Kommunale Gesundheitslots*innen interkulturell (KoGi)
Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen
Das Projekt „Kommunale Gesundheitsinitiative interkulturell“ (KoGi) wird vom Gesundheitsamt Frankfurt am Main seit 2012 - zunächst in Kooperation mit der Selbsthilfe e. V. – und seit 2020 mit dem Mehrgenerationenhaus Kinder im Zentrum Gallus e. V. (KiZ Gallus) umgesetzt. Die Initiative wurde bereits 2009 ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts werden ehrenamtliche Laien als Gesundheitslots*innen ausgebildet, die nach ihrer Ausbildung als Multiplikator*innen für die Stadt Frankfurt tätig werden. Die Lots*innen unterstützen die gesundheitsförderliche Entwicklung von Lebenswelten und Settings in benachteiligten Quartieren, indem sie die Eltern durch spezifische Angebote vor Ort in ihrer Gesundheitskompetenz stärken, um letztlich auch durch die Eltern selbst die Umsetzung und Entwicklung gesundheitsförderlicher Lebenswelten zu fördern. Die Menschen werden
in ihrer jeweiligen Muttersprache und/oder in leicht verständlichem Deutsch zu unterschiedlichen Themen der Gesundheitsförderung und Prävention geschult. Die Ziele des Projekts sind, (1) gegenseitige interkulturelle Öffnung fördern, (2) mehrsprachige und kultursensible Gesundheitsaufklärung, (3) Selbstwirksamkeit und Gesundheitskompetenz von Menschen in
herausfordernden Lebenslagen stärken und (4) eine direkte und niedrigschwellige Gesundheitskommunikation in Frankfurt ermöglichen (Schade et al., 2022). KoGi ist dabei das Dach und fasst mittlerweile vier Projektstränge mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammen.
Dokumente zur Darstellung des Angebotes
Frau
Manuela Schade
Gesundheitsamt Frankfurt am Main
Breite Gasse 28
60313
Frankfurt am Main
(
Hessen
)
Telefon: 069 212 33569
Stadt Frankfurt am Main; GKV Bündnis (Fördermittel Strang 1b)
Breite Gasse 28
60313 Frankfurt am Main
Multikulturelles Frankfurt:
Seit 2016 ist Frankfurt am Main die erste deutsche Großstadt, in der über die Hälfte der dort lebenden Menschen eine Migrationserfahrung haben. Dadurch gilt Frankfurt als „superdiverse Stadt“
(Schneider, 2020). Menschen aus rund 178 Nationen leben in der internationalsten Metropole
Deutschlands (Internationale Stadt Frankfurt am Main, 2025). Laut Definition des Statistischen
Bundesamts (2025) spricht man bei einer Person von einem „Migrationshintergrund, wenn sie selbst
oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Im Einzelnen
umfasst diese Definition zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer,
zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte, (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler
sowie die als Deutsche geborenen Nachkommen dieser Gruppen“. Wie lange jemand als Migrant*in
gilt oder sich als Migrant*in fühlt, hängt von der individuellen Situation und von gesellschaftlichen
Zuschreibungen ab. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie groß und heterogen die
Personengruppe ist. Die Aussagekraft des Begriffs „Menschen mit Migrationshintergrund“ ist
entsprechend umstritten (Bundeszentrale für politische Bildung, 2025).
Mit dem 2010 verabschiedeten Integrations- und Diversitätskonzept hat sich Frankfurt das Ziel gesetzt, „sicherzustellen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung sowie unterschiedlicher Biographie und Lebenssituation gleichwertige Möglichkeiten zur Teilhabe am
öffentlichen Leben haben“ (Vielfalt bewegt Frankfurt – Integrations- und Diversitätskonzept für Stadt, Politik und Verwaltung, 2011, S. 58). Bestehende strukturelle Hemmnisse sollen durch gezielte Anpassung von Verwaltung und Beteiligungsstrukturen überwunden werden. Die Stärkung
gesundheitlicher Chancengleichheit wurde in dem Konzept als zentrales Handlungsfeld definiert,
wodurch das Gesundheitsamt Frankfurt bereits früh bei der Umsetzung involviert wurde.
Ein wichtiges Element für den Strukturaufbau im Sinne des „Health in all Policies“-Ansatzes in Frankfurt ist das Netzwerk „GUT GEHT´S“. Es wird vom Gesundheitsamt Frankfurt betreut und hat das Ziel, die Gesundheit aller Bürger*innen zu erhalten, zu verbessern und zu fördern. Zu diesem Zweck arbeitet eine Koordinierungsstelle des Netzwerks im Gesundheitsamt mit Akteur*innen aus dem Gesundheitsbereich in ganz Frankfurt zusammen. Auf den GUT GEHT'S-Vernetzungstreffen und der jährlichen Stadtgesundheitskonferenz werden Informationen ausgetauscht, Akteur*innen vernetzt und gemeinsame Veränderungen angestoßen.
Gesundheitliche Lage von Menschen mit Migrationsgeschichte:
Die Möglichkeit sozialer Teilhabe spielt eine zentrale Rolle für die gesundheitliche Situation von
Menschen mit Migrationsgeschichte, sowohl direkt (als Gesundheitsdeterminante) als auch indirekt
(als Zugangsfaktor zu Gesundheitsförderung und Versorgung). Die Forschung zeigt einen deutlichen
Zusammenhang zwischen Teilhabechancen und gesundheitlichen Ungleichheiten (Bartig et al., 2023).
Der Zugang zu und die Teilhabe an Gesundheitsförderung und Versorgung wird dabei durch
sprachliche und kulturelle Hürden erschwert. Die Förderung der Gesundheitskompetenz ist deshalb
ein wichtiger Faktor, sowohl die der individuellen Gesundheitskompetenz als auch aus Sicht der
organisatorischen Strukturen. Für sozial benachteiligte Zielgruppen ist dies besonders relevant, da
geringere Gesundheitskompetenzniveaus häufiger beim Vorliegen eines niedrigeren Bildungs-,
Einkommens- bzw. Sozialstatus vorzufinden sind (Jordan, 2023).
Eine eigene oder familiäre Migrationsgeschichte allein macht jedoch nicht gesünder oder kränker. Es
sind verschiedene Faktoren heranzuziehen die vor, während und nach einer räumlichen Verlegung des Lebensmittelpunktes den Gesundheitszustand beeinflussen können. Dabei ist es wichtig zu
berücksichtigen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte keine homogene Gruppe darstellen,
sondern sich zum Beispiel hinsichtlich ihrer Teilhabechancen, der sozioökonomischen Lagen, den
Kenntnissen der deutschen Sprache oder den Gründen und Umständen des eigenen oder des
familiären Migrationsprozesses unterscheiden. Diese große Heterogenität geht auch mit
unterschiedlichen gesundheitlichen Chancen, Risiken und Versorgungsbedarfen einher (Hövener &
Wieler, 2023).
Soziale Lage in Frankfurt:
Auch wenn die Bevölkerungsgruppe der Menschen mit einem Migrationshintergrund durch eine große Heterogenität gekennzeichnet ist, zeigt sich in Frankfurt eine räumliche Aufteilung: Stadtbezirke, die eine geringe soziale Benachteiligung aufweisen, haben oftmals auch einen niedrigen Anteil an Personen mit Migrationshintergrund. Gleichzeitig wohnen in Stadtbezirken mit einer hohen sozialen Benachteiligung überdurchschnittlich viele Personen mit Migrationshintergrund (Bolz et al., 2024). Dadurch besteht in bestimmten Stadtteilen ein höherer Handlungsbedarf, um die im Integrations- und Diversitätskonzept der Stadt Frankfurt formulierten Ziele zu erreichen. Wie sich die soziale Lage in der Stadt Frankfurt gestaltet und sich zwischen einzelnen Stadtteilen unterscheidet, verdeutlicht Tabelle 1. (siehe Tabelle 1, Good Practice-Beschreibung).
Inanspruchnahme von Angeboten der Gesundheitsförderung und Prävention:
Maßnahmen und Angebote, welche die gesundheitliche Situation von Menschen mit
Migrationsgeschichte verbessern wollen, stoßen häufig auf das Problem der Erreichbarkeit der
Zielgruppe. Aus existenziellen Belastungen, mangelndem Vertrauen in Behörden und das
Gesundheitssystem, kulturellen Unterschieden, Verständigungsschwierigkeiten, Wissensdefiziten,
Schamgefühlen sowie Diskriminierungserfahrungen ergeben sich vielfältige Barrieren beim Zugang zu gesundheitsfördernden und präventiven Angeboten. Um diesen Hürden bei der Inanspruchnahme
effektiv begegnen zu können, sind niedrigschwellige Angebote, kultursensible Öffentlichkeitsarbeit
und gute Vernetzung mit den Communities wichtig (Dingoyan et al., 2022). Aber auch auf Seiten der Angebotsstrukturen erschweren beispielsweise Vorurteile der Fachkräfte, fehlende kultursensible
Zugangswege oder ein mangelndes kulturelles Verständnis die Zugangswege für die Dialoggruppe in
die Angebote (ebd.).
