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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2006

Waldameisen

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

In städtischen Bereichen haben Kinder durch Verbauung von Bewegungsräumen und Spielflächen oft unzureichende Bewegungsmöglichkeiten. Freie und naturbelassene Spielplätze zum selbstständigen Erkunden sind in der Regel kaum vorhanden.

Das Reggio-Haus "Emilia" befindet sich in einem sozialen Brennpunkt der Stadt Cottbus. In der Kita werden überproportional viele Kinder aus sozial benachteiligten Familien betreut, die in einem defizitären Umfeld leben.

Das Projekt „Waldameisen“ des Reggio Hauses "Emilia" wendet sich an Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, die in ihrem Alltag den Wald und weitere naturnahe Angebote als Lebens-, Bildungs- und Erfahrungsraum entbehren müssen. Ziel des Projekts ist die Förderung der Gesundheit der Kinder sowie eine grundsätzliche Stärkung des Gesundheitsbewusstseins von Eltern und Kindern. Beteiligt sind 24 Kinder sowie ihre Eltern und Betreuer bzw. Betreuerinnen. Das Wald-Projekt verbindet einen ganzheitlichen Lernansatz mit dem Bedarf und dem Willen nach einer naturnahen Auseinandersetzung in der Lebenswelt der Kinder. Dabei profitiert das Projekt vor allem von der guten Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern bzw. Erzieherinnen.

Besondere Erfolge sind die Integration der Eltern in das Projekt, die aktiv eine Mitverantwortung für das Gelingen des Projektes tragen. Darüber hinaus gelang es, das Projekt sehr gut in die Regelarbeit der Kita zu integrieren. Das Projekt läuft erfolgreich seit acht Jahren. Perspektivisch ist die Einrichtung einer zweiten „Waldameisen-Gruppe“ vorgesehen.


Kontakt

Frau Bärbel Neumann
Schopenhauerstr. 92
03048 Cottbus (Brandenburg)

Telefon: 0355 / 28913330

E-Mail: reggio@jhcb.de

Website: http://www.jugendhilfecottbus.de/index.php?sid=4&projekt=10


Weitere Ansprechperson

Frau Ilona Haschick
Schopenhauerstr. 92
03048 Cottbus (Brandenburg)

Telefon: 0355 / 28913330

E-Mail: reggio@jhcb.de


Projektträger

Jugendhilfe Cottbus gGmbH
Thiemstraße 36
03048 Cottbus


Hintergrund
Kindheit als Lebensphase ist heute gekennzeichnet von einer Fülle neuer Konstellationen in der Familie, steigender Bedeutung außerfamiliärer Lebensbereiche, einer anhaltenden Reduzierung freier Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten bei gleichzeitiger Ausweitung der sich immer stärker ausdifferenzierenden institutionalisierten Bildungs- und Betreuungsangebote sowie Spiel- und Freizeitmöglichkeiten. Gefährdungspotenzialen wie der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, unter denen Kinder in besonderem Maße leiden, wird nur unzureichend durch konkretes und zielgerichtetes Handeln entgegengesteuert.

Die Naturschutzverbände stellen aufgrund einschlägiger Untersuchungen fest, dass trotz hohen Lebensstandards und intensiver medizinischer Versorgung etwa 7–10 % aller Kinder und Jugendlichen von chronischen, häufig umweltbedingten Erkrankungen wie Allergien, Bronchitis, Neurodermitis oder auch Krebs betroffen sind.

Insbesondere Menschen, die in großen Wohngebieten leben, sind zunehmenden gesundheitlichen und sozialen Belastungen ausgesetzt. Neben Lärm und Luftverschmutzung sind in diesem Zusammenhang vor allem die beengte Wohnsituation sowie unzureichende Grün- und Freizeitflächen zu nennen. Dieser Situation versucht das Projekt „Waldameisen“ entgegenzuwirken.

Die Projektkita „Storchennest“ liegt im größten Neubaugebiet der Stadt Cottbus. Dieser Stadtteil ist aufgrund des Wegzugs von vielen Menschen aus der Region vom Abriss betroffen. Die Bewohner des Stadtteils Sachsendorf/Madlow sind überproportional häufig sozial Benachteiligte; der Stadtteil ist ein sozialer Brennpunkt.

In der Kita „Storchennest“ werden 125 Kinder im Alter von null bis zwölf Jahren betreut. Davon leben mehr als die Hälfte bei allein Erziehenden, der Anteil arbeitsloser oder gering verdienender Eltern ist überdurchschnittlich hoch, neun Kinder haben einen Migrationshintergrund.

