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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Zukunftschancen für Kinder durch Bildungs- und Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen

Berliner Landesprogramm Kitas bewegen - für die gute gesunde Kita

  • Ute Wenzlaff-Zwick , Bezirksamt Mitte von Berlin, Jugendamt
  • Steffi Markhoff , Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
16.06.2013

Eine humane Ge­sell­schaft ist auf gesunde, selbstbewusste und gebildete Generationen an­ge­wie­sen. Bestmögliche Zukunftschancen für Kinder zu er­mög­li­chen, ist das Hauptziel des Ber­li­ner Landesprogramms Kitas be­we­gen - für die gute gesunde Kita. Das Land Ber­lin verfolgt ge­mein­sam mit einer Vielzahl an bedeutenden Partnern aus dem Bildungs- und Gesundheitsbereich die­ses anspruchsvolle Ziel.

Wie ist es mög­lich, trotz unterschiedlicher individueller und sozialer Voraussetzungen, Zukunftschancen von Kin­dern zu op­ti­mie­ren?

Neben der Fa­mi­lie als primärer Sozialisationsinstanz haben Kindertageseinrichtungen hervorragende Ge­le­gen­heit­en, die Bil­dung und Ge­sund­heit von Kin­dern zu stär­ken und zu för­dern, in­dem sie den Kita-Alltag so ge­stal­ten, dass  ge­sundes Aufwachsen und gute Entwicklungsmöglichkeiten für al­le Kinder durch ei­ne anregungsreiche Um­ge­bung positiv beeinflusst wer­den. Voraussetzung hierfür ist, dass in den Kindertageseinrichtungen Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her ar­bei­ten, die für diese Auf­ga­be sensibilisiert sind und Rah­men­be­din­gung­en vorfinden, die ge­sundes Arbeiten und Aufwachsen er­lau­ben. Es hat sich gezeigt, dass pädagogische Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter aus guten ge­sun­den Kitas weniger un­ter Be­las­tung­en und Krank­heit­en leiden. Berufliche Zu­frie­den­heit ist ei­ne förderliche Grund­la­ge für die Ge­stal­tung ei­ner dem Kind zugewandten At­mo­sphä­re, um psychisches, physisches und soziales Wohl­be­fin­den bei den Kin­dern zu in­ten­si­vie­ren.

Die Um­set­zung des Landesprogramms schärft bei al­len am Kita-Alltag Be­tei­lig­ten den Blick da­für, dass Ge­sund­heit und Wohl­be­fin­den Voraussetzungen und zu­gleich Resultate gelingender Bil­dungsprozesse sind. Das Pro­gramm stützt sich da­bei auf den so genannten salutogenetischen An­satz und des­sen zentrale Fra­ge „Was erhält den Menschen ge­sund?“ Diese gibt An­lass, die Res­sour­cen und Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte und der Kinder zu re­flek­tie­ren. Es lohnt sich, ins­be­son­de­re mit Blick auf die zum Teil schwierigen Le­bens­be­din­gung­en, die Kinder vorfinden, über Schutzfaktoren und den Auf­bau von Resilienz nachzudenken. Der salutogenetische An­satz lässt sich eben­so auf Fra­gen des demografischen Wandels und des Personalmangels im Elementarbereich an­wen­den. Auch hier gilt es, die Gesunderhaltung in den Fo­kus zu rü­cken und herauszufinden, wel­che Res­sour­cen zum ei­nen auf Sei­ten der Er­zie­herInnen und zum anderen in Be­zug auf äu­ße­re Rah­men­be­din­gung­en hilfreich sind. Im Landesprogramm er­hal­ten da­her so­wohl die Ver­hal­tens- als auch die Verhältnisprävention ei­nen wichtigen Stel­len­wert.