Die Entstehung von KoGi:
Das Gesundheitsamt Frankfurt setzt seit 2001 in enger Kooperation mit dem Verein „Maisha e. V. –
Verein für Migrantinnen und Migranten in Deutschland“ die humanitäre Sprechstunde um. Das
Angebot richtet sich an alle Menschen ohne oder mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz in der Stadt. Im Rahmen der humanitären Sprechstunde äußerten betroffene Frauen den Bedarf nach mehr Informationen über das deutsche Gesundheitssystem, um gesundheitsrelevante Entscheidungen auch selbstbestimmt treffen zu können. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Frankfurt und Vertreterinnen aus der Community entstand somit eine erste Initiative des KoGi-Projekts in 2009. Im Jahr 2013 wurden in diesem Rahmen erstmals Menschen mit eigener Migrationserfahrung zu Multiplikator*innen für spezifische relevante Gesundheitsthemen ausgebildet. Die Ausbildung wurde durch Fachkräfte des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem damaligen Kooperationspartner Selbsthilfe e. V. Frankfurt durchgeführt. Durch den engen Austausch und die Verbindung zu Vertreter*innen aus den Communities wurden in den darauffolgenden Jahren neue Gesundheitsthemen aufgenommen und weitere Gesundheitslots*innen ausgebildet.
Das Projekt KoGi verfolgt das Ziel, mehrsprachige und kultursensible Gesundheitsaufklärung in
Frankfurt am Main zu stärken und Gesundheitskompetenz sowie Selbstwirksamkeit insbesondere in
herausfordernden Lebenslagen zu fördern. Durch die Qualifizierung ehrenamtlich engagierter
Gesundheitslots*innen werden gesundheitsfördernde und präventive Inhalte niedrigschwellig,
kultursensibel und mehrsprachig in den Stadtteilen Frankfurts vermittelt. Übergeordnet sollen
dadurch (1) interkulturelle Öffnung gefördert, (2) direkte niedrigschwellige Gesundheitskommunikation ermöglicht und (3) ein Beitrag zur Verringerung gesundheitlicher
Ungleichheit im Rahmen der städtischen Gesamtstrategie „GUT GEHT’S“ geleistet werden.
KoGi richtet sich an Menschen in Frankfurt, die aufgrund ihrer sozialen Lage verstärkt gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind, insbesondere an Personen mit Migrationsgeschichte sowie an Familien und Einzelpersonen in sozial benachteiligten Lebenslagen. Dafür werden zunächst Daten der Gesundheitsberichterstattung aus dem Gesundheitsamt Frankfurt genutzt. Basierend auf Daten der amtlichen Statistik und den Erhebungen der Schuleingangsuntersuchungen wird jährlich ein Sozialindex berechnet. Diese Daten werden gezielt ausgewertet und für die Identifizierung von
Schwerpunktgebieten genutzt, in denen die Lots*innen anschließend aktiv werden sollen. Zusätzlich
liefern auch Lebenslagenkarten des Jugend- und Sozialamtes Informationen, die auf Grundlage des
Benachteiligungsindexes des Frankfurt Sozialraummonitorings für acht verschiedene Lebenslagen
erstellt wurden (Kinder- und Jugendarmut, Demografie und Familie, Klima und Umwelt, Gesundheit
und Ernährung, Bildung und Lernen, Erwerbstätigkeit und Arbeit, Einkommen und Vermögen sowie
Wohnen und Wohnumfeld). Ausgehend von diesen Lebenslagen wurde anhand von Steilteilprofilen
ein detaillierterer Blick auf fünf Frankfurter Stadtteile geworfen (Fechenheim, Griesheim, Bahnhofsviertel und Zeilsheim). Diese Ressourcen werden vom KoGi-Projekt genutzt, um die Menschen vor Ort passgenau zu adressieren.
Die Menschen werden als Expert*innen ihrer Lebenswelt verstanden. Angesprochen werden unter
anderem Eltern mit jungen Kindern, Geflüchtete und Asylsuchende sowie weitere Gruppen, die durch soziale, sprachliche oder strukturelle Barrieren erschwerten Zugang zu Gesundheitsförderung haben. Die Ansprache erfolgt überwiegend in den Lebenswelten wie Kitas, Schulen,
Gemeinschaftsunterkünften oder Stadtteil- und Migrant*inneneinrichtungen und bei Bedarf in der
jeweiligen Herkunftssprache oder in vereinfachtem Deutsch. Die Zielgruppen unterteilen sich je nach
Projektstrang und thematischem Schwerpunkt in spezifische Teilgruppen.
Vor diesem Hintergrund und auf Basis der verfügbaren Daten der Stadt Frankfurt wird das Projekt KoGi umgesetzt.
„Das Ziel von KoGi besteht darin, Multiplikatoren aus dem Kulturkreis und räumlichen Milieu
der Zielgruppen auf niedrigschwellige Art und Weise auszubilden, um langfristig die Gesundheitskompetenz verschiedener Bevölkerungsgruppen zu stärken. Hierzu zählen
insbesondere Menschen aus vulnerablen Gruppen und mit besonderen Unterstützungsbedarfen. Dies soll zu verschiedenen Gesundheitsthemen geschehen, bei denen sich in unseren Daten aus der Gesundheitsberichterstattung heraus eine Benachteiligung zeigt.“ – Dr. Schade, Interview Teil 1, Pos. 20, 2025
Aufbau des Projekts:
Das Projekt KoGi umfasst mittlerweile insgesamt vier verschiedene thematische Stränge.
1. „Generalistisches Modul“
Im Bestandsprojekt werden seit 2013 Veranstaltungen durch die ausgebildeten
Multiplikator*innen zu unterschiedlichen Themen der Gesundheitsförderung und Prävention
angeboten mit dem Ziel, die Gesundheitskompetenz und Selbstwirksamkeit der
Teilnehmenden zu stärken. Die Themen umfassen unter anderem übertragbare Erkrankungen
und Infektionsprävention, Patient*innenrechte und -sicherheit, sexuell übertragbare
Erkrankungen, seelische Gesundheit sowie Familienplanung, Verhütung und Schwangerschaft.
Die Veranstaltungen finden beispielsweise in Stadtteileinrichtungen, Moscheevereinen,
Kulturzentren oder Migrantenvereinen statt.
2. „KoGi Lotsen zur Elternbildung in (Grund-)schulen, Krippen und Kitas“ (Elementarmodul)
Die Erweiterung wurde 2019 konzipiert. Diese baut auf den Erfahrungen aus dem
Bestandsprojekt auf und basiert auf Ergebnissen einer Studie zur Umwelt, Sozialen Lage und
Gesundheit bei Kindern in Frankfurt (Schade, 2014). Das Aufbaumodul wurde von 2020-2024
im Rahmen der zielgruppenspezifischen Interventionen mit Mitteln des Präventionsgesetzes
von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (heute: BIÖG) gefördert und
läuft seit 2025 mit kommunalen Mitteln und kommunalisierten Landesmitteln weiter. Die in
dem Elementarmodul ausgebildeten Multiplikator*innen vermitteln Inhalte zum gesunden
Aufwachsen für Familien und Eltern von Kindern unter zehn Jahren z. B. in Krippen, Kitas oder
Grundschulen.
3. „Gemeinschaftsunterkünfte“ (GU)
Die Inhalte aus dem Modul GU adressieren Menschen mit Fluchterfahrung und Asylsuchende
u. a. mit Informationen zum deutschen Gesundheitssystem, mentaler Gesundheit oder
Ernährung. Dieser Strang startete im Jahr 2016. Die ausgebildeten Multiplikator*innen in
diesem Modul waren auch ein wichtiger Bestandteil für eine erfolgreiche Impfstrategie
während der COVID-19 Pandemie.
4. „KoGi – Klimalotsen zur (interkulturellen) Gesundheitsaufklärung von vulnerablen
Zielgruppen“
In dem 2025 neu aufgebauten Modul werden interessierte Multiplikator*innen zu
gesundheitsrelevanten Themen des Klimawandels (z. B. Klimafreundliche Ernährung und
(Fort-)Bewegung, Klimaangepasster Wohnraum, Klimagerechtigkeit und soziale Hilfen)
geschult. Das Ziel des Moduls ist es, das Wissen rund um die Themen Klima und Gesundheit in
der Bevölkerung zu stärken, um die Menschen besser vor den gesundheitlichen Auswirkungen
des Klimawandels schützen zu können sowie deren Anpassungskapazität und Resilienz zu
stärken. Das Projekt wird für drei Jahre (2025-2028) von der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit
Hessen auf Basis des Leitfadens Prävention mit rund 240.000,00 € gefördert.
Zu den unterschiedlichen Schwerpunkten werden freiwillige Laien aus der Zielgruppe zu
Gesundheitslots*innen ausgebildet. Die Lots*innen gestalten und begleiten niedrigschwellige
Veranstaltungen rund um verschiedene Themen aus dem Bereich der Gesundheitsförderung und
Prävention – von der Vorbereitung über die Durchführung bis hin zur Nachbereitung. Dabei sind sie
stets im direkten Kontakt mit den Zielgruppen.
Die Leitung des Projekts ist im Gesundheitsamt Frankfurt angesiedelt und umfasst neben der
Konzeption, Evaluation und Qualitätssicherung der einzelnen Bausteine auch die inhaltliche Mitarbeit, zum Beispiel bei der Entwicklung der Curricula für die Ausbildung der KoGi-Lots*innen.
