Veranstaltungsdokumentation
„Daten erfassen, Wirkung zeigen, Erkenntnisse nutzen – Wissenschaft und Praxis im Blick“.
Im Rahmen von Präventiven Hausbesuchen werden ältere Menschen über vorhandene lokale Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten informiert und zu diversen Fragen rund um das Älterwerden zu Hause beraten. So können vorbeugend förderliche Maßnahmen getroffen oder bereits erforderliche konkrete Hilfen vermittelt werden, mit dem Ziel, die Lebensqualität der älteren Menschen zu verbessern und ihnen so lange wie möglich ein aktives und selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Immer mehr Kommunen folgen diesem Ansatz und initiieren Präventive Hausbesuche vor Ort. Bei den Praktiker*innen und Koordinierenden Präventiver Hausbesuche ist dies nicht selten mit Überzeugungsarbeit verbunden – angefangen bei der ersten Etablierung des Angebotes vor Ort, über die weitere Verstetigung lokal bzw. regional, bis hin zur grundsätzlichen Verbreitung des Ansatzes in Deutschland. Fragen nach dem Nutzen und der Wirksamkeit des Ansatzes stehen dabei oft im Raum.
An diesem Punkt setzte die Fachtagung Präventive Hausbesuche 2025 an und rückte speziell diese Themen in den Fokus. In ihrem Impulsvortrag machte Prof. Dr. Britta Blotenberg, von der Hochschule Flensburg, deutlich, dass es nicht „DIE Wirksamkeit“ der Präventiven Hausbesuche gibt, sondern ein „Blumenstrauß“ an Angeboten und Effekten mit Präventiven Hausbesuchen verbunden ist. Die Selbstständigkeit, Würde und Teilhabe der Betroffenen zu fördern, sollte dabei im Fokus stehen, betonte Professorin Blotenberg. Deutliche Schnittstellen zu dieser Schwerpunktsetzung zeigten sich auch bei der Vorstellung des Thüringer Landesprogrammes AGATHE „Älter werden in der Gemeinschaft: Thüringer Initiative gegen Einsamkeit“. Susann Hall, AGATHE Koordinatorin und Fachberaterin beim Landratsamt Saale-Orla-Kreis, erläuterte eindrücklich, dass bei AGATHE der Wunsch der älteren Menschen nach Sichtbarkeit und Wertschätzung im Zentrum des Engagements stehen – wie eine Teilnehmerin von AGATHE ihn einmal treffend formuliert hat: „im Alter möchte man wahrgenommen werden“. Die inhaltlichen, aber auch strukturellen Parallelen des Thüringer Landesprogrammes zum Ansatz Präventiver Hausbesuche wurden bei der Vorstellung vielfach deutlich. Am Nachmittag richtete sich der Blick noch einmal ganz spezifisch auf die Dokumentation und Evaluation Präventiver Hausbesuche: Professorin Blotenberg und Anne Gebert vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. veranschaulichten in ihrem Vortrag, wie vielfältig das Vorgehen dabei sein kann – entsprechend der Vielfalt in der Ausgestaltung Präventiver Hausbesuche an sich. In der anschließenden Arbeitsphase an Thementischen konnten sich die Teilnehmenden der Weiterarbeit eben diesem Thema widmen oder zu anderen Themen in den Austausch kommen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie unterschiedlich die Präventiven Hausbesuche in der Praxis gestaltet sind und dennoch gemeinsame erfolgreiche bzw. erfolgsversprechende Vorgehensweisen identifiziert werden können: Es ging um gelungene Zugangswege, um gute Dokumentations- und Evaluationspraxis sowie um geeignete Argumente und Strategien, wichtige Stakeholder und Anspruchsgruppe Präventiver Hausbesuche vom Nutzen vor Ort und der Wirkung zu überzeugen. In einem zweiten Durchlauf wechselten die Teilnehmenden die Thementische.
Die Fachtagung war eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit und der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Thüringen bei der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen.
Die Tagesordnung finden Sie hier.
Impressionen aus dieser Veranstaltung
Begrüßung
Impulsvorträge
- "Im Alter möchte man wahrgenommen werden" Älter werden in der Gemeinschaft – Thüringer Initiative gegen Einsamkeit “AGATHE”
Susan Hall, Landratsamt Saale-Orla-Kreis - Wirksamkeit Präventiver Hausbesuche – Zwischen Theorie und Praxis
Prof. Dr. Britta Blotenberg, Hochschule Flensburg - Präventive Hausbesuche: Dokumentations- und Evaluationsgrundlagen
Anne Gebert, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V., & Prof. Dr. Britta Blotenberg, Hochschule Flensburg