Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
| Adresse | Bundesgeschäftsstelle Schumannstr. 9 10117 Berlin |
| Telefon | 030 / 20 966 98 00 Kontakt per E-Mail |
| Fax | 030 / 20 966 98 99 |
| Internetadresse | www.degam.de |
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) e.V. setzt sich als Fachgesellschaft dafür ein, die Allgemeinmedizin als anerkannte wissenschaftliche Disziplin zu fördern und sie als Rückgrat der Patient*innenversorgung weiterzuentwickeln. Die DEGAM ist Ansprechpartnerin bei allen Fragen zur wissenschaftlichen Entwicklung der Allgemeinmedizin an den Hochschulen, zur Fort- und Weiterbildung sowie zum Qualitätsmanagement. Gleichzeitig macht sich die DEGAM für den Wissenstransfer in die hausärztliche Praxis stark: zum Beispiel durch neue Leitlinien, in denen aktuelle Ergebnisse aus Forschung und Wissenschaft für die Praxis aufbereitet werden.
In ihrem Positionspapier “Armut macht krank: Soziale Gesundheit stärken” fordert die DEGAM einen Perspektivwechsel: „Statt immer mehr Maßnahmen zur Früherkennung anzubieten, müssen wir echte Prävention in den Lebenswelten der Menschen machen, um alle sozialen Milieus anzusprechen. Inzwischen ist wissenschaftlich gut belegt, dass Früherkennungsmaßnahmen vor allem diejenigen erreichen, die sozial privilegiert sind und geringere gesundheitliche Risiken haben“, kommentiert Prof. Martin Scherer, DEGAM-Präsident. „Die sozial durchaus heterogene Bevölkerung machen wir aber nicht mit noch mehr Früherkennung gesünder, sondern mit mehr Prävention. Damit es keine Missverständnisse gibt: Natürlich gibt es auch sinnvolle Angebote zur Früherkennung, aber eben auch viele Maßnahmen, für die eine solide Evidenz fehlt.“
Gleichzeitig stellt die DEGAM klar, dass soziale Herausforderungen nicht allein in der Hausarztpraxis gelöst werden können. „Mit dem ungerecht verteilten Risiko, krank zu werden, darf sich ein reiches Land wie Deutschland nicht abfinden. Politisches Handeln ist gefragt, damit die vorhandenen Ressourcen effizienter und gerechter verteilt werden. Politik, Kommunen, Selbstverwaltung, Krankenkassen, Klinik und Praxis müssen sich gleichermaßen für die Gesundheitsversorgung von Menschen mit niedrigem Sozialstatus einsetzen“, kommentiert Dr. Thomas Kloppe, Sprecher der AG Soziale Gesundheit.
Das Positionspapier wurde federführend von der DEGAM-Arbeitsgruppe Soziale Gesundheit erarbeitet. Das Ziel der AG Soziale Gesundheit ist die umfassende Integration der Sozialen Gesundheit in die klinische Versorgung, die Wissenschaft sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Allgemeinmedizin. Damit soll gewährleistet werden, dass die sozialen, soziokulturellen und ökologischen Aspekte in der Behandlung der Patient*innen bestmöglich berücksichtigt werden können.
Ziele der AG Soziale Gesundheit:
- Die Sichtbarkeit sozialer Themen innerhalb der DEGAM zu erhöhen
- Die existierenden praktischen Ansätze zu teilen
- Versorgungslücken sichtbar zu machen
- Neue Interventionen zu entwickeln & ihre Umsetzung zu fördern
- Umsetzungsschwierigkeiten kennenzulernen & dadurch Interventionen zu verbessern
- Forschungslücken zu entdecken, Forschungsideen zu generieren & für notwendige Veränderungen in der Versorgung einzutreten