Das Mehrgenerationenhaus Kinder im Zentrum Gallus e. V. ist operativ tätig und verantwortlich für die Koordinierung des Projekts. Dort werden die Kontakte der Lots*innen an interessierte Einrichtungen vermittelt und Termine vereinbart. Die Einrichtungen können beispielsweise Kitas, Grundschulen, Familienzentren, Migrantenvereine oder Gemeinschaftsunterkünfte sein. Pro Strang des KoGi-Projekts werden jährlich 100 Veranstaltungen von den Lots*innen durchgeführt. Die Anzahl der Teilnehmenden variiert dabei zwischen 4 und 30 Personen. Im Jahr 2025 waren insgesamt 47 Lots*innen aktiv im Einsatz, davon 39 Frauen und 8 Männer.
Auszeichnungen und bundesweite Vorbildfunktion:
Das KoGi-Projekt erhielt 2019 den hessischen Gesundheitspreis in der Hauptkategorie ‚Gesund
bleiben‘. Im Jahr 2022 wurde das Projekt außerdem mit dem zweiten Platz des „Zukunftspreises“ zum Schwerpunkt ‚Gesundheitskompetenz‘ des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ausgezeichnet. Den „Frankfurter Bürgerpreis“ erhielt das Projekt im Jahr 2023, insbesondere für das ehrenamtliche
Engagement der ca. 80 KoGi-Lots*innen. In der Kategorie ‚Gemeinsam lernen im Quartier‘ erhielt das KoGi-Projekt 2023 die Auszeichnung für nachbarschaftliches Engagement im Rahmen des Frankfurter Programms „Aktive Nachbarschaft“. Im Jahr 2025 wurde das Projekt ebenfalls mit einem Preis der DAK „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ ausgezeichnet.
Der Ansatz des Projekts stößt über Hessen hinaus auf großes Interesse. Die Projektleitung im
Gesundheitsamt Frankfurt unterstützt den Transfer, indem Informationen und Konzepte bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden. So haben sich bereits mehrere Kommunen deutschlandweit an KoGi
orientiert und den Ansatz für ihre Gegebenheiten vor Ort angepasst, um die Gesundheitskompetenz
von Bevölkerungsgruppen mit sozialer Benachteiligung über ausgebildete Multiplikator*innen aus den Communities zu stärken. Auch das hessische Landesprogramm „Wir fördern Gesundheit“ mit der Ausbildung von Gesundheitslots*innen orientiert sich an dem Frankfurter Ansatz. Vor Projektstart wurden dabei Informationen aus dem KoGi-Projekt zur Verfügung gestellt.
Setting-Ansatz
Im KoGi-Projekt werden spezifische Lebensumfelder, wie Schulen, Kindergärten und kommunale
Einrichtungen Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser) gezielt als Orte für
gesundheitsfördernde Maßnahmen genutzt. Nach dem Verständnis der WHO sind Settings
sozialräumliche Systeme, in denen Menschen ihren Alltag verbringen und die Bedingungen ihres
Lebens und ihrer Gesundheit gestalten (z. B. Kitas, Schulen, Quartiere oder Nachbarschaften).
Gesundheitsförderung soll dabei nicht isoliert auf individuelles Verhalten abzielen, sondern in den
konkreten Lebenswelten der Menschen ansetzen und gesundheitsförderliche Strukturen stärken, da
die Bedingungen in den jeweiligen Settings einen wesentlichen Einfluss auf die Möglichkeiten der
Menschen haben, ein gesundes Leben zu führen (WHO, 1986). Durch das KoGi-Projekt werden die
gesundheitsförderlichen Handlungsmöglichkeiten, Kompetenzen und Ressourcen der Menschen
gestärkt, um als Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt entsprechende Lebensbedingungen zu
entwickeln.
Dafür wird das Projekt vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit dem KiZ Gallus e. V. organisiert und in Kooperation mit verschiedenen Institutionen in der Stadt umgesetzt. Die im Rahmen des Projekts ausgebildeten KoGi-Lots*innen suchen Menschen in ihren alltäglichen Lebensumfeldern auf, um sie über Gesundheitsfragen zu informieren und so deren
Gesundheitskompetenz zu stärken. Durch intersektorale Zusammenarbeit und die Schaffung von
langfristigen Strukturen und Kooperationen im Rahmen des Projekts zielt KoGi darauf ab, die
gesundheitliche Chancengleichheit in den jeweiligen Settings in den Stadtteilen zu stärken und
benachteiligte Bevölkerungsgruppen gezielt zu unterstützen. Als Expert*innen ihrer eigenen
Lebenswelt können sich die Menschen dadurch stärker für gesundheitsfördernde Lebensbedingungen
in der jeweiligen Lebenswelt einsetzen. Unterstützung erhalten sie dabei auch durch Fachkräfte in den Settings, die im Rahmen des KoGi-Projekts zu verschiedenen Themen der jeweiligen Stränge geschult werden.
Verhaltensebene:
Der Schwerpunkt von KoGi liegt auf der interkulturellen Förderung der Gesundheitskompetenz von
Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen. Die Relevanz der Schulungsinhalte für die Zielgruppe wird durch eine partizipative Ausarbeitung und Aktualisierung der Curricula in multiprofessionellen Arbeitsgruppen sichergestellt. Die KoGi-Lots*innen vermitteln die ausgewählten Inhalte anschließend in den jeweiligen Muttersprachen und in unterschiedlichen Settings im Quartier/Stadtteil – teilweise auch aufsuchend, z. B. auf Spielplätzen oder Stadtteilfesten. Durch konkrete Beispiele aus der Lebenswelt der Menschen sollen diese befähigt werden, die gesundheitsförderlichen Inhalte leichter umzusetzen und zu verinnerlichen. So werden unter anderem praxisnahe Möglichkeiten vermittelt, wie man sich gesund und kostengünstig ernähren kann oder wie sich die körperliche Aktivität im Alltag steigern lässt und welche positiven Auswirkungen dies auf die Gesundheit hat. Welche Inhalte und Themen in den Informationsveranstaltungen für die Zielgruppe von den KoGi-Lots*innen behandelt werden, können finden Sie in Tabelle 2 in der Good Practice-Beschreibung.
Die Teilnehmenden, häufig Frauen bzw. Mütter, tragen die gelernten Inhalte anschließend in ihre
Familien und erhöhen damit die Reichweite des Projekts. Aufgrund von Rückmeldungen der
Teilnehmer*innen lässt sich annehmen, dass dadurch eine nachhaltigere Verhaltensänderung bei den Familienmitgliedern erreicht werden kann. Zudem tragen die Bürger*innen die erlernten Inhalte in ihre Communities weiter, was die Reichweite zusätzlich erhöht. Derzeit wird mittels Evaluationsbögen untersucht, welche Wirkungen bei den Teilnehmenden erzielt werden. Dabei soll erfasst werden, wie hoch die Akzeptanz für die Inhalte der Informationsveranstaltungen ist, ob die Teilnehmenden das vermittelte Wissen in ihren Alltag transferieren können und inwiefern sich ihre Einstellung hinsichtlich gesundheitsrelevanter Themen geändert hat.
Verhältnisebene:
Neben den angestrebten gesundheitsförderlichen Änderungen beim Verhalten der Zielgruppe werden auch die Verhältnisse in den Lebenswelten adressiert. So werden im Rahmen des KoGi-Projekts durch das Gesundheitsamt jährliche Schulungen für Fachkräfte angeboten, in denen thematisiert wird, wie die Lebenswelt gesundheitsförderlich gestaltet werden kann und worauf es bei bestimmten Themen ankommt (z. B. Schulungen für Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen oder der Senior*innenarbeit). Dabei werden beispielsweise die positiven Aspekte von gemeinschaftlichen Gartenprojekten oder Naschgärten für Kinder erörtert und wie man ein bewegungsfreundliches Umfeld für Kinder schafft. Gesundheitliche Herausforderungen und Chancen des Klimawandels für die Senior*innenarbeit werden im Rahmen der Fachkräfteschulungen ebenfalls behandelt. Inwiefern dadurch jedoch die Verhältnisse in den Einrichtungen nachhaltig gesundheitsförderlich beeinflusst werden, wird nicht strukturiert erfasst.
Bei der Umsetzung der Informationsveranstaltungen in den Einrichtungen wird auf eine
niedrigschwellige Arbeitsweise geachtet. Durch den Hinweis auf die Bereitstellung gesunder
Verpflegung, barrierefreier Räumlichkeiten und die Vermeidung von Stigmatisierung, können
Reflexionsprozesse in den Einrichtungen angestoßen werden. Außerdem ist im Kontext des
Klimaschwerpunkts ein verstärktes Engagement von Eltern in Schulen zu klimabezogenen Themen zu beobachten, wie beispielsweise der Schaffung von adäquaten Hitzeschutz. Eine strukturierte Erfassung der Wirkungen auf die Einrichtungen steht auch hier aus.
Die qualifizierten KoGi-Lots*innen sind als Vermittler zwischen den Communities und den
Trägerorganisationen tätig, also dem Gesundheitsamt und dem KiZ Gallus e. V.. Damit ist das Projekt auch in alltägliche Begegnungsstrukturen eingebettet. Das Mehrgenerationenhaus fungiert hierbei als niedrigschwelliger Ort der Begegnung im Quartier, an dem Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Herkunft und Lebenslagen regelmäßig zusammenkommen. In diesem Rahmen können gesundheitsbezogene Themen auch im informellen Austausch und im Zusammenhang weiterer Angebote des Mehrgenerationenhauses aufgegriffen werden. Das Mehrgenerationenhaus übernimmt damit eine unterstützende Rahmenfunktion für die Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen im Sozialraum.
