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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Gesund + gewaltfrei

Gesundheitsförderung und Gewaltprävention in bayerischen Pflegeheimen

07.07.2021

Pflegende wie auch Pflegebedürftige in der stationären Langzeitpflege weisen ein hohes Risiko für gesundheitliche Benachteiligung auf: Die Arbeit im Pflegeheim ist für Pflegekräfte häufig physisch wie psychisch fordernd und Pflegebedürftige stehen wiederum als vulnerable Gruppe in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis von den Pflegenden und der Einrichtung. Beide sind Leidtragende von Zeitdruck oder Überforderungen.
Im Januar 2020 startete vor diesem Hintergrund ein Projekt zur Gesundheitsförderung und Gewaltprävention in Pflegeheimen unter dem Motto: „Pflege in Bayern - Gesund und gewaltfrei“. Gute Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in der stationären Langzeitpflege sollen gefördert und ein Leben ohne Demütigung und Gewalt für die Bewohner*innen ermöglicht werden.

Ein multiperspektivischer Blick auf Gewalt und Gesundheit

Das Ziel des Präventionsprojektes ist es, gesundheitsfördernde und gewaltfreie Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende sowie gesundheitsfördernde und gewaltfreie Lebensbedingungen für Bewohnerinnen und Bewohner in den Projekteinrichtungen zu fördern und zu etablieren. Für die Mitarbeitenden sollen Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die ihre Gesundheit fördern, sie vor Überforderung schützen, aber auch vor entwürdigendem Verhalten und Demütigungen am Arbeitsplatz. Bewohnerinnen und Bewohner sollen in ihrem Pflegeheim gleichermaßen vor entwürdigenden Handlungen und Gewalterfahrungen bewahrt werden.
Dem Projekt liegt ein weiter Gewaltbegriff zugrunde, der neben körperlicher Gewalt auch Formen der psychischen Gewalt, von Vernachlässigung, finanzieller Ausbeutung sowie intimen Übergriffen umfasst (Abbildung 1). Die Definition des Gewaltbegriffs im Projekt orientiert sich an Görgen (Görgen 2017), der WHO (2002; Sethi et al. 2011) und dem ZQP (Schnapp 2016).

Zugleich wird im Projekt nicht nur Gewalt gegen Bewohner*innen in den Blick genommen, sondern ebenso gegen Mitarbeitende. Auch gewaltfördernde Rahmenbedingungen und Formen der strukturellen Gewalt werden einbezogen, da nicht nur Einzelmaßnahmen durchgeführt, sondern die Einrichtungen in ihrer Organisationsentwicklung begleitet werden.

Begleitung in der Organisationsentwicklung

Die 40 teilnehmenden Pflegeeinrichtungen wurden in zwei Kohorten aufgeteilt, welche einem zeitversetzten, aber ansonsten identischen Projektverlauf folgen. Die erste Gruppe startete im Oktober 2020, die zweite Gruppe wird im Oktober 2021 mit der Sensibilisierungsphase beginnen. Externe Prozessbegleiter*innen und Fokusgruppen aus den Einrichtungen steuern den Prozess; zudem werden Regionalgruppentreffen für den Erfahrungsaustausch zwischen den teilnehmenden Einrichtungen durchgeführt.
Eine zentrale Grundlage für Gewaltprävention stellt die Sensibilisierung für unterschiedliche Formen von Gewalt dar - gegen Mitarbeiter*innen gleichermaßen wie gegen Bewohner*innen. In den Auftaktveranstaltungen der ersten Kohorte wurde deutlich: Das Projektthema trifft auf viel Resonanz. Die teilnehmenden Fokusgruppen-Mitglieder tauschten sich über gewaltnahe Vorkommnisse und Umstände, sowie Vernachlässigungen in ihren Einrichtungen aus. Dies geschah überraschend offen und reflektiert.

Im weiteren Projektverlauf entwickelt jede Fokusgruppe, gemeinsam mit einem verantwortlichen Einrichtungscoach, ein auf die Einrichtung abgestimmtes Vorgehen zur Weiterentwicklung der eigenen Qualitätsbemühungen im Sinne der Projektziele. Dabei kann auf einen Methodenkoffer zurückgegriffen werden, der in einer umfassenden Literaturrecherche erarbeitet wurde. Der Koffer umfasst vielfältige Methoden, Konzepte und Instrumente, die unterschiedlichen Interventionsbereichen zugeordnet wurden und die zielgerichtete Identifizierung geeigneter Maßnahmen ermöglicht. Die Prozessbegleiter*innen und die Fokusgruppen prüfen gemeinsam, welche Instrumente aus dem Methodenkoffer der Einrichtung helfen, sich dem Ideal einer gewaltfreien und gesundheitsfördernden Einrichtung weiter anzunähern. Fachtrainer*innen führen anschließend Schulungen zu den gewählten Methoden durch, während die Prozessbegleiter*innen die schrittweise Umsetzung in der Organisationsentwicklung begleiten.

