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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2005

Gesundheit und Miteinander ins Viertel! - Kultur, Beratung und Information für Frauen mit und ohne Behinderungen

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Frauen mit Behinderungen haben in bestimmten Lebensbereichen behinderungsbedingt häufig Probleme (zum Beispiel mangelnde Eingliederung in den Beruf, Armutsrisiko, erschwerter Zugang zu Einrichtungen, fehlende Kommunikation). Ziel des Projekts in Stuttgart ist es, eine größere Öffnung der vielfältigen kulturellen Angebote und Möglichkeiten auch für die Zielgruppe der behinderten Frauen zu erreichen, Brücken zwischen Ämtern und Stadtteilinitiativen zu bauen, Serviceleistungen auszubauen, Hilfe zur Selbsthilfe zu stärken und Ämter, Institutionen, Vereine etc. für die Wünsche und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren. Durch den Einbezug der Zielgruppe in die Ausgestaltung des Projekts wird in besonderem Maße auf die konkreten Bedürfnisse behinderter Frauen eingegangen. Die Ergebnisse (zum Beispiel zum Thema Barrierefreiheit) werden in die Verwaltung und den städtischen Raum hineintransportiert. Mithilfe dieser Prozesse wird in verschiedenen Bereichen zur Verbesserung der Lebensqualität behinderter Frauen beigetragen.


Kontakt

Frau Hannelore Ernst
Eberhardstr. 61
70173 Stuttgart (Baden-Württemberg)

Telefon: 0711 / 216-6395

E-Mail: hannelore.ernst@stuttgart.de


Projektträger

Landeshauptstadt Stuttgart - Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern
Eberhardstr. 61
70173 Stuttgart


Hintergrund
Die Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern der Landeshauptstadt Stuttgart hat sich integrative Stadtteilarbeit zum Ziel gesetzt. Hierbei wird – ausgehend von jeweils unterschiedlichen Zielgruppen in den Stadtteilen wie Alleinerziehende, ältere Frauen, Frauen mit Migrationshintergrund etc. – innovativen Kooperationsformen zwischen Stadtverwaltung, Stadtteilinitiativen und den Frauen vor Ort Raum gegeben. Unter dem vielschichtigen Thema „Gesundheit“ werden im Rahmen des Projekts „Gesundheit und Miteinander ins Viertel!“ jeweils Module entwickelt, die direkt auf die Zielgruppen und den jeweiligen Stadtbezirk zugeschnitten sind. „Kultur, Beratung und Information für Frauen mit und ohne Behinderungen“ ist das Motto eines Moduls, das die städtische Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern mit dem Frauenprojekt „Lilith“ des Vereins Aktive Behinderte Stuttgart und Umgebung e.V. – Zentrum für selbstbestimmtes Leben und dem Frauenkulturzentrum Sarah e.V. organisiert. Das Projekt wird unter anderem von BeFF – Berufliche Förderung von Frauen e.V., der Gruppe „Geschichts(ver-)führungen“, dem Stuttgarter Frauenmuseum e.V. und der VHS Stuttgart unterstützt.

Obwohl Frauen mit Behinderungen so unterschiedlich sind wie Frauen ohne Behinderungen, gibt es bestimmte Themenbereiche, in denen es behinderungsbedingt häufig Probleme gibt. Hier sind vor allem mangelnde Eingliederung in den Beruf, begrenzte Ausbildungsmöglichkeiten, höheres Armutsrisiko, eingeschränkte Mobilität und erschwerter Zugang zu Einrichtungen und Institutionen zu nennen. Darüber hinaus zeigen Gespräche mit Frauen mit Behinderungen den Wunsch nach gemeinsamer Freizeitgestaltung, nach Kommunikation, nach Kontakten und besserer Teilnahme am kulturellen Leben dieser Stadt.
Vorgehen
Das Projekt will eine größere Öffnung der vielfältigen kulturellen Angebote in der Stadt Stuttgart für die Zielgruppe erreichen, sodass sie von Frauen mit und ohne Behinderung gemeinsam genutzt werden können. Die Veranstaltungen „Der Alltag beim Stuttgarter Ballett“ (mit Blick hinter die Kulissen und anschließendem Besuch einer Ballettaufführung im Februar und wegen der großen Nachfrage auch im April) oder der Frauenstadtspaziergang „Stadtverführungen“ (im Juni) richten sich vor allem an Rollstuhlfahrerinnen und Menschen mit Gehbehinderungen, sind aber auch offen für Frauen ohne Behinderung. Dieser integrative Charakter soll die Wahrnehmung von Frauen mit Behinderung in der Öffentlichkeit verstärken.