Durch das regelmäßige Feedback der Teilnehmenden entsteht eine Wechselwirkung, wodurch besser
auf Bedarfe eingegangen und notwendige Strukturen in der Stadt gestärkt werden können. Zum
Beispiel wurde von Bürgerinnen eine mangelhafte Hebammenversorgung und lange Wartezeiten in
Arztpraxen beklagt. Die KoGi-Lots*innen wurden darin geschult, auf die daraufhin eingerichtete
Clearingstelle zur Hebammenversorgung aufmerksam zu machen. Zur Entlastung der Arztpraxen und Notaufnahmen sind im Curriculum der KoGi-Lots*innen Themen der Gesundheitsversorgung und die Zuständigkeiten der verschiedenen Hilfesysteme im deutschen Gesundheitssystem aufgenommen worden. Für eine bessere Entscheidungsgrundlage, ob bestimmte Situationen auch medizinische Notfälle sind, wird auch auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst und dessen Aufgaben und Funktionen verwiesen.
Darüber hinaus wird das Gesundheitsamt Frankfurt neben bereits umgesetzten Kurzvideos zu
bestimmten Themen (z. B. Bewegung) zukünftig auch Podcasts zu unterschiedlichen
Gesundheitsthemen anbieten. Der Bedarf an diesem Medium zur besseren Erreichbarkeit der
Zielgruppe wurde von den Lots*innen an das Gesundheitsamt getragen und daraufhin von der
Gesundheitskommunikation des Amtes aufgenommen. Neben den bereits bestehenden kurzen
Videoclips stellen die Podcasts eine weitere Möglichkeit dar, die Zielgruppe niedrigschwellig über
Gesundheitsthemen zu informieren.
➔ Niedrigschwellige Arbeitsweise
➔ Zielgruppenbezug
➔ Partizipation
➔ Belege für Wirkungen und Kosten
➔ Empowerment
Partizipation
Partizipation ist bei KoGi ein zentrales Element und wird systematisch und kontinuierlich in Planung,
Umsetzung und Evaluation berücksichtigt. Bereits die Entstehung des Projekts weist partizipative
Elemente auf: Das Projekt entstand aus Rückmeldungen von geflüchteten Frauen afrikanischer
Herkunft, die in Frankfurt unzureichenden Zugang zur Gesundheitsversorgung hatten und fehlende
Kenntnisse über das deutsche Gesundheitssystem äußerten. Ihre Bedarfe, u. a. zu Patientenrechten,
Frauengesundheit und Impfungen waren ausschlaggebend für die Entwicklung der ersten
Veranstaltungsinhalte im Bestandprojekt. Damit bildeten die Perspektiven der Betroffenen den
Ausgangspunkt für die Konzeption und Umsetzung des Projekts.
Beteiligung in Arbeitsgruppen:
Die partizipative Arbeitsweise zeigt sich auch in der Struktur des Projekts. In den Arbeitsgruppen der unterschiedliche Projektstränge nehmen neben Fachakteur*innen, ausgebildete KoGi-Lots*innen und vereinzelt Vertreter*innen der Zielgruppen teil, die von den Lots*innen gezielt angesprochen werden. Über Stakeholderanalysen werden relevante städtische Fachakteur*innen identifiziert und in die Curriculumsentwicklung eingebunden, etwa das Kinderbüro, das Jugend- und Sozialamt, das
Stadtschulamt oder Kitaträger. Diese Akteur*innen können über die jährlich stattfindenden
Stadtgesundheitskonferenzen im Rahmen von „GUT GEHT’S“ erreicht werden. Sie bringen ihre
Expertise ein und erkennen zugleich den Mehrwert der Zusammenarbeit, beispielsweise indem die
Lots*innen in Schulen oder Einrichtungen wirken können. So entstehen für alle Beteiligten Win-Win
Situationen.
Die Arbeit bei der Ausgestaltung der Module zeichnet sich durch gleichberechtigtes Mitspracherecht
aller Teilnehmenden aus. Zwar haben die beteiligten Personen aus der Zielgruppe kein formales
Vetorecht, doch die gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe stellt sicher, dass unterschiedliche
Perspektiven berücksichtigt werden. Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen werden abschließend im
Gesundheitsamt finalisiert.
Einbindung der primären Zielgruppen
Die primären Zielgruppen sind an verschiedenen Stellen des Projekts beteiligt. In der Entwicklung
neuer Projektstränge werden Bedarfsanalysen und Befragungen durchgeführt, deren Ergebnisse in die Curricula einfließen. Teilnehmende an den Informationsveranstaltungen füllen Feedbackbögen aus, die wissenschaftlich fundierte Fragen zur Gesundheitskompetenz enthalten. Die Befragung orientiert sich an den Messinstrumenten aus den Erhebungen für die Erfassung der Gesundheitskompetenz im Rahmen der HLS-GER Befragungen der Universität Bielefeld. Diese Rückmeldungen werden systematisch ausgewertet und in jährlichen Netzwerktreffen diskutiert (erste Ergebnisse folgen 2026).
Auch KoGi-Lots*innen bringen die Rückmeldungen der Teilnehmenden in standardisierten
Berichtsbögen ein. So entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf der Anpassung und Weiterentwicklung.
➔ Empowerment
➔ Konzeption
➔ Integriertes Handeln
Qualitätsmanagement
Die Qualitätssicherung und -entwicklung wird durch die Projektleitung im Gesundheitsamt Frankfurt
koordiniert und weiterentwickelt. Während es zu Beginn des Bestandsprojektes kein systematisches
Qualitätsmanagement gegeben hat, wurde dies seit Entwicklung der Elementarlots*innen
nachgearbeitet und kontinuierlich ausgeweitet. Entsprechend werden die bestehenden Projektstränge kontinuierlich optimiert bzw. entlang der Bedarfe angepasst.
Lots*innenausbildung:
Bei der Ausgestaltung der Ausbildungsinhalte für die KoGi-Lots*innen werden die Bedarfe der
primären Zielgruppe in mehrfacher Hinsicht berücksichtigt. So diente eine digitale Befragung der
Frankfurter Bürger*innen als Ausgangspunkt für die Inhalte der Ausbildung bei den Elementar- und
Klimalots*innen. Dabei wurde unter anderem abgefragt, welche Informationen benötigt werden, um
kompetente gesundheitsbezogene Entscheidungen treffen zu können. Die Ergebnisse aus der
Befragung flossen anschließend in die Entwicklung der Curricula für die Lotsenausbildung ein und
wurden in Arbeitsgruppen ausdifferenziert. Neben Fachexpert*innen und -akteur*innen bestehen die
Arbeitsgruppen aus bereits ausgebildeten KoGi-Lots*innen und Vertreter*innen aus der Zielgruppe.
Die Arbeitsgruppen treffen sich in der Regel jährlich und überarbeiten die Curricula unter anderem auf Basis von Feedback aus den Informationsveranstaltungen. Dabei wird darauf geachtet, dass alle
Mitglieder gleichberechtigt und auf Augenhöhe an der Entwicklung der Curricula beteiligt sein können. Dabei werden Vorschläge zur Überarbeitung und inhaltlichen Ausgestaltung der Curricula
gleichberechtigt aufgenommen. Jedes Mitglied der Arbeitsgruppen hat die Möglichkeit sich zu äußern. Entscheidungen zu Änderungen werden anschließend im Mehrheitsverfahren diskutiert und
aufgenommen. Für die Endabstimmung werden die Curricula nochmals allen zur Verfügung gestellt
und um ihre Stellungnahme gebeten.
Auf Basis dieser Lehrpläne werden die KoGi-Lots*innen ausgebildet. Die Qualität bei den Ausbildungen soll dadurch sichergestellt werden, indem sie von Fachexpert*innen, wie z. B. Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen oder Sozialarbeiter*innen durchgeführt werden. Dabei kann größtenteils auf Expert*innen aus dem Gesundheitsamt Frankfurt zurückgegriffen werden. Es werden aber auch andere Organisationen, wie zum Beispiel die Hessische Verbraucherzentrale, die ärztliche Gesellschaft
zur Gesundheitsförderung e. V. oder die Hochschule RheinMain bei der Ausbildung eingebunden.
Darüber hinaus werde die Lots*innen aktiv in die Transformation der Ausbildungsinhalte, in Fragen
der Bürgerpräsentation und in die Gestaltung der Inhalte in leichter Sprache eingebunden. Hierfür
finden regelmäßige Arbeitstreffen statt, die im gemeinsamen Austausch zwischen dem
Gesundheitsamt Frankfurt und dem Kooperationspartner KiZ Gallus e. V. inhaltlich koordiniert und
organisiert werden. Die erarbeiteten Inhalte sollen damit einem kontinuierlichen Qualitätsentwicklungsprozess unterliegen.
Qualitätssicherung der Informationsveranstaltungen:
Eine weitere Maßnahme der Qualitätssicherung ist die Standardisierung der Inhalte der
Informationsveranstaltungen. Es existieren einheitliche Informationsfolien, die derzeit in ein neues
Layout überführt werden. Ergänzend werden Handouts entwickelt, die den Teilnehmenden zur
Verfügung gestellt werden sollen. Ziel ist, eine einheitliche Vermittlung der Inhalte durch alle
Lots*innen sicherzustellen. Die einheitliche Erarbeitung der Materialien wird derzeit von der
Projektleitung in Zusammenarbeit mit KiZ Gallus e. V. und regelmäßigen Arbeitstreffen mit den
Lots*innen umgesetzt.