Begleitforschung

Die Begleitforschung sieht insgesamt vier quantitative Befragungen, teilnehmende Beobachtungen in und Telefoninterviews mit den Projekteinrichtungen vor. Die erhobenen Daten bieten die Möglichkeit, Erfahrungen zu reflektieren und zu prüfen, wie die im Methodenkoffer zusammengestellten Tools, Maßnahmen und Interventionen einen Beitrag dazu leisten, Gewaltprävention und Gesundheitsschutz in den Pflegeeinrichtungen zu befördern. Die Ergebnisse und kondensierten Erfahrungen der Einrichtungen, werden zum Ende des Projekts in einem Good-Practice-Katalog zusammengefasst. Dieser wird allen interessierten Pflegeheimen und der (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Ergebnisse der ersten Befragung unter den Mitarbeitenden heben die Relevanz des Themas Gewalt und Gesundheit für die Mitarbeitenden in Pflegeheimen deutlich hervor. Sie zeigen, dass über die Hälfte der befragten Mitarbeitenden (51%) im betrachteten Zeitraum von zwei Monaten persönliche Erfahrungen mit Gewalt am Arbeitsplatz gemacht haben (Abbildung 3). Im gleichen Zeitraum beobachteten ebenfalls knapp über die Hälfte der Befragten (51%) Gewalthandlungen und Vernachlässigungen gegenüber Bewohner*innen (Abbildung 4).

Besondere Bedeutsamkeit des Themas in der Corona-Pandemie

Unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie hat das Thema Gewalt in der stationären Pflege an Relevanz zugenommen. Kontaktbeschränkungen, Hygieneregeln und behördliche Auflagen sorgten für immense Belastungen, sowohl bei Pflege- und Betreuungskräften als auch bei den Bewohnern und Bewohnerinnen. Dies spiegelte sich auch in der Befragung der Mitarbeitenden wider. 58% der Befragten gaben an, dass die Corona-Pandemie ihre psychische Gesundheit negativ bis stark negativ beeinflusst habe (Abbildung 5).

Um Verantwortlichen und Mitarbeitenden in den teilnehmenden Pflegeheimen in der Pandemie akute Unterstützung anzubieten, sowie zugleich im Rahmen der Pandemie auftauchende Dilemmasituationen und Fragestellungen in das Projekt aufzunehmen, wurde im Rahmen des Projektes in Kooperation mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ein Rechtscoaching angeboten.

Kranken- und Pflegekassen fördern das Modellprojekt gemeinsam als Präventionsmaßnahmen

Das Projekt wird in Kooperation von AGP Sozialforschung, der Hans-Weinberger-Akademie sowie der Hochschule München durchgeführt und von folgenden Kranken- und Pflegekassen gefördert: AOK Bayern; BKK Landesverband Bayern; KNAPPSCHAFT; Techniker Krankenkasse (TK); BARMER; DAK-Gesundheit; KKH Kaufmännische Krankenkasse; Handelskrankenkasse (hkk); HEK - Hanseatische Krankenkasse; sowie der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) als Landwirtschaftliche Pflegekasse.
Die Förderung erfolgt kassenartenübergreifend zur Umsetzung von Präventionsleistungen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V für die Beschäftigten in Verbindung mit § 5 SGB XI (Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen) für die pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner. Die fördernden Kranken- und Pflegekassen begleiten die Durchführung des Projektes seit Beginn und stehen den Kooperationspartnern beratend zur Seite.
Begleitet wird das Projekt zudem von einem Fachbeirat, der fachlichen Input leistet und in dem regelmäßig die Projektergebnisse diskutiert werden.
 

