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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2005

'Endlich fragt mich mal einer'

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Alleinerziehende sind aufgrund ihrer Lebenssituation erhöhten Belastungen ausgesetzt, die sich negativ auf ihre Gesundheit auswirken. Ziel des langfristig angelegten Projekts ist es, zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation Alleinerziehender und damit zur Förderung ihrer Gesundheit beizutragen. Dazu werden Angebote, Strukturen und Lebensbedingungen im Rems-Murr-Kreis erhoben, überprüft, verändert oder neu geschaffen.

Die im Projekt durchgeführten schriftlichen Befragungen sowohl der Alleinerziehenden als auch der zentralen Fachinstitutionen bieten den Betroffenen und den Multiplikatoren und Multiplikatorinnen einen hohen Grad an Beteiligung. Sie fördern damit Bewältigungsstrategien, die im personalen, sozialen und materiellen Bereich liegen.

Durch die Mitgestaltung ihrer besonderen Lebensbedingungen kann bei den Alleinerziehenden eine Stärkung der Selbstwirksamkeit erwartet werden, die für sie selbst und insbesondere ihre Kinder zu einer gesundheitsförderlichen Lebensweise führt.


Kontakt

Frau Karin M. Müller
Bahnhofstr. 1
71332 Waiblingen (Baden-Württemberg)

Telefon: 0715 / 15011619

E-Mail: ka.mueller@rems-murr-kreis.de

Website: http://www.rems-murr-kreis.de


Projektträger

Landratsamt Rems-Murr-Kreis Gesundheitsamt
Bahnhofstr. 1
71332 Waiblingen


Hintergrund
Die Lebenslage „allein erziehend“ ist nicht von sich aus defizitär. Allerdings gibt es objektive Faktoren, die die Bewältigung der vielfältigen Aufgaben erschweren und die sich zu einem Gesamtkomplex summieren, der subjektiv als extrem belastend erlebt werden kann.

Die Lebenssituation von Alleinerziehenden ist häufig gekennzeichnet durch
- schlechte Vereinbarkeit von Kindererziehung und Erwerbstätigkeit,
- unterdurchschnittliches Einkommen und geringe Erwerbstätigkeit,
- hohes Armutsrisiko – oftmals auf Sozialhilfeleistungen angewiesen,
- materielle Randstellung, die Familien aus zahlreichen Lebensbereichen ausgrenzt,
- Ängste, Depressionen und dem Gefühl der ständigen Überforderung,
- beengte Wohnsituation,
- physische und psychische Mehrfachbelastung.

Der Einfluss von Armut auf die Gesundheit von Kindern wurde für Baden- Württemberg bestätigt. Daten zur gesundheitlichen Lage von Alleinerziehenden und deren Kinder haben bisher im Rems-Murr-Kreis gefehlt.

Darüber hinaus war der konkrete Unterstützungsbedarf von Alleinerziehenden vor Ort den Professionellen zu wenig bekannt; es konnte daher nicht gezielt beraten, vermittelt oder geschult werden. Angebote der Gesundheitsförderung erreichen die Alleinerziehenden nicht genügend und Angebote für Alleinerziehende sind zu wenig vernetzt. Alleinerziehende verbleiben oftmals lange in der Sozialhilfe – Alternativen sind gering oder beheben die Probleme unzureichend.
Vorgehen
Im Vorfeld des Projekts wurden von Seiten des Fachbereichs Gesundheitsförderung des Landkreises Daten und Materialien gesichtet, um das Vorhaben der Bestandsaufnahme ausreichend zu begründen und zu belegen. Es wurden zum Vergleich u. a. Daten des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg herangezogen, bundesweite Studien und Berichte sowie Sozialberichte von Kommunen und Landkreisen. Darüber hinaus fanden Gespräche mit Fachkräften auf regionaler und überregionaler Ebene statt (Universitäten, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Frauenbeauftragte, Jugendamt, Gesundheitsamt Tübingen u. a.). Dadurch fand eine Rückkoppelung in Bezug auf die Planung des Projektdesigns statt und es konnten Kooperationspartner und -partnerinnen gewonnen werden. Aus diesen Gesprächen heraus entstand die Projektplanungsgruppe. Um der Idee eines gemeinsamen Projekts näher zu kommen, wurden die Kooperationspartner und -partnerinnen von Anfang an in die Planung und Umsetzung des Projekts mit eingebunden. Bei der Auswahl der Mitglieder der Planungsgruppe wurde darauf geachtet, möglichst das ganze Feld der Fachinstitutionen zu beteiligen, die direkt oder indirekt mit Alleinerziehenden befasst sind. Daraus hat sich folgende „Planungsgruppe Gesundheitliche Lage von Alleinerziehenden und ihren Kindern im Rems- Murr-Kreis“ (im Folgenden Planungsgruppe) ergeben:
- Kreissozialamt: Sozialer Dienst,
- Kreisjugendamt: Beratung und Information für Alleinerziehende, Bezirkssozialdienst,
- Diakonische Bezirksstelle Backnang,
- Katholisches Bildungswerk Waiblingen,
- Verein Kinder- u. Jugendhilfe Backnang. e.V.: Beratungsstelle,
- Stadt Waiblingen: Frauenbeauftragte,
- Gesundheitsamt: Gesundheitsberichterstattung Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung.

