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KGC Baden-Württemberg

Soziale Lage in Baden-Württemberg

2024 lebten rund 11,25 Millionen Menschen in Baden-Württemberg (Vergleich 1990: 9,82 Mio.), etwa 2,14 Millionen davon in neun Städten mit mehr als 100.000 Einwohner*innen. Anders ausgedrückt, lebt annähernd jede fünfte Person in einer Großstadt des Landes (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2025).

Tabelle 1: 
Eckdaten zur Bevölkerung in Baden-Württemberg 2024 

Bevölkerung und Gebiet im Überblick, Land Baden-Württemberg

 

Gemeindegebiet 20241)km2in % des Landes
Insgesamt35.673,28100
Bevölkerung 20242)Anzahlin % des Landes
Insgesamt11.245.898100
Eckdaten zur BevölkerungAnzahlje 1.000 EW
  Kinder unter 5 Jahren530.40653
  Kinder unter 10 Jahren1.091.740109
  Kinder/Jugendliche unter 18 J.1.945.267195
  65-Jährige und ältere2.421.242242
  75-Jährige und ältere1.066.347107
  Frauen5.666.400567
  Ausländer*innen2.047.356164
    unter 18 Jahren313.73231
Lebendgeborene97.50710
Geburtenüberschuss/-defizit-21.076
Zugezogene353.07135
Wanderungsgewinn/-verlust37.680 4

1) Ohne die Flächen der gemeindefreien Gebiete Rheinau und Gutsbezirk Münsingen.
2) Basis Zensus 2022.

Datenquelle: Feststellung des Gebietsstands, Fortschreibung des Bevölkerungsstands, Statistiken der natürlichen Bevölkerungsbewegung, Wanderungsstatistik. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. 

Baden-Württemberg gehört zu den wirtschaftsstärksten Regionen der Europäischen Union mit einem vergleichsweise hohen Einkommensniveau und einer hohen Erwerbstätigen- sowie niedrigen Erwerbslosenquote (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2025). Auch die Armutsgefährdungsquote in Baden-Württemberg ist im Vergleich zu den letzten Jahren leicht gesunken und lag im Jahr 2024 bei 15,1 % (berechnet auf Grundlage des Landesmedians) (Vergleich 2023: 15,3 %). Besonders häufig waren Erwerbslose (44,2 %), Alleinerziehende (44,1 %), Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit (28,9 %) und Personen in Haushalten mit einem niedrigen Bildungsniveau (27,7 %) armutsgefährdet. Außerdem hat sich gezeigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund (22,2 %) ein mehr als doppelt so hohes Armutsrisiko wie Menschen ohne Migrationshintergrund (10,8 %) hatten. Im Vergleich der Altersgruppen wiesen Personen zwischen 18 und 25 Jahren (23,9 %) die höchste Armutsgefährdungsquote auf. Dies lässt sich vermutlich auf die Tendenz zu höheren Schulabschlüssen und den dadurch späteren Eintritt in den Arbeitsmarkt zurückführen.

Darüber hinaus ist der Berufseinstieg häufig mit prekären Beschäftigungsverhältnissen oder schlecht bezahlten Praktika verbunden. Zudem hatten Personen, die 65 Jahre und älter waren (19,7 %) und minderjährige Personen mit 17,4 % ein überdurchschnittlich hohes Armutsrisiko. Besonders betroffen waren Frauen, die ein ohnehin höheres Risiko für Armut haben als Männer (16,3 % vs. 13,8 %) (FaFo im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg, 2024).

Tabelle 2: 
Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach soziodemografischen Merkmalen 2024

 

Armutsgefährdungsquote1) nach soziodemografischen Merkmalen in % gemessen am Landesmedian
MerkmalJahr
202320242)
Insgesamt15,315,1
Alter
   Unter 1818,517,4
   18 bis unter 2523,223,7
   25 bis unter 5012,612,2
   50 bis unter 6510,510,2
   65 und älter18,919,6
Geschlecht
   Männlich14,113,9
   Weiblich16,516,3
Alter und Geschlecht
Männlich
      18 bis unter 2522,022,7
      25 bis unter 5011,611,1
      50 bis unter 659,69,3
      65 und älter15,916,4
Weiblich
      18 bis unter 2524,524,8
      25 bis unter 5013,613,4
      50 bis unter 6511,511,1
      65 und älter21,422,2
Haushaltstyp3)
   Einpersonenhaushalt27,728,5
   Zwei Erwachsene ohne Kind9,19,2
   Sonstiger Haushalt ohne Kind7,97,8
   Ein(e) Erwachsene(r) mit Kind(ern)42,644,1
   Zwei Erwachsene und ein Kind7,97,0
   Zwei Erwachsene und zwei Kinder8,48,7
   Zwei Erwachsene und drei oder mehr Kinder26,222,5
   Sonstiger Haushalt mit Kind(ern)19,617,4
Erwerbsstatus4)
   Erwerbstätige7,97,7
      Selbständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige)10,811,2
      Abhängig Erwerbstätige7,67,4
   Erwerbslose47,144,6
   Nichterwerbspersonen23,222,9
      Rentner*innen und Pensionär*innen5)19,520,2
      Personen im Alter von unter 18 Jahren18,617,6
      Sonstige Nichterwerbspersonen41,341,0
Qualifikationsniveau6) der Person mit dem höchsten Einkommen im Haushalt (Haupteinkommensbezieher*in)
   Niedrig (ISCED 0 bis 2)33,733,9
   Mittel (ISCED 3 und 4)15,415,3
   Hoch (ISCED 5 und höher)7,07,1
Qualifikationsniveau6) (Personen im Alter von 25 Jahren und älter)
   Niedrig (ISCED 0 bis 2)27,627,7
   Mittel (ISCED 3 und 4)12,412,6
   Hoch (ISCED 5 und höher)7,27,3
Staatsangehörigkeit
   Ohne deutsche Staatsangehörigkeit29,628,9
   Mit deutscher Staatsangehörigkeit12,212,0
Migrationshintergrund7)
   Mit Migrationshintergrund22,922,1
   Ohne Migrationshintergrund10,910,8

1) Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60% des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Hauptwohnsitzhaushalten. Das Äquivalenzeinkommen wird auf Basis der neuen OECD-Skala berechnet.
2) Endergebnisse des Mikrozensus 2024.
3) Zu den Kindern zählen Personen im Alter von unter 18 Jahren ohne Lebenspartner/-in und eigene Kinder im Haushalt.
4) Nach dem "Labour-Force-Konzept" der International Labour Organization (ILO).
5) Nichterwerbspersonen mit Bezug einer eigenen (Versicherten-) Rente bzw. Pension und Personen im Alter von 65 Jahren und älter mit überwiegendem Lebensunterhalt aus einer Hinterbliebenenrente, -pension.
6) Das Qualifikationsniveau wird entsprechend der internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011) bestimmt.
7) Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt (vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 1. Reihe 2.2). Es können auch Personen, deren Zuordnung zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund ausschließlich aus Merkmalen eines nicht im Haushalt lebenden Elternteils resultiert, identifiziert werden und werden mitgezählt (=Migrationshintergrund im weiteren Sinn).

Datenquelle: Ergebnisse des Mikrozensus. Ab 2021 basiert die Hochrechnung auf den fortgeschriebenen Ergebnissen des Zensus 2022. Die Ergebnisse des Mikrozensus ab dem Erhebungsjahr 2020 sind durch methodische Veränderungen nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar. IT.NRW – Statistisches Landesamt.

 

 

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