Um das Ziel des Landesprogramms zu er­rei­chen, ar­bei­ten al­le Part­ner, KoordinatorInnen, Kita-Träger und Kitas eng zu­sam­men. Grundbestandteil der Pro­grammumsetzung ist ein Schulungskonzept, in wel­chem die Kita-Leitung und ei­ne weitere pädagogische Fach­kraft aus je­der teilnehmenden Kindertageseinrichtung als MultiplikatorInnen für ihr Team geschult und durch den gesamten Organisationsentwicklungsprozess begleitet wer­den.

Derzeit wird das Pro­gramm in vier Ber­li­ner Bezirken umgesetzt, so dass 4450 Kinder in 58 Kitas er­le­ben kön­nen, was die inhaltliche Aus­ei­nan­der­set­zung der Kita mit Bil­dung und Ge­sund­heit bewirkt.

Wie schaffen es die teilnehmenden Kindertageseinrichtungen, ih­re Bildungs- und Gesundheitsqualität über den Weg einer systematischen Organisationsentwicklung im Rahmen des Ber­li­ner Landesprogramms ggK zu stei­gern?

Gute gesunde Kitas ge­hen auf diesem Weg 6 Schritte:

Dieser Or­ga­ni­sa­ti­onsentwicklungs­kreislauf wird in Form ei­ner sechstägigen Multiplikator­Innenschulung durch speziell für das Landes­programm qualifizierte TrainerInnen begleitet. Im An­schluss er­hal­ten die Multiplikator­Innen fachliche Un­ter­stüt­zung durch bezirkliche KoordinatorInnen so­wie in Form von umfassenden Begleit­materialien, um den partizipativen Pro­zess der Wei­ter­ent­wick­lung in ih­rem Team zu be­glei­ten.

Der angestoßene Qualitätsentwicklungsprozess fügt sich in die Qualitätsentwicklungen des Elementarbereichs im Land Ber­lin ein. Das Landesprogramm ist zu­dem als internes Evaluationsverfahren im Land Ber­lin anerkannt und stellt in diesem Zu­sam­men­hang ei­ne Online-Be­fra­gung zur Bil­dungs- und Ge­sund­heitsqualität für Eltern und pädagogische Fachkräfte be­reit.

Die Steu­e­rung und Or­ga­ni­sa­ti­on des Landesprogramms sind partizipativ und be­darfs­ge­recht angelegt. Die Er­fah­rung­en und Bedarfe der Kitas wer­den in den Steu­e­rungsrunden der Kita-Träger und Part­ner berücksichtigt und ein angemessenes Fortbildungsangebot, ge­mäß den in­di­vi­du­ell formulierten Ziel­set­zung­en der Kita-Teams, wird er­mög­licht.

Das Pro­gramm profitiert au­ßer­dem von den Er­fah­rung­en, die be­reits seit dem Jahr 2006 mit dem Pilot- und Modellprojekt „Kitas be­we­gen“ im Be­zirk Ber­lin Mit­te ge­sam­melt wurden. Die ins­ge­samt 38 Kindertageseinrichtungen, die da­ran teilnahmen, haben sich wäh­rend ih­res Qualitätsentwicklungsprozesses verschiedene Ziele ge­setzt und un­ter anderem folgende Maß­nah­men zur Zielerreichung durchgeführt:

  • Wei­ter­bil­dung­en zu Stressbewältigung und Lärmreduktion,
  • gesundes Es­sen und Trinken,
  • Be­we­gungsförderung,
  • Elternbeteiligung,
  • Raum­ge­stal­tung, naturnahe Außenflächengestaltung,
  • Teamentwicklung,
  • Wei­ter­bil­dung­en zur MitarbeiterInnengesundheit oder
  • Leitungs- und Führungstrainings.

