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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Stark im Land - Jugend macht Heimat

Christina Tuscher , Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)
13.02.2019

Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum

In Sach­sen brin­gen Kinder und Ju­gend­li­che ih­re Ideen in die Dorfentwicklung ein und ge­stal­ten so ih­re Heimat aktiv mit. Die Deut­sche Kinder- und Ju­gendstiftung (DKJS) unterstützt sie da­bei - im Rahmen des Pro­grammverbunds Stark im Land.
In der The­o­rie sind die Vorteile von Kinder- und Ju­gendbeteiligung schon lange be­kannt, in der Pra­xis war die­ser An­satz aber lange ein pädagogisches Nischenthema.
Teil des Pro­grammverbundes Stark im Land sind die Pro­gramme Hoch vom Sofa, Ju­gend be­wegt Kom­mu­ne und De­mo­kra­tie in Kinderhand der Deut­schen Kinder- und Ju­gendstiftung (DKJS). Diese haben den Mehr­wert von frü­her Beteiligung schon lange erkannt und ma­chen sich für Kinder- und Ju­gendbeteiligung auf dem Land stark.  

Weshalb ist Beteiligung ge­ra­de für ländliche Räume so wich­tig?

Jun­ge Menschen in ländlichen Regionen füh­len sich oft abgehängt und haben nicht die glei­chen Bildungs- und Freizeitmög­lichkeiten wie Gleichaltrige aus Ballungsgebieten. Die Zahl der jun­gen Heranwachsenden schrumpft, wo­hin­ge­gen das Durch­schnitts­al­ter bis 2030 auf 51 stei­gen wird. Die Bedürfnisse und Wünsche von Ju­gend­li­chen verschwinden da­her häufiger von der politischen Agen­da. Umso wich­tiger ist es, dass kommunale und politische Akteure junge Menschen als Ex­per­ten und Ge­stal­ter des Gemeinwesens an­er­ken­nen und En­ga­ge­ment för­dern. Kinder und Ju­gend­li­che brau­chen Un­ter­stüt­zung, wenn sie ih­re Lebenswelt dau­er­haft mitge­stal­ten sollen.

Kinder- und Ju­gendbeteiligung lohnt sich und steigert die gesellschaftliche Ge­sund­heit
Kinder- und Ju­gendbeteiligung fördert ei­ne lebendige De­mo­kra­tie. Gemeinsame Aushandlungsprozesse zu meis­tern und mit­ei­nan­der zu ar­bei­ten, wirkt sich positiv auf das Leben und Lernen in der Ge­mein­schaft aus. Frü­he Beteiligung stärkt zu­dem die Iden­ti­fi­ka­ti­on und Verbundenheit mit der eigenen Heimat und schafft so Bleibe- und Rückkehrperspektiven. Dass sich Kinder- und Ju­gendbeteiligung lohnt, be­stä­ti­gen auch die Rück­mel­dung­en aus den Stark im Land-Kom­mu­nen. Die gemeinschaftliche Um­set­zung von Projekten bringt al­le Generationen in ei­nem Dorf nä­her zu­ei­nan­der. Ju­gend­li­che ern­ten die Früchte ih­res En­ga­ge­ments und kön­nen die oft undurchsichtigen Verwaltungsstrukturen bes­ser verstehen. Außerdem steigt das gegensteige Verständnis zwi­schen Er­wach­se­nen und Ju­gend­li­chen, was zu ei­nem positiven Kli­ma beiträgt.
Frü­hes En­ga­ge­ment trägt da­rü­ber hinaus zu ei­ner moralischen Ent­wick­lung bei. Menschen, die be­reits in jun­gen Jahren soziale Verantwortung übernommen haben, halten auch im Er­wach­se­nenalter an diesen Werten fest und sind ins­ge­samt glücklicher und zufriedener. Das wirkt sich un­mit­tel­bar auf die Ge­sund­heit aus. Ganz we­sent­lich für diesen positiven Ef­fekt sind die An­er­ken­nung und Wert­schät­zung, die da­durch er­fah­ren wer­den. Demnach gilt: „Wer hilft, hilft auch sich selbst“.

Was braucht es für ei­ne erfolgreiche Kinder- und Ju­gendbeteiligung?
Mit einmaligen Beteiligungsvorhaben ist es nicht getan: Wenn Kinder- und Ju­gendbeteiligung ge­lin­gen soll, müs­sen al­le wich­tigen Entscheidungsträger ernst­haft In­te­res­se zei­gen und entsprechende Strukturen er­ar­bei­ten, die Kin­dern und Ju­gend­li­chen das En­ga­ge­ment so ein­fach wie mög­lich ma­chen. Wichtige kommunale Akteure und Schlüsselpersonen müs­sen da­für eng zu­sam­men­ar­bei­ten, denn Kinder- und Ju­gendbeteiligung ist ei­ne Querschnittsaufgabe, deren Er­folg in den Händen der ganzen Ge­mein­de liegt. Besonders wich­tig für das Gelingen von Beteiligungsprojekten sind kommunale An­sprech­part­ner, die junge Menschen er­mu­ti­gen, eigene Projekte zu re­a­li­sie­ren und sie bei der Um­set­zung un­ter­stüt­zen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird De­mo­kra­tie im All­tag erlebbar. Und das macht Spaß - den Jun­gen und den Al­ten!

