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Bewegt und mobil älter werden: Beiträge und Ergebnisse des Bundeswettbewerbs "Gesund älter werden in der Kommune - bewegt und mobil"

25.05.2016

Er­folgreicher Wett­be­werb durchgeführt

Auf In­iti­a­ti­ve der Bun­des­zen­tra­le für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung (BZgA) wurde im Pro­gramm „Älter wer­den in Ba­lan­ce“ mit Un­ter­stüt­zung des Verbandes der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung e.V. 2015/2016 erst­ma­lig ein Wett­be­werb „Gesund älter wer­den in der Kom­mu­ne“ durchgeführt - mit dem zentralen Ziel, kommunale Stra­te­gien der Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on für ältere Menschen stärker als bislang in die Öf­fent­lich­keit zu rü­cken und zu wür­di­gen. Betreut wurde der Wett­be­werb vom Deut­schen In­sti­tut für Ur­ba­nis­tik. Die Wett­be­werbsergebnisse be­le­gen den großen Er­folg die­ser In­iti­a­ti­ve und ma­chen an­schau­lich deut­lich, dass mit der Aus­rich­tung auf Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen ein The­ma ge­wählt wurde, des­sen Aus­ge­stal­tung maß­geb­lich und auf vielfältige Wei­se durch Kom­mu­nen beeinflusst wird.

Brei­te Beteiligung aus den Kom­mu­nen

Zunächst ist hervorzuheben, dass der Wett­be­werb auf ei­ne breite Beteiligung gestoßen ist. Insgesamt wurden 94 Beiträge eingereicht. Mitgemacht haben Städte, Ge­mein­den und Landkreise aus dem gesamten Bun­des­ge­biet. Nach Kommunetypen differenziert (vgl. Ab­bil­dung 1) zeigt sich, dass die kreisangehörigen Kom­mu­nen, die mehr als die Hälfte al­ler Be­wer­bung­en stel­len, die stärkste Teilnehmergruppe sind. Die kreisfreien Städte um­fas­sen rund ein Drittel der Beiträge, die Landkreise stellen - vergleichsweise ge­ring - 15 Pro­zent der Beiträge.
Besonders er­freu­lich ist, dass al­le Bundesländer mit Beiträgen vertreten sind. Zwar ist der An­teil der teilnehmenden östlichen Länder ins­ge­samt niedriger aus­ge­prägt so­wie der An­teil der Kom­mu­nen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg vergleichsweise hoch. Werden diese Teilnahmequoten aber in Re­la­ti­on zum jeweiligen Bevölkerungsanteil die­ser Länder an der Gesamtbevölkerung Deutschlands ge­setzt, las­sen sich die Ergebnisse bes­ser ein­ord­nen - die Bundesländer sind dem­nach weit­ge­hend ent­spre­chend ihrem Bevölkerungsanteil vertreten.

Hohe Qualität - starke Bedarfsorientierung

Jenseits der Zahlen ist das qua­li­ta­tiv hohe Ni­veau der Beiträge zu wür­di­gen. Die Beiträge il­lus­trie­ren, dass die Bewegungs- und Mobilitätsförderung älterer Menschen bedarfsorientiert ausgerichtet ist. In der Re­gel fu­ßen die Maß­nah­men auf einer sorgfältigen Un­ter­su­chung der Aus­gangs­la­ge, wo­bei sie ins­be­son­de­re in den großen Städten auf einer umfassenden, meist durch quantitative Da­ten gestützten Bedarfsanalyse ba­sie­ren. Die da­rauf aufbauende konzeptionelle Ar­beit ist al­ler­dings vielerorts noch aus­bau­fä­hig, ins­be­son­de­re was die Ein­bet­tung in gesamtstädtische oder landkreisweite Konzepte betrifft. Dass gleich­wohl Wert auf Qualitätsentwicklung und -sicherung gelegt wird, zei­gen die vielfältigen und in einer großen Zahl der Teilnehmerkommunen durchgeführten Aktivitäten und Maß­nah­men zur Be­glei­tung und Eva­lu­a­ti­on. Das Spek­trum reicht hier von Feedback- und Reflexionsrunden zwi­schen den beteiligten Akteuren bis hin zu stadtweiten Da­tenerhebungen und einem regelmäßigen Monitoring.

