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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Ärztetag fordert Initiativen gegen Armut

04.05.2005

Der Volksmund erwähnt arm und krank in einem Atemzug, und tut dies nicht ohne Grund. Es ist auch kein bloßer Zufall, dass Soziales und Gesundheit in den Ministerien stets zusammengefasst werden. Dieser Erkenntnis folgen nun auch die Verantwortlichen des 108. Ärztetages in Berlin. Berlin scheint der richtige Ort für dieses Thema zu sein. So stellte der Sozialstrukturatlas Berlin bereits 2003 fest, dass soziale und gesundheitliche Größen der räumlichen Beschreibung der Berliner Sozialstruktur wechselseitig zusammen hängen.

Angesichts steigender Arbeitslosigkeit warnen deutsche Mediziner auf dem 108. Deutschen Ärztetag in Berlin vor immer größeren Unterschieden in der Gesellschaft beim Erkrankungsrisiko und den Chancen auf ein gesundes Leben. Die Mediziner schlagen in doppelter Hinsicht Alarm: Zum einen ist die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherungsschutz sprunghaft auf 300.000 angestiegen. Zum anderen rücken die Ärzte den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit in den Vordergrund: „Armut und Arbeitslosigkeit machen krank“, stellt Rudolf Henke, Vorsitzender des Ausschusses Gesundheitsförderung der Bundesärztekammer fest. Angesichts der Tatsache, dass 13,5 Prozent der Menschen in Deutschland unterhalb der Armutsgrenze leben, ist dieser Befund umso alarmierender.

Von dem inzwischen mehrfach bewiesenen Zusammenhang zwischen der sozialen Schichtzugehörigkeit und dem individuellen Morbidität- und Mortalitätsrisiko ausgehend, untersucht die Ärzteschaft diese Korrelation anhand von vier Thesen: Davon lautet die erste: Nicht Armut macht krank, sondern Krankheit macht arm. Angesichts der Tatsache, dass das Gesundheitswesen in Deutschland für Erkrankte und Behinderte immer noch gute Leistungen der Sozialversicherungssysteme bereithält, erklärt dieser Ansatz nur sehr wenige Fälle. Auch die zweite These, dass Arme einen schlechteren Zugang zur medizinischen Versorgung haben, hat nur sehr geringes, wenn nicht gar kein Erklärungspotential.

Am hilfreichsten für die Erklärung des Zusammenhangs von Armut und Krankheit erscheint die Hypothese, dass Arme ein ungünstigeres Gesundheitsverhalten zeigen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass untere Sozialschichten eher der Auffassung sind, Krankheit nicht selber aktiv verhindern zu können. Hierin liegt die Hauptursache, warum sie sich kaum präventiv um den Erhalt der eigenen Leistungsfähigkeit und Gesundheit kümmern und entsprechend erst dann den Arzt aufsuchen, wenn es sich kaum noch vermeiden lässt.

So nehmen zum Beispiel über doppelt so viele Frauen aus der Oberschicht an Maßnahmen zur Gesundheitsförderung teil. Auch bei Vorsorgeuntersuchungen zeigt sich ein ähnliches Bild; Menschen aus der Unterschicht rauchen häufiger, sind zumeist dicker, etc. pp. Die Liste ließe sich fortführen. Gesamtgesellschaftliches Ziel muss es also sein, Prävention und Gesundheitsförderung zu stärken und gezielt auf sozialräumliche und soziallagenbezogene Problemlage zuzuschneiden. Damit können Menschen mit erheblichem Präventionspotential erreicht werden und somit das Gesundheitsniveau der Bevölkerung spürbar angehoben werden.

Den Zusammenhang zwischen Armut und Arbeitslosigkeit hat bereits der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zum wiederholten Male unterstrichen. Ebenso wird in dem Bericht betont, dass 5 Millionen Arbeitslose 12,5 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung entsprechen. Dazu kommen 2,8 Millionen Menschen, die von Sozialhilfe leben. Dies ist Hauptursache dafür, dass 13,5 Prozent der Bevölkerung, also fast 11 Millionen Menschen, in Deutschland unterhalb der relativen Armutsgrenze leben. Die relative Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren Einkommens, was 938 Euro monatlich entspricht.

Die zunehmenden finanziellen Probleme der Patient/innen macht sich auch in der Praxis bemerkbar. Die im europäischen Vergleich immer noch niedrigen Zuzahlungen werden zum Problem. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung steigt rapide. So wird geschätzt, dass die Zahl von 188 000 auf 300 000 innerhalb von zwei Jahren gestiegen ist. Für diese Menschen kann ein einziger Krankenhausaufenthalt den finanziellen Ruin bedeuten. Auch andere Problemfelder wie den Behandlung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland und die steigende Kinderarmut mit der einhergehenden Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Chancen wurden auf dm Ärztetag diskutiert. 10,2 Prozent aller Kinder in Deutschland leben unterhalb der Armutsgrenze.

Der Maßnahmenkatalog, den der Ärztetag fordert sieht im wesentlichen eine Umverteilung von Geldern innerhalb der Ärzteschaft vor. So fordern die Mediziner, dass Krankenkassen, die Projekte zur Förderung der Gesundheit unterprivilegierter Bevölkerungsgruppen ins Leben rufen oder unterstützen, künftig zusätzlich Geld aus dem Risikostrukturausgleich erhalten sollen. Zudem sollen Ärzte von den Krankenkassen Bonuszahlungen außerhalb der Gesamtvergütung erhalten, wenn sie sozial benachteiligte Patienten vor Ort betreuen oder an Präventionsmaßnahmen heranführen.