Der zweite Schwerpunkt greift mit verschiedenen Veranstaltungen das Thema „Erwerbsarbeit“ auf. „So habe ich es geschafft! – Erwerbsarbeit trotz Handicap“, ist das Motto eines Angebots im März, das sich sowohl an Frauen mit Behinderungen als auch an Arbeitgeberinnen und -geber richtet.

Miteinander feiern, lachen, genießen wird jedoch auch nicht zu kurz kommen. So laden zum Beispiel die Lilith-Frauen zu einem „Italienischen Abend“ ein. Parallel zur Veranstaltungsreihe ist der Aufbau einer Mobilitäts- und Hilfebörse geplant. Eine Befragung der Ämter der Landeshauptstadt Stuttgart zum Thema „Barrierefreier Zugang zu Ämtern/Eigenbetrieben und Beratungsstellen der Stadtverwaltung“ soll Handlungs- und Informationsbedarf ermitteln und aufzeigen.

Die übergreifenden Ziele von „Gesundheit und Miteinander ins Viertel“ werden von den Projektverantwortlichen folgendermaßen zusammengefasst:

Brücken bauen zwischen Ämtern und Stadtteilinitiativen
Das bedeutet, die Ämter tragen ihre Angebote und Dienstleistungen direkt in den Stadtteil. Nicht die Menschen müssen zum Amt gehen, sondern das Amt kommt zu ihnen.

Hilfe zur Selbsthilfe stärken
Selbsthilfe leistet einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität. Erfahrungsaustausch, gegenseitige Unterstützung und umfassende Information verhelfen Betroffenen zum besseren individuellen Umgang mit Problemen, Herausforderungen und Krisen.

In jedem Stadtteil gibt es Frauen mit Fragen, Problemen und Schwierigkeiten, aber auch Frauen, die Antworten wissen, Ideen und Lösungsvorschläge haben und gerne Hilfestellungen geben. Das Projekt bringt diese Menschen zusammen und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen einzubringen und auszubauen.

Im Einzelnen heißt das:
- ehrenamtlich geleistete Arbeit von Frauen sichtbar machen und professionalisieren,
- innovativen Ideen Starthilfe und Unterstützung geben,
- Serviceleistungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausbauen,
- zur Verbesserung der Lebenslagen allgemein beitragen.
Good Practice in
Partizipation

Im Zusammenhang mit der Konzeptentwicklung des Moduls „Kultur, Beratung und Information für Frauen mit und ohne Behinderung“ wurde eine Bedarfserhebung durchgeführt. Im Rahmen dieser Erhebung wurde der Versuch unternommen, durch Interviews mit 17 Frauen im Alter von 21 bis 65 Jahren mit unterschiedlichsten Behinderungen die tatsächlichen Wünsche und Anliegen behinderter Frauen in Stuttgart zu ermitteln. Dabei wurde nach der konkreten Lebenssituation gefragt, nach Unterstützung durch das soziale Umfeld, nach der Hauptbelastung durch die Behinderung, nach Anforderungen und Wünschen an die Stadtverwaltung Stuttgart und möglichen Zielen der Intervention. Ein zentrales Ergebnis dieser Erhebung war der Wunsch nach verstärkter Teilhabe am kulturellen Leben, ein Mitmachen bei „vorhandenen Aktivitäten“. Obwohl „Kultur“ nicht der ursprüngliche Projektschwerpunkt sein sollte, wurden die Ziele entsprechend diesen Ergebnissen angepasst.