Die Aufgaben der Planungsgruppe waren und sind sehr vielfältig:
- Beratung bei der Erstellung der Befragungsinstrumente,
- Multiplikation des Projekts,
- Kontaktherstellung zur Zielgruppe und weiteren Fachdiensten,
- Mitwirkung bei der Interpretation und Auswertung der Ergebnisse,
- Planung und Vorbereitung der Präsentation der Ergebnisse,
- Planung und Umsetzung von Maßnahmen.

Übergeordnetes Projektziel ist es, zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation Alleinerziehender und damit zu ihrer Gesundheitsförderung beizutragen. Dazu werden Angebote, Strukturen und Lebensbedingungen überprüft, verändert oder neu gestaltet. Die Vielfalt von Ressourcen und Bewältigungsmöglichkeiten der Zielgruppe werden dabei einbezogen und beachtet, auch werden Bewältigungspotenziale gestärkt. Das Projekt lässt sich in folgende Phasen einteilen:

1. Entwickeln des Projektdesigns und der Befragungsinstrumente
Schriftliche Befragung von Institutionen
Mit dieser Erhebung wurde der Frage nachgegangen, welche Angebote es im Rems-Murr-Kreis für Alleinerziehende gibt und wie diese angenommen werden. Über diese Angebotsrecherche hinaus wurde eine Bewertung der Angebote sowie eine Einschätzung der Bedarfslage abgefragt.
Schriftliche Befragung von Alleinerziehenden
Mit dem Fragebogen an die Alleinerziehenden sollte deren Lebenslage möglichst umfassend erfasst werden. Zu Beginn des Fragebogens wurden die soziodemografischen Daten sowie die Situation zur Berufstätigkeit, Kinderbetreuung, zum Sorgerecht und finanzieller Versorgung erfragt. Im Weiteren ging es um Themenbereiche wie „Soziale Beziehungen“, „Belastung“, „Gesundheitliche Beschwerden und Befinden“ sowie „Gesundheitsverhalten allgemein“. Ein weiterer Abschnitt des Fragebogens beinhaltete die Einschätzung von Angeboten und die Abfrage des potenziellen Bedarfs. Drei offene Fragen zu allgemeinen Erwartungen an Institutionen, zum sozialen Umfeld und zu generellen Änderungswünschen bildeten den Schluss dieses Befragungsinstrumentes. Der Fragebogen wurde in die türkische Sprache übersetzt und an türkische Alleinerziehende verteilt. Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit zur Befragung wurde im Wesentlichen von der Planungsgruppe geleistet. Sie konnte an vielen Schnittstellen grundlegende Informationen zum Projekt transportieren. Nicht zuletzt spielten auch bestehende persönliche Kontakte zu Alleinerziehenden eine große Rolle. Die Befragung der Alleinerziehenden wurde durch ein begleitendes Preisausschreiben unterstützt. Die Befragten nahmen anonym an einer Verlosung teil.

