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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Sehen - verstehen - handeln

Tagungsreihe rückte Kinder psychisch kranker Eltern in den Fokus

Dorothee Michalscheck , bis Okt. 2023: Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e.V.
20.11.2011

Kinder psy­chisch kranker Eltern haben es nicht nur be­son­ders schwer, sie sind auch be­son­ders gefährdet, selbst psy­chisch zu er­kran­ken: Kinder- und Jugendhilfe sind da­her gefordert, sich die­ser Kinder be­son­ders anzunehmen und spezifische Hilfen anzubieten. „Kinder psy­chisch erkrankter Eltern sind ei­nem Verhalten ausgesetzt, das sie oft we­der verstehen noch verarbeiten kön­nen. Das kann für sie schwerwiegende Fol­gen haben“, er­klärt Ire­ne Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. So ent­wi­ckeln Kinder mit ei­nem psy­chisch kran­ken El­tern­teil zwei bis drei Mal häufiger psy­chische Stö­rung­en als Kinder gesunder Eltern, wie ei­ne Stu­die des Robert-Koch-Instituts von 2006 (Kinder und Jugendgesundheits-Survey) be­legt.


Mit der Fachtagungsreihe „se­hen - verstehen - handeln / Kinder und ih­re psy­chisch kran­ken Eltern im Span­nungs­feld zwi­schen Ge­fähr­dung und gelingendem All­tag“ hat die Landesvereinigung für Ge­sund­heits­för­de­rung ge­mein­sam mit ih­ren Kooperationspartnern Landesweite Informations- und Fort­bil­dungsstelle Kin­der­schutz des Kin­der­schutzbundes so­wie dem Mi­nis­te­ri­um für Ar­beit, Ge­sund­heit und Soziales das The­ma aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Die erste Ver­an­stal­tung thematisierte das Handeln der Fachkräfte in Ge­fähr­dungslagen. Auf der zweiten Ver­an­stal­tung wurde das Span­nungs­feld der erkrankten Eltern betrachtet, die ei­ner­seits mit ih­rer Er­kran­kung fer­tig wer­den müs­sen und auf der anderen Sei­te Verantwortung für ih­re Kinder tra­gen. Bei der dritten und vorerst letzten Ver­an­stal­tung am 9. No­vem­ber in Elmshorn standen die Bedürfnisse und Entwicklungsnotwendigkeiten der Kinder im Vordergrund.

„Nach unserer Er­fah­rung besteht bei den Fachkräften im Land großes In­te­res­se an Fort­bil­dung und fachlichem Aus­tausch über den richtigen Um­gang mit psy­chisch kran­ken Eltern. Wir se­hen die Un­ter­stüt­zung der Ver­an­stal­tungs­reihe da­her als Bei­trag, den Kin­der­schutz in Schleswig-Holstein an einem ganz entscheidenden Punkt wei­ter zu stär­ken“, erklärte Sozialminister Dr. Heiner Garg, der an­läss­lich der Ver­an­stal­tung allen Teilnehmenden für ihr En­ga­ge­ment dankte. „Kinder psy­chisch kranker Eltern haben im Vergleich zu Kin­dern gesunder Eltern nicht nur ein deut­lich erhöhtes Ri­si­ko, psy­chisch zu er­kran­ken, ih­re Ge­sund­heit findet auch in vielen anderen Bereichen wie z.B. Er­näh­rung, Be­we­gung, Suchtverhalten oder auch Schutz­imp­fung­en nicht im­mer die erforderliche Be­ach­tung und För­de­rung“ , so Dr. El­fi Rudolph, Ge­schäfts­füh­re­rin der Landesvereinigung für Ge­sund­heits­för­de­rung in Schleswig-Holstein e.V.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt an, dass in Deutschland etwa eine halbe Million Kinder in Familien mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil leben. Andere Schätzungen gehen sogar von rund drei Millionen Kindern aus. Damit wäre jedes vierte Kind in Deutschland von dieser Problematik betroffen. Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig es aus Sicht des Kinderschutzes ist, Hilfen für betroffene Familien und Kinder zu entwickeln, und unterstreichen die Bedeutung der Zusammenarbeit und des Austausches der Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens.