Am Projekt sind 26 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren beteiligt. Neben den beiden Erzieherinnen wird die Gruppe durch eine Erzieherin in Ausbildung sowie einen ehrenamtlich als Waldbegleiter fungierenden Rentner betreut. Außerdem leisten die Eltern der Kinder aktive Unterstützung in Form von täglichen Essenstransporten zum Waldstandort.

Die Idee zum „Waldameisen“-Projekt entstand aus den Erfahrungen verschiedener kleiner Naturprojekte und Waldspieltage der Kita, bei denen ein großes Interesse der Kinder an Pflanzen, Bäumen und Tieren deutlich wurde. Diese Naturverbundenheit sollte aufgegriffen, für kontinuierliche Aktivitäten genutzt und mit gesundheitlichen Aspekten verknüpft werden.
Vorgehen
Das Ziel des Projekts ist eine Stärkung der Gesundheit der Kinder und des Gesundheitsbewusstseins von Eltern und Kindern. Eine Entwicklung „weg vom Fernseher, Computer und Auto“ und hin zur Schaffung von gemeinsamen Naturerlebnissen von Eltern und Kindern soll unterstützt werden.

Es geht um die Förderung einer ganzheitlichen Entwicklung und die Vorbereitung auf Schule und auch andere Lebensbereiche durch die Nutzung des Waldes als natürlichen Lebensraum. Sinnliches Erleben, ausreichende Bewegungsmöglichkeiten und gemeinsame Aktivitäten in der Natur fördern die Entwicklung eines positiven Sozialverhaltens. Die regelmäßige Bewegung im Freien dient aber auch der Vorbeugung grippaler Infekte, hilft gegen Übergewicht und Probleme des Bewegungsapparates und fördert die Entwicklung motorischer Fähigkeiten.

Die „Waldameisen“ besuchen dreimal wöchentlich bei Wind und Wetter ein Waldstück bei Cottbus-Gallinchen. Die Kinder haben ein beeindruckendes „Waldameisendorf“ aus Totholz errichtet. Es gibt Hütten mit Vorgärten, einen Konzertsaal, ein Lernfenster, einen Morgenkreis, einen Basteltisch, einen Speiseraum usw. Seilschaukeln, Kletterseile und Baumwippen dienen als Spielgeräte. Die Kinder lernen, mit Lupen, Ferngläsern und Kompass umzugehen und Naturerscheinungen genau wahrzunehmen. Sie arbeiten mit Taschenmessern und Säge. Die Kinder entwickeln ein naturnahes Verhalten, ihr Umweltbewusstsein wird ausgebildet. Sie leben im Wald mit dem Wechsel der Jahreszeiten.
Good Practice in
Partizipation

Partizipation im Sinne des Projekts „Waldameisen“ bietet Kindern die Möglichkeit, sich außerhalb des Elternhauses eigenständig zusammen mit Gleichaltrigen ein Lern- und Erfahrungsfeld zu erschließen. Dieses bietet einerseits vielfältige Möglichkeiten, sich selbst auszuprobieren und stärkt andererseits Gemeinschaftsgefühl und Solidarität.

Grundlegende Prinzipien des Projekts sind: Freiwilligkeit der Teilnahme, Verzicht auf Leistungskontrollen, Offenheit, Selbstorganisation, Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder und Fachlichkeit auf Grundlage eines entsprechenden pädagogischen Konzepts, das in Form eines Jahresplans die einzelnen Bildungsbereiche abdeckt.

Im Tagesablauf bestimmen die Kinder zum größten Teil ihre Aktivitäten im Wald selbst. Sie orientieren und organisieren sich eigenständig, spielen und gestalten gemeinsam in kleinen Gruppen oder auch einzeln.

Die Kinder sind in der Lage, selbstständig ihre angestrebten Ziele mit den erreichten Ergebnissen zu vergleichen und zu bewerten. Sie können beispielsweise mit Bestimmungsbüchern Pflanzen und Pilze identifizieren. Sie haben „Zeit“ und „Raum“ für ihre eigenen Forschungen und Experimente. Sie bauen in kleinen Gruppen Hütten. Sie erstellen dafür selbstständig die Planung, sammeln das dafür notwendige Totholz, sprechen die Bauvorhaben gemeinsam ab und arbeiten intensiv am Aufbau der Hütten.

