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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

„Teilhabe ermöglichen – gesundheitsförderliche Angebote inklusiv gestalten“

Veranstaltungsbericht

Franziska Alpen , Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)
19.01.2026

Die gleichberechtigte Teilhabe und Teilgabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen ist ein zentrales Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die seit 2009 auch in Deutschland verbindlich gilt. Artikel 25 der UN-BRK betont ausdrücklich das Recht auf bestmögliche Gesundheit und den gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsleistungen. 

Inklusive Gesundheitsförderung setzt genau hier an: Sie will Barrieren abbauen, Teilhabe ermöglichen und gesundheitliche Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen fördern. Dabei geht es sowohl darum, dass Akteur*innen der Gesundheitsförderung inklusiver werden – also die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen kennen, entsprechende Strukturen und Angebote der Eingliederungshilfe nutzen und sich mit diesen vernetzen – als auch darum, die eigenen Angebote und Strukturen gesundheitsförderlicher zu gestalten. Fachkräfte aus Eingliederungshilfe und Selbstvertretungen werden über die Prinzipien der Gesundheitsförderung in Lebenswelten informiert und arbeiten eng mit bestehenden Gesundheitsförderstrukturen und Netzwerken zusammen. 

Die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) engagiert sich dafür, inklusive Strukturen in der Gesundheitsförderung weiterzuentwickeln. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie gesundheitsförderliche Lebensbedingungen für alle gestaltet werden können – in Einrichtungen, Quartieren, Versorgungssystemen und Netzwerken.  

Daran knüpfte auch die diesjährige Lernwerkstatt der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg im November 2025 an. Sie lud Fachkräfte und Multiplikator*innen der kommunalen Gesundheitsförderung dazu ein, sich damit auseinanderzusetzen, warum inklusive Angebote in der Gesundheitsförderung unverzichtbar sind und wie Angebote der Gesundheitsförderung – insbesondere für Menschen mit Behinderungen – konkret niedrigschwellig und inklusiv gestaltet werden können.

Warum inklusive Angebote in der Gesundheitsförderung unverzichtbar sind 

Janine Kolbig vom Verein Perspektive leben e.V. sensibilisierte in ihrem Beitrag zunächst für das Thema Behinderung und gab eine Einführung in die Bedeutung inklusiver Strukturen in der Gesundheitsförderung. Gemeinsam mit den Teilnehmenden betrachtete sie bestehende Hürden im Gesundheitssystem, die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention sowie die Zusammenhänge zwischen Inklusion und gesundheitlicher Chancengleichheit. 

Diverse Berichte und Bestandsaufnahmen verdeutlichen, dass Menschen mit Behinderungen nach wie vor strukturell benachteiligt sind und nur unzureichend von Angeboten der Gesundheitsförderung und Prävention profitieren. Aktuelle Impulse – insbesondere der Landesaktionsplan Hamburg 2023 (Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration Amt für Soziales) , der Schattenbericht 2024 (Saerberg, Judith, Sandrock, Dorn & Esch 2024) sowie der Aktionsplan „Ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen“ des Bundesministeriums für Gesundheit (2024) – formulieren klare Anforderungen an Kommunen, Leistungserbringer*innen und das Gesundheitswesen insgesamt. 

Zentral ist die Forderung nach einer umfassenden Barrierefreiheit. Diese umfasst nicht nur räumliche Zugänglichkeit, sondern auch leicht verständliche, adressat*innengerechte Kommunikation, digitale Barrierefreiheit sowie die Sensibilisierung und Qualifizierung des Fachpersonals. Der Schattenbericht 2024 ergänzt die Forderung nach konsequenter Partizipation – „Nichts über uns ohne uns“. Der Hamburger Landesaktionsplan betont darüber hinaus die Notwendigkeit, neue Formate zu schaffen, die spezifisch auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zugeschnitten sind.

Eine Bestandsaufnahme herausgegeben vom GKV-Spitzenverband von 2017 zeigt, dass gelingende inklusive Gesundheitsförderung auf kommunale Kooperationen angewiesen ist und insbesondere Selbstvertretungsorganisationen, Zentren für Selbstbestimmtes Leben, Bildungseinrichtungen und Sportvereine aktiv einbezogen werden sollten. Als wesentliche Entwicklungsfelder werden der Ausbau verhältnisbezogener Maßnahmen, die adressat*innengerechte Kommunikation, der Aufbau zentraler Anlaufstellen zur Orientierung im Hilfesystem sowie eine stärkere Partizipation der Zielgruppe benannt. 

Wie Angebote der Gesundheitsförderung niedrigschwellig und inklusiv gestaltet werden können 

Grundlage für die niedrigschwellige und inklusive Gestaltung gesundheitsförderlicher Angebote sind die Good Practice-Kriterien der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung. Im Fokus dieser Lernwerkstatt stand das Kriterium „niedrigschwellige Arbeitsweise“.

Kerstin Gemes und Pia Khan von der Initiative „Gesundheit für alle – jetzt!“ der Evangelischen Stiftung Alsterdorf berichteten von guten Praxisbeispielen für niedrigschwellig gestaltete inklusive Gesundheitsangebote in Hamburg. Zudem fassten sie die zentralen Bedingungen für Inklusion unter den drei Oberkategorien „Mobilität“, „Kommunikation“ sowie „Organisation“ zusammen und gaben wertvolle Tipps und weiterführende Informationen für die praktische Umsetzung.

