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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Low Depression Zones

Luftverschmutzung, Umweltfaktoren und psychische Gesundheit

03.11.2025

Luftverschmutzung und unsere psychische Gesundheit

Die ersten Hinweise darauf, dass Luftverschmutzung nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belasten kann, tauchten in den 1990er-Jahren auf – damals im Zusammenhang mit schweren Smog-Episoden in London und Los Angeles. Heute weiß man: Umweltfaktoren wie Lärm oder künstliches Licht beeinflussen unsere seelische Gesundheit - zunehmend zeigt sich aber auch, dass Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide eine Rolle spielen! Sie wirken nicht nur auf Lunge, Herz und Blutgefäße, sondern können auch unser Denken, unsere Stimmung und unsere seelische Widerstandskraft beeinträchtigen [Roche et al. 2024; Schmitz et al. 2024].

Was steckt eigentlich in der Luft?

Unsere Atemluft besteht größtenteils aus harmlosen Gasen wie Stickstoff, Sauerstoff und etwas Argon. Doch ein kleiner Teil sind Stoffe, die wir als Luftschadstoffe bezeichnen. Je nach Größe, Menge und Zusammensetzung wirken sie unterschiedlich stark auf den Körper.

Zu den bekanntesten Schadstoffen gehören:

  • Feinstaub (PM): kleine Partikel, die über die Luft in die Lunge eindringen,
  • Stickoxide (NO₂): schädliche Gase, die vor allem durch den Straßenverkehr entstehen.

Daneben gibt es noch weitere Schadstoffe, die in kleinerer Konzentration vorkommen, aber in der Summe ebenfalls eine Belastung darstellen.

Besonders gefährdet: Kinder und Jugendliche

Studien zeigen, dass junge Menschen besonders sensibel auf Luftverschmutzung reagieren. Da sich ihr Gehirn und Körper noch in der Entwicklung befinden, können Feinstaub und Stickoxide bei ihnen größere Auswirkungen haben – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.

Feinstaub und Stickoxide lösen entzündliche Prozesse im Gehirn aus, die kurzfristig zu kognitiven Beeinträchtigungen und langfristig zu strukturellen Hirnveränderungen führen können. Bildgebende Verfahren zeigen Veränderungen in Hippocampus, Corpus Callosum und Cortexdicke bei Kindern [Guxens et al. 2022].

Eine im November 2024 vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichte Studie (Schmitz et al. 2024) zu den Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Psyche konnte einen signifikanten positiven Effekt von Umweltzonen auf die mentale Gesundheit und den Bildungserfolg von Grundschüler*innen herleiten. Diese und andere Studien führten zu folgenden Ergebnissen:

Feinstaub (PM10, PM2.5, PM1):

Feinstaub ist einer der wichtigster Luftschadstoffe, welcher im Zusammenhang mit Schäden am zentralen Nervensystem steht. Die nach Größe der Partikel sortierten Feinstäube PM10, PM2,5 und PM1 führen zu folgenden Auswirkungen: 

- erhöhtes Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen und ADHS, insbesondere bei Jungen
- Aufmerksamkeitseinbußen bei Kindern, insbesondere bei 6- bis 11-jährigen Mädchen
- allergische Rhinitis und Asthma
- Langfristige Exposition von Feinstaub erhöht den Blutdruck und damit das Bluthochdruck-Risiko bei Kindern und steht mit Adipositas in Verbindung [Roche et al. 2024].

Stickoxide (NO₂, NOx):

Stickoxide stehen im Zusammenhang mit einer verschlechterten neurologischen Entwicklung sowie Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere bei Heranwachsenden.

- Bereits ein Anstieg der NO₂-Konzentration um 10 µg/m³ erhöht das Risiko für kindliches Asthma um 5 %.
- NO₂-Exposition fördert Bluthochdruck und Adipositas [Roche et al. 2024].

Weitere Schadstoffe:

Ozon, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Black Carbon (BC), Elemental Carbon (EC), Metalle sowie Hitze- und Lärmbelastung verstärken die negativen Effekte anderer Schadstoffe und Belastungen [Roche et al. 2024].

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind besonders vulnerabel. Luftschadstoffe beeinträchtigen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die kognitiven Fähigkeiten:

- schlechtere schulische Leistungen, geringere Problemlösungsfähigkeiten und Verhaltenssteuerung [Roche et al. 2024],
- Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen sind stärker betroffen, obwohl sie oft selbst weniger zur Emission beitragen [Moreno et al. 2022].

Schüler*innen verbringen zwar nur 4-5 % ihrer Zeit auf dem Schulweg, doch dieser macht bis zu 20 % ihrer täglichen Belastung durch ultrafeine Partikel aus [Roche et al. 2024].

Umweltzonen als Gegenmaßnahme

Umwelt- und Emissionszonen (Low Emission Zones) gelten als wirksame Instrumente, um die Belastung durch NO₂ und Feinstaub zu senken.

Dabei zeigt eine Studie von 2022 aus Paris die Einflüsse von Low Emission Zones auf die körperliche Gesundheit von Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen. Paris verzeichnete im Jahr 2019 insgesamt 6.600 Todesfälle, welche auf die Luftverschmutzung der Millionenmetropole zurückgeführt werden. In diesem Zusammenhang versucht die Studie den Einfluss der Umweltzonen auf die Gesundheit der Einwohner*innen von Paris zu ermitteln. Sie kommt zu folgenden Ergebnissen:

- Strenge Umweltzonen könnten jährlich bis zu 730 Todesfälle und 3.200 neue Asthmafälle bei Kindern in Paris verhindern.
- Besonders sozial benachteiligte Gruppen profitieren von der Einführung von Umweltzonen, denn sie sind überproportional stark belastet [Moreno et al. 2022].