Auch die Eltern der teilnehmenden Kinder profitieren vom Projekt. Für sie besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kindern die Tage im Wald zu erleben und zu gestalten. Sie stellen sich auf die Witterung ein und kleiden die Kinder entsprechend. Sie unterstützen das Projekt, indem sie das Essen in den Wald bringen, Arbeitsmaterialien und Handwerkszeug zur Verfügung stellen und mögliche Gefahrenquellen im Wald beseitigen.

Die gesamte Einrichtung nutzt die positiven Erfahrungen des Waldprojekts (siehe Guter Praxisbereich „Settingansatz“).

Nachhaltigkeit

Das Projekt läuft erfolgreich seit vier Jahren. Perspektivisch ist die Einrichtung einer zweiten „Waldameisengruppe“ vorgesehen.

Es wurde festgestellt, dass der Krankenstand innerhalb der Waldgruppe im Durchschnitt nur bei 1,2% liegt. Hingegen beträgt der Krankenstand einer übrigen Kindergruppe der Kita im Durchschnitt 4 –5%.

In der Gruppe gibt es keine adipösen Kinder. Bemerkenswert ist insbesondere eine positive Entwicklung des Sozialverhaltens. Es ist zu beobachten, dass aggressive Verhaltensweisen ohne maßgebliche erzieherische Einwirkung stetig abgenommen haben. Die Kinder übernehmen Verantwortung für sich und andere, unterstützen sich gegenseitig und sind in der Lage, Konflikte konstruktiv zu lösen. Die gemeinsamen Erlebnisse von Kindern, Eltern und pädagogischem Personal verbinden und schaffen Warmherzigkeit und gegenseitiges Verständnis.

Alle Seiten der kindlichen Persönlichkeit werden durch dieses Projekt ganzheitlich umfassend und in natürlicher Weise ohne hohen materiellen Aufwand entwickelt.

Settingansatz

Das Projekt findet im Setting Kita statt. Durch die zeitweilige Verlagerung des Standorts in den Wald wird der Lebensraum der Kinder erweitert sowie ihr Bewusstsein für Natur und Umwelt gestärkt; dort gemachte Erfahrungen können in den Kita-Alltag integriert werden. Die Kombination aus beiden Standorten schafft günstige Bedingungen für die Entwicklung jedes teilnehmenden Kindes.

Die gesamte Kita trägt und unterstützt das Konzept. Das Projekt ist wichtiger Bestandteil und Antrieb für die pädagogische Arbeit in der Einrichtung. Die (pädagogischen) Erfahrungen mit der „Waldameisengruppe“ befördern bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine entsprechende Bewusstseinsbildung und wirken damit im Sinne einer Organisationsentwicklung. An den verbleibenden zwei Tagen in der Woche nutzen die „Waldameisen“ Räumlichkeiten der Kita. Diese gruppeneigenen Räume sind weniger mit Spielzeug als vielmehr mit unterschiedlichen Naturmaterialien wie gesammelten Waldfrüchten, gefundenen Geweihen, Vogelnestern usw. ausgestattet. Das entdeckte Material wird für das freie Spiel oder zur kreativen Gestaltung eingesetzt und ist für alle Kinder der Kita „Storchennest“ zugänglich. In der Kita wurde bereits eine Ausstellung mit Naturmaterialien gestaltet, die kontinuierlich und unter Beteiligung der Eltern und anderer Gruppen der Kita erweitert wird.

Durch die Verlagerung der Aktivitäten der „Waldameisen“ in den Wald wird Eltern und Betreuern zudem eine enge Zusammenarbeit abverlangt. Eltern sind nicht nur zuständig für das Bringen und Abholen der eigenen Kinder, sondern tragen aktiv eine Mitverantwortung für das Gelingen des Projekts. Sie sind integriert und bestärken das Projekt zum Wohle aller beteiligten Kinder. Eltern reflektieren dadurch auch die eigenen Lebenssituationen sowie die Notwendigkeit der naturnahen Erlebnis- und Erfahrungsräume und beeinflussen die Lebensgewohnheiten der Kinder sowie der gesamten Familie zu Hause.


Laufzeit des Angebotes

Beginn: Januar 2002

Abschluss: kein Ende geplant


Schwerpunkte des Angebotes
  • Psychische Gesundheit
  • Gewaltprävention
  • Elternschaft / Schwangerschaft

Stand

07.05.2015

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Projektträger

Jugendhilfe Cottbus gGmbH

Projektlaufzeit

Beginn: Januar 2002

Abschluss: kein Ende geplant

Kontakt

Frau Bärbel Neumann
Schopenhauerstr. 92
03048 Cottbus (Brandenburg)

E-Mail

Website

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