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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Prozessschritte von Prävention und Gesundheitsförderung auf kommunaler Ebene für mehr Wohlbefinden individuell und in der Gesellschaft

Martina Metz , Gesundheitsamt Region Kassel
04.11.2021

Einleitung

Prävention und Gesundheitsförderung erhalten durch das 2016 in Kraft getretene Präventionsgesetz neue Impulse durch erweiterte Fördermöglichkeiten. Besonders auf kommunaler Ebene besteht die Chance, Strukturen weiterzuentwickeln sowie Prävention und Gesundheitsförderung zu verstetigen.
Im Folgenden wird eine Theorie des Wandels dargestellt, die auf kommunaler Ebene den Strukturaufbau für Prävention und Gesundheitsförderung begleiten kann.

Eine Theorie des Wandels

Basis für die hier vorgestellte Theorie des Wandels ist das Verhältnis von Emotion und Ratio. Heath und Heath (2010 S 14) beschreiben dieses mit einem Symbolbild von Elefant und Reiter (vgl. Abb 1). Der Elefant ist ein starkes Tier und steht für die Energie, die in Emotionen steckt. Elefant bzw. Emotionen interessieren vor allem schnelle Erfolge und kurzfristige Ziele. Der Reiter bzw. die Ratio hingegen stellen Planung und Richtung zur Verfügung. Damit steht der Reiter eher für Zukunfts-gerichtetes Denken und langfristige Ziele.

Abbildung 1: Elefant mit seinem Reiter als Bild für Emotionen und Ratio (eigene Zeichnung; nach Heath und Heath 2010)

Häufig ist der erste Impuls, um jemanden zu überzeugen, Daten zu präsentieren. Dem Reiter bzw. der Ratio soll klarwerden, warum Veränderung gut ist. Die Ratio springt auf dieses Vorgehen an, Emotionen aber nicht. Wenn Wandel gelingen soll, dann müssen beide, Emotionen und Ratio, beachtet werden. Verschiedene Maßnahmen sind möglich, um das Konfliktpotenzial zwischen Ratio und Emotionen zu umgehen (Heath und Heath 2010, Kelley und Kelley 2013):

a) Die Ziellinie nach vorne schieben

Wenn Menschen zu Beginn eines Veränderungsprozesses schon das Gefühl haben, dass sie einen Teil des Weges bewältigt haben, so ist dies motivierend. Die Ziellinie fühlt sich dann schon etwas näher an. Dieses Prinzip wird deutlich bei Bonuskarten. Es fühlt sich gut an, wenn eine 12er-Karte ausgegeben wird, bei der die ersten beiden Käufe schon abgehakt sind.

b) Den Wandel verkleinern

Wenn das Problem nicht mehr so groß erscheint, so sinkt der Widerstand des Elefanten. Am Beispiel Ernährung ist der Widerstand häufig sehr hoch, wenn die notwendigen Veränderungen zahlreich und der Aufwand hoch sind (vgl. Heath und Heath 2010 S 129ff). Um die Hürden für eine Ernährungsumstellung zu verkleinern, wäre es ratsam, erstmal den Aufwand klein zu halten, d.h. wenige, aber effektive Maßnahmen umzusetzen.

c) Den Weg erleichtern

Den Weg zum Ziel zu erleichtern, bedeutet einige wichtige Schritte konkret vorauszuplanen (vgl. Heath und Heath 2010 S 182f), sodass auf dem Weg zum Ziel weniger nachgedacht werden muss. Es ist eine Art kognitive Vorleistung. Jede Entscheidung bedeutet Energieaufwand. Je mehr Entscheidungen notwendig sind, desto aufwändiger ist der Prozess und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er durchgeführt wird. Wenn man z.B. möchte, dass ein Lebensmitteleinkauf möglichst gesund ist, so sollte er geplant werden: wo, wann, was usw. eingekauft wird.

d) Die Umwelt verbessern

Menschen werden von ihrer Umwelt beeinflusst, seien es andere Menschen oder Umweltbedingungen. Viele Menschen zeigen eine Art Herdenverhalten (vgl. Heath und Heath 2010 S 206). Dies kann positiv genutzt werden. Es können neue soziale Normen kreiert werden, die gesünder sind, als die bestehenden. Hier wird vor allem der Elefant aktiv, der nicht alleine sein, sondern zu einer Gruppe gehören möchte.