Eine weitere Studie versuchte die Auswirkungen auf Deutschland zu ermitteln (Schmitz et al. 2024). Sie kam zu folgenden Ergebnissen:

- Die in Deutschland markierten Umweltzonen reduzierten Feinstaub im Schnitt um 10,4 % und Stickoxide um 15,3 %.
- Die Übergangsrate aufs Gymnasium der Kinder, die in diesen Gebieten wohnen, stieg von 38,9 % auf 39,9 %.
- Verschreibungen von Antidepressiva sanken um 4 %, Depressionen um 3,5 % und Angststörungen um 4,2 %.
- Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren profitierten gesundheitlich am stärksten von der Einführung von Umweltzonen [Schmitz et al. 2024].

Internationale Evidenz:

- Umweltzonen senken die Diagnoseraten von Depressionen und Angststörungen.
- Positive Effekte zeigen sich vor allem langfristig.
- Neben Vorteilen für die gesundheitliche Entwicklung ergeben sich auch wirtschaftliche Vorteile durch Kostensenkungen im Gesundheitssystem [Brehm et al. 2024].

Fazit

Die Evidenz ist eindeutig: Luftverschmutzung schädigt nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit. Feinstaub und Stickoxide beeinflussen Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit und langfristig sogar die Hirnstruktur. Umwelt- und Emissionszonen zeigen positive Effekte auf die Luftqualität und wirken sich so positiv auf Bildung und psychische Gesundheit aus. Kinder, Jugendliche und sozial schlechter gestellte Gruppen profitieren überproportional.

Eine konsequentere Einführung und Ausweitung von Umweltzonen – auch in Deutschland – könnte einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit leisten.

Quellen

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  • 18.03.2026

    online

    Difu-Dialog

    Kommunale Hitzevorsorge – Strategien, Partner, Praxisbeispiele

    Mit fortschreitendem Klimawandel steigen auch die gesundheitlichen Risiken von Hitzewellen in Deutschland. Besonders gefährdet sind vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke und sozial Benachteiligte. Hitzevorsorge und Hitzeschutz beschäftigen viele Kommunen, denn städtische Hitzeinseln verschärfen die Belastung. Maßnahmen auf individueller, kommunaler und gesamtgesellschaftlicher Ebene sind zwingend notwendig, um Städte langfristig lebenswert zu erhalten. Doch wo stehen die Kommunen in Deutschland bei diesem Thema und wie können sie sich auf Hitzewellen vorbereiten? Welche Akteur:innen sind bei der Umsetzung von Maßnahmen wichtige Partner:innen? Und welche guten Beispiele und Learnings gibt es aus Deutschland und Europa?

    Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Deutsches Institut für Urbanistik
  • Hannover

    40 Jahre Ottawa-Charta: Wie steht es um Gesundheitsförderung in Stadt und Land?

    Bundessymposium des Gesunden Städte-Netzwerkes

    Vier Jahrzehnte Ottawa-Charta: Ein Anlass zum Feiern und Weiterdenken. Beim Bundessymposium 2026 greifen wir die Leitprinzipien der Charta auf und fragen, was sie heute für Kommunen, zivilgesellschaftliche Initiativen und Akteur*innen im Bereich Public Health bedeuten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gesundheitsförderung in Stadt und Land zukunftsfähig gestaltet werden kann, unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenswelten, sozialer Lagen und kommunaler Strukturen.

    Das Bundessymposium richtet sich an alle Mitgliedskommunen des Gesunden Städte-Netzwerkes und an Interessierte, ob Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft oder Praxisakteur*innen. Ziel ist es, die interkommunale Vernetzung und die Weiterentwicklung gesundheitsfördernder Strukturen vor Ort zu stärken.

    Das Bundessymposium schließt sich an die Mitgliedsversammlung des Gesunden Städte-Netzwerkes an, die einen Tag zuvor beginnt und sich an die Mitgliedskommunen richtet. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Symposium
    Veranstalter: Gesunde Städte-Netzwerk
  • 20.04.2026 - 23.04.2026

    Wuppertal

    75. Wissenschaftlicher Kongress – Der Öffentliche Gesundheitsdienst

    ÖGD – Keiner wie wir!

    Unter dem Motto „ÖGD – Keiner wie wir!“ werden wir wieder vielfältige und interessante Themen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam diskutieren. 2026 wird uns unter anderem das Thema „Pakt für den ÖGD“ beschäftigen. Gleichermaßen wollen und müssen wir die Gelegenheit nutzen, uns mit den Lehren aus der Pandemie sowie der damit verbundenen Weiterentwicklung und zukünftigen Aufgabenwahrnehmung des ÖGD auseinanderzusetzen. Hierzu ist eine ganze Reihe von Themen in der Planung, an der das wissenschaftliche Programm-Komitee unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen e.V. (DGÖG) bereits mit Hochdruck zusammen mit den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen, dem ausrichtenden Bundesland NRW sowie unserem Kooperationspartner, der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin e.V. (GHUP), arbeitet. Der wissenschaftliche Kongressbeirat des BVÖGD hat dazu viele Themenvorschläge unterbreitet.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kongresses.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.

… weitere Termine

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