2. Auswertung der Erhebungen
Die Resonanz auf die Befragung war mit einem Rücklauf von 30 % für einen derart aufwändigen Fragenkatalog sehr gut. Insgesamt wurden 684 Fragebogen ausgewertet. Die Rückmeldungen der Alleinerziehenden wurden in zentralen Ergebnissen zusammengefasst, welche sich in zwölf Themenbereichen widerspiegeln: von skeptischen Reaktionen der Umwelt (siehe Tabelle 1 und Abbildung 1) bis hin zu formulierten Erwartungen und Bedarfen bezüglich Unterstützungsangeboten.

Auf der Grundlage der zentralen Ergebnisse wurden von der Planungsgruppe folgende Handlungsschwerpunkte mit Empfehlungscharakter definiert:
- Kinderbetreuung,
- Finanzielle Situation,
- Beratungs- und Versorgungsangebote.

3. Entwicklung von Lösungsstrategien und Maßnahmen
Diese Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen, das heißt den Alleinerziehenden und den Fachdiensten, einer Präsentation gemeinsam mit den zentralen Ergebnissen der Befragung den Befragten vorgestellt. In Arbeitsgruppen wurden gemeinsam entsprechend den Schwerpunktthemen Strategien und Maßnahmen erarbeitet und entwickelt. Im Folgenden werden exemplarisch die wichtigsten Ergebnisse einer dieser Arbeitsgruppen dargestellt:

4. Umsetzung und Anwendung der Maßnahmen
Als Vorgehensweise bei der Umsetzung der Handlungsempfehlungen empfahl die Planungsgruppe folgende Schritte:
- Vertiefung der vorliegenden Ergebnisse im Diskurs von Fachkräften und Alleinerziehenden im Rahmen der Ergebnispräsentation,
- Sammeln von Zielen und Maßnahmen in Arbeitsgruppen bei der Ergebnispräsentation, Weiterführung der Arbeitsgruppe unter Hinzuziehung von weiteren Fachkräften und Betroffenen,
- Planung und Umsetzung der Maßnahmen in den zuständigen Gremien und Fachbereichen.
Good Practice in
Empowerment

Alleinerziehende selbst wurden als Expertinnen und Experten für ihre Lebenslage gesehen. Dies stellt einen neuen Ansatz in der regionalen Bedarfsplanung dar.

Die Resonanz auf dieses Vorgehen war sehr positiv: „Endlich fragt uns mal einer“, „Das finde ich gut, wenn ich mal meine Meinung sagen kann“, „Ich wüsste schon was zu verbessern wäre“. Aber auch „hoffentlich nützt es etwas“ – „hoffentlich ändert sich dann auch etwas“. Der Fragebogen stellte hohe Erwartungen an die Befragten – sie mussten ihre Lage differenziert betrachten, reflektieren und waren zu einem konstruktiven Mitdenken aufgefordert. Durch die detaillierte Befragung wurden die Alleinerziehenden für ihre eigenen Lebensbedingungen sensibilisiert, für ihre spezifischen Bedürfnisse und Bedarfe sowie auf eigene Ressourcen aufmerksam gemacht. Sie wurden dazu ermutigt, ihre Wünsche und Ideen einzubringen und erhielten im Rahmen der Präsentationsveranstaltung die Möglichkeit, sich an dem Gestaltungs- bzw. Veränderungsprozess bezüglich bestehender Angebote sowie ihrer Lebenslage zu beteiligen.

Die befragten Fachdienste reflektierten im Rahmen des Befragungsprozesses die eigene Arbeit unter der Fragestellung, was gut läuft, gut ankommt bzw. weniger nachgefragt wurde. In der Zusammenführung der beiden Befragungen erfuhren die Fachdienste Rückmeldungen von Alleinerziehenden, die in dieser umfassenden Form sonst nicht möglich waren. Daraus ergaben sich neue Ideen und wurden neue Qualitätsstandards für die Angebote entwickelt. Die Ergebnisse der Bedarfserhebung hatten Einfluss auf weitere Konzeptentwicklungen und Angebotsformen.