Die Krankenkassen sollten nach Meinung der Ärzteschaft auf Praxisgebühr und Zuzahlungen bei nachweislich Armen verzichten. Die bisherige Regelung hat zur Verschleppung von Krankheiten geführt und muss deshalb geändert werden. Aber auch zielgruppengerechte Aufklärung über Gesundheitsrisiken und gesundheitsförderndes Verhalten müssen auf der Agenda stehen, wenn Menschen aus der Unterschicht zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen motiviert werden sollen. Ärztinnen und Ärzte müssten an der Gesundheitsaufklärung an Kindergärten und Schulen beteiligt werden, um den Gesundheitsstatus von Kindern zu beurteilen. Eine große Forderung des Ärztetages besteht in der Entkoppelung von Beiträgen für das Gesundheitssystem und dem Arbeitseinkommen. Hier eine Lösung zu finden wird Aufgabe der nächsten Bundesregierung sein, die vermutlich im September gewählt wird.

Weitere Informationen zu dem Thema Zahl der Nichtkrankenversicherten alarmierend finden Sie hier

Zusätzliches Material zum Thema Armut und Arbeitslosigkeit machen krank bekommen Sie hier

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  • 18.03.2026

    online

    Difu-Dialog

    Kommunale Hitzevorsorge – Strategien, Partner, Praxisbeispiele

    Mit fortschreitendem Klimawandel steigen auch die gesundheitlichen Risiken von Hitzewellen in Deutschland. Besonders gefährdet sind vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke und sozial Benachteiligte. Hitzevorsorge und Hitzeschutz beschäftigen viele Kommunen, denn städtische Hitzeinseln verschärfen die Belastung. Maßnahmen auf individueller, kommunaler und gesamtgesellschaftlicher Ebene sind zwingend notwendig, um Städte langfristig lebenswert zu erhalten. Doch wo stehen die Kommunen in Deutschland bei diesem Thema und wie können sie sich auf Hitzewellen vorbereiten? Welche Akteur:innen sind bei der Umsetzung von Maßnahmen wichtige Partner:innen? Und welche guten Beispiele und Learnings gibt es aus Deutschland und Europa?

    Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Deutsches Institut für Urbanistik
  • Hannover

    40 Jahre Ottawa-Charta: Wie steht es um Gesundheitsförderung in Stadt und Land?

    Bundessymposium des Gesunden Städte-Netzwerkes

    Vier Jahrzehnte Ottawa-Charta: Ein Anlass zum Feiern und Weiterdenken. Beim Bundessymposium 2026 greifen wir die Leitprinzipien der Charta auf und fragen, was sie heute für Kommunen, zivilgesellschaftliche Initiativen und Akteur*innen im Bereich Public Health bedeuten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gesundheitsförderung in Stadt und Land zukunftsfähig gestaltet werden kann, unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenswelten, sozialer Lagen und kommunaler Strukturen.

    Das Bundessymposium richtet sich an alle Mitgliedskommunen des Gesunden Städte-Netzwerkes und an Interessierte, ob Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft oder Praxisakteur*innen. Ziel ist es, die interkommunale Vernetzung und die Weiterentwicklung gesundheitsfördernder Strukturen vor Ort zu stärken.

    Das Bundessymposium schließt sich an die Mitgliedsversammlung des Gesunden Städte-Netzwerkes an, die einen Tag zuvor beginnt und sich an die Mitgliedskommunen richtet. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Symposium
    Veranstalter: Gesunde Städte-Netzwerk
  • 20.04.2026 - 23.04.2026

    Wuppertal

    75. Wissenschaftlicher Kongress – Der Öffentliche Gesundheitsdienst

    ÖGD – Keiner wie wir!

    Unter dem Motto „ÖGD – Keiner wie wir!“ werden wir wieder vielfältige und interessante Themen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam diskutieren. 2026 wird uns unter anderem das Thema „Pakt für den ÖGD“ beschäftigen. Gleichermaßen wollen und müssen wir die Gelegenheit nutzen, uns mit den Lehren aus der Pandemie sowie der damit verbundenen Weiterentwicklung und zukünftigen Aufgabenwahrnehmung des ÖGD auseinanderzusetzen. Hierzu ist eine ganze Reihe von Themen in der Planung, an der das wissenschaftliche Programm-Komitee unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen e.V. (DGÖG) bereits mit Hochdruck zusammen mit den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen, dem ausrichtenden Bundesland NRW sowie unserem Kooperationspartner, der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin e.V. (GHUP), arbeitet. Der wissenschaftliche Kongressbeirat des BVÖGD hat dazu viele Themenvorschläge unterbreitet.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kongresses.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.

… weitere Termine

Leitfaden zur Erstellung von Artikeln

Reichen Sie gern Ihren Artikel zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung bei der Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes ein! Für die Erstellung eines Artikels finden Sie hier einen Leitfaden mit unseren formalen und inhaltlichen Anforderungen.  

Ansprechpersonen

Die Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit erreichen Sie jederzeit hier.

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