 

Literaturverzeichnis

  • Görgen, Thomas (2017): Wissen über das Phänomen Gewalt in der Pflege. In: Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) (Hg.): Gewaltprävention in der Pflege. ZQP-Report. Unter Mitarbeit von Simon Eggert, Katharina Lux, Daniela Sulmann und Daniela Väthjunker. Berlin, S. 8-12.
  • Schnapp, Patrick (2016): Gewalt gegen Pflegebedürftige: Fakten und Hilfe. Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP).
  • Sethi, Dinesh; Wood, Sara; Mitis, Francesco; Bellis, Mark; Penhale, Bridget; Marmolejo, Isabell Iborra et al. (2011): European report on preventing elder maltreatment. Hg. v. World Health Organization (WHO) Europe. Kopenhagen. Online verfügbar unter https://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0010/144676/e95110.pdf, zuletzt geprüft am 17.02.2021.
  • World Health Organization (WHO) (Hg.) (2002): The Toronto Declaration on the Global Prevention of Elder Abuse. University of Toronto and Ryerson University Ontario, Canada; International Network for the Prevention of Elder Abuse (INPEA). Online verfügbar unter https://www.who.int/ageing/projects/elder_abuse/alc_toronto_declaration_en.pdf?ua=1, zuletzt geprüft am 17.02.2021.

 

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  • 13.04.2026 - 14.04.2026

    Hannover

    Künstliche Intelligenz in der Prävention

    31. Deutsche Präventionstag

    Der 31. Deutsche Präventionstag lädt dazu ein, das Thema „Künstliche Intelligenz in der Prävention“ umfassend und zukunftsorientiert zu beleuchten. Im Fokus stehen dabei zentrale Fragen:

    • Welche Herausforderungen bringt KI im Kontext von Kriminalität und Sicherheit, aber auch im gesamtgesellschaftlichen Miteinander mit sich?
    • Welche tiefgreifenden Veränderungen gehen mit ihrem Einsatz einher – und wer ist davon in welcher Weise betroffen?

    Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn:

    • Wie lässt sich KI gezielt und verantwortungsvoll für die Präventionsarbeit nutzen?

    Dabei geht es nicht nur um technologische Potenziale, sondern auch um die ethische und praktische Frage, wie ein bewusster, reflektierter Umgang mit KI in der Prävention gelingen kann.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Kongress
  • 20.04.2026 - 23.04.2026

    Wuppertal

    75. Wissenschaftlicher Kongress – Der Öffentliche Gesundheitsdienst

    ÖGD – Keiner wie wir!

    Unter dem Motto „ÖGD – Keiner wie wir!“ werden wir wieder vielfältige und interessante Themen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam diskutieren. 2026 wird uns unter anderem das Thema „Pakt für den ÖGD“ beschäftigen. Gleichermaßen wollen und müssen wir die Gelegenheit nutzen, uns mit den Lehren aus der Pandemie sowie der damit verbundenen Weiterentwicklung und zukünftigen Aufgabenwahrnehmung des ÖGD auseinanderzusetzen. Hierzu ist eine ganze Reihe von Themen in der Planung, an der das wissenschaftliche Programm-Komitee unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen e.V. (DGÖG) bereits mit Hochdruck zusammen mit den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen, dem ausrichtenden Bundesland NRW sowie unserem Kooperationspartner, der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin e.V. (GHUP), arbeitet. Der wissenschaftliche Kongressbeirat des BVÖGD hat dazu viele Themenvorschläge unterbreitet.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kongresses.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.
  • Bundeskonferenz "Gesund und aktiv älter werden" 2026

    Demenzprävention im Dialog – Aufklärung verbessern, Strukturen stärken, Risiken reduzieren

    Wie können wir Demenz wirksam vorbeugen? Welche Ansätze funktionieren wirklich – und wie bringen wir sie in die Praxis? Diese hochaktuellen Fragen stehen im Mittelpunkt der 8. Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Die Konferenz findet am Mittwoch, den 22. April 2026, in Köln statt. Eingeladen sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Fachkräfte aus Wissenschaft, Praxis und Politik, um gemeinsam die Demenzprävention in Deutschland nachhaltig zu stärken.

    Die Teilnehmenden erwartet aktuelle Erkenntnisse zu demenzpräventiven Lebensstilfaktoren im Kontext anderer nicht-übertragbarer Erkrankungen, nationale und internationale Good-Practice-Beispiele sowie Impulse zu personalisierten und multimodalen Präventionsstrategien. Darüber hinaus werden Maßnahmen der Verhältnisprävention und Möglichkeiten der Früherkennung beleuchtet. Renommierte Expertinnen und Experten geben wissenschaftliche Impulse und praxisnahe Einblicke, darunter Professorin Dr. Daniela Berg, Professor Dr. Frank Jessen und Professor Dr. René Thyrian. Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Vernetzung und Diskussionen.

    Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig, da die Teilnahmeplätze begrenzt sind. 

    Weitere Informationen und die Anmeldung unter www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/fachinformationen/unsere-bundeskonferenzen/aktuelle-bioeg-bundeskonferenz

    Kategorie: Konferenz
    Veranstalter: Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit

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