Insgesamt verdeutlichte die Veranstaltung, dass inklusive Gesundheitsförderung sowohl strukturelle als auch personelle und methodische Weiterentwicklungen erfordert. Eine konsequente Orientierung an Barrierefreiheit, Partizipation, Empowerment, adressat*innengerechter Kommunikation und sektorübergreifender Vernetzung ist zentral, um Menschen mit Behinderungen wirksam zu erreichen bzw. einzubeziehen und gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern. Kommunale Gesundheitsförderung kann hier eine Schlüsselrolle übernehmen, indem sie Lebenswelten „inklusiver“ gestaltet, vielfältige Akteur*innen einbindet und Good Practice sichtbar macht. 

Inklusive Angebote in der Gesundheitsförderung sind ein Schlüssel, um allen Menschen – unabhängig von Alter, Behinderung oder Lebenslage – echte Teilhabe zu ermöglichen. 

Die komplette Veranstaltungsdokumentation finden Sie auf der Veranstaltungsseite der HAG. Neben der Good Practice-Lernwerkstatt widmet sich die HAG in verschiedenen weiteren Veranstaltungen und Maßnahmen der Förderung von Inklusion, Teilhabe und Teilgabe. Dabei wird die HAG durch die Sozialbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg unterstützt. Näheres zu den Aktivitäten der HAG in diesem Themenfeld finden Sie auf der Website. 

Quellen:
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung (Hrsg.) (2018). UN-Behindertenrechtskonvention. Berlin.

Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2024). Aktionsplan für ein  
diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen. Berlin. 

Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.) (2023). Bericht des Senats zum Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und zur Weiterentwicklung des Landesaktionsplans 2023. Hamburg. 

GKV-Spitzenverband (Hrsg.) (2017). Bestandsaufnahme von Interventionen  
zur Gesundheitsförderung und Prävention bei Menschen mit Behinderung. Hannover. 

Saerberg, S.; Judith, C.; Sandrock, M.; Dorn, C. & Esch F. (Hrsg.) (2024). Schattenbericht, Hamburg 2024. Hamburg. 

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  • 27.10.2026 - 28.10.2026

    Essen

    65. DHS Fachkonferenz Sucht

    "Öffentlicher Raum und verborgene Welten"

    Durch Drogenkonsum im öffentlichen Raum und die damit verbundene Verelendung werden Abhängigkeitserkrankungen als gesellschaftliches Problem immer augenfälliger. Die sichtbaren Folgen, etwa in Parks, an Bahnhöfen oder in Wohnvierteln, stellen Bund, Länder und Kommunen vor besondere Herausforderungen. Abhängigkeit - von illegalen wie von legalen Drogen - und abhängiges Verhalten ist zwar weit verbreitet, aber dennoch oft tabuisiert. Mit schwerwiegenden Konsequenzen: Viele Betroffene suchen aus Angst vor Stigmatisierung keine Hilfe. Der "Treatment Gap" wächst, besonders durch digitale und verborgene Abhängigkeitsformen. Auch Angehörige und Kinder bleiben oft unsichtbar. Unter dem (Arbeits-)Titel "Öffentlicher Raum und verborgene Welten" thematisiert die 65. DHS Fachkonferenz SUCHT vom 27. bis 28. Oktober 2026 dieses Spannungsfeld. An den beiden Konferenztagen möchten wir Raum für umfassende Information, intensiven Austausch und praktische Vernetzung bieten – auch zur wachsenden Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Veranstaltung findet im Haus der Technik in Essen statt. 

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fachkonferenz
    Veranstalter: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
  • 06.11.2026

    Online via Webex

    Wie alt fühlst Du dich? Und welchen Einfluss hat das auf Deine Gesundheit?

    Die Forschung zeigt: Altersbilder begleiten uns ein Leben lang. Sie entstehen früh, beeinflussen unser Verhalten und prägen sogar, wie wir selbst älter werden. Doch wie können wir negative Altersstereotype überwinden und zu einem differenzierteren Blick auf das Alter gelangen?

    Darüber sprechen wir beim nächsten LGK-Talk „Alt sind immer die anderen?! – Wie Altersbilder unsere Gesundheit beeinflussen und wie wir unsere Vorstellungen vom Alter(n) verändern können“ mit Dr.in Antje Rauers (Friedrich-Schiller-Universität Jena), PD Dr. David Weiss (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr.in Aline Schönenberg (Universitätsklinikum Jena). Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Denkanstöße und einen frischen Blick auf das Älterwerden!

    Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30 Oktober 2026 möglich.

    Kategorie: Gesprächsrunde
    Veranstalter: LGK Thüringen
  • Hannover

    Gemeinsam Wege aus der Gewalt

    Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen

    Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gewaltfrei aufzuwachsen. Doch das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen nimmt medial immer mehr Raum ein – sei es durch aktuelle Zahlen der Kriminalstatistik oder durch Vorfälle in der Schule. Auch in Kitas werden mehr Gewaltvorfälle gemeldet. Die Formen von Gewalt sind dabei vielfältig – körperlich, psychisch und auch digital. Die Fachtagung „Gemeinsam Wege aus der Gewalt – Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen“ am 12. November 2026 in Hannover geht den Ursachen der zunehmenden Gewaltentwicklung auf den Grund und nimmt dabei die komplexen Ursachen, wie psychische Belastungssituationen, sozioökonomische Herausforderungen und eigene Gewalterfahrungen, in den Blick. Was kann bereits in der Frühförderung in den Kitas angebahnt werden? Wie kann Schule mit diesen Herausforderungen umgehen? Welche langfristigen Auswirkungen haben Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit? Und welche Ansätze gibt es, um digitaler Gewalt resilient zu begegnen? Die Veranstaltung findet in der Ärztekammer Niedersachsen statt.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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