Der partizipative Ansatz des Projektmoduls „Kultur, Beratung und Information für Frauen mit und ohne Behinderung“ wird in verschiedenen Teilbereichen des Angebots sichtbar:
- Bei Konzeptentwicklung, Programmplanung und Ausgestaltung der Angebote sind Frauen des Frauenprojekts Lilith e.V. – Beratungs- und Begegnungsstätte für Frauen und Mädchen mit und ohne Behinderung von Anfang an beteiligt.
- Die organisatorische Vorbereitung und Durchführung der „eigenen“ Veranstaltung, Begrüßung und Moderation wird zu großen Teilen in Zusammenarbeit mit Frauen mit Behinderungen geleistet.
- Das Schmücken der Räume und das Catering werden durch Frauen des Projekts Lilith übernommen. Dieses Engagement wird mit einem kleinen Honorar entschädigt.
- Telefondienst und Beratung von behinderten Menschen im Zusammenhang mit dem Projekt werden – gegen eine Aufwandsentschädigung – ausschließlich von Frauen mit Behinderungen geleistet.
- Darüber hinaus vermitteln zum Beispiel im Rahmen der Veranstaltungen „So habe ich es geschafft! – Erwerbsarbeit trotz Handicap“ oder „Gesundheitsrecherche im Internet“ sachverständige behinderte Frauen ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Zielgruppe.
- Behinderte Frauen (und Männer) bekommen durch das Projekt beispielsweise bei der Auftaktveranstaltung, beim Sommerfest, bei der Veranstaltung „Lesung, Gedichte, Ausstellung“ die Chance, mit ihren kreativen Beiträgen öffentlich aufzutreten.

Hervorzuheben ist, dass das Projekt durch die Initiative zweier Zielgruppenvertreter angeregt und initiiert wurde: das selbsthilfeorientierte Frauenprojekt Lilith e.V. – Beratungs- und Begegnungsstätte für Frauen und Mädchen mit und ohne Behinderungen sowie das Frauenkulturzentrum Sarah e.V.

Einen Hinweis, dass mit den kulturellen Angeboten des Projekts die Bedürfnisse der Zielgruppe getroffen werden, geben die Zahlen der Teilnehmerinnen: Mit den Veranstaltungen konnten jeweils zwischen zehn und 50 Frauen erreicht werden. Bei der organisatorischen Vorbereitung und Durchführung waren im Einzelnen bis zu zehn Frauen eingebunden. Insgesamt wird im Rahmen des Projekts durchgängig ein hoher Grad an Partizipation der Betroffenen erkennbar.

Settingansatz

Neben verhaltensorientierten Maßnahmen versucht das Projekt, auch die Gesundheit der Zielgruppe über die Gestaltung ihrer Lebenswelten positiv zu beeinflussen. Das Projekt zielt im Rahmen seiner Interventionen auf die Institutionen und Verbände, mit denen behinderte Frauen in ihrem täglichen Leben in Kontakt kommen, um somit die Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe behinderter Frauen zu erhöhen. So wurde beispielsweise im Rahmen der Veranstaltung „Erwerbsarbeit trotz Handicap“ die Arbeitgeberseite darüber informiert, wie die Integration von schwerbehinderten Menschen in den Betrieb gelingen kann und welche begleitenden Hilfen und Unterstützungen es gibt. Gleichzeitig berichteten zwei Frauen mit Behinderungen über ihre Erfahrungen bei Bewerbungen, im Vorstellungsgespräch und im Arbeitsleben. Durch die Veranstaltung „Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung“ sollen auf der anderen Seite behinderte Frauen ermutigt werden, sich professioneller bzw. anders zu bewerben und im Rahmen ihrer Bewerbung selbstbewusster und offensiver mit ihrer Behinderung umzugehen.