Die Stark im Land-Pro­gramme:

  • Hoch vom Sofa! - Von der Ju­gend für die Ju­gend

Mit dem Pro­gramm Hoch vom Sofa fördert die DKJS Ju­gend­li­che, die Projektideen haben, mit de­nen sie vor der eigenen Haustür et­was verändern und ge­stal­ten wol­len. Egal ob Graffitiworkshops, Festivals oder Skateanlagen - die Ju­gend­li­chen wis­sen selbst am besten, was ih­nen fehlt. Hoch vom Sofa! unterstützt sie da­bei, ih­ren Heimatort nach ih­ren Wünschen zu ge­stal­ten. Dabei lautet das Mot­to: Von Ju­gend­li­chen für Ju­gend­li­che. So ent­schei­den Ju­gendjurys, wel­che Projekte mit bis zu 1.500 Eu­ro gefördert wer­den. Bei der Um­set­zung der Projekte wer­den die Ju­gend­li­chen von lokalen Partnern wie Ju­gendhilfeträger und durch das Hoch vom Sofa!-Team unterstützt.

  • Ju­gend be­wegt Kom­mu­ne - Vermittlung zwi­schen Ge­mein­de und Ju­gend­li­chen

Mit dem Pro­gramm Ju­gend be­wegt Kom­mu­ne unterstützt die DKJS Kom­mu­nen da­bei, kinder- und jugendfreundlicher zu wer­den und junge Menschen an für sie relevanten Ent­schei­dung­en zu be­tei­li­gen. In ei­nem zweijährigen Pro­zess berät die DKJS ei­ne lokale Arbeitsgruppe, bestehend aus engagierten Personen aus Politik, Verwaltung, Schulen und Verei­nen. Gemeinsam mit Kin­dern und Ju­gend­li­chen vor Ort setzt sich die Arbeitsgruppe mit der Verbes­serung der Aufwachs- und Le­bens­be­din­gung­en junger Menschen aus­ei­nan­der. Ziel ist es, echte Beteiligungsfelder für junge Menschen zu erschließen und Beteiligung lang­fris­tig in der Kom­mu­ne zu verankern. Besonders wich­tig ist da­bei die För­de­rung ei­ner guten Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Generationen.

  • De­mo­kra­tie in Kinderhand - Fehl­pla­nung­en vermeiden, Kinder be­fra­gen!

Ähnlich wie Ju­gend be­wegt Kom­mu­ne begleitet das Pro­gramm De­mo­kra­tie in Kinderhand sächsische Kom­mu­nen bei der Eta­blie­rung lang­fris­tiger Beteiligungsstrukturen. Die DKJS konzipiert spezielle Workshops, um die Kleinsten an der Dorfentwicklung und -gestaltung zu be­tei­li­gen. Kinder kön­nen zu al­len kommunalen Belangen befragt wer­den, vorausgesetzt die Themen wer­den gut in die Spra­che der Nachwuchsdemokraten über­setzt. Kindgerechte Me­tho­den wie z.B. Dorfdetektive oder Mo­dell­bau ma­chen es mög­lich, die In­te­res­sen der Kinder spie­le­risch zu er­fra­gen. Egal, ob Ortsentwicklungskonzepte, Schulhofgestaltung oder Verkehrssicherheit  - Kinder haben ernstzunehmende Mei­nung­en und ei­nen rie­sen Spaß, diese kundzutun.

  • Neues Pra­xisportal für Kinder- und Ju­gendbeteiligung

Unter www.starkimland.de kön­nen sich kommunale Akteure und Engagierte da­rü­ber in­for­mie­ren, wie sie junge Menschen in die Ge­stal­tung ih­rer Ge­mein­de ein­be­zie­hen kön­nen. Das Onlineportal bündelt die vielfältigen Er­fah­rung­en und Instrumente aus den Stark im Land-Pro­grammen und macht sie Interessierten bun­des­weit zu­gäng­lich. Mit dem Pra­xisportal will die DKJS ländliche Kom­mu­nen da­bei un­ter­stüt­zen, junge Menschen wirk­sam zu be­tei­li­gen. Neben anschaulichen Pra­xisbeispielen bietet das Por­tal nützliche Materialien und konkrete An­re­gung­en rund um die Kinder- und Ju­gendbeteiligung im ländlichen Raum.

