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Gesundheit sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher

Stand: September 2013

Hintergrund

  • In Deutsch­land sind die Chan­cen auf ein ge­sundes Aufwachsen un­gleich verteilt (RKI & BZgA, 2008). Während die meisten Kinder und Ju­gend­li­chen ge­sund auf­wach­sen, haben 15 bis 20 Pro­zent deut­lich schlechtere Ge­sund­heits­chancen.
  • Sie le­ben un­ter schwierigeren sozialen Be­din­gung­en, sind stärkeren ge­sund­heit­li­chen Ri­si­ko­fak­toren ausgesetzt und verfügen über ge­rin­ge­re Be­wäl­ti­gungs­res­sour­cen (BMG, 2010; RKI & BZgA, 2008; BMG, 2008).

Ungleiche Ge­sund­heits­chan­cen bei Kin­dern und
Ju­gend­li­chen

  • Neben anderen be­stim­men vor allem soziale Einflussfaktoren, wie die Ein­kom­mens­lage und der Berufsstatus der Eltern, die Bil­dungs­mög­lich­keit­en des Kin­des so­wie die Wohn- und Um­welt­be­din­gun­gen die Ge­sund­heit ei­nes Kin­des oder Ju­gend­li­chen (WHO, 2004).

Soziale
De­ter­mi­nan­ten von
Ge­sund­heit

„Gesundheit und Wohlbefinden von Heranwachsenden hängen in hohem Maße mit ihren gesellschaftlichen Chancen zusammen. Ungleiche Le­bens­be­din­gun­gen be­ein­flus­sen die körperliche, psychische und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.“ (13. Kinder- und Ju­gend­be­richt 2009: 33)

Fakten zur Kinder- und Jugendarmut in Deutschland

  • Im Vergleich der Al­ters­grup­pen zeigt sich, dass Kin­der und Ju­gend­li­che am häu­figs­ten von Ar­mut be­droht sind. 2009 waren 17,5 % der un­ter 18jährigen von Ar­mut gefährdet. (Statistisches Bun­des­amt, 2011).

Armutsrisiko von Kin­dern und
Ju­gend­li­chen

  • Die Unter-Dreijährigen tra­gen das höchste Armutsrisiko aller Kinder. (Bertelsmann Stif­tung, 2012)
  • 2011 lebte je­des sieb­te Kind un­ter 15 Jah­ren von der Grund­si­che­rung nach SGB II („Hartz-IV“). Das sind ca. 1,6 Mil­lio­nen Kinder und Ju­gend­li­che (Schnei­der, Stilling & Woltering, 2012).
  • Kinder aus kinderreichen Fa­mi­lien (Paarhaushalte mit drei und mehr Kin­dern) und Haushalten von Alleinerziehenden tra­gen ein be­son­ders hohes Armutsrisiko. (Schnei­der, Stilling & Woltering, 2012).

Wer ist
be­son­ders gefährdet?

  • Vor allem Ju­gend­li­che, junge Er­wach­se­ne und Personen in Haushalten von Alleinerziehenden verfügen über ein re­la­tiv geringes Einkommen (BMAS, 2013).
  • Nahezu jedes 11. Kind er­fährt all­täg­li­che Ent­beh­run­gen, da es sei­nen Eltern an finanziellen Mitteln fehlt. Am häufigsten mangelt es Kin­dern an re­gelmäßigen Freizeitaktivitäten (6,7 %), gefolgt von dem Verzicht auf ei­ne täg­liche warme Mahl­zeit (4,9 %) und dem Fehlen ei­nes ruhigen Platzes für Hausaufgaben (4,4 %). (UNICEF, 2012)

Armutsbedingte Entbehrungen
bei Kin­dern und
Jugendlichen

  • Be­son­ders häu­fig kommt es zu Ent­beh­run­gen bei den Kin­dern, wenn die El­tern ar­beits­los sind (42,2 %) und wenn die Eltern einen niedrigen Bil­dungs­abschluss haben (35,6 %). Aber auch das Auf­wach­sen in einem Al­lein­er­ziehendenhaushalt (23,8 %) und in Fa­mi­lien mit Mig­ra­tions­hinter­grund (16,7 %) kann Man­gel­er­fah­run­gen für die Kinder mit sich brin­gen. (UNICEF, 2012)

„Kinder und Jugendliche stellen in unserem Land mittlerweile diejenige Altersgruppe dar, die am häufigsten von Armut bedroht ist. Dies kann sich infolge vielfältiger Wechselwirkungen auf ihre soziale und gesundheitliche Entwicklung auswirken. Kinder und Jugendliche in Armut tragen ein erhöhtes Risiko einer ungünstigen Gesundheitsbiographie.“ (Ro­bert Koch-Institut 2008: 7)

Zielgruppen im Überblick

  • besonders junge und kinderreiche Familien
  • Familien mit einem allein erziehenden Elternteil
  • Familien mit Migrationshintergrund
  • Familien mit gesundheitlich Belastungen
    (z.B. Eltern mit psychischen oder Abhängigkeitserkrankungen)
  • sozial isolierte Familien

Besonderes Augenmerk sollte auf Übergänge gelegt werden

  • Phase rund um die Schwangerschaft
  • Eintritt in den Kindergarten
  • Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule
  • Übergang zwischen Grundschule und weiterführender Schule
  • Berufsfindung und Einstieg ins Berufsleben

Hier lie­gen die Chan­cen für ei­ne gelungene Persönlichkeitsentwicklung aber auch das Ri­si­ko des Scheiterns eng bei­ei­nan­der, verbunden mit entsprechenden positiven wie negativen Ge­sund­heits­ef­fekten. Diese Herausforderungen stel­len sich allen Fa­mi­lien, so­zi­al benachteiligte Fa­mi­lien haben je­doch auf­grund eingeschränkter Res­sour­cen zusätzliche Hürden zu be­wäl­ti­gen.

... zu Ursachen, Auswirkungen & Handlungsansätze

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Handreichung Kin­der­ge­sund­heit

Was soziale Benachteiligung und schlechte Gesundheitschancen bei Kindern und Jugendlichen bedeuten und wie dem begegnet werden kann, hat das vorliegende Papier zusammengefasst (PDF-Datei, 2,3 MB).

Ansprechpartner

Pia Block, Ihre Ansprechpartnerin zur Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen, erreichen Sie hier.

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