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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Sächsische Kommunen kommen zu gemeinsamer Fortbildungsklausur zusammen

Denis Spatzier , bis April 2019: Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. (SLfG)
03.07.2018

Ge­sund­heits­för­de­rung findet vor Ort statt! Diese simple und doch in ihrer Um­set­zung voraussetzungsvolle Aus­sa­ge ist im aktuellen Dis­kurs zur lebensweltbezogenen Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on all­ge­mein ge­läu­fig. Kom­mu­nen verstanden als „Dach-Setting“ er­fül­len im Rahmen des Setting-Ansatzes so­mit ei­ne wichtige Schnittstellenfunktion. Sie kön­nen an­de­re Lebenswelten wie Kita, Schule oder Pflegeeinrichtung be­ein­flus­sen und verbinden, er­rei­chen zusätzliche Ziel­grup­pen und haben im Sinne ihrer öffentlichen Daseinsvorsorge politische Gestaltungsmöglichkeiten. Somit sind Kom­mu­nen gut ge­eig­net, integrierte Gesundheitsstrategien zu ent­wi­ckeln und zu ko­or­di­nie­ren - so­weit die The­o­rie.

Wie und un­ter welchen Rah­men­be­din­gung­en gelingt das je­doch in der täglichen kommunalen Pra­xis? Welche Prozesse sollten initiiert wer­den, um die entsprechenden Voraussetzungen für ei­ne nachhaltige, kommunale Gesundheitsstrategie zu eta­blie­ren? Welche Ansätze und Instrumente kön­nen da­für genutzt wer­den?

Mit diesen und weiteren Fra­gen beschäftigten sich die Teilnehmenden drei Tage lang in Waldheim. Zu Beginn wurde noch einmal da­rauf hingewiesen, dass im Rahmen der Klau­sur auch Zeit und Raum ist, sich im Sinne des gemeinsamen Lernens über misslungene Pra­xisbeispiele auszutauschen. Die Be­tei­lig­ten erhielten da­nach ei­nen vertiefenden In­put zu Grundbegriffen und Grund­la­gen der so­zi­al­la­gen­be­zo­ge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung (z. B. Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit, Kon­zept der Sozialraumorientierung, kommunale integrierte Stra­te­gie), um ein gemeinsames Verständnis zu ent­wi­ckeln. Im An­schluss referierte Dr. Rein­hild Benterbusch zu den geplanten Neu­e­rung­en der Förderrichtlinie „kommunale Ge­sund­heits­för­de­rung“ in Sach­sen für das kommende Jahr. Ziel des Freistaates ist es, zu­künf­tig kommunale Gesamtkonzepte über zwei Jahre zu fi­nan­zie­ren. Die Teilnehmenden diskutierten da­nach über Mög­lich­keit­en der Mischfinanzierung von kommunalen Projekten der Ge­sund­heits­för­de­rung, zum ei­nen aus sächsischen Landesmitteln, zum an­de­ren aus Mitteln der Gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung.  

Brit Oppat, AOK PLUS, und Anett Wag­ner, BARMER, referierten zu den Themen Leit­fa­den Prä­ven­ti­on der Gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung und des­sen Förderkriterien so­wie zum The­ma Selbsthilfeförderung für die Lebenswelt Kom­mu­ne.

Am Nachmittag fanden zwei pa­ral­lel laufende Workshops statt. Dr. Ka­ro­li­ne Schu­bert vom Ge­sund­heits­amt der Stadt Leip­zig näherte sich ge­mein­sam mit den Vertreterinnen der Kreisfreien Städte Chem­nitz und Dres­den der Ge­sund­heits­för­de­rung und deren Rah­men­be­din­gung­en aus städtischer bzw. Stadtteilperspektive.

Stef­fen Hampel, Lei­ter des Ge­sund­heits­amtes, und Lisa Hoffmann, Ko­or­di­na­to­rin der Ge­sund­heits­konferenz im Landkreis Märkisch-Oderland, berichteten über die Entwicklungsprozesse und Strukturen des nord­öst­lich gelegenen brandenburgischen Landkreises. Die Sozialregion Nord des Kreises war ei­ne der Modell-Regionen in Bran­den­burg, in der ei­ne integrierte Ge­sund­heitsstrategie („Präventionskette“) entwickelt wurde. Die Prozesse und Strukturen wurden 2015-2016 evaluiert.