Stark im Land - Lebensräume ge­mein­sam ge­stal­ten ist ein Programmverbund der Deut­schen Kinder- und Ju­gendstiftung (DKJS) in Ko­o­pe­ra­ti­on mit dem Sächsischen Mi­nis­te­ri­um für Soziales und Verbraucherschutz. Es vereint un­ter seinem Dach die Beteiligungsprogramme De­mo­kra­tie in Kinderhand, Hoch vom Sofa! und Ju­gend be­wegt Kom­mu­ne und macht sich für Kinder- und Ju­gendbeteiligung im ländlichen Raum in Sach­sen stark.

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  • 04.12.2025

    Berlin

    Partizipation im Setting Pflege – Gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung gestalten

    Fachtagung PfleBeO

    Am 04. Dezember 2025 findet in Berlin die PfleBeO-Fachtagung statt zum Thema: Partizipation im Setting Pflege – Gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung gestalten.

    Pflegeeinrichtungen sind Lebens- und Arbeitsorte zugleich. Die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Menschen, die dort leben und arbeiten, stehen gleichermaßen im Fokus einer zukunftsorientierten gesundheitsförderndern Organisationsentwicklung. Die Veranstaltung biete Impulse aus Praxis und Wissenschaft, stellt erfolgreiche Beteiligungsprozesse vor und lädt zum Austausch darüber ein, wie eine gesundheitsfördernde Organisationskultur entstehen kann, die Vielfalt schätzt, Ressourcen stärkt und Mitgestaltung ermöglicht. Im Zentrum dieser Tagung steht die Frage, wie Partizipation und Mitgestaltung in Pflegeeinrichtungen gelingen können. Denn gesundheitsfördernde Veränderungen entfalten ihre Wirkungen besonders dann, wenn die gemeinsam mit allen Beteiligten entwickelt werden.

    Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: PfleBeO (Pflegeeinrichtungen - Bewegungsfreundliche Organisationen)
  • Berlin

    Gesundheitsziele Konferenz 2025: Health in All Policies - Kooperation als Erfolgsfaktor

    Am 8. Dezember 2025 laden wir Sie herzlich in die Landesvertretung Brandenburg in Berlin ein, um gemeinsam die Zukunft der Präventionslandschaft in Deutschland zu gestalten. Die Konferenz bringt wichtige Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammen, um neue Impulse für eine stärkere Verankerung von Gesundheit in allen Politikbereichen zu setzen. Dazu hält Ilka Wölfle (DSV Europa) einen Impuls zum Health in All Policies Ansatz im internationalen Vergleich. Außerdem wird der "Public Health Index - Gesundheitsschutz im internationalen Vergleich" des AOK-Bundesverbandes vorgestellt. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildet die Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Gäst*innen zur Zukunft der Präventionslandschaft in Deutschland. 

    Zudem erhalten Sie Einblicke in die aktuellen Arbeitsschwerpunkte des Forums Gesundheitsziele zu den Themen Einsamkeit, Gesundheit rund um die Geburt und die Aktualisierung der bisherigen Gesundheitsziele. Die Veranstaltung klingt bei einem Get-Together mit leichtem Catering aus und bietet Raum für Vernetzung und vertiefende Gespräche.

    Den Link zur Anmeldung finden Sie hier .

    Veranstalter: GVG e.V.
  • Hannover

    Wohl.Fühlen in herausfordernden Zeiten

    Präventionsimpulse für die teil- und vollstationäre Pflege

    Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und neuer gesundheitlicher Herausforderungen gewinnen Gesundheitsförderung und Prävention in Pflegeeinrichtungen mehr denn je an Bedeutung. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität der pflegebedürftigen Menschen zu verbessern, ihre Selbstständigkeit zu erhalten, den Pflegebedarf zu reduzieren und können das Gesundheitssystem entlasten.

    Im Mittelpunkt der Fachtagung stehen innovative Ansätze für Prävention und Gesundheitsförderung in der teil- und vollstationären Pflege. Freuen Sie sich auf praxisnahe Impulse und interaktive Workshops zu aktuellen Themen wie Selbstfürsorge und Stressmanagement im Pflegealltag sowie den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels und Nachhaltigkeit. Weitere Schwerpunkte sind Ernährung, Gewaltprävention, Bewegung und die Stärkung des psychosozialen Wohlbefindens.

    Eingeladen sind Pflege- und Betreuungskräfte, Leitungs- und Führungskräfte, Praxisanleitende, Auszubildende, Studierende, Träger und alle weiteren Interessierten.

    Die Veranstaltung bildet den Abschluss des Projekts Wohl.Fühlen – Klima und Gesundheit, einer Kooperation der LVG & AFS, der BARMER und der Hochschule Hannover.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Alademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.

… weitere Termine

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