Die Veranstaltungsreihe war als Workshop-Fortbildung angelegt und stieß auf großes Interesse bei Fachkräften aus Kinderschutz, Jugendhilfe und Gesundheitswesen. Für das Jahr 2012 hat das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit erneut seine Kooperation und finanzielle Unterstützung bei der Wiederholung bzw. Neuauflage der Veranstaltung zugesagt. Die Planungen dazu laufen im Dezember an.

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  • 06.05.2026 - 01.10.2026

    Hannover sowie online

    Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten

    Schulungsreihe zum Einstieg in integrierte kommunale Strategien

    Um kommunale Prävention und Gesundheitsförderung optimal zu planen und zu steuern, braucht es einen Überblick über Bedarfe und Bedürfnisse der Bevölkerung. Die Ermittlung eines Status Quo und die Einnahme verschiedener Perspektiven – wie zum Beispiel die der Dialoggruppe selbst (Kinder, Alleinerziehende, Senior*innen etc.) – ermöglichen erst eine nachhaltige Struktur- und Angebotsentwicklung.

    Die Schulungsreihe „Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten“ soll zur eigenständigen Umsetzung von Kontextcheck und zur Vorbereitung integrierter Strategien auf kommunaler Ebene befähigen. Hierfür wird praktisches und methodisches Wissen vermittelt, um die Bedarfs- und Bedürfnisanalyse im Rahmen des Prozesskreislaufes umzusetzen und daraus Empfehlungen abzuleiten. Diskutiert werden unter anderem: Die Analyse von Statistiken, Angebotsstrukturen und Netzwerken sowie Beteiligungsformate für Dialoggruppen und Public Health-Ethik als Mittel zur Formulierung gut begründeter Handlungsempfehlungen. Gute kommunale Beispiele und fachliche Kompetenz ausgewiesener Expert*innen sowie aus der LVG & AFS Nds. HB. e.V. zeigen, wie dies gelingen kann.

    Teilnehmen können alle in Deutschland tätigen kommunalen Fachkräfte, die im Bereich der Gesundheitsförderung oder in angrenzenden Handlungsfeldern agieren. Es sind keine Vorkenntnisse zu Kontextcheck notwendig. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fortbildungsreihe
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • Online

    Klimasensible Sozialräume gestalten – gesund, gerecht und machbar

    Klima-Aktions-Monat 2026: Gesund bleiben in einer sich wandelnden Welt

    Wie können Stadtteile, Quartiere und Nachbarschaften klimaresilient und gesundheitsfördernd gestaltet werden? Prof.in Dr.in Heike Köckler zeigt, wie gesundheitsfördernde Stadtentwicklung und Klimaanpassung zusammengedacht werden können. Claudia Koch bringt Beispiele aus der Arbeit von win e.V. mit, wo Nachbar*innen gemeinsam Projekte „direkt vor der Haustür“ umsetzen und so ihre Quartiere Schritt für Schritt lebenswerter machen.

    Weiter Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: LVGFSH
  • Online

    Are you ready? – Arbeiten mit dem Instrument Standortanalyse

    Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels werden zunehmend auch auf sozialräumlicher Ebene Thema. Im besten Fall erzielen Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung auf kommunaler Ebene auch gesundheitliche "Co-Benefits". Die Standortanalyse ist das Instrument, um sich auf die Suche nach diesen Co-Benefits zu machen und Maßnahmen zur (klimasensiblen) Gesundheitsförderung auf den Weg zu bringen. Konkret können Bewohner*innen und Fachkräfte mit der Standortanalyse gemeinsam die Situation ihres Sozialraums reflektieren und den Aufbau integrierter kommunaler Strategien einleiten.

    Unsere Weiterbildung richtet sich an Fachakteur*innen unterschiedlicher Handlungsfelder, die in Kommunen oder Stadtteilen Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz und für (klimasensible) Gesundheitsförderung entwickeln wollen.

    Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Workshop
    Veranstalter: Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

… weitere Termine

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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