Durch die Teil­nah­me am Pro­jekt „Kitas be­we­gen“ konnten laut ei­ner Vollbefragung (Die Be­fra­gung wurde durch die Bertelsmann Stif­tung beauftragt und im Ju­ni 2011 durch In­ter­face - Politikstudien For­schung Be­ra­tung - durchgeführt) vielfältige Veränderungen und Wir­kung­en in den teilnehmenden Kindertageseinrichtungen identifiziert wer­den. Die pädagogischen Fachkräfte be­rich­ten, dass sie durch die Aktivitäten im Pro­jekt „Kitas be­we­gen“ häufiger Situationen schaffen, in de­nen Kinder z.B. positive Er­fah­rung­en mit gesunder Er­näh­rung ma­chen und in de­nen Kinder durch Be­we­gung ler­nen. So ist den befragten pädagogischen Fachkräften die Verknüpfung von Bil­dung und Ge­sund­heit deut­lich geworden, wo­durch sich mittelbare Wir­kung­en auf den Um­gang mit den Kin­dern und auch ih­ren Eltern er­ge­ben.

Die in das Pro­jekt „Kitas be­we­gen“ involvierten Fachkräfte ge­ben an, dass sie durch die Aktivitäten im Pro­jekt stärker auf ih­re eigene Ge­sund­heit ach­ten und mit ih­rer Ar­beit ins­ge­samt zufriedener seien. Sie be­rich­ten, dass der Um­gang mit­ei­nan­der stärker von Wert­schät­zung, Acht­sam­keit und Lösungsorientierung geprägt sei. Teamsitzungen seien bes­ser strukturiert und die im Team vorhande­nen Kompetenzen würden bewusster wahrgenommen und genutzt. Als Ur­sa­che für diese Er­geb­nisse kön­nen die Veränderungen auf der Ebe­ne der Kita-Teams an­ge­se­hen wer­den.

Insgesamt besteht ein zentrales Er­geb­nis da­rin, dass über 60 Pro­zent der Befragten „Kitas be­we­gen“ als Hilfestellung für die zahlreichen Herausforderungen an­se­hen, vor de­nen Kitas heute ste­hen (z.B. ungleiche Bil­dungs­chan­cen, Koordinationsschwierigkeiten der Kinder , Über­ge­wicht, Be­we­gungsmangel und neue gesetzliche Vorgaben). Das zeigt, wie wich­tig es ist, Kindertageseinrichtungen bei ih­rer bedeutenden Bil­dungsaufgabe zu un­ter­stüt­zen. Das Landesprogramm leistet über ei­ne systematische Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen ei­nen Bei­trag da­zu, Bil­dungs-, Ge­sund­heits- und so­mit letzt­lich Zukunftschancen von Kin­dern zu stei­gern.

Kontaktdaten und weitere Informationen zum Landesprogramm mit seinen Partnern erhalten Sie unter:
www.gute-gesunde-kitas-in-berlin.de

Partner und Bezirke des LggK

Das Ber­li­ner Landesprogramm Kitas be­we­gen - für ein gute gesunde Kita ist ein gemeinsames Pro­gramm der Senatsverwaltung für Bil­dung, Ju­gend und Wis­sen­schaft, AOK Nord­ost - Die Ge­sund­heitskasse, der ARGORA-Klinik-Ber­lin, der Ärz­te­kam­mer Ber­lin, der BARMER GEK Landesgeschäftsstelle Ber­lin-Bran­den­burg, der BKK Landesverband Mit­te, der DAK - Ge­sund­heit Unternehmen Leben, der IKK Bran­den­burg und Ber­lin, der Knapp­schaft Regionaldirektion Ber­lin, der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se Landesvertretung für Ber­lin und Bran­den­burg so­wie der Unfallkasse Ber­lin und der Bezirksämter Ber­lin Mit­te, Pan­kow, Reinickendorf und Treptow-Köpenick.

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Leitfaden zur Erstellung von Artikeln

Reichen Sie gern Ihren Artikel zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung bei der Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes ein! Für die Erstellung eines Artikels finden Sie hier einen Leitfaden mit unseren formalen und inhaltlichen Anforderungen.

  • 20.04.2026 - 23.04.2026

    Wuppertal

    75. Wissenschaftlicher Kongress – Der Öffentliche Gesundheitsdienst

    ÖGD – Keiner wie wir!

