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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2005

Schulpädagogische Sozialarbeit und Schuljugendarbeit an der Staatlichen Regelschule „Werner-Seelenbinder“ in Apolda

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Ausgangspunkt des Projekts ist die Wahrnehmung von Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen eines Jugendclubs in einem sozialen Brennpunkt Apoldas, einer Kleinstadt in Thüringen, dass die Schülerinnen und Schüler der Regelschule dieses Stadtgebietes verstärkt Probleme aus der Schule und dem Elternhaus mit in den Jugendclub nehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendclubs riefen daraufhin gemeinsam mit der Regelschule ein Kooperationsprojekt ins Leben, das neben Schulsozialarbeit eine Frühstückversorgung beinhaltet. Das Projekt wurde um unterschiedliche Interessengemeinschaften (zum Beispiel Bewegungsangebote, Hausaufgabenhilfe, Schülerzeitung, Schulumfeldgestaltung etc.) im Rahmen der Richtlinie Schuljugendarbeit des Thüringer Kultusministeriums erweitert, an denen die Schülerinnen und Schüler kostenfrei und auf freiwilliger Basis teilnehmen können. Aktuell wird das Projekt durch hauptsächlich gesundheitsförderliche Angebote ausgebaut (zum Beispiel Tabakprävention, gesunde Ernährung).

Mit dem Frühstücksangebot decken viele Schüler ihr Defizit an Schulbroten und Getränken ab, da sie ohne Frühstück zur Schule gehen. Oft fehlen auch die Frühstücksbrote für die Schule. Probleme: Obst und Gemüse wird selten angenommen, einem Teil der Schüler fehlt das Geld um sich etwas zu kaufen (Einkaufspreise). Schüler, die entsprechende Nahrung und Getränke zu sich genommen haben, sind leistungsfähiger und auch aufmerksamer sowie weniger aggressiv.

Solche Freizeitangebote wie Jungenclique und Mädchenarbeit richten sich auif die speziellen Interessen und Probleme der Geschlechter. Neben der sinnvollen Freizeitbeschäftigung geht es hier vorwiegend um die soziale Betreuung. Meditation wird vorwiegend für Schüler der Klassen 5 und 6 angeboten, um sie zu befähigen selbst auf ihr Verhalten Einfluss zu nehmen, sich selbst zur Ruhe zu bringen, da besonders Schüler dieser Altersgruppen sehr quirlig sind. Das trifft besonders auf Schüler aus sozial schwachen Familien zu.


Kontakt

Herr Lothar Regling
W.-Seelenbinder-Str. 6
99510 Apolda (Thüringen)

Telefon: 03644 / 555556

E-Mail: rs_wss_ap@gmx.de


Weitere Ansprechperson

Frau Kerstin Dimmer
Christian Zimmermann Str. 100
99510 Apolda (Thüringen)

Telefon: 03644 / 619746


Projektträger

Staatliches Schulamt Weimar
Schwanseestraße 9
99423 Weimar


Hintergrund
Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland e.V. betreibt einen Jugendclub in Apolda-Nord, einem sozialen Brennpunkt. Das Stadtgebiet Apolda-Nord entstand in den 60er-Jahren in Plattenbauweise. Dem Stadtgebiet mangelt es heute an (der zu Vorwendezeiten hohen) Attraktivität sowie an erholsamer Umgebung. Es fehlen u. a. Raum und Platz zum Kommunizieren. Apolda ist eine Kleinstadt in Thüringen mit ca. 27000 Einwohnern. Die Region ist von einer sehr hohen Arbeitslosigkeit geprägt (ca. 20 %, Stand Dezember 2004), wobei knapp die Hälfte der betroffenen Personen als langzeitarbeitslos gemeldet waren. Die Sozialhilfequote lag bei 4,6% (Stand Dezember 2004) und somit weit über dem Thüringer Durchschnitt von 2,5 %.