Zielgruppenausrichtung und Arten der Bewegungs- und Mobilitätsförderung

Hinsichtlich der Ziel­grup­pen las­sen die Wettbewerbsbeiträge ei­ne Fokussierung auf die Grup­pe der über 65-Jährigen bis 80-Jährigen er­ken­nen; die Grup­pen der „jun­gen Al­ten“ und der „Hochbetagten“ sind eben­falls re­le­vant, aber dem­ge­gen­über et­was nach­ge­ord­net. Zudem rich­ten sich viele Beiträge an aktive und mobilitätsstarke, aber auch an ge­sund­heit­lich bzw. mobilitätseingeschränkte ältere Menschen. Deutlich weniger Maß­nah­men wer­den für pflegebedürftige ältere Menschen durchgeführt. Gleichwohl gibt es ein breites Spek­trum an Aktivitäten so­wie herausragende Projekte, die sich auf Demenzkranke fo­kus­sie­ren. Zusätzlich enthält mehr als die Hälfte der Beiträge Maß­nah­men für Multiplikatoren so­wie - dem­ge­gen­über et­was nach­ge­ord­net - für Pflegende und An­ge­hö­ri­ge. Viele der Beiträge rich­ten sich in­halt­lich auf Bewegungsförderung, häufig auf Bewegungsparcours und Stadtteilspaziergänge, Sport- und Bewegungsgruppen so­wie auf Maß­nah­men zur Sturzprävention. Hervorzuheben ist auch hier wie­der die Vielzahl der Bewegungsangebote für Hochbetagte und Demenzkranke. Demgegenüber sind Beiträge zur Mobilitätsförderung - bei­spiels­wei­se Mobilitätsdienste oder ein verbessertes An­ge­bot des Öffentlichen Personennahverkehrs - in der Min­der­heit.

Erfolgsfaktoren in der Projektumsetzung


Die Ergebnisse des Wettbewerbs il­lus­trie­ren ein­drück­lich, dass vielerorts Maß­nah­men zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung älterer Menschen er­folg­reich umgesetzt wer­den. Hierbei wer­den mehr­heit­lich verhältnis- und verhaltensbezogene Präventionsmaßnahmen er­folg­reich mit­ei­nan­der verknüpft. Deutlich wird zu­dem, dass Par­ti­zi­pa­ti­on und ehrenamtliches En­ga­ge­ment für die nachhaltige Wir­kung und den Er­folg der Maß­nah­men un­er­läss­lich sind und be­reits bei Konzepterstellung und Bedarfsplanung zum Ein­satz kom­men sollten. Beteiligung und Eh­ren­amt sind fester Be­stand­teil na­he­zu aller Beiträge; sie sind integrales Ele­ment einer guten Präventionsarbeit. Zudem wird an­schau­lich il­lus­triert, dass Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen mehr als konkrete Maß­nah­men und Projekte er­for­dern. Insbesondere mit Blick auf ih­re Breitenwirkung und Nach­hal­tig­keit sind Arbeits-, Ko­o­pe­ra­ti­ons- und Netzwerkstrukturen aufzubauen, zu pfle­gen und weiterzuentwickeln. Die Beiträge zei­gen zu­dem ein­drück­lich, dass die in den Teilnehmerkommunen vorhandenen Ko­o­pe­ra­ti­onsstrukturen breit angelegt sind und weit über das verwaltungsinterne Akteursspektrum hinausreichen. Die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Kom­mu­nen und Sportvereinen verläuft hierbei be­son­ders er­folg­reich. Die Ko­o­pe­ra­ti­on mit Kran­ken­kas­sen wird vielerorts praktiziert, gleich­wohl kann dies als ein noch ausbaufähiges Handlungsfeld bezeichnet wer­den. Dass diese Netzwerke in größeren und kleineren Städten so­wie in Landkreisen be­reits seit mehreren Jahren be­ste­hen, ist der vielleicht bes­te Er­folgsbeleg einer guten Präventionsarbeit vor Ort.

Preisträger

Eine Ju­ry aus Wis­sen­schaft und Pra­xis ermittelte aus den Wettbewerbsbeiträgen die neun Preis­trä­ger. Für die prämierten Wettbewerbsbeiträge stellte die BZgA ein Preis­geld in Höhe von ins­ge­samt 60.000 Eu­ro zur Verfügung. Die Preis­ver­lei­hung fand am 25. Ap­ril 2016 in Ber­lin statt. Für die Grup­pe der „Kreisfreien Städte“ wurden die Stadt Köln (Platz 1), die Lan­des­haupt­stadt Stutt­gart (Platz 2) und mit zwei dritten Plätzen die Lan­des­haupt­stadt Dres­den und die Stadt Heidelberg aus­ge­zeich­net. Für die Grup­pe der „Kreisangehörigen Städte und Ge­mein­den“ erlangte die Ge­mein­de Dötlingen den ersten Platz, die Stadt Gladbeck Platz 2 und die Stadt Rödental den dritten Platz. Für die Grup­pe der „Landkreise“ wurden der Landkreis Havelland (Platz 1) und der Kreis Euskirchen (Platz 2) aus­ge­zeich­net.

Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse
Um die Brei­te der eingereichten Wettbewerbsbeiträge und die ins­ge­samt herausragenden Aktivitäten der teilnehmenden Kommunen einer brei­ten Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich zu ma­chen und anderen Kom­mu­nen einen An­reiz zu ge­ben von den Er­fah­rung­en zu ler­nen sind die Wett­be­werbsergebnisse in einer Do­ku­men­ta­ti­on veröffentlicht.

Be­stel­lung der Wettbewerbsdokumentation
Bun­des­zen­tra­le für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung
Maarweg 149-161, 50825 Köln
E-Mail: order@bzga.de,
Fax: +49 221 8992-257
Be­stell­num­mer: 60582381

Außerdem sind al­le Wett­be­werbsbeiträge so­wie die Wett­be­werbsdokumentation hier zu finden:

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  • Online via Webex

    Town Hall für Gesundheitsämter "Demokratieförderung und resiliente Strukturen im öffentlichen Gesundheitsdienst"

    Die Gesundheitsförderung steht vor der Herausforderung, auch in einem gesellschaftlichen Klima zunehmender Polarisierung, Desinformation, der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und populistischer Tendenzen handlungsfähig zu bleiben. Diese Entwicklungen stellen nicht nur demokratische Institutionen, sondern auch die Praxis der Gesundheitsförderung vor erhebliche Herausforderungen. Zentrale Werte und Prinzipien wie gesellschaftlicher Zusammenhalt und Verständigung, Rechtsstaatlichkeit, Faktenorientierung, Teilhabe, Solidarität und Chancengleichheit, auf denen Gesundheitsförderung beruht, geraten zunehmend unter Druck und werden verstärkt in Frage gestellt. Die Folgen sind vielfältig: Sie reichen von der Instrumentalisierung gesundheitsförderlicher Aktivitäten über die Kürzung oder Streichung von Fördermitteln bis hin zu Anfeindungen gegenüber gesundheitsförderlichen Projekten und Einschüchterungsversuchen gegenüber den dort tätigen Fachkräften. Diesen Herausforderungen wollen wir uns stellen und gemeinsam mögliche Lösungen austauschen und diskutieren.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: BIÖG
  • Berlin

    Fachtag: Generationengerechtigkeit ausbuchstabiert

    Kinder- und Jugendhilfe und Seniorenorganisationen im Dialog Generationengerechtigkeit

    Generationengerechtigkeit ist in aktuellen politischen Debatten zu einem zentralen Begriff geworden. Häufig wird er jedoch verkürzt verwendet: als moralisches Argument in der Haushalts-, Finanz- oder Rentenpolitik, etwa in Diskussionen über Neuverschuldung oder die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass Generationengerechtigkeit weit mehr umfasst als finanzpolitische Abwägungen. Eine solche Engführung kann Generationenkonflikte eher verstärken, statt gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und die tatsächlichen Ursachen von Ungerechtigkeit zu benennen.

    In dieser Veranstaltung bieten die Organisationen des Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. ein Forum, um gemeinsam mit den Teilnehmenden den Begriff der Generationengerechtigkeit in unterschiedlichen politischen und sozialen Themenfeldern zu vertiefen und das Verbindende zwischen den Generationen herauszuarbeiten.

    Die Anmeldemöglichkeit folgt nach der Sommerpause. Bitte beachten Sie bereits jetzt, dass die Teilnahme kostenpflichtig ist. Der Teilnahmebeitrag beträgt 10,00 Euro pro Person; die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und BAGSO
  • 14.10.2026

    Berlin

    Gesundheit x Mobilität – Radverkehr als Investition in unsere Zukunft

    ADFC-Symposium 2026

    Die Veranstaltung bringt Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft zusammen, die Mobilität gesünder, gerechter und zukunftsfähiger gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Fahrrad noch stärker als Hebel für Gesundheit, Lebensqualität und lebenswerte Städte und Gemeinden genutzt werden kann – auf Grundlage aktueller Erkenntnisse, internationaler Beispiele und konkreter Ansätze für die Praxis.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Kategorie: Symposium
    Veranstalter: Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V.

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