Partizipation

Im Rahmen des Projekts „Endlich fragt mich mal einer!“ wurde Partizipation auf mehreren Ebenen praktiziert. Die Planungsgruppe ermöglichte eine systematische und kontinuierliche fach- und ämterübergreifende Beteiligung bei der Konzepterstellung und weiteren Umsetzung. Dadurch konnte sowohl eine breite Fachlichkeit als auch ein hohes Maß an Identifikation mit der Projektidee erreicht werden.

Die befragten Alleinerziehenden und verschiedenen Fachdienste sind bei der Beschreibung der Ist-Situation, der Formulierung von Wünschen und Bedürfnissen sowie der Ideenentwicklung zur Verbesserung beteiligt. Weiterhin wurden und werden die Betroffenen über die Erhebung hinaus bei der Diskussion der Ergebnisse, der Entwicklung und Weiterentwicklung von Maßnahmen involviert.

Nachhaltigkeit

Das Projekt ist auf Landkreisebene mit der qualitativen, aktivierenden Angebots- und Bedarfserhebung einzigartig. Die Befragung der Betroffenen erfolgte mit einem breit angelegten, umfassenden Erhebungsinstrument. Die Zielgruppe der Alleinerziehenden wurde bewusst in der gesamten Heterogenität angesprochen, um maximale Ressourcen zu ermitteln. Parallel fand eine Befragung von verschiedenen Fachdiensten statt. Die beiden Erhebungen wurden abgeglichen. Die Kontinuität ist durch das neu gegründete Planungsgremium gewährleistet, das auf der Grundlage des Projekts und als weiterführende Maßnahme gegründet wurde.

Folgende Konsequenzen aus der Bedarfserhebung „Alleinerziehende“ unterstreichen die Kontinuität und Nachhaltigkeit dieses Projekts:
1. Diplomarbeit zur Kinderbetreuungssituation für Alleinerziehende im Rems- Murr-Kreis: Konkret wurde eine „Landkarte“ für den Rems-Murr-Kreis erstellt, um der heterogenen Versorgungssituation gerecht zu werden. Die Versorgung im Kreis ist aufgrund der regionalen Struktur – städtischer und ländlicher Charakter – sehr unterschiedlich und erschwert die Planungsarbeit. Die ermittelten Daten können von den Kindergartenfachberaterinnen und -beratern sowie der Jugendhilfeplanung jetzt direkt verwendet werden.
2. Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft nach § 78 KJHG „Alleinerziehende“ „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen die Bildung von Arbeitsgemeinschaften anstreben, in denen neben ihnen die anerkannten Trägerinnen und Träger der freien Jugendhilfe sowie die Trägerinnen und Träger geförderter Maßnahmen vertreten sind. In den Arbeitsgemeinschaften soll darauf hingewirkt werden, dass die geplanten Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden und sich gegenseitig ergänzen.“ (gemäß § 78 KJHG) In diesem Rahmen ist die Bearbeitung und Vertiefung der Schwerpunktthemen „Vernetzung und Versorgung bzw. Anpassung der Angebote“ (Inhalte, Methoden, Formen) und „Finanzen“ geplant.
3. Veranstaltungen für Alleinerziehende in Kooperation mit der Familienbildungsstätte Waiblingen, die auf den Bedarfsanalysen der Befragung basieren:
- „Energieräuber und Kraftquellen“ – Stärkungsseminar für Alleinerziehende,
- „Allein erziehend – nur schwierig oder etwa die bessere Familie?“ Vortrag einer regionalen Erziehungsberatungsstelle,
- „Gesunde und preiswerte Ernährung“ – Informationsveranstaltung,
- „Hier sparen Sie so manchen Euro“ – Informationsveranstaltung,
- „Mit dem Einkommen gut auskommen“ – Informationsveranstaltung.


Weitere relevante gute Praxisbereiche

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Praxisbereichen werden in diesem Projekt die guten Praxisbereiche „Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung“ und „Multiplikatorenkonzept“ umgesetzt.


