkeiten bestehen nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern sowie den gesamten Stadtteil. So gelang es in Friedrichshain- Kreuzberg auf politischer Ebene, alle für die Umsetzung wichtigen Ressorts (Gesundheit und Soziales, Jugend und Familie sowie Stadtentwicklung) und auch den Bezirksverordnetenvorsteher in das Projekt einzubinden. Ebenso wurden die Projektergebnisse an öffentlichen Plätzen ausgestellt, sodass interessierte Bewohner Einblick nehmen und Verbesserungsvorschläge einbringen konnten. Auf so genannten Nachbarschafts-Talentbogen konnten die Bewohner festhalten, über welche spezifischen Fähigkeiten sie verfügen und inwieweit sie bereit sind, diese für eine positive Gestaltung des Stadtteils einzusetzen.

Settingansatz

Im Projekt „Kiezdetektive“ wurde als Setting der Stadtteil gewählt. Die Durchführung gesundheitsförderlicher Maßnahmen im Stadtteil bietet verschiedene Vorteile: So profitieren alle Bewohner des Stadtteils von den Interventionen – also auch solche, die sonst nur schwer mit gesundheitsförderlichen Angeboten zu erreichen sind –, denn die Maßnahmen zielen in der Regel vor allem auf eine Verbesserung gesundheitsrelevanter Lebensverhältnisse sowie die Entwicklung personaler und sozialer Ressourcen.

Wie eingangs dargestellt, handelt es sich beim Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg um einen Stadtteil mit vielen sozialen Brennpunkten und einem hohen Bedarf an Entwicklungsmaßnahmen, um Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

In den Stadtteilbegehungen entdeckten die Kinder und Jugendlichen sowohl Problemfelder als auch „Schätze“, die zunächst einmal vor allem das Stadtbild prägen und den Zustand von Einrichtungen im Stadtteil betreffen, die aber auch mehr oder weniger direkt das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinflussen. Defekte Spielgeräte, Glasscherben und Hundekot in Sandkästen, fehlende oder unattraktive Freizeiteinrichtungen, Müll auf den Straßen, Verkehrslärm und Ratten, aber auch Gewalt, Drogen oder sexistische „Anmache“ in der unmittelbaren Umgebung bedeuten Gesundheitsgefahren und führen dazu, dass Kinder diese Orte meiden.

Durch entsprechende Forderungen der „Kiezdetektive“ konnten konkrete Verbesserungsmaßnahmen im Setting Stadtteil erzielt werden. Dazu zählen beispielsweise die Instandsetzung von Spielplätzen, eine nutzerfreundliche Gestaltung von Freiflächen oder auch generationsübergreifende Nachbarschaftsaktivitäten.


Laufzeit des Angebotes

Beginn: 1999

Abschluss: kein Ende geplant


Schwerpunkte des Angebotes
  • Bewegungs- und Mobilitätsförderung
  • Psychische Gesundheit
  • Wohnungsqualität, Wohnumfeld
  • Steigerung der Selbstständigkeit / Selbstbestimmung
  • Soziale Teilhabe (Integration, Inklusion)

Qualitätsentwicklung
Was machen Sie, um die Qualität Ihres Angebotes weiterzuentwickeln?
Evaluation und Umsetzung der Ergebnisse der Evaluation in die Planung weiterer Projektduchgänge
Wie dokumentieren Sie Ihre Arbeit? (z.B. Konzepte, Handreichung)
Broschüren
Berichte
Presseartikel

Quelle der Veröffentlichung/URL: http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-des-oeffentlichen-gesundheitsdienstes/arbeitsgebiete/artikel.165088.php

Es ist bereits ein Ergebnisbericht vorhanden.

Titel des Berichts bzw. Kurzbeschreibung: "Soziale Ökonomie für Kinder, Umwelt und Gesundheit"

Quelle der Veröffentlichung/URL: Institut für Gesundheitswissenschaften, TU-Berlin, 2005

Die Qualitätsentwicklung und Ergebnissicherung sind nicht in ein Qualitätsmanagementsystem eingebunden.


Stand

11.03.2015

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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit

Projektlaufzeit

Beginn: 1999

Abschluss: kein Ende geplant

Kontakt

Frau Sabine Schweele
Yorckstr. 4-11
10965 Berlin (Berlin)

E-Mail

Website

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
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