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KGC Sachsen-Anhalt

Soziale Lage in Sachsen-Anhalt

Der demografische Wandel prägt Sachsen‑Anhalt seit vielen Jahren und beeinflusst die soziale Lage im Land. Im bundesweiten Vergleich ist Sachsen-Anhalt be­son­ders stark von diesen Entwicklungen be­trof­fen. Im Jahr 2024 lebten rund 2,13 Millionen Menschen im Land, über eine halbe Million weniger als zu Beginn der 1990er‑ Jahre. Zwischen 2020 und 2024 wurden insgesamt rund 253.000 Fortzüge registriert.  

Auch die niedrigeren Geburtenraten beeinflussen die Bevölkerungsstruktur. So sank die Zahl der Geburten zwischen 2000 und 2024 von an­fäng­lich 18.723 auf 12.526, was einem Rück­gang von 33,1 Prozent entspricht. Parallel dazu steigt der Anteil älterer Menschen kontinuierlich an. Während der Anteil der über 65-Jährigen zwischen 2000 und 2024 von 18 auf 28 Prozent anstieg, ging der Anteil der unter 20‑Jährigen im gleichen Zeitraum von 21 auf 18 Prozent zurück.

Diese demografischen Veränderungen spiegeln sich auch in den sozialen Unterstützungsleistungen wider. Ende 2024 erhielten rund 7.435 Personen in Sachsen‑Anhalt Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel des Sozialgesetzbuch XII. Dies entspricht einem Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich nahm die Zahl der Leistungsbeziehenden über 64 Jahren zu, mit einem Anstieg um etwa 23 Prozent.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren 2024 rund 322.000 Menschen in Sachsen‑Anhalt von Armut bedroht. Dies entspricht einem Anteil von 15,1 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt die Armutsgefährdungsquote auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, jedoch über dem Niveau der Jahre 2021 und 2022.

Der Geburtenrückgang, anhaltende Abwanderungstendenzen sowie zunehmende Alterung der Bevölkerung verändern die Bevölkerungsstruktur nachhaltig. Gemeinsam mit dem wachsenden Anteil armutsgefährdeter Personen sowie einer abnehmenden Siedlungsdichte, insbesondere im ländlichen Raum, entstehen neue Herausforderungen. Geringe Bevölkerungsdichten erschweren unter anderem die Sicherstellung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie den Erhalt sozialer Infrastrukturen. Zugleich führt die Alterung der Gesellschaft zu einem wachsenden Bedarf in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Pflege und soziale Sicherung. 

Prognosen für die kommenden Jahre zeigen, dass die Zahl der älteren Menschen im Vergleich zu den jüngeren Generationen weiter steigt. Damit gehen strukturelle Veränderungen einher, insbesondere im Erwerbspersonenpotenzial sowie in der Nachfrage nach sozialen Unterstützungsleistungen. Insgesamt ergibt sich ein Anpassungsbedarf in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. 

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