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Der 15. Kongress Armut und Gesundheit

„Gesundheit für alle - Ethik im Spannungsfeld“

Wie können die Gesundheitschancen sozial Benachteiligter verbessert werden? Antworten auf diese Frage gab  der 15. Kongress „Armut und Gesundheit“ am Freitag und Samstag, 4./5. Dezember 2009, im Rathaus Schöneberg in Berlin. Der Kongress stand in diesem Jahr unter dem Motto „Gesundheit für alle - Ethik im Spannungsfeld“. Als Leitthemen standen Gerechtigkeit, Solidarität und Selbstbestimmung auf der Agenda.

Zwei Tage lang wurde auf dem Kongress beraten, was armen Kinder, ihren Familien und anderen sozial Benachteiligten wie Arbeitslosen oder Migrant/innen ermöglicht, ihre Chancen auf Bildung, Arbeit und Gesundheit zu verbessern. Mehr als 80 Workshops zeigten, wie Gesundheitsförderung für sozial Benachteiligte etwa in Kitas, Schulen, Betrieben oder im Stadtteil erfolgreich gestaltet werden kann. In diesem Jahr wurden auch die Zusammenhänge von Globalisierung und Gesundheit behandelt.

Eine eindrucksvolle Eröffnungsrede hielt Clemens Sedmak vom King`s College London und zugleich Leiter des Zentrums für Ethik und Armutsforschung der Universität Salzburg. Sedmak betonte, Armut sei nicht nur eine Frage der verfügbaren Güter. Wichtig sei die Frage nach der Beziehung, die ein Mensch zu einem bestimmten Gut aufbauen und pflegen könne. Für Sedmak ist Gesundheit ein Fähigkeitsbündel, mit dem eigenen Körper und seiner Ausstattung bestmöglich umzugehen. Gesundheit sei eine Aufgabe der Gemeinschaft bzw. Gesellschaft.

Sedmaks Rede ist hier als PDF zum Download verfügbar. Eine Audio-Version seines Vortrages ist online gestellt.

Auf dem Kongress vergaben die BKK mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und dem Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ den BKK-Preises 2009 „Auszeichnung für vorbildliche Gesundheitsförderung“. Der Preis stand diesmal unter dem Motto „Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten älteren Menschen“ und ging an die Projekte "Nachbarschaftsheim St. Pauli/Seniorentreff", „Älter werden und Gesundheit - Die Patientinnenschulung“ und „NAIS Neues Altern in der Stadt“. Darüber hinaus vergab der BKK Bundesverband drei Sonderpreise an Selbsthilfeprojekte.

Der Kongress war auch in diesem Jahr ein großer Erfolg: rund 2.000 Interessierte nahmen teil. Der Kongress ist das größte regelmäßige Public Health-Forum in Deutschland, ihn zeichnete auch diesmal eine einzigartige Mischung an Teilnehmenden aus: Betroffene debattierten mit Politiker/innen, Vertreter/innen von Krankenkassen mit der Selbsthilfe und Mitglieder von Wohlfahrtsverbänden mit der Ärzteschaft. Veranstalter ist der Verein Gesundheit Berlin-Brandenburg, Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, in Kooperation mit zahlreichen Partnern.

Weitere Informationen und einen Rückblick auf den Kongress erhalten Sie hier.

Demnächst wird eine Dokumentation des Kongresses auf CD-ROM erscheinen. Vormerkungen dafür nehmen wir gerne entgegen: Gesundheit Berlin-Brandenburg, Friedrichstraße 231, 10969 Berlin, Tel.: 030/ 44 31 90 60, Email: post@gesundheitberlin.de.

Bitte beachten Sie auch die Dokumentation des 14. Kongresses Armut und Gesundheit am 5. und 6. Dezember 2008 in Berlin. Die Dokumentation enthält in über 140 Beiträgen ein breites Spektrum aus Theorie und Praxis soziallagenbezogener Gesundheitsförderung. Informationen über die Dokumentation erhalten Sie hier.

Informationen zum 16. Kongress Armut und Gesundheit am 3. und 4. Dezember 2010 erhalten Sie hier.