e) Veränderung als Experiment begreifen

Wenn wir Veränderungen als Experimente begreifen, dann können wir die Akzeptanz erhöhen (Kelley und Kelley 2013 S 176). Der Vorteil ist, dass Experimente den Anschein machen, dass sie nicht für die Ewigkeit sind, sondern über einen kürzeren Zeitraum unverbindlich etwas Neues ausprobiert wird. Eine Rückkehr zum Ausgangspunkt ist immer möglich, ein Abbruch optional und eine Weiterführung wird nur umgesetzt, wenn das Experiment erfolgreich war.

f) Die Menschen stärken (Empowerment)

Empowerment kann auf drei Ebenen erfasst werden (Brown 2018 S 97). Es geht um eine gemeinschaftliche Ebene, auf der Menschen einen gemeinsamen Weg finden und ihre individuellen Stärken zu einem größeren Ganzen zusammenwirken. Eine zweite Ebene ist die individuelle Ebene, auf der jede Person ihr individuelles Potenzial entfaltet. Eine dritte Ebene bezieht sich auf die Beziehungsebene, auf der Akzeptanz und Toleranz herrschen für Individualität und unterschiedliche Persönlichkeiten.

Schritte der Weiterentwicklung

Daraus leiten sich folgende Schritte zur Weiterentwicklung kommunaler Strukturen für Prävention und Gesundheitsförderung ab. Sie bauen aufeinander auf, können in ihrer Reihenfolge jedoch verändert werden.

„Motivation“: erste Maßnahme mit schnellem Erfolg

Hier geht es darum, ins Handeln zu kommen und eine neue Routine zu etablieren. Die erste Maßnahme sollte einfach, unbürokratisch umsetzbar, möglichst barrierefrei, klar und gut zu messen sein. Brown (2018 S 5f) schreibt: „We know that the way to move information from your head to your heart is through your hands.“ Reiter und Elefant werden somit über das Handeln miteinander verbunden.

„Selbstverpflichtung“ zu Gesundheit

Hier ist es noch nicht wichtig, genau zu wissen, wie in der Zukunft gehandelt wird und welche Veränderungen notwendig sind. Wichtig ist das grundsätzliche „JA“ zu Gesundheit.
Eine Art Vertrag mit sich selbst legt den Samen. Er ist auf allen Verantwortungsebenen wichtig, in der Bürgerschaft ebenso wie auf Steuerungsebene. Eine Selbstverpflichtung abzugeben, ist freiwillig.

„Persönlichkeit“: Sich selbst (die Organisation) besser kennen

Das Suchen und Finden der eigenen Werte legt einen wichtigen Grundstein für den weiteren Prozess. Es geht hier darum, sein „Element“ zu finden (Robinson und Aronica 2014 S 6f, 123). Geeignet erscheint eine Art biografisches Portfolio. Eine schnelle Methode ist die Arbeit mit einer Werteliste (Brown 2018).

„Vision”

Eine gute Vision wirkt anziehend, attraktiv und motivierend. Sie gibt Orientierung z.B. wenn eine Entscheidung getroffen werden muss. Die grundlegende Frage ist, was brauchen Menschen, um sich wohl zu fühlen? Mögliche Antworten sind: Sicherheit (finanziell, materiell, Beziehungen, ...), Zugehörigkeit, Spiritualität und Zuversicht, Kompetenz und Verantwortung, Selbstkenntnis und Selbstvertrauen.

„Kreativität“: Ideen entwickeln

Es gibt zahlreiche Methoden zur Ideensammlung. Ein Brainstorming ist eine Option. Möglich sind auch die Disney-Methode mit Visionär, Kritiker und Realist oder die Kopfstandmethode, die vor allem gut geeignet ist, wenn ein Problem bisher schwer zu lösen war.

„Evaluation“

Grundsätzlich lassen sich Ergebnis- und Prozessevaluation unterscheiden. Beides ist wichtig für Prävention und Gesundheitsförderung. Welche Indikatoren und Methoden eingesetzt werden, entscheidet sich auf Basis des konkreten Vorhabens. Vorteilhaft ist eine externe Evaluation, um Umsetzung und Bewertung zu entkoppeln.

Schluss

Veränderungsprozesse anzustoßen und durchzuhalten, benötigt Selbstreflexion und Mut. Es erfordert, seine Werte zu kennen, ihnen zu vertrauen und zu folgen. Um das eigene und das Wohlbefinden anderer zu verbessern, ist viel Anstrengung und die Integration verschiedener Voraussetzungen notwendig. Die beschriebene Theorie eines Wandels und die begleitenden Schritte stellen eine Chance für einen gelingenden Prozess dar. Beides muss sich in der Realität beweisen. Ein Gelingen ist nicht garantiert.