Gesammelte Erfahrungen (Lessons Learned)
Die Idee sowie der Bedarf, die gesundheitliche Lage von allein Erziehenden im Rems-Murr-Kreis gemeinschaftlich zu verbessern, haben viele verschiedene Arbeitsbereiche zusammengebracht und letztlich die Vernetzung von unterschiedlichen Fachinstitutionen gefördert. Die regionale Zusammenarbeit hat maßgeblich zum Erfolg des Projektes beigetragen. Am meisten beeindruckt hat zudem die Resonanz bei den allein Erziehenden selbst. Dies kam vor allem durch die hohe Zahl der zurückgesandten Fragebögen zum Ausdruck und dem damit eindeutigem Wunsch nach Veränderung sowie die Bereitschaft, selbst etwas dazu beizutragen.

Als Resultat der Befragung von allein Erziehenden lagen schlussendlich Daten vor, aus denen nützliche Hinweise gewonnen und Handlungsansätze abgeleitet werden konnten. Es wurde z.B. deutlich, wie bestehende Angebote der Fachdienste bei der Zielgruppe ankommen und welche Informationen bzw. Maßnahmen fehlen. Vor allem eine geeignete Kinderbetreuung scheint hierbei eine große Rolle zu spielen. Zudem ließ sich feststellen, dass Informationen über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten vermehrt an die allein Erziehenden herangetragen werden sollten. Die Fachdienste konnten diese Informationen nutzen, um ihre Angebote – auch langfristig - zu modifizieren und damit besser auf die Bedürfnisse von allein Erziehenden abzustimmen.

Die Erwartungen der Befragten bezüglich einer raschen und spürbaren Verbesserung ihrer aktuellen Situation waren sehr hoch. Dagegen benötigen Maßnahmen, die zu einer tatsächlichen Veränderung der Situation beitrugen, lange Planungszeiträume. Der Ausbau der Kinderbetreuung konnte sich z.B. erst nach etwa drei Jahren entfalten und wurde dann wohlmöglich von den Befragten für die eigenen Kindern nicht mehr beansprucht. Somit haben die Befragten selbst nicht immer unmittelbar profitiert, leisteten jedoch mit ihrer Teilnahme an der Umfrage einen wichtigen Beitrag dafür, dass sich die Lage für andere allein Erziehende verbessert hat.

Die Bearbeitung der Befragungsergebnisse ging an das zuständige Ressort über, welches als Kooperationspartner im laufenden Projekt beteiligt war. Rückblickend lässt sich empfehlen, dass die Auswertung der Befragung bei der federführenden Projektleitung liegen sollte, um Informationsverluste zu vermeiden, die zwangsläufig entstehen. Zudem zeigt die Erfahrung von „Endlich fragt mich mal einer“ dass es wichtig ist, ausreichend Zeit für die Konzeption des Projektes einzuplanen. Es hat sich bewährt, von Anfang an über mögliche Stolpersteine und die Sicherung von Nachhaltigkeit nachzudenken. In Anbetracht der zeitlichen Belastung eines befristeten Projekts sollten zudem frühzeitig konkrete Zuständigkeiten mit Kooperationspartnerinnen und -partnern geklärt werden. Ausreichende Transparenz im gesamten Projekt und vor allem nach Abschluss der Befragung sowie eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und maximale Beteiligung der Zielgruppe können den Erfolg eines derartigen Projektes fördern.
Laufzeit des Angebotes

Beginn: Januar 2003

Abschluss: Dezember 2005


Schwerpunkte des Angebotes
  • Stressbewältigung
  • Stärkung der individuellen Bewältigungsressourcen (z.B. Life skills, Resilienz)
  • Elternschaft / Schwangerschaft
  • Kommunale Strategie / Netzwerkarbeit

Qualitätsentwicklung

Es ist bereits ein Ergebnisbericht vorhanden.

Titel des Berichts bzw. Kurzbeschreibung: 'Endlich fragt mich mal einer'

Die Qualitätsentwicklung und Ergebnissicherung sind nicht in ein Qualitätsmanagementsystem eingebunden.


Stand

10.03.2015

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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

Landratsamt Rems-Murr-Kreis Gesundheitsamt

Projektlaufzeit

Beginn: Januar 2003

Abschluss: Dezember 2005

Kontakt

Frau Karin M. Müller
Bahnhofstr. 1
71332 Waiblingen (Baden-Württemberg)

E-Mail

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 71 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
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