Evaluation und Weiterentwicklung der Veranstaltungen für die primäre Zielgruppe:
Über Feedbackbögen der Teilnehmenden soll die Steigerung der Gesundheitskompetenz bestimmt
werden. Bisher liegen noch keine Auswertungen vor, da der Befragungsmodus umgestellt wurde und
noch nicht ausreichend Datenmaterial vorliegt. Eine Auswertung der erhobenen Daten ist 2026
geplant, sobald eine belastbare Datengrundlage durch die Feedbackbögen geschaffen werden konnte. Darüber hinaus können die KoGi-Lots*innen das Feedback der Teilnehmenden in regelmäßigen Netzwerktreffen an die Projektträger rückmelden. Hierfür wird von den Lots*innen nach jeder Veranstaltung ein standardisierter Berichtsbogen ausgefüllt. Diese Ergebnisse fließen anschließend in die Weiterentwicklung und Aktualisierung der Curricula ein.
Zur Sicherung der Qualität nehmen punktuell auch Mitarbeitende des Gesundheitsamtes oder des
Mehrgenerationenhauses an Informationsveranstaltungen teil. Dies geschieht meist auf Basis der
Rückmeldungen von Teilnehmenden, wenn die Veranstaltung als nicht gewinnbringend bewertet
wurde. Ziel dabei ist es, die Qualität und Umsetzung der vermittelten Inhalte zu verbessern. So wird
sichergestellt, dass die Lots*innen die Inhalte im Sinne des Gesundheitsamtes korrekt vermitteln.
Unangemeldete Besuche finden nicht statt, um den KoGi-Lots*innen nicht den Eindruck zu vermitteln, kontrolliert oder beobachtet zu werden.
Externe Evaluation und wissenschaftliche Begleitung:
Im Rahmen einer Kooperation mit der Goethe Universität Frankfurt wurde für das KoGi-Projekt im
Wintersemester 2024/2025 ein Evaluationskonzept durch Studierende im Rahmen eines
Projektsemesters erarbeitet. Ziel der Kooperation war es, Indikatoren für Strukturen, Prozesse und für die Angebotsqualität zu definieren, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Evaluation
ermöglichen. Langfristig wird basierend auf dieser Arbeitsgrundlage ein umfassendes Evaluations- und Qualitätskonzept angestrebt, das sowohl auf Ebene einzelner Module als auch für das Gesamtprojekt anwendbar ist. Leider war die Ausarbeitung im Rahmen des Projektsemesters nicht gewinnbringend umgesetzt, weshalb die Ergebnisse für das Projekt nicht verwerten werden konnten. Eine externe Evaluation und wissenschaftliche Begleitung werden weiterhin angestrebt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Projektbeschreibung war nicht abzusehen, wann und wie ein solches umfassendes Evaluationskonzept durch externe Unterstützung erstellt werden kann.
Eine Evaluation der angebotenen kostenfreien Schulungen vom Gesundheitsamt für Fachkräfte war im Projekt aufgrund fehlender Ressourcen noch nicht umsetzbar. In Hinblick auf die Qualitätsentwicklung auf der Verhältnisebene müsste die Frage bearbeitet werden, inwiefern die Teilnahme an einer Fachkräfteschulung auch zu Veränderungsprozessen in den Einrichtungen geführt hat. Interne Qualitätsentwicklung Neben externen Impulsen verfolgt das Projekt auch zahlreiche interne Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Hilfreich ist dabei die kontinuierliche Kooperation und enge Abstimmung der Projektverantwortlichen im Gesundheitsamt und im KiZ Gallus e. V.. Aufgrund der gemeinsamen Reflektion wurden beispielsweise die Zugangsvoraussetzungen für Lots*innen (z. B. ausreichende Deutschkenntnisse, bevorzugt mit medizinischem oder pädagogischem Hintergrund) angepasst und eine Mindestanzahl an durchgeführten Informationsveranstaltungen für die Zielgruppe pro Jahr für die
einzelnen Lots*innen eingeführt. Dadurch kann eine gewisse Routine und Vertrautheit mit den zu
vermittelnden Inhalten sichergestellt werden.
➔ Dokumentation und Evaluation
➔ Nachhaltigkeit
Niedrigschwellige Arbeitsweise
Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt in allen Projektsträngen über ihre Lebenswelten, insbesondere in
sozial benachteiligten Quartieren der Stadt. Diese Quartiere werden im sozialen Lageindex von
Frankfurt ausführlich beschrieben (Bolz et al., 2024).
Aufsuchende Arbeit der Lots*innen:
Ein zentrales Merkmal der niedrigschwelligen Arbeitsweise im KoGi-Projekt ist der aufsuchende
Charakter. Die KoGi-Lots*innen gehen direkt in die Lebenswelten der Zielgruppen, z. B. in Kitas,
Schulen, Gemeinschaftsunterkünfte oder auf Stadtteilfeste. Sie sind auch aufsuchend an Orten
präsent, an denen die Zielgruppe ohne organisatorischen Rahmen zusammenkommt, etwa auf
Spielplätzen, vor Supermärkten oder in Bibliotheken.
Während der Corona-Pandemie wurden Informationsangebote gezielt im Freien und in unmittelbarer
Nähe zu Impfangeboten umgesetzt, was sich als sehr erfolgreich erwies. Ebenso waren Lots*innen
einige Tage vor Corona-Impfaktionen in Gemeinschaftsunterkünften zur Information und Aufklärung,
was sich positiv auf die Impfraten in Gemeinschaftsunterkünften ausgewirkt hat. Die Bewertung
beruht auf mündlichen Rückmeldungen der Infektiologie aus dem Gesundheitsamt Frankfurt. Eine
systematische Erfassung der erzielten Effekte konnte in Anbetracht der Umstände während der
Pandemie nicht durchgeführt werden.
Für das Gesundheitsamt wirken die KoGi-Lots*innen als Türöffner*innen in Communities, die für das
Amt ansonsten schwer zugänglich wären. Durch die kulturellen Hintergründe, Sprachkompetenzen
und oftmals auch durch das Vertrauen in den Communities können die Lots*innen Menschen
erreichen, die von formellen Strukturen nur sehr schwer erreicht werden. Die KoGi-Lots*innen stärken die Gesundheitskompetenz der Zielgruppen und tragen dazu bei bestehende Zugangsbarrieren zu überwinden.
Bekanntmachung des Projekts:
Die Reichweite des Projekts wird durch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die
Angebote von KoGi werden in Kitas, Schulen, Gemeinschaftsunterkünften, Moscheen,
Migrantenvereinen sowie über Social Media (Facebook, Instagram, WhatsApp-Kanal) bekannt
gemacht. Zudem gibt es Presse- und Fernsehbeiträge, die das Projekt und die Lots*innen öffentlich
sichtbar machen (vgl. z. B. ARD Serie „Lotsen durchs Leben | KoGi-Gesundheitslotsen (2/5)).
Gleichzeitig ist KoGi in das GUT GEHT´S-Netzwerk für Gesundheitsförderung in Frankfurt integriert.
Somit ist KoGi gut in Frankfurt eingebettet und bei der Dialoggruppe und den Fachkräften bekannt.
Durch Nutzung der vorhandenen Kommunikationskanäle können kontinuierlich interessierte
Bürger*innen für die Ausbildung zum KoGi-Lotsen oder zur KoGi-Lotsin gewonnen werden.
Rahmenbedingungen der Informationsveranstaltungen für die primäre Zielgruppe:
Die Veranstaltungen sind so gestaltet, dass der Zugang für alle Teilnehmenden auf vielfältige Weise
erleichtert wird. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Einrichtungen, in denen die
Veranstaltungen stattfinden. Über das KiZ Gallus e. V. wird im Vorfeld abgeklärt, welche und wie viele Teilnehmende zu erwarten sind, welche Themen für sie relevant sein könnten und welche Zeiträume für die Umsetzung der Veranstaltung geeignet sind. Eine wichtige Rolle spielen dabei die vorhandenen sprachlichen und kulturellen Hintergründe der zu erwartenden Teilnehmer*innen. Auf Basis der Vorabsprache mit den Einrichtungen können die Inforationsveranstaltungen passgenau gestaltet und geeignete KoGi-Lots*innen gefunden werden. Durch den Einsatz der entsprechenden Lots*innen werden sprachliche Barrieren gut überwunden. Um mehrere Sprachen in einer
Informationsveranstaltung abzudecken oder eine simultane Übersetzung zu ermöglichen, besteht
auch die Möglichkeit mehrere Lots*innen einzusetzen. Die Sprachkenntnisse der Lots*innen umfassen neben Deutsch unterschiedliche Sprachen wie Arabisch, Farsi, Dari, Bulgarisch, afrikanische Sprachen, Türkisch, Persisch, weitere persisch-afghanische Sprachen, Spanisch, Polnisch, Russisch, Slowakisch, Ukrainisch, Französisch, Englisch, etc. Die Schulungsunterlagen selbst sind ausschließlich auf Deutsch und werden derzeit in leichte Sprache überführt mit dazugehörigem Handout, welches an die Bürger*innen ausgegeben werden soll. Die Überarbeitung ist zum aktuellen Zeitpunkt (Juli 2026) noch nicht vollständig abgeschlossen. Durch das beibehalten von Deutsch als Amtssprache soll das Ziel unterstützt werden, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, sich im Gesundheitssystem sicher zu bewegen und deutschsprachige Gesundheitsinformationen besser zu verstehen.