Den Jugendclub besuchen unter anderem Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Regelschule „Werner Seelenbinder“, die ca. zehn Minuten vom Jugendclub entfernt liegt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendclubs nahmen in den vergangenen Jahren zunehmend Probleme der Kinder und Jugendlichen in der Schule und im Elternhaus wahr. Hierauf konnten sie jedoch zum Teil nur mit Hilflosigkeit reagieren und wenig Hilfestellung leisten, da sie die spezifischen Probleme im Kontext der Schule nicht kannten. Um den Kindern und Jugendlichen auch auf diesem Gebiet Unterstützung anbieten zu können, wurde eine Kooperation zwischen der Schule und dem Jugendclub angeregt. Gegenstand der Zusammenarbeit sollte primär soziale Arbeit sein, da im Club bereits Freizeitarbeit geleistet wird. Darüber hinaus nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendclubs verstärkt wahr, dass die Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend mit Nahrungsmitteln und Getränken versorgt wurden und hungrig in die Einrichtung kamen. Diese Wahrnehmung bestätigte sich auch in der Schule. Etwa ein Drittel der Schülerinnen und Schüler kam ohne gefrühstückt zu haben oder ohne „Pausenbrote“ etc. in die Schule, so dass die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit dieser Kinder und Jugendlichen herabgesetzt war und das Aggressionspotenzial anstieg. Das Projekt „Schulpädagogische Sozialarbeit und Schuljugendarbeit“ wurde im Jahr 2000 initiiert und beinhaltete zu Beginn zwei Schwerpunkte: Schulsozialarbeit und eine Frühstücksversorgung der Schülerinnen und Schüler.
Vorgehen
Am Projektbeginn stand die Ausrichtung der Sozialarbeit auf Schüler und Schülerinnen, die durch Verhaltensauffälligkeiten sich selbst und andere beeinträchtigten, sowie auf Schülerinnen und Schüler, die den Unterricht störten, schlechte schulische Leistungen zeigten bzw. unregelmäßig die Schule besuchten. Die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern beinhaltete gleichzeitig eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern und Lehrkräften. Diese Zusammenarbeit verlief anfangs nicht reibungslos. Die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendclubs in der Schule fand jedoch zunehmend Akzeptanz und wird heute von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften getragen. Für die Frühstücksversorgung wurde in der Schule ein spezieller Raum im Eingangsbereich der Schule eingerichtet.

Mithilfe der Förderrichtlinie des Thüringer Kultusministeriums zur Schuljugendarbeit wurde das Projekt ausgebaut und um eine Vielzahl von Angeboten ergänzt. Es wurde ein Café für Schülerinnen und Schüler eingerichtet, das als Treffpunkt in den Pausen und nach dem Unterricht genutzt wird. Angeschlossen an das Café ist ein Spielbereich, der mit Gesellschaftsspielen und einigen PCs ausgestattet ist. Hier können sich die Schülerinnen und Schüler frei beschäftigen. Ein Sozialarbeiter steht darüber hinaus für Gespräche zur Verfügung. Am Nachmittag bieten unterschiedliche Interessengemeinschaften eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung an, u. a. das Erstellen einer Schülerzeitung, Freizeitsport, Tischtennis, Skaten, Blumen- und Pflanzenzucht, kreativ- dekoratives Gestalten, Naturkosmetik, Meditation, diverse Tanzgruppen, Grafik am PC, Mädchenarbeit und ein Streitschlichterprojekt. Ein weiteres zentrales Element der Schuljugendarbeit ist die Hausaufgabenzeit. In der Weiterentwicklung des Projekts steht der Übergang von der Grundschule in die Regelschule im Mittelpunkt. Hier wird intensiv mit den „neuen“ 5. Klassen und im 2. Schulhalbjahr mit den 4. Klassen der Grundschule gearbeitet. Gesundheitsförderliche Themen finden immer mehr Berücksichtigung im Gesamtprojekt. Ein Projekt zur Tabakprävention wurde in der Regelschule initiiert, und die Frühstücksversorgung optimierte man vor dem Hintergrund einer gesunden Ernährung.
Good Practice in
Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung

Um alle vorhandenen Mittel im Projekt noch effektiver nutzen zu können, wurde eine enge Vernetzung der Schuljugendarbeit und der Arbeit im Jugendclub entwickelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendclubs sind ehrenamtlich in der Schuljugendarbeit tätig. Zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern baute sich ein Vertrauensverhältnis auf. Von diesem wechselseitigen Vertrauen profitierte auch die Arbeit im Jugendclub. Die Kinder und Jugendlichen wurden – und werden – in der erzieherischen Arbeit von der Schuljugendarbeit in den Jugendclub begleitet. Eingeleitete Maßnahmen können dort fortgesetzt werden. Diese intensive Zusammenarbeit führte unter anderem dazu, dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler der Regelschule, die den Club besuchen, um ein Vielfaches zugenommen hat. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler der Regelschule nehmen die Angebote der Schuljugendarbeit regelmäßig bzw. sporadisch in Anspruch. Den Jugendclub besuchen täglich zwischen 80 und 100 Schülerinnen und Schüler. Viele Kinder und Jugendliche bringen jüngere Geschwister mit in den Club. Durch die Vernetzung zwischen Schule und Jugendclub konnten auch dessen Angebote erweitert werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Hilfestellung bei der Anfertigung der Hausaufgaben und der Lehrstellensuche. Es werden unterschiedliche Sportangebote offeriert. Die Integration der Angebote beider Einrichtungen wurde durch die Bereitschaft der Schule und Schulleitung ermöglicht, ihre Schule in den Stadtteil hinein zu öffnen und zu einer sinnvollen und gesundheitsförderlichen Freizeitgestaltung beizutragen.