Kommunikation, Kontakte finden, gemeinsame Freizeitangebote, die vorhandenen Möglichkeiten nutzen können – all das kristallisierte sich bei der Befragung als zentrale Wunschliste heraus. Daher ist es ein wesentliches Ziel, vorhandene Kulturangebote für die Zielgruppe zu erschließen, das heißt sie so umzugestalten, dass sie von der Zielgruppe wahrgenommen werden können. Hier sei zum Beispiel eine Stadtführung erwähnt oder die Führung hinter die Kulissen des Stuttgarter Balletts in langsamerem Tempo und auf Wegen, die von Rollifahrerinnen und gehbehinderten Frauen genutzt werden können. Diese spezielle Führung soll zudem in das normale Angebot der beteiligten Veranstalter integriert werden und somit generell behinderten Menschen den Zugang ermöglichen. Die Durchführung von regulären VHS-Veranstaltungen in den Räumen von Lilith ist eine weitere Möglichkeit, Frauen mit Behinderungen den Zugang zu erleichtern. Gemeinsame Feste (Italienischer Abend, Sommerfest im Stadtteil) in den Räumlichkeiten von Lilith, offen für Menschen mit und ohne Behinderungen, tragen zu einer Öffnung in den Stadtteil hinein bei. Die Beteiligung des „Sarah e.V.“, dem Ort für Frauenkultur in Stuttgart, als Projektpartnerin erschließt der Zielgruppe den Zugang zu diesem Bereich und verstärkt beim Sarah e.V. die Bereitschaft, behinderten Künstlerinnen Auftritts- oder Ausstellungsmöglichkeiten zu schaffen.

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projekts eine Befragung der städtischen Ämter zum Thema Barrierefreiheit vorgenommen. Barrieren wurden in der bereits erwähnten Bedarfserhebung von der Zielgruppe als ein wichtiger Bereich benannt. Im Rahmen der Befragung wurden nicht barrierefreie städtische Einrichtungen identifiziert. Die Ergebnisse werden in die Verwaltung und in den politischen Raum hinein transportiert und sollen zu konkreten Verbesserungen hinsichtlich der Barrierefreiheit der Institutionen beitragen.

Ziel ist es, bei den angesprochenen städtischen Ämtern, Institutionen, Vereinen und Verbänden einen Reflexionsprozess anzustoßen, in dessen Rahmen diese sich auch langfristig verstärkt mit den Bedürfnissen der Zielgruppe auseinander setzen. So wurde durch die Erhebung der Bedarf einiger Ämter nach Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen deutlich. In Zusammenarbeit mit der Schwerbehindertenvertretung der Landeshauptstadt und dem Lilith werden geeignete Workshops entwickelt. Weitere ähnlich gelagerte Angebote, mit denen die Strukturen in den Lebenswelten der Frauen nachhaltig verbessert werden, sollen folgen. Im Ergebnis soll die Erreichbarkeit bzw. Zugänglichkeit (auch im übertragenen Sinne) der jeweiligen Angebote überdacht werden. Darüber hinaus sollen behinderte Frauen durch konkrete Ansprache zur Teilnahme ermutigt werden.

Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung

Das Projekt ist gekennzeichnet durch einen hohen Vernetzungsgrad. Im Rahmen dieser Beziehungen und Kooperationen wurden die Maßnahmen des Projekts entwickelt und abgestimmt. Dabei waren bereits zum Zeitpunkt der Planung der Konzeption des Projekts mehrere Kooperationspartnerinnen und -partner involviert. Einige Kooperationspartnerinnen und -partner sind:
- Frauenprojekt Lilith e.V. des Vereins Aktive Behinderte Stuttgart und Umgebung e.V. – Zentrum für selbstbestimmtes Leben,
- Frauenkulturzentrum Sarah e.V.,
- Amsel-Theater (Begegnungsstätte behinderter und nichtbehinderter Menschen),
- BeFF – Berufliche Förderung von Frauen e.V.,
- Fachbereichsleitung „Leben mit Behinderung“ der VHS Stuttgart,
- Integrationsfachdienst,
- Schwerbehindertenvertretungen,
- Städtische Ämter (Umfrage Barrierefreiheit),
- Städtisches Gesundheitsamt,
- Stuttgarter Frauenmuseum e.V. und Geschichts(ver-)führungen.

Die Vernetzungstätigkeiten werden von der Projektverantwortlichen als wichtig für den Projekterfolg bewertet, da sie zum einen grundlegend zum Zustandekommen der konkreten Angebote beitragen und darüber hinaus die beteiligten Institutionen zum Nachdenken über die Bedarfsgerechtigkeit ihrer Angebote für behinderte Frauen anregen. Aus diesen Prozessen sind bereits eine Anzahl sichtbarer Veränderungen für die Zielgruppe hervorgegangen. Beispielhaft zeigt sich dies an den Plänen der Volkshochschule, auch weiterhin eng mit den am Projekt beteiligten Akteurinnen und Akteuren zu kooperieren, um die Hemmschwelle für interessierte Frauen mit Behinderungen zu senken.