Für die Teilnehmenden sind die Angebote kostenfrei. In Veranstaltungen in Kitas wird auch versucht,
ein gesundes Frühstück für die Teilnehmenden durch die Institutionen bereitstellen zu lassen, was zum einen die Teilnahme attraktiver macht und, durch den Fokus auf eine gesunde Ernährung, auch einen strukturellen Einfluss auf die Kitas haben kann.
Bei der Umsetzung wird außerdem darauf geachtet, dass die Kurse in barrierefreien Räumlichkeiten
stattfinden. Hinsichtlich Menschen mit Hör- oder Sehbehinderungen bestehen bislang allerdings keine Erfahrungen. Von den Projektverantwortlichen wird das als ein offener Entwicklungsbereich benannt.
Vermeidung von Stigmatisierung:
Auf Basis des partizipativ erarbeiteten Curriculums für die Ausbildung werden die Lots*innen auch zu Themen der interkulturellen und interreligiösen Kompetenz, kultursensiblen Ansprache und
Genderkompetenz geschult. So sollen stigmatisierende Zuschreibungen vermieden werden und mit
den Teilnehmenden auf Augenhöhe kommuniziert werden. Dieses Ziel wird auch durch die vielfältigen kulturellen Hintergründe der Lots*innen selbst unterstützt: Unter den ausgebildeten Lotsen befinden sich Menschen aus ca. 30 verschiedenen Nationen.
Um einen offenen und vertrauensvollen Austausch zu ermöglichen, werden beispielsweise Themen
der Frauengesundheit gezielt in Frauengruppen vermittelt. Für Männer werden spezifische Themen
angeboten. Der Anteil der männlichen Lotsen ist allerdings sehr gering: Von den über 100
ausgebildeten KoGi-Lots*innen sind lediglich acht Männer. Durch gezielte Ansprache wird versucht,
mehr männliche Interessenten für die Ausbildung zu KoGi-Lotsen zu gewinnen.
➔ Konzeption
➔ Lessons Learned
Multiplikatorenkonzept
Das Multiplikatorenkonzept bildet das zentrale Element von KoGi. Die KoGi-Lots*innen wirken als
„Türöffner“ zu schwer erreichbaren Zielgruppen und als Lots*innen im Sinne einer Orientierungshilfe
innerhalb des deutschen Gesundheits- und Unterstützungssystems.
Ziel ist es, Personen aus den Communities auszubilden, die Gesundheitsinformationen
niedrigschwellig, kultursensibel und mehrsprachig in ihre Lebenswelten tragen. Damit folgt das Projekt einem vom BIÖG hervorgehobenen Qualitätsmerkmal soziallagenbezogener Gesundheitsförderung: dem Einsatz von Multiplikator*innen zur Stärkung von Gesundheitskompetenz und Wissenszuwachs auf Augenhöhe (Blümel et al., 2024).
Zu Beginn der Projektstränge der „Elementarlotsen“ und der „Klimalotsen“ wurden darüber hinaus
Bedarfsanalysen durchgeführt. In digitalen Befragungen wurden unter den Frankfurter Bürger*innen
jeweils die Informationsbedarfe, Zugangsvoraussetzungen, Unterstützungsbedarfe (z. B. hinsichtlich
der Kinderbetreuung) sowie zeitliche und strukturelle Teilnahmebarrieren erfasst. Die Ergebnisse der
Befragungen flossen in die Entwicklung der Curricula ein und dienten der Ausgestaltung der
Lots*innen-Qualifizierung und der Informationsveranstaltungen.
Ausbildung der KoGi-Lots*innen und deren Funktionen:
Die Auswahl der KoGi-Lots*innen erfolgt nach klar definierten Kriterien. Bewerber*innen müssen ein
Motivationsschreiben und einen Lebenslauf einreichen. Erwartet werden neben ausreichenden
Deutschkenntnisse (mindestens Niveau B2) auch Kenntnisse einer weiteren Sprache (z. B. der eigenen Herkunftssprache) sowie persönliche Erfahrungen mit Migration oder einer internationalen
Familiengeschichte. Eine Ausnahme bilden dabei die Ausbildung zu Klimalots*innen, die für alle
Interessierten offen ist. Ein pädagogischer oder medizinischer Hintergrund wird bevorzugt, ist jedoch keine zwingende Voraussetzung. Diese Kriterien wurden eingeführt, um die Qualität und
Nachhaltigkeit der Ausbildung zu sichern. Interessierte Bürger*innen werden zu KoGi-Lots*innen
ausgebildet. Damit wird Partizipation über Mitgestaltung hinaus auf die Ebene der aktiven Umsetzung erweitert. Beispiele zeigen, dass Personen aus den Zielgruppen während Veranstaltungen oder öffentlichen Auftritten den Wunsch äußern, selbst Multiplikator*innen zu werden, und anschließend in die Umsetzung von KoGi integriert werden können.
Die Ausbildung dauert rund zwei Monate. Während der Ausbildung werden die Anwärter*innen
zweimal pro Woche zu verschiedenen Gesundheitsthemen geschult. Die Ausbildung der
Gesundheitslots*innen besteht aus insgesamt 15 Modulen: 12 Modulen mit jeweils drei Stunden und
drei Module mit jeweils vier Stunden. Die Ausbildung der Klimalots*innen besteht aus insgesamt 12
Modulen: 10 Module mit jeweils drei Stunden und zwei Module mit jeweils vier Stunden. In den
Modulen werden die in Tabelle 2 aufgeführten Inhalte für jeden Strang des KoGi-Projekts thematisch
zusammengefasst und behandelt. Die Anwärter*innen müssen dabei mindestens 80 % der Zeit
anwesend sein. Zu den Inhalten der Ausbildung gehören auch methodische Kompetenzen, wie
Moderationstechniken, Präsentationsfähigkeiten, Konfliktmanagement und Zeitorganisation. Diese
Inhalte werden in einem praxisnahen Methodenblock vermittelt. Das Ziel der Ausbildung ist es, dass
die Lots*innen die Bevölkerung sensibilisieren, Grundinformationen zu Gesundheitsthemen vermitteln können, zur Selbsthilfe anleiten und den Zugang zu professioneller Hilfe aufzeigen. Wichtig ist dabei hervorzuheben, dass eine fachliche Beratung nicht zum Auftrag der KoGi-Lots*innen gehört.
Das Curriculum für die Ausbildungen wird partizipativ mit unterschiedlichen Akteur*innen,
Fachexpert*innen und Vertreter*innen der Zielgruppe entwickelt. Sie finden sowohl im KiZ Gallus e. V. als auch im Gesundheitsamt Frankfurt statt. Ein großer Teil der Ausbildung kann dabei über
Expert*innen aus dem Gesundheitsamt abgedeckt werden. So konnten seit 2013 in mehreren
Lehrgängen über 100 Lots*innen ausgebildet werden, von denen aktuell noch ca. 60 im Projekt
vermehrt aktiv sind und Informationsveranstaltungen für die Zielgruppe durchführen.
Die Lots*innen erhalten eine kontinuierliche Begleitung. Regelmäßige Netzwerktreffen der Lots*innen mit Vertreter*innen aus dem KiZ Gallus e. V. und dem Gesundheitsamt Frankfurt dienen dem Austausch, der Reflexion und der Supervision. Rückmeldungen aus Veranstaltungen werden über Feedback- und Berichtsbögen systematisch erfasst. Fragen, welche die Lots*innen nicht beantworten können, werden an das Gesundheitsamt zurückgespielt, von Fachkräften geklärt und anschließend durch die Lots*innen in die Communities getragen.
Neben der Durchführung von Informationsveranstaltungen für die Zielgruppe übernehmen die
Lots*innen noch weitere Aufgaben: Sie sind Helfer*innen in komplexen Versorgungssituationen,
Brückenbauer zwischen diversen Kulturen, aber auch zwischen Migrant*innen und den Akteur*innen
des Gesundheitssystems. Sie erleichtern den Zugang zum Gesundheitssystem, tragen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Zielgruppe bei und wirken bei Präventions- und Aufklärungsprojekten mit. Beispielhaft kann hier die Unterstützung der Lots*innen bei der Frankfurt Befragung zu den Themen Umwelt, Soziale Lage und Gesundheit bei Kindern genannt werden. Die Lots*innen dienten als Türöffner für schwer erreichbare Familien mit Migrationsbiografie und standen für Rückfragen zu den Fragebögen zur Verfügung.
Öffentlichkeitsarbeit und Gewinnung neuer KoGi-Lots*innen:
Die Gewinnung neuer KoGi-Lots*innen erfolgt vor allem über bestehende Netzwerke und den direkten Kontakt in den Lebenswelten der Zielgruppen. Häufig werden Interessierte im Rahmen von KoGiVeranstaltungen, durch persönliche Ansprache aktiver Lots*innen oder über Kooperationspartner wie Kitas, Schulen, Migrant*innenselbstorganisationen, Gemeinschaftsunterkünfte und Stadtteil einrichtungen auf die Möglichkeit einer Mitarbeit aufmerksam. Ergänzend trägt die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts zur Gewinnung von Multiplikator*innen bei. In der Praxis äußern Teilnehmende und Personen aus den Communities auch den Wunsch, nach einer Veranstaltung selbst als KoGi-Lots*in tätig zu werden.