Unter dem Mot­to „Good-Practice-Kriterien der so­zi­al­la­gen­be­zo­ge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung“ im Kon­text des Präventionsgesetzes bzw. der LRV begann der zwei­te Tag. Pia Block und Holger Ki­li­an von Ge­sund­heit Berlin-Bran­den­burg e. V. vertieften in praktischen Übungssequenzen und Kleingruppenarbeit ei­ni­ge der 12 Kriterien guter Pra­xis und tauschten sich mit den Teilnehmenden über die Anwendungsmöglichkeiten aus. Der Nachmittag stand dann im Zei­chen der Netzwerkarbeit und des Netzwerkmanagements. Ul­ri­ke Leistner, Ge­sund­heits­amt, präsentierte an­schau­lich und anfassbar, wo­rauf es bei der Netzwerkarbeit ankommt und wie man konstruktiv mit schwierigen Situationen (z. B. Stö­rung­en und Widerstände) in diesem Zu­sam­men­hang um­ge­hen kann.

Am letzten Tag widmeten sich die Teilnehmenden dem kollegialen Aus­tausch. Kers­tin Schnepel, Sächsische Landesvereinigung für Ge­sund­heits­för­de­rung (SLfG), und Denis Spatzier, KGC Sach­sen bei der SLfG, führten zu­nächst in die Me­tho­dik und in die sechs Pha­sen der kollegialen Be­ra­tung1 ein. Im An­schluss hatten die Be­tei­lig­ten Zeit und Raum, sich zu ihren eigenen Fra­ge­stel­lung­en Tipps und Ratschläge der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen einzuholen.

Insgesamt haben die Teilnehmenden die dreitägige Klau­sur auf­grund der wertschätzenden Kom­mu­ni­ka­ti­on - zum Bei­spiel zwi­schen Kom­mu­nen und Fördermittelgebern - mehr­heit­lich positiv bewertet. Es boten sich viele Ge­le­gen­heit­en, die eigene Ar­beit zu re­flek­tie­ren und das bis­her Geleistete einzuordnen. Durch den kollegialen Aus­tausch erhielten die Regionalkoordinatorinnen und -koordinatoren gezielte und bedarfsgerechte An­re­gung­en und Lösungsvorschläge für die Wei­ter­ent­wick­lung der so­zi­al­la­gen­be­zo­ge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on in den sächsischen Kom­mu­nen.

Die Ver­an­stal­tung fand statt un­ter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung (LRV) ge­mäß Pa­ra­graph 20f SGB V zur Um­set­zung des Gesetzes zur Stär­kung der Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on (PrävG) für den Frei­staat Sach­sen. Sie wurde durch die Gesetzlichen Kran­ken­kas­sen finanziert und von weiteren Mitgliedern der LRV un­terstützt. Die Koordinierungsstelle Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit Sach­sen bei der SLfG koordinierte und organisierte die Fortbildungsklausur im Rahmen ihrer Beauftragung in Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­schäfts­stel­le LRV Sach­sen.

Quellen:

1Tietze, Dr. Kim-Oliver (2018): Die 6 Phasen der kollegialen Beratung unter: www.kollegiale-beratung.de/Ebene2/6phasen.htm [Stand: 24.06.2018].

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  • 13.04.2026 - 14.04.2026

    Hannover

    Künstliche Intelligenz in der Prävention

    31. Deutsche Präventionstag

    Der 31. Deutsche Präventionstag lädt dazu ein, das Thema „Künstliche Intelligenz in der Prävention“ umfassend und zukunftsorientiert zu beleuchten. Im Fokus stehen dabei zentrale Fragen:

    • Welche Herausforderungen bringt KI im Kontext von Kriminalität und Sicherheit, aber auch im gesamtgesellschaftlichen Miteinander mit sich?
    • Welche tiefgreifenden Veränderungen gehen mit ihrem Einsatz einher – und wer ist davon in welcher Weise betroffen?

    Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn:

    • Wie lässt sich KI gezielt und verantwortungsvoll für die Präventionsarbeit nutzen?

    Dabei geht es nicht nur um technologische Potenziale, sondern auch um die ethische und praktische Frage, wie ein bewusster, reflektierter Umgang mit KI in der Prävention gelingen kann.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Kongress
  • 14.04.2026

    digital via Zoom

    ‚Health in All Policies in der Kommune erfolgreich anstoßen‘

    Ein offenes Online-Treffen des Nachwuchsnetzwerks Öffentliche Gesundheit

    Anknüpfend an die Satellitenveranstaltung zum Kongress Armut und Gesundheit ‚Das Ganze ist mehr! Zusammenarbeit in der Kommune‘ möchten wir gemeinsam der Frage nachgehen, wie ressortübergreifende Zusammenarbeit für verhältnisorientierte Gesundheitsförderung und Prävention auf kommunaler Ebene angestoßen werden kann – auch aus (Nachwuchs-)Positionen ohne formale Entscheidungsbefugnis.

    Wir freuen uns, dass wir als Referentin für den ersten Teil der Veranstaltung Zsuzsanna Majzik gewinnen konnten. Als Sozialmanagerin und Public Health Expertin leitet sie das Sachgebiet Sonder- und Strategische Themen am Gesundheitsreferat München. Sie wird Einblicke in den Entstehungsprozess der kürzlich überarbeiteten ressortübergreifenden Fachleitlinie Gesundheit der Landeshauptstadt München geben und aus ihrer langjährigen Erfahrung als Prozessbegleiterin in Kommunen berichten.

    In der zweiten Hälfte steht der Austausch unter den Teilnehmenden im Mittelpunkt: Welche Erfahrungen gibt es beim Anstoß von Health in All Policies auf kommunaler Ebene? Welche Gelingensfaktoren und Hürden spielen eine Rolle?

    Eingeladen sind alle, die sich dem Nachwuchs zugehörig fühlen (ganz unabhängig vom Alter) oder mit dem Nachwuchs in Austausch treten und Erfahrungen teilen möchten.

    Zoom-Meeting Zugangsdaten:
    Zeit: 14. Apr. 2026 06:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
    Meeting-ID: 628 0257 0413
    Kenncode: 374575
    Beitreten – So geht's

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Nachwuchsnetzwerk Öffentliche Gesundheit (NÖG)
  • digital

    1. Bayerischer Kongress Prävention und Gesundheitsförderung

    Fokus: Gesundheitskommunikation und Gesundheitskompetenz

    Mit jährlich wechselnden Akzenten wird der neue Bayerische Kongress Prävention und Gesundheitsförderung die Ziele des Masterplans Prävention in den Blick nehmen. Der Fokus der ersten hybriden Veranstaltung am 15. April 2026 liegt auf Gesundheitskommunikation und Gesundheitskompetenz – zwei Themen, die für Präventionserfolge unverzichtbar sind. 

    Neben spannenden Vorträgen werden der Austausch und die Vernetzung der bayerischen Akteur*innen im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung in den Fokus gerückt. Nationale und internationale Expert*innen setzen neue Impulse und vertiefen das praktische Wissen in Workshops, Austauschformate schaffen Raum für fachlichen Dialog. Der Schwerpunkt des Auftakts für die neue Kongressreihe zu Gesundheitsförderung und Prävention in Bayern liegt auf "Gesundheitskommunikation und Gesundheitskompetenz".

    Die Veranstaltung vor Ort ist bereits ausgebucht. Nutzen Sie die Möglichkeit online dabei zu sein. Anmeldungen für die Online-Teilnahme sind bis zum 9. April 2026 möglich. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Veranstalter: Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung

… weitere Termine

Leitfaden zur Erstellung von Artikeln

Reichen Sie gern Ihren Artikel zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung bei der Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes ein! Für die Erstellung eines Artikels finden Sie hier einen Leitfaden mit unseren formalen und inhaltlichen Anforderungen.  

Ansprechpersonen

Die Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit erreichen Sie jederzeit hier.

Mit unserem News­letter immer aktuell informiert

Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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