Gesammelte Erfahrungen (Lessons Learned)
Eine besonders positive Erfahrung im Laufe des Projektes „Gesundheit und Miteinander ins Viertel!“ war die gute, intensive und unkomplizierte Zusammenarbeit der Projektverantwortlichen: dem Frauenprojekt Lilith des Vereins Aktive Behinderte Stuttgart und Umgebung e.V, dem Frauencafé Sarah e.V. und der Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern der Landeshauptstadt Stuttgart. Ein festes und über die gesamte Projektlaufzeit gleich bleibend zusammengesetztes Projektteam hat diese sehr erleichtert. Von Anfang an waren Vertreterinnen der Zielgruppe „Frauen mit Behinderungen“ eingebunden. Im Laufe des Projektes konnten weitere ehrenamtlich arbeitende Frauen gewonnen und in Vorbereitung und Moderation der Veranstaltungsreihe miteinbezogen werden. Berührungsängste im Umgang mit Frauen mit Behinderungen bzw. mit Behörden wurden beiderseits abgebaut. Es entstand eine gute Vertrauensbasis und eine offene Arbeitsatmosphäre.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projektes waren auch die Interviews mit Frauen mit Behinderungen, die als erstes Projektmodul durchgeführt wurden. Dabei zeigte sich der Wunsch nach integrativer Freizeitgestaltung, nach Kommunikation, Kontakten und besserer Teilnahme am kulturellen Angebot dieser Stadt, nach Mitmachen bei vorhandenen Angeboten. Die von der Zielgruppe formulierten Bedürfnisse wurden aufgegriffen und entsprechende Angebote gestaltet. Dementsprechend trat der ursprünglich vom Projektteam geplante Schwerpunkt „Erwerbsarbeit / Erwerbsbeteiligung“ etwas in den Hintergrund. Positiv war auch die Bereitschaft aller weiteren KooperationspartnerInnen ihre Angebote so anzupassen, dass die Zielgruppe sie nutzen kann. Zum Teil entwickelte sich auch nachhaltig die Selbstverständlichkeit, Angebote verstärkt auch auf die Bedürfnisse von Frauen mit Behinderungen auszurichten. Sensibilisierungsveranstaltungen für Beschäftigte der Landeshauptstadt Stuttgart für Anliegen von Menschen mit Behinderungen unter der Leitung von zwei Fachfrauen des „Lilith“ bestärkten diese, Anliegen von Frauen mit Behinderungen wahrzunehmen.

Für das Gelingen des Projektes war zudem entscheidend, für alle Projektbeteiligten eine win-win-Situation zu schaffen.

Die Erfahrungen des Projektes zeigen, dass es sich empfiehlt, auch schwierige Bereiche (Finanzierung / Abgrenzung zu anderen Projekten / Konkurrenz) vorab zu diskutieren und verbindlich zu regeln.

Schlussfolgernd ist die Doppelstrategie zu betonen: Es bedarf nicht nur der Begleitung und Stärkung von Frauen mit Behinderungen, sondern in erster Linie der Umgestaltung von Angeboten und Dienstleistungen dergestalt, dass diese problemlos von Menschen mit und ohne Behinderungen in Anspruch genommen werden können. Darüber hinaus müssen Menschen ohne Behinderung für Belange und Anliegen von Frauen mit Behinderungen sensibilisiert werden.
Laufzeit des Angebotes

Beginn: Januar 2005

Abschluss: Dezember 2005


Schwerpunkte des Angebotes
  • Stressbewältigung
  • Sonstiges: Bewältigungsressourcen (z.B. zur Konfliktlösung), Verbesserung der sozialen Integration

Stand

14.09.2011

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Projektträger

Landeshauptstadt Stuttgart - Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern

Projektlaufzeit

Beginn: Januar 2005

Abschluss: Dezember 2005

Kontakt

Frau Hannelore Ernst
Eberhardstr. 61
70173 Stuttgart (Baden-Württemberg)

E-Mail

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