Informationsweitergabe in die Lebenswelten:
Rückmeldungen von Teilnehmenden der Veranstaltungen zeigen, dass diese selbst als
Multiplikator*innen tätig sind: Die Teilnehmenden tragen die gelernten Inhalte aus den
Veranstaltungen in ihre Familien und sozialen Netzwerke weiter. Dadurch können mit den Angeboten
über direkte Kontaktzahlen hinaus weitere Personen im Umfeld der Teilnehmenden erreicht werden,
die ansonsten nur schwer für Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention zu gewinnen sind.
Im Rahmen von Befragungen berichten die Teilnehmenden, dass sie neues Wissen erworben und mehr Sicherheit im Umgang mit Gesundheitsthemen gewonnen haben.
Jährlich finden ca. 100 Veranstaltungen pro Projektstrang im KoGi-Projekt statt. Die direkte und
indirekte Reichweite wird von den Projektverantwortlichen dadurch auf mehrere tausend Personen
pro Jahr geschätzt.
➔ Niedrigschwellige Arbeitsweise
➔ Empowerment
➔ Integriertes Handeln
Multiplikator*innen als Erfolgsfaktor:
Das Projekt KoGi zeigt, dass Multiplikator*innen aus den Communities selbst ein wichtiger
Erfolgsfaktor sind, um Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen zu erreichen. Durch eine
Kommunikation auf Augenhöhe, dem niedrigschwelligen Zugang sowie der kulturellen und
sprachlichen Nähe kann die Zielgruppe erfolgreich erreicht werden. Einen großen Beitrag leisten dabei auch die aufsuchenden Elemente der Lots*innen im Rahmen des KoGi-Projekts.
Diese Merkmale fördern den Wissenszuwachs und die Stärkung der Gesundheitskompetenz in der
Zielgruppe. Das KoGi-Projekt ist in Frankfurt inzwischen sehr bekannt, was nicht zuletzt auf die
mündlichen Weiterempfehlungen und die Netzwerke der Lots*innen zurückzuführen ist. Das
Multiplikator*innenkonzept hat sich damit als ein erfolgreicher Ansatz bewiesen, der auch in anderen Kommunen in Deutschland auf Interesse stößt. Dabei wird der Transfer des Projekts in andere Städte aktiv unterstützt, indem Materialien, Curricula und methodische Ansätze von der
Projektverantwortlichen offen geteilt und bereitgestellt werden.
Setting-Ansatz:
Die Erfahrungen aus der Umsetzung des KoGi-Projekts zeigen, dass durch den Setting-Ansatz wichtige Zugänge zu den Zielgruppen eröffnet werden können und dadurch die Gesundheitskompetenz im Alltag gestärkt wird. Gleichzeitig wird in der Reflexion des Vorgehens deutlich, an welchen Stellen weiterer Entwicklungsbedarf besteht. Trotz vieler guter Ansätze besteht hinsichtlich des Setting Ansatzes im KoGi Projekt noch weiteres Potential. Strukturelle Veränderungen in den Lebenswelten stehen derzeit nicht im Mittelpunkt der Bemühungen des Projekts. So könnten beispielsweise durch die Einrichtung eines übergreifenden Steuerungskreises zur Setting-Entwicklung unter Beteiligung aller relevanter Akteur*innen gemeinsame Umsetzungsschritte zur gesundheitsförderlichen Entwicklung der Lebenswelten vorangetrieben werden. Dies könnte orientierend an der Arbeitsweise in den AG Runden zur Ausarbeitung der Curricula geschehen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise die Einbindung der KoGi-Lots*innen in die gesetzlich verankerte AG §78 Kinder- und Jugendarbeit mit anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe, Träger von geförderten Maßnahmen und der öffentlichen Träger der Jugendhilfe.
Standardisierung der Informationsveranstaltungen:
Besonders wichtig ist auch die Wahrung eines einheitlichen Qualitäts- und Informationsstandards in
den Informationsveranstaltungen, da die KoGi-Lots*innen im Auftrag des Gesundheitsamtes handeln und auftreten. Alle Multiplikator*innen sollen dieselben Kernbotschaften und Inhalte weitergeben, auch um die Verlässlichkeit der vermittelten Inhalte sicherzustellen. Kommt es zu Abweichungen bei den Inhalten, werden die entsprechenden Lots*innen gezielt adressiert. Im Einzelfall kann es bei Nichteinhaltung dieser Standards auch zu Ausschlüssen von Lots*innen aus dem Pool der Multiplikator*innen kommen. Der kontinuierliche Austausch zwischen den Trägerorganisationen und den KoGi-Lots*innen wird dennoch als wichtig erachtet und nimmt einen hohen Stellenwert in dem Projekt ein.
Aufbereitung der Materialien:
Eine weitere wichtige Lehre aus der Praxis betrifft die Gestaltung der Veranstaltungsmaterialien.
Rückmeldungen zeigten, dass viele Präsentationen zu textlastig und komplex waren. Daher werden die Unterlagen derzeit in Zusammenarbeit mit KiZ Gallus e. V. und den Lots*innen in einfache Sprache übertragen. Bei diesem Prozess, der schrittweise erfolgt und derzeit noch andauert, wird auch auf ein einheitliches Layout im Stil des Gesundheitsamtes Frankfurt geachtet. Die Präsentationen finden grundsätzlich auf Deutsch statt und werden bei Bedarf von den Lots*innen simultan in die jeweils benötigte Sprache übersetzt. Mehrsprachige Handouts sind zunächst nicht vorgesehen, da Deutsch als Amtssprache beibehalten werden soll. Dies unterstützt auch das Ziel, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, sich im deutschen Gesundheitssystem sicher zu bewegen und deutschsprachige Gesundheitsinformationen besser zu verstehen.
Methodentraining und Umgang mit schwierigen Situationen:
Das KoGi-Projekt hat aus der Praxis gelernt, dass auch der Umgang mit schwierigen
Gesprächssituationen in Veranstaltungen ein zentrales Thema ist. Aus diesem Grund wurde der
Ausbildungsteil, in dem methodische Inhalte vermittelt werden, um Elemente des
Konfliktmanagements erweitert. Dabei werden die Lots*innen darin geschult, wie sie mit kritischen
oder ablehnenden Teilnehmenden umgehen, Diskussionen moderieren und Gruppenprozesse stabil
halten können. In der Zeit der Coronapandemie war dies von besonderer Bedeutung, als es vermehrt zu kontroversen Diskussionen rund um das Thema Impfen kam. Dieses Wissen soll perspektivisch weiter ausgebaut und strukturiert werden. Angedacht sind hierfür Checklisten oder kurze Handlungsleitfäden, die allen Lots*innen zur Verfügung stehen.
Ehrenamt, Motivation und Spezialisierung:
Ein zentrales Erfolgsmerkmal ist die kontinuierliche Motivation der KoGi-Lots*innen. Sie arbeiten
ehrenamtlich, erhalten aber eine Aufwandsentschädigung, die ihre Tätigkeit wertschätzt und bewusst höher angesetzt ist als in vergleichbaren Projekten. Um langfristiges Engagement zu sichern, wurde durch die Projektverantwortliche die Regel eingeführt, dass jeder ausgebildete Lotse bzw. jede ausgebildete Lotsin mindestens ein bis zwei Veranstaltungen pro Jahr durchführen soll. Nach Abschluss der Grundausbildung können sich die Lots*innen auf einzelne Themenfelder spezialisieren. Diese Fokussierung ermöglicht es ihnen, ihre individuellen Stärken einzubringen und das Wissen praxisnah zu vertiefen, was die Motivation stärkt und sich positiv auf Qualität der Informationsveranstaltungen auswirkt.
Gender-Aspekte und Teilhabe:
In der Umsetzung des Projekts ist es immer wieder auffällig, dass Frauen unter den Lots*innen deutlich überrepräsentiert sind. Männer sind sowohl bei der Ausbildung als auch bei der aktiven Mitwirkung viel seltener vertreten. Dies kann vermutlich auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden. So unterscheidet sich häufig die berufliche Situation, Männer haben oftmals andere familiäre Verpflichtungen und auch kulturelle bzw. gesellschaftliche Rollenbilder können einen Einfluss haben. Die Erfahrungen in dem Projekt legen nahe, dass Männer schwerer für ehrenamtliche Tätigkeiten in der Gesundheitsförderung gewonnen werden können. Um dieses Ungleichgewicht zu verringern, könnten künftig gezielte Kommunikationsstrategien, spezifische Themenschwerpunkte oder Kooperationen mit Organisationen, die sich an Männer richten, hilfreich sein. Durch diese Weiterentwicklungen im KoGi-Projekt könnten so vielleicht auch mehr männliche Teilnehmende bei den Informationsveranstaltungen erreicht werden.
Herausforderungen partizipativer Prozesse:
Die Kooperation und integrierte Netzwerkarbeit mit verschiedenen Fachämtern bis hin zum Stadtrat,
Vereinen und Einrichtungen wird als wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts gesehen. Diese Netzwerke ermöglichen Transparenz, Synergien und eine bedarfsorientierte Angebotsgestaltung. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass partizipatives und integriertes Arbeiten zeit- und ressourcenintensiv ist. Aushandlungsprozesse mit verschiedenen Akteur*innen erfordern Zeit, Moderation und die Fähigkeit, unterschiedliche Interessen zu integrieren. Je mehr Akteure beteiligt sind, desto größer wird dabei der Abstimmungsaufwand. Es gilt, zwischen vielfältigen Bedürfnissen zu vermitteln und tragfähige Kompromisse zu finden. Gleichzeitig trägt die partizipative Arbeitsweise maßgeblich zum Erfolg und zur Akzeptanz des Projekts bei.