Literatur
Brown B (2018): Dare to lead. Brave work. Tough conversations. Whole hearts. Vermilion, London
Heath C, Heath D (2010): Switch. How to change things when change is hard. Crown Business, New York
Kelley D und Kelley T (2013): Kreativität und Selbstvertrauen. Der Schlüssel zu Ihrem Kreativbewusstsein. Hermann Schmidt Verlag, Mainz
Robinson K, Aronica L (2014): Finding your element. How to discover your talents and passions and transform your life. Penguin books, London

  • Eine ausführlichere Version dieses Beitrags können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.
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  • 13.04.2026 - 14.04.2026

    Hannover

    Künstliche Intelligenz in der Prävention

    31. Deutsche Präventionstag

    Der 31. Deutsche Präventionstag lädt dazu ein, das Thema „Künstliche Intelligenz in der Prävention“ umfassend und zukunftsorientiert zu beleuchten. Im Fokus stehen dabei zentrale Fragen:

    • Welche Herausforderungen bringt KI im Kontext von Kriminalität und Sicherheit, aber auch im gesamtgesellschaftlichen Miteinander mit sich?
    • Welche tiefgreifenden Veränderungen gehen mit ihrem Einsatz einher – und wer ist davon in welcher Weise betroffen?

    Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn:

    • Wie lässt sich KI gezielt und verantwortungsvoll für die Präventionsarbeit nutzen?

    Dabei geht es nicht nur um technologische Potenziale, sondern auch um die ethische und praktische Frage, wie ein bewusster, reflektierter Umgang mit KI in der Prävention gelingen kann.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Kongress
  • 20.04.2026 - 23.04.2026

    Wuppertal

    75. Wissenschaftlicher Kongress – Der Öffentliche Gesundheitsdienst

    ÖGD – Keiner wie wir!

    Unter dem Motto „ÖGD – Keiner wie wir!“ werden wir wieder vielfältige und interessante Themen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam diskutieren. 2026 wird uns unter anderem das Thema „Pakt für den ÖGD“ beschäftigen. Gleichermaßen wollen und müssen wir die Gelegenheit nutzen, uns mit den Lehren aus der Pandemie sowie der damit verbundenen Weiterentwicklung und zukünftigen Aufgabenwahrnehmung des ÖGD auseinanderzusetzen. Hierzu ist eine ganze Reihe von Themen in der Planung, an der das wissenschaftliche Programm-Komitee unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen e.V. (DGÖG) bereits mit Hochdruck zusammen mit den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen, dem ausrichtenden Bundesland NRW sowie unserem Kooperationspartner, der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin e.V. (GHUP), arbeitet. Der wissenschaftliche Kongressbeirat des BVÖGD hat dazu viele Themenvorschläge unterbreitet.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kongresses.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.
  • Bundeskonferenz "Gesund und aktiv älter werden" 2026

    Demenzprävention im Dialog – Aufklärung verbessern, Strukturen stärken, Risiken reduzieren

    Wie können wir Demenz wirksam vorbeugen? Welche Ansätze funktionieren wirklich – und wie bringen wir sie in die Praxis? Diese hochaktuellen Fragen stehen im Mittelpunkt der 8. Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Die Konferenz findet am Mittwoch, den 22. April 2026, in Köln statt. Eingeladen sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Fachkräfte aus Wissenschaft, Praxis und Politik, um gemeinsam die Demenzprävention in Deutschland nachhaltig zu stärken.

    Die Teilnehmenden erwartet aktuelle Erkenntnisse zu demenzpräventiven Lebensstilfaktoren im Kontext anderer nicht-übertragbarer Erkrankungen, nationale und internationale Good-Practice-Beispiele sowie Impulse zu personalisierten und multimodalen Präventionsstrategien. Darüber hinaus werden Maßnahmen der Verhältnisprävention und Möglichkeiten der Früherkennung beleuchtet. Renommierte Expertinnen und Experten geben wissenschaftliche Impulse und praxisnahe Einblicke, darunter Professorin Dr. Daniela Berg, Professor Dr. Frank Jessen und Professor Dr. René Thyrian. Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Vernetzung und Diskussionen.

    Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig, da die Teilnahmeplätze begrenzt sind. 

    Weitere Informationen und die Anmeldung unter www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/fachinformationen/unsere-bundeskonferenzen/aktuelle-bioeg-bundeskonferenz

    Kategorie: Konferenz
    Veranstalter: Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit

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