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22.11.2019

Fachforum Gesundheitliche Chancengleichheit in allen Lebensphasen in Schwaben

Carina Steidle, Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.
Sarah Halic, Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e. V.

Schlagwörter: Dokumentation, Lebenslaufperspektive, Workshop

Ge­sund­heit geht al­le et­was an!

Sich für ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit einzusetzen bedeutet, die Ge­sund­heit derjenigen Menschen zu för­dern, die sich auf­grund ih­rer Le­bens­la­ge selbst nicht aus­rei­chend um ih­re Ge­sund­heit kümmern kön­nen oder bislang von Ge­sund­heits­för­de­rungs- und Prä­ven­ti­onsangeboten zu we­nig erreicht wurden. Das kön­nen bei­spiels­wei­se Personen mit niedrigem Bildungs- oder Berufsstatus, geringen finanziellen Mitteln oder Menschen in sozialer Iso­la­ti­on sein. Bei dem Fachforum in Augs­burg kamen Ak­teu­rin­nen und Akteure aus verschiedenen Bereichen der Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on zu­sam­men. Ihr gemeinsames Anliegen ist ge­nau das: die För­de­rung der Ge­sund­heit von Menschen in schwierigen Le­bens­la­gen.

© Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.

Zum Ein­stieg des Fachforums erhielten die Teilnehmenden interessante Einblicke in die chancen(un)gleiche ge­sund­heit­liche La­ge in Bay­ern.
Die Re­fe­ren­tin­nen Ka­th­rin Stein­bei­ßer und Iris Grimm zeigten Zahlen zur ge­sund­heit­lichen Un­gleich­heit in Bay­ern auf und betonten die hohe Be­deu­tung der För­de­rung ge­sund­heit­licher Chan­cen­gleich­heit zur Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit ins­ge­samt (auf Populationsebene).

 

Außerdem informierten sie über Unterstützungsmöglichkeiten sei­tens der KGC und über die Mög­lich­keit ei­nes Beitritts von Kom­mu­nen zum bun­des­wei­ten Partnerprozess „Ge­sund­heit für al­le“. Im An­schluss da­ran wurden gelungene Projekte, durch die Menschen in schwierigen Le­bens­la­gen in ih­rer Ge­sund­heit unterstützt wer­den, vorgestellt.

„Frauen wer­den von An­fang an miteinbezogen“

Sarah Zimmerman vom Ge­sund­heits­amt der Stadt Augs­burg und Chris­ti­na Rogler von der Uni­ver­si­tät Augs­burg präsentierten das Pro­jekt „Stark durch Be­we­gung“, wel­ches das Ziel verfolgt, die Ge­sund­heit von Frauen in besonderen Le­bens­la­gen in Augs­burg zu för­dern. Für die beiden Re­fe­ren­tin­nen steht fest: „ein bes­serer Zu­gang zu Be­we­gungsangeboten muss geschaffen wer­den!“ und dies ist mit „Stark durch Be­we­gung“ vielversprechend mög­lich.
Das Pro­jekt wurde 2019 initiiert, ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Uni­ver­si­tät Augs­burg wis­sen­schaft­lich begleitet. Zunächst wird es im Stadt­teil Oberhausen in Augs­burg umgesetzt, ei­ne spätere Aus­wei­tung ist geplant. Sozial benachteiligte Frauen (v. a. Ar­beits­lo­se, Allei­nerziehende und Frauen mit Migrationshintergrund) sollen ei­nen bes­seren Zu­gang zu körperlicher Ak­ti­vi­tät er­hal­ten. Sarah Zim­mer­mann betonte, dass die Frauen durch das Pro­jekt „Be­we­gung nicht als weitere Auf­ga­be se­hen, son­dern als Ge­winn für sich er­le­ben“.
Um nachhaltige Strukturen zu schaffen und das Pro­jekt best­mög­lich voranzubrin­gen, wird ei­ne intensive Zu­sam­men­ar­beit mit den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Stadt­teil angestrebt. Die Ziel­grup­pe ist im Laufe der Pro­jektplanung und -umsetzung an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Von Ja­nu­ar bis Ju­ni 2019 erfolgte die Kon­takt­auf­nah­me zur Ziel­grup­pe, zu Verantwortlichen so­wie Ex­per­ten der Stadt Augs­burg. Im An­schluss wurden Be­we­gungsbedarfe erhoben. Aktuell sollen bedarfsorientierte Maß­nah­men im Rahmen ei­ner kooperativen Pla­nung mit sogenannten „Türöffnerinnen“ entwickelt und umgesetzt wer­den.