Die Erfahrungen aus über zehn Jahren Projektarbeit im Rahmen von KoGi verdeutlichen, dass die
Qualifizierung von Multiplikator*innen ein äußerst wichtiges Instrument zur Förderung von
Gesundheitskompetenz bei sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen ist. Einheitliche Qualitätsstandards bei der Ausbildung der KoGi-Lots*innen und in den Informationsveranstaltungen
sind entscheidend, um Glaubwürdigkeit zu gewährleisten und Reichweite zu ermöglichen. Ebenso
wichtig ist auch eine stabile und verlässliche Finanzierung. Sie ermöglicht langfristige Planung, zeit-
und ressourcenintensive Aushandlungsprozesse mit verschiedenen Akteuren und eine wertschätzende Entlohnung der Lots*innen für ihren Einsatz.
Weiterführende Materialien:
Projektwebsite:
• Gesundheitsamt Frankfurt am Main:
https://frankfurt.de/themen/gesundheit/gesundheitsfoerderung/kommunale
gesundheitsinitiativen-interkulturell
• Mehrgenerationenhaus Kinder im Zentrum Gallus e. V.: https://www.kiz
gallus.de/category/das-mehrgenerationenhaus/kogi-projekt/
Beschreibung der KoGI-Projektstränge:
• Erweiterung Krippe, Kita, Schule: https://frankfurt.de/themen/gesundheit/gesundheitsfoerderung/kommunale
gesundheitsinitiativen-interkulturell/kogi-erweiterung-krippe_kita_schule
• Klimalots*innen:
https://frankfurt.de/themen/gesundheit/gesundheitsfoerderung/kommunale
gesundheitsinitiativen-interkulturell/klimalotse
• Pressemitteilung GKV-Bündnis für Gesundheit Hessen: https://www.gkv
buendnis.de/aktuelles/presse/pressemitteilung_detailseite/pressemitteilung_detail_seite_3
136.html -
• Beitrag in der Zeitschrift „Health Literacy Research and Practice“:
https://journals.healio.com/doi/10.3928/24748307-20220829-01
KoGi Videoserie:
• Gesundheitswissen kompakt - Die Serie zur Gesundheitsförderung:
https://frankfurt.de/themen/gesundheit/gesundheitsfoerderung/kommunale
gesundheitsinitiativen-interkulturell/kogi-videoserie
Eintrag in der Praxisdatenbank des Kooperationsverbundes:
• Kommunale Gesundheitslots*innen interkulturell (KoGi): https://www.gesundheitliche
chancengleichheit.de/praxisdatenbank/detailseite/kommunale-gesundheitslotsinnen
interkulturell-kogi/
Diversität in Frankfurt:
• Frankfurter Integration- und Diversitätsbericht 2021:
https://www.amka.de/sites/default/files/2023-07/AmkA_Integrations
_u_Diversitaetsbericht_2021.pdf
• Monitoring zur sozialen Segregation und Benachteiligung in Frankfurt:
https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/publikationen/jugend--und
sozialamt/monitoring-zur-sozialen-segregation-und-benachteiligung/musterseite-publikation
Projekt Mimi – Mit Migranten, für Migranten:
• Transkulturell sensible Gesundheitsförderung partnerschaftlich gestalten:
https://bvpraevention.de/cms/index.asp?inst=newbv&snr=13844
Literaturverzeichnis:
• Anderberg, M., & Siuda, E. (2022). Häusliche Gewalt und COVID-19. Ifo Institut.
https://www.ifo.de/DocDL/sd-2022-01-anderberg-rainer-siuda-haeusliche-gewalt-covid-19.pdf
• Bartig, S., Bug, M., Koschollek, C., Kajikhina, K., Blume, M., Siegert, M., Heidemann, C., Walther, L., Neuhauser, H., & Hövener, C. (2023). Health of people with selected citizenships in Germany:
prevalence of non-communicable diseases and associated social as well as migration-related
factors. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 66(10), 1071
1082. https://doi.org/10.1007/S00103-023-03767-4
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Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden.
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Benachteiligung | Stadt Frankfurt am Main. https://frankfurt.de/service-und
rathaus/verwaltung/publikationen/jugend--und-sozialamt/monitoring-zur-sozialen-segregation
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• Dingoyan, D., Metzner, F., Usko, N., Krause, N. R., & Kofahl, C. (2022). Utilization of health promotion and preventive programs for people with migration background: A qualitative study with
professionals of migrant self-organizations. Prävention und Gesundheitsforderung, 17(4), 409
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• Statistisches Bundesamt (2025). Migrationshintergrund.
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• Stadt Frankfurt am Main. (2024). Monitoring zur sozialen Segregation und Benachteiligung.
https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/publikationen/jugend--und
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• Vielfalt bewegt Frankfurt - Integrations- und Diversitätskonzept für Stadt, Politik und Verwaltung
(2011).
• World Health Organization (WHO) (1986): Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung.
https://iris.who.int/handle/10665/349654
Beginn: Januar 2013
Abschluss: kein Ende geplant
- Personen mit niedriger Schulbildung (z.B. Personen ohne qualifizierten Schulabschluss)
- Alleinerziehende in schwieriger sozialer Lage
- Geflüchtete
- Migrant/-innen in schwieriger sozialer Lage
- Personen in strukturschwachen Wohnregionen / Quartieren
- Altersgruppenübergreifend
- Jungen / Männer
- Mädchen / Frauen
Alle ausgebildeten Gesundheitslotsinnen weisen eine Migrationsgeschichte auf und können mindestens 2 Sprachen sprechen, um bei Verständigungsproblemen auch in der Herkunftssprache Gesundheitsaufklärung zu betreiben.
Wir arbeiten eng mit allen relevanten Lebenswelten, in denen wir unsere Zielgruppen erreichen können, zusammen.
Moscheevereine
Migrantenvereine
Kirchen
Kindereinrichtungen (Krippe, Kita, Grundschule)
Sozialrathäuser
Gemeinschaftsunterkünfte
überall wo wir angefragt werden (z.B. Aktionen an Supermärkten, Parks - Erschließung neuer Zugangswege)
- Psychische Gesundheit
- Soziale Teilhabe (Integration, Inklusion)
- Stadtteil-/ Gemeinwesenarbeit, Nachbarschaftsnetzwerke
- Sonstiges: Vielfältige Themen der körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit werden in Veranstaltungen durch die Lots*innen an Menschen und Eltern zur Stärkung der Gesundheitskompetenz vermittelt.
Sonstiges: Das Angebot kann in allen Lebenswelten umgesetzt werden, vorrangig sind wir in Frankfurt in Kindereinrichtungen, Bildungseinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften, Moschee- und Migrantenvereinen sowie Freizeiteinrichtungen aktiv.
Was machen Sie, um die Qualität Ihres Angebotes weiterzuentwickeln?
KoGi hat eine Netzwerkstruktur, wo man sich zu regelmäßigen Austauschtreffen trifft alle 2 Monate. Des Weiteren wurde/wird die Curriculare Ausarbeitung der Schulungsinhalte in einem partizipativen Prozess erarbeitet innerhalb einer Arbeitsgruppe, in der alle relevanten Stakeholder mit vertreten sind als auch die zu erreichende Zielgruppe. Wir versuchen stetig neue Zugangswege in dem Projekt zu erschließen, um die Zielgruppen in ihrem Lebensumfeld besser zu erreichen. Das Curriculum unterliegt einem stetigen Qualitätsentwicklungsprozess und wird jährlich angepasst bzw. weiterentwickelt. Auch werden die Veranstaltungen und die Schulungen mittels Evaluationsbögen evaluiert, um die Qualität innerhalb des Projektes stetig zu prüfen.
Welche Erfahrungen haben Sie bei der Qualitätsentwicklung Ihres Angebotes gemacht?
Welche Stolpersteine haben Sie festgestellt?
Partizipation und Einbindung aller relevanter Akteure sowie der Menschen, die wir zu erreichen versuchen, ist die beste Art und Weise die Qualität dieses Projektes zu halten und stetig Verbesserungsprozesse vornehmen zu können. Diese Arbeitsstruktur hat sich bewährt und ist erfolgreich.
Wie dokumentieren Sie Ihre Arbeit? (z.B. Konzepte, Handreichung)
Alle Multiplikatoren gehen mit einheitlichen qualitätsgeprüften und in leichter Sprache überführten Präsentationen in die Einrichtungen. Auch sind schon Videobeiträge und Fernsehbeiträge entstanden über das Projekt. Auch versuchen wir unsere Arbeit in wissenschaftlichen peer reviewed journals zu veröffentlichen.
Quelle der Veröffentlichung/URL: https://journals.healio.com/doi/10.3928/24748307-20220829-01
Ergebnisbericht
Es ist kein Ergebnisbericht vorhanden.
Das Vorgehen der Qualitätsentwicklung kann ganz unterschiedlich sein. Einiges haben Sie bereits genannt. Welches der folgenden Verfahren wenden Sie zusätzlich an?
Erläuterung
Mittels Evaluationsfragebögen nach den Veranstaltungen und nach der Schulung.
Methoden werden bei der Selbstevaluation angewendet?
Fragebogen
Die Qualitätsentwicklung und Ergebnissicherung sind in ein Qualitätsmanagementsystem eingebunden.
Dokumente zur Qualitätsentwicklung
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