Niedrigschwellige Arbeitsweise

Das Projekt bietet offene Räume (Frühstücksversorgung, Schülercafé) für Kinder und Jugendliche als Orte für Kommunikation und gemeinsame Freizeitgestaltung oder einfach nur zum ungestörten „Abhängen“. Gleichzeitig stehen Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen zur Verfügung, auf die die Heranwachsenden zugehen können und die ihrerseits auch aktiv auf die Schülerinnen und Schüler zugehen. Das Ziel des Projekts besteht darin, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, ihre Schule nicht nur als einen Ort des Lernens zu betrachten, der nach dem Unterricht möglichst schnell wieder verlassen wird. Die Regelschule sollte sich im Projektverlauf vielmehr zu einem Lebensraum entwickeln, der auch nach der Unterrichtszeit von den Schülerinnen und Schülern intensiv genutzt wird. Die Teilnahme an den Interessengemeinschaften erfolgt auf freiwilliger Basis und ist kostenfrei. Den Schülerinnen und Schülern wird hiermit Gelegenheit gegeben, unterschiedliche Interessen auszuprobieren. Durch eine Verknüpfung mit den Angeboten des Jugendclubs wird die Akzeptanz der Angebote der Schuljugendarbeit erhöht, wie auch die Annahme der Möglichkeit, in der Schule die Freizeit zu gestalten.

Empowerment

Das Schülercafé wird von Schülerinnen und Schülern sowie von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern gemeinsam geführt. In den unterschiedlichen Interessengemeinschaften lernen die Kinder und Jugendlichen, ihre Lernbedingungen – den Lebensraum Schule – aktiv auch unter gesundheitsfördernden Aspekten selbstbestimmt und als soziale Gruppe zu gestalten. Sie übernehmen Verantwortung für unterschiedliche Lebensbereiche (zum Beispiel Essen und Trinken, Gestaltung des Schulhauses und des Schulumfeldes, soziales Miteinander). In die Planung und Ausgestaltung der einzelnen Interessengemeinschaften sind sie aktiv einbezogen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich aktiv für ihre Belange einzusetzen und gestalten u. a. ihr eigenes Sprachrohr selbst (Schülerzeitung). Durch das Angebot der Streitschlichterausbildung übernehmen Gleichaltrige eine entscheidende Rolle in der Bewältigung von Konflikten untereinander und tragen somit zur Gewaltprävention in der Schule und deren Umfeld bei. Alle Angebote der Schuljugendarbeit wurden vor dem Hintergrund entwickelt, die Wahrnehmung persönlicher Stärken und Schwächen bei den Schülerinnen und Schülern zu erhöhen, einen geschützten Raum zur Entwicklung anzubieten sowie die Selbstsicherheit der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Das Lernen erfolgt in einer ungezwungenen Atmosphäre. Die Lernbereitschaft und Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler wird erhöht. Alle Angebote finden in der Gruppe statt, sodass sie darüber hinaus auch einen Beitrag zur Förderung der Teamfähigkeit leisten.


Laufzeit des Angebotes

Beginn: 1999

Abschluss: kein Ende geplant


Welche Personengruppe(n) in schwieriger sozialer Lage wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?
  • Personen mit sehr niedrigem Einkommen (z.B. Personen im Niedriglohnsektor, Personen mit niedrigen Rentenbezügen)
  • Personen mit niedriger Schulbildung (z.B. Personen ohne qualifizierten Schulabschluss)
  • Alleinerziehende in schwieriger sozialer Lage
  • Migrant/-innen in schwieriger sozialer Lage

Stand

13.04.2012

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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

Staatliches Schulamt Weimar

Projektlaufzeit

Beginn: 1999

Abschluss: kein Ende geplant

Kontakt

Herr Lothar Regling
W.-Seelenbinder-Str. 6
99510 Apolda (Thüringen)

E-Mail

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 71 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.