„Kin­dern ei­nen guten Start ins Leben er­mög­li­chen“

Chris­ti­ne Abold stellte das Kon­zept der „Fa­mi­lienlotsinnen an den Augs­bur­ger Ge­burtskliniken“ vor. Das Pro­jekt ist ei­ne Ko­o­pe­ra­ti­on zwi­schen dem Netz­werk „Frü­he Kind­heit“ der Stadt Augs­burg, des Landkreises Augs­burg so­wie dem Frère-Roger-Kinderzentrum Augs­burg. Ziel ist es, ei­ne passgenaue Vermittlung in das multiprofessionelle, regionale An­ge­bot der Frü­hen Hilfen sicherzustellen.
Seit 2011 un­ter­stüt­zen und be­ra­ten die Fa­mi­lienlotsinnen Eltern und wer­dende Eltern am Uni­ver­si­tätsklinikum Augs­burg und Josefinum in der Zeit um die Ge­burt ei­nes Kindes. Chris­ti­ne Abold und ih­re Kol­le­gin­nen „sind bemüht, so viele Eltern, wie mög­lich, zu er­rei­chen“. Wenn ei­ne Fa­mi­lie oder Mut­ter in ei­ne Kli­nik aufgenommen wird, erhält diese In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al rund um die Ge­burt und ei­nen persönlichen Be­such auf dem Kli­nikzimmer durch ei­ne Fa­mi­lienlotsin, wel­che eng mit dem Kli­nikpersonal zusammenarbeitet. Die Fa­mi­lienlotsinnen ken­nen das Netz­werk vor Ort sehr gut und sind so­mit wahrhaft regionale Netz­werkerinnen. Es kön­nen 98 % der Neu­ge­bo­re­nen erreicht wer­den und es gelingt ei­ne „Ent­schär­fung von Stressfaktoren“ für al­le. „For­schung begleitet Pra­xis“, betonte Chris­ti­ne Abold und erklärte, dass das Pro­jekt zu­dem vom Nationalen Zen­trum Frü­he Hilfen beforscht wird.

„Kultursensible Auf­klä­rung für Migrantinnen und Migranten“

Das Pro­jekt „MiMi - Mit Migranten für Migranten“ wurde von Chris­ti­ne Bomke, Landesprojektkoordinatorin MiMi-Bay­ern, und den MiMi-Pro­jektstandortkoordinatorinnen Yesim Fär­ber aus Augs­burg und Gud­run Brunner aus der Re­gi­on Allgäu-Bodensee vorgestellt. Das Pro­jekt stärkt Menschen mit Migrationshintergrund in der Eigenverantwortung für ih­re Ge­sund­heit und für Präventionsmaßnahmen. Ziel ist es, „Migrantinnen und Migranten zu un­ter­stüt­zen, sich im Ge­sund­heitssystem zurecht zu fin­den“, äußerte Chris­ti­ne Bomke. Hierfür wer­den spezielle Me­di­a­to­rin­nen und Mediatoren geschult, die Menschen mit Migrationshintergrund zur Sei­te ste­hen, über ge­sund­heit­liche Themen in­for­mie­ren und Menschen nä­her mit­ei­nan­der in Kon­takt brin­gen. Mittlerweile gibt es 500 Me­di­a­to­rin­nen und Mediatoren und mehr als 32.000 Teilnehmende in Bay­ern, die in 45 unterschiedlichen Spra­chen kom­mu­ni­zie­ren.
Die Herausforderungen des Pro­jekts lie­gen ins­be­son­de­re in den Kultur- und Sprachbarrieren der Ziel­grup­pe. Aktuelle Themen sind z. B. Altenpflege, Er­näh­rung und Brust­krebs. Aber auch die seelische Ge­sund­heit oder Zahngesundheit wer­den auf Ver­an­stal­tung­en thematisiert. Die Ver­an­stal­tung­en wer­den bei der Ziel­grup­pe vor Ort, in Schulen, Mo­scheen oder Ankerzentren durchgeführt. Yesim Fär­ber betonte den Er­folg, dass auch Männer mit Migrationshintergrund an dem Aus­tausch in­te­res­siert seien und „auch an Wissen kom­men wol­len, um bei­spiels­wei­se ih­re Fa­mi­lien zu schüt­zen“

Re­ger Aus­tausch und viele Ideen in den Work­shops

In den am Nachmittag stattfin­denden Work­shops setzten sich die Teilnehmenden mit der Fra­ge aus­ei­nan­der, was in Schwa­ben be­reits für Menschen in schwierigen Le­bens­la­gen getan wird. Die Ak­teu­rin­nen und Akteure tauschten sich über beste­hende Maß­nah­men und verschiedene Handlungsbedarfe in den einzelnen Re­gi­onen aus. Hieraus wurde zum ei­nen die Be­deu­tung der För­de­rung der ge­sund­heit­lichen Chan­cen­gleich­heit noch­mals ins Be­wusst­sein gerückt und zum anderen entwickelten die Teilnehmenden Ideen für mög­liche Pro­jekte. Die Ak­teu­rin­nen und Akteure knüpften in den Work­shops au­ßer­dem fachbereichsübergreifende Kon­takte, die auf ei­ne vielversprechende Zu­sam­men­ar­beit hoffen las­sen.

Gesund von klein auf

© Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.

