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03.03.2010

Teamer/innen für sozial benachteiligte Stadtteile

Über das Projekt "FuN" in Brandenburg

Dr. Iris Schiek, Gesundheit Berlin-Brandenburg

Brandenburg verzeichnet seit langem einen Wandel seiner urbanen Strukturen. Dabei haben sich Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf manifestiert. Bildungs- und Betreuungseinrichtungen spüren die Konflikte und sozialen Probleme der Bewohner/innen besonders stark, denn sie haben täglich Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil. Diese sind Seismografen sozialer Probleme und machen sie durch Verhaltensauffälligkeiten, gesundheitliche Beeinträchtigungen und Risikofaktoren für ihre Entwicklung deutlich.

Die Erreichbarkeit von sozial benachteiligten Familien und die Förderung ihrer Ressourcen ist in den Städten Brandenburgs eine große Herausforderung. Sozial benachteiligte Familien geraten häufig in die Isolation und werden zu spät oder gar nicht von Hilfe- und Unterstützungsangeboten erreicht. Dies führt zu Überforderungen der Eltern, die Isolation der Familien verstärkt sich, die Verwirklichungschancen der Kinder nehmen ab.

Hier setzt das Projekt „FuN - Familie und Nachbarschaft“ an. Sozial benachteiligte Familien werden darüber früh erreicht, in ihren Erziehungskompetenzen und Ressourcen gestärkt und bei der Teilhabe an sozialen Strukturen und Netzwerken unterstützt. Die teilnehmenden Eltern werden in ihren Erziehungskompetenzen gestärkt, ihr Empowerment durch den Aufbau nachhaltiger sozialer Netzwerke und familiärer Selbsthilfestrukturen befördert. Mit der Verbesserung der Teilhabe der Familien werden auch die Bildungs-, Zukunfts- und Gesundheitschancen der Kinderverbessert. Die Lebensqualität in den Städten steigt nachhaltig.

Zielgruppe des Projektes „FuN - Familie und Nachbarschaft“ sind Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf, wobei der Familienbegriff über das klassische Mutter-Vater-Kind-Modell hinausgehen kann. Das Projekt ist offen für alle Personen, die im weitesten Sinne zum Familienkontext gehören: das können Großeltern sein, eine Nachbarin, die oft auf die Kinder Acht gibt, ein Onkel, der die Familiehilfreich unterstützt, oder eine Freundin, die für die Sorgen der Eltern und Kinder ein offenes Ohr hat. Die Familie definiert ihren Familienkreis selbst.

Wertschätzende Atmosphäre und positive Rückmeldungen

Die Stärkung der Elternkompetenz erfolgt unter Berücksichtigung der verschiedenen relevanten Handlungsfelder (Gesundheit, Erziehungsstile, Rollenverhalten, klare Regeln und Regeleinhaltung, Kommunikationsstrukturen innerhalb der Familie etc.). Im FuN-Programm machen die Familien positive Erfahrungen und erleben eine wertschätzende Atmosphäre mit vielen aufbauenden Rückmeldungen. Dies erhöht die Selbstwirksamkeitserwartung, lässt Eltern ihre Elternrolle stärker einnehmen, den Kontakt zu Institutionen wie Kita oder Schule wieder aufnehmen, sich gegenüber Beratungsangeboten und Hilfeleistungen offener zu verhalten. Somit werden die Resilienzfaktoren innerhalb der Familie gestärkt, die die Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen. Ziel von FuN ist es, Familien wieder für Angebote der Einrichtungen erreichbar zu machen, sie aus der sozialen Isolation herauszuholen und in Kontakt mit anderen Familien zu bringen, die ähnliche Alltagssituationen erleben. In Brandenburg werden demnächst - koordiniert durch den regionalen Knoten - FuN-Teamer/innen für die Durchführung von Elternschulen in verschiedenen Kommunen geschult. FuN-Teamer/innen kommen aus Erziehungs- und Familienberatungsstellen, Eltern-Kind-Zentren und der kommunalen Sozialarbeit. Nach der Ausbildung sind sie vor Ort in der Lage, Familienprogramm-Nachmittage durchzuführen, sie in die kommunalen Projekte und Ziele einzubinden und die Familien auch längerfristig zu begleiten.

Der Idee, Teamer/innen auszubilden, liegt ein Multiplikatorenkonzept zu Grunde, welches das Know-how nach Brandenburg holt und die ausgebildeten Fachleute dann für die weitere Verbreitung des Projektes nutzt. FuN in Brandenburg will zielgerichtet Teamer/innen in den Programmgebieten der sozialen Stadtakquirieren und die kommunale Verankerung in Settings wie Kita, Schule, Eltern-Kind-Zentren und Beratungsstrukturen gewährleisten. Die Teamer/innen sollen in den Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf wirksam werden. Dabei erhoffen sich die Projektverantwortlichen eine Vernetzung der Akteure im Interesse der Zielgruppe. Folgende Kommunenwerden voraussichtlich in FuN eingebunden: Potsdam, Landkreis Oder-Spree (Schwerpunkt Eisenhüttenstadt), Neuruppin, Senftenberg, Spremberg und die Stadt Brandenburg.

Weitere Informationen erhalten sie beim Regionalen Knoten Brandenburg/Dr. Iris Schiek (schiek@gesundheitberlin.de).

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