    Unter dem Motto „ÖGD – Keiner wie wir!“ werden wir wieder vielfältige und interessante Themen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam diskutieren. 2026 wird uns unter anderem das Thema „Pakt für den ÖGD“ beschäftigen. Gleichermaßen wollen und müssen wir die Gelegenheit nutzen, uns mit den Lehren aus der Pandemie sowie der damit verbundenen Weiterentwicklung und zukünftigen Aufgabenwahrnehmung des ÖGD auseinanderzusetzen. Hierzu ist eine ganze Reihe von Themen in der Planung, an der das wissenschaftliche Programm-Komitee unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen e.V. (DGÖG) bereits mit Hochdruck zusammen mit den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen, dem ausrichtenden Bundesland NRW sowie unserem Kooperationspartner, der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin e.V. (GHUP), arbeitet. Der wissenschaftliche Kongressbeirat des BVÖGD hat dazu viele Themenvorschläge unterbreitet.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kongresses.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.
  • Bundeskonferenz "Gesund und aktiv älter werden" 2026

    Demenzprävention im Dialog – Aufklärung verbessern, Strukturen stärken, Risiken reduzieren

    Wie können wir Demenz wirksam vorbeugen? Welche Ansätze funktionieren wirklich – und wie bringen wir sie in die Praxis? Diese hochaktuellen Fragen stehen im Mittelpunkt der 8. Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Die Konferenz findet am Mittwoch, den 22. April 2026, in Köln statt. Eingeladen sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Fachkräfte aus Wissenschaft, Praxis und Politik, um gemeinsam die Demenzprävention in Deutschland nachhaltig zu stärken.

    Die Teilnehmenden erwartet aktuelle Erkenntnisse zu demenzpräventiven Lebensstilfaktoren im Kontext anderer nicht-übertragbarer Erkrankungen, nationale und internationale Good-Practice-Beispiele sowie Impulse zu personalisierten und multimodalen Präventionsstrategien. Darüber hinaus werden Maßnahmen der Verhältnisprävention und Möglichkeiten der Früherkennung beleuchtet. Renommierte Expertinnen und Experten geben wissenschaftliche Impulse und praxisnahe Einblicke, darunter Professorin Dr. Daniela Berg, Professor Dr. Frank Jessen und Professor Dr. René Thyrian. Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Vernetzung und Diskussionen.

    Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig, da die Teilnahmeplätze begrenzt sind. 

    Weitere Informationen und die Anmeldung unter www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/fachinformationen/unsere-bundeskonferenzen/aktuelle-bioeg-bundeskonferenz

    Kategorie: Konferenz
    Veranstalter: Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit
  • 23.04.2026

    online via Zoom

    Gesundheitsförderung in der Kaffeepause

    Digitaler Kurzaustausch: "Die Ottawa-Charta verstehen – Leitideen für die Gesundheitsförderung"

    Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hessen lädt interessierte kommunale Fachakteur*innen zu einem digitalen Kurzaustausch via Zoom ein. Unter dem Motto „Gesundheitsförderung in der Kaffeepause“ erhalten Sie neue Impulse für Ihre Arbeit in der kommunalen Gesundheitsförderung und haben die Möglichkeit, sich zu vernetzen sowie eigene Erfahrungen einzubringen.

    Die Veranstaltung dauert 90 Minuten. Sie beginnt mit einem themenbezogenen Impulsvortrag zu den Grundlagen der Ottawa-Charta und ihrer Bedeutung für die kommunale Gesundheitsförderung. Referent ist Dr. Frank Lehmann (Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialwissenschaften). Im Anschluss sind die Teilnehmenden eingeladen, ihre Praxiserfahrungen einzubringen. Diese werden im Kontext der Handlungsfelder und Strategien der Ottawa-Charta diskutiert. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Reflexion, welche Impulse und Wege notwendig sind, um Gesundheitsförderung vor Ort unter den aktuellen Bedingungen nachhaltig und ressortübergreifend zu verankern.

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: KGC Hessen

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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