Die Teilnehmenden des Work­shops „Gesundes Aufwachsen“ von Iris Grimm und Ca­ri­na Steidle machten gleich zu Beginn deut­lich, dass es be­reits viele An­ge­bo­te für Kinder so­wie Netz­werkpartnerinnen und Netz­werkpartner in ih­rer Re­gi­on gä­be. Die Kindersprechstunde oder die Jugendsozialarbeit an Schulen sind bei­spiels­wei­se zwei erfolgreiche Maß­nah­men, die mit viel En­ga­ge­ment auf den Weg gebracht wurden.
Allgemein benötige es je­doch vermehrt politischer Un­ter­stüt­zung und ei­nen guten Aus­tausch zwi­schen den Ak­teu­rin­nen und Akteuren so­wie ei­ne Struk­tu­rie­rung von beste­henden Netz­werken.

Gesund den Auf­ga­ben im Erwachsenenalter begegnen

An­drea Wolff und Ri­ta Wüst leiteten den Work­shop „Gesund durch den mittleren Le­bens­ab­schnitt“. Für die Teilnehmenden wurde deut­lich, dass be­son­ders im Be­reich der Selbst­hil­fe gute Strukturen vorhanden sind, die je­doch noch bes­ser mit den An­ge­bo­ten und Zu­gangswegen anderer Ak­teu­rin­nen und Akteure vernetzt wer­den könnten. Denn „es ist wich­tig, dass die richtigen An­ge­bo­te an die richtigen Personen kom­men“, so ein Teil­neh­mer. Handlungsbedarf sahen die Teilnehmenden in der Ein­be­zie­hung politischer Entscheidungsträger und in der Verbes­serung der Informationsweitergabe, um Personen in schwierigen Le­bens­la­gen im „mittleren Le­bens­ab­schnitt“ noch bes­ser er­rei­chen zu kön­nen.

Gesund bis ins hohe Al­ter

Im Work­shop „Gesundes Al­tern“ von Ka­th­rin Stein­bei­ßer und Frie­de­ri­ke But­scher tauschten sich die Teilnehmenden über beste­hende Maß­nah­men und Handlungsbedarfe zur Ge­sund­heits­för­de­rung älterer Menschen in schwierigen Le­bens­la­gen aus. Es konnten viele gute An­ge­bo­te aus­ge­macht wer­den, die speziell für ältere Menschen konzipiert sind. Handlungsbedarf wurde da­rin gese­hen, dass ältere Menschen aktiv in kommunale An­ge­bo­te mit eingebunden wer­den und ein „Wohlseinsgefühl durch Dazugehören“ ent­wi­ckeln kön­nen. Hierfür sind Informationen und ei­ne aufklärende Ar­beit wich­tig. Die Teilnehmenden kamen zu dem Er­geb­nis, dass ei­ne Vernetzung der Ak­teu­rin­nen und Akteure als Hilfe und wich­tiger Be­stand­teil für ei­ne erfolgreiche Ar­beit not­wen­dig sei.

Viele Hände, schnelle Wen­de

Ganz be­son­ders span­nend waren die verschiedenen Blickpunkte der Teilnehmenden aus Pra­xis, Wis­sen­schaft und Politik, als diese von Er­fah­rung­en, Pro­jekten und geeigneten Ansätzen zum Vorgehen in ih­rer Re­gi­on berichteten. Es wurde deut­lich, dass be­son­ders die Vernetzung, der In­for­ma­ti­ons­aus­tausch und das En­ga­ge­ment für ei­ne erfolgreiche Um­set­zung von Maß­nah­men not­wen­dig ist. Da freut es um­so mehr, dass bei al­len Ak­teu­rin­nen und Akteuren ei­ne große Be­reit­schaft besteht, sich für ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit einzusetzen und Pro­jekte in der Re­gi­on zu un­ter­stüt­zen.

Ein vielversprechender Aus­blick für die ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit in Schwa­ben

Die Koordinierungsstelle Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit gab mit dem Fachforum ei­nen gelungenen Auf­takt für die weitere Zu­sam­men­ar­beit mit Ak­teu­rin­nen und Akteuren aus dem Ge­sund­heitsbereich in Schwa­ben. Die Ver­an­stal­tung machte deut­lich, dass diese Menschen mit großartigen Ideen, En­ga­ge­ment und Zu­sam­men­ar­beit viel er­rei­chen möchten. Die Teilnehmenden zeigten sich zu­ver­sicht­lich und sind motiviert, sich wei­ter­hin für ei­ne Verbes­serung der ge­sund­heit­lichen Chan­cen­gleich­heit in Schwa­ben einzusetzen.

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Autorin

Carina Steidle

Carina Steidle
- Referentin für Gesundheitliche Chancengleichheit -

Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.

Festnetz: 089 7244193-17
Tel.: 01525-189 5026
Kontakt per E-Mail

Autorin

Sarah Halic
- Masterandin -

Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e. V.

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