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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Migration und Gesundheit im Fokus des Deutschen Ethikrates

26.05.2010

Die zweite Jahrestagung des Deutschen Ethikrates am 20. Mai 2010 in Berlin widmete sich dem Thema „Migration und Gesundheit. Kulturelle Vielfalt als Herausforderung für die medizinische Versorgung“. Die Referentinnen und Referenten der Tagung beschäftigten sich aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen mit interkulturellen Aspekten der gesundheitlichen Versorgung und gaben Einblicke in medizinische Handlungsfelder.

Themen waren etwa rechtliche Probleme im Arzt-Patienten-Verhältnis sowie die Gesundheit von Migrantinnen und Migranten aus sozialethischer und politischer Perspektive. Erörtert wurde dabei auch, inwieweit spezielle Regelungen für Migrantinnen und Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis etabliert werden sollten.

Daneben ging es in den Diskussionen um die Frage, wie eine kultursensible Medizin und Medizinethik aussehen sollte, welche Konsequenzen sich daraus für die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund ergeben. Denn das Verständnis von Gesundheit und Krankheit sei kulturell unterschiedlich geprägt. Dies habe Auswirkungen auf Therapieentscheidungen und Gesundheitsverhalten. Es sei jedoch zu berücksichtigen, dass das Verhältnis von Migration und Gesundheit nicht allein durch migrationsspezifische, sondern auch sozioökonomische und bildungsbezogene Faktoren beeinflusst wird. Dabei wurde deutlich, dass aufgrund der großen Heterogenität der Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund stereotype Vorstellungen nicht greifen. Ein differenzierter Umgang mit diesem Phänomen ermögliche, den Menschen in seiner Individualität wahrzunehmen und nicht auf seine Migrationsbiografie zu reduzieren.

Vor dem Hintergrund des Spannungsverhältnisses von Solidarität und Eigenverantwortung wurden strukturelle Veränderungen eingefordert. So bestehe einerseits die Pflicht zur Selbstsorge, andererseits eine Bringschuld des Versorgungssystems. Dazu gehöre auch, den Einsatz von professionellen Dolmetscherinnen und Dolmetschern in Kliniken und Arztpraxen zu verstärken, um sprachliche Barrieren abzubauen. Zu den Kosten solcher Dolmetschleistungen erklärte Maria Böhmer, Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration: „Ich meine, es muss verankert sein bei den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt, sodass hier Hilfe nicht scheitert an mangelnden Verständigungsmöglichkeiten.“

Weitere Informationen, darunter die Präsentationen und Audiomitschnitte der Veranstaltung, sind unter www.ethikrat.org abrufbar.

In der Praxisdatenbank des Kooperationsverbundes finden Sie einen bundesweiten Überblick über bestehende Angebote und Projekte der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten. Über 350 der eingetragenen Angebote richten sich an Migrantinnen und Migranten, davon 23 Projekte Guter Praxis.

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  • Online via Webex

    Town Hall für Gesundheitsämter "Demokratieförderung und resiliente Strukturen im öffentlichen Gesundheitsdienst"

    Die Gesundheitsförderung steht vor der Herausforderung, auch in einem gesellschaftlichen Klima zunehmender Polarisierung, Desinformation, der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und populistischer Tendenzen handlungsfähig zu bleiben. Diese Entwicklungen stellen nicht nur demokratische Institutionen, sondern auch die Praxis der Gesundheitsförderung vor erhebliche Herausforderungen. Zentrale Werte und Prinzipien wie gesellschaftlicher Zusammenhalt und Verständigung, Rechtsstaatlichkeit, Faktenorientierung, Teilhabe, Solidarität und Chancengleichheit, auf denen Gesundheitsförderung beruht, geraten zunehmend unter Druck und werden verstärkt in Frage gestellt. Die Folgen sind vielfältig: Sie reichen von der Instrumentalisierung gesundheitsförderlicher Aktivitäten über die Kürzung oder Streichung von Fördermitteln bis hin zu Anfeindungen gegenüber gesundheitsförderlichen Projekten und Einschüchterungsversuchen gegenüber den dort tätigen Fachkräften. Diesen Herausforderungen wollen wir uns stellen und gemeinsam mögliche Lösungen austauschen und diskutieren.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: BIÖG
  • Berlin

    Fachtag: Generationengerechtigkeit ausbuchstabiert

    Kinder- und Jugendhilfe und Seniorenorganisationen im Dialog Generationengerechtigkeit

    Generationengerechtigkeit ist in aktuellen politischen Debatten zu einem zentralen Begriff geworden. Häufig wird er jedoch verkürzt verwendet: als moralisches Argument in der Haushalts-, Finanz- oder Rentenpolitik, etwa in Diskussionen über Neuverschuldung oder die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass Generationengerechtigkeit weit mehr umfasst als finanzpolitische Abwägungen. Eine solche Engführung kann Generationenkonflikte eher verstärken, statt gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und die tatsächlichen Ursachen von Ungerechtigkeit zu benennen.

    In dieser Veranstaltung bieten die Organisationen des Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. ein Forum, um gemeinsam mit den Teilnehmenden den Begriff der Generationengerechtigkeit in unterschiedlichen politischen und sozialen Themenfeldern zu vertiefen und das Verbindende zwischen den Generationen herauszuarbeiten.

    Die Anmeldemöglichkeit folgt nach der Sommerpause. Bitte beachten Sie bereits jetzt, dass die Teilnahme kostenpflichtig ist. Der Teilnahmebeitrag beträgt 10,00 Euro pro Person; die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und BAGSO
  • 14.10.2026

    Berlin

    Gesundheit x Mobilität – Radverkehr als Investition in unsere Zukunft

    ADFC-Symposium 2026

    Die Veranstaltung bringt Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft zusammen, die Mobilität gesünder, gerechter und zukunftsfähiger gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Fahrrad noch stärker als Hebel für Gesundheit, Lebensqualität und lebenswerte Städte und Gemeinden genutzt werden kann – auf Grundlage aktueller Erkenntnisse, internationaler Beispiele und konkreter Ansätze für die Praxis.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Kategorie: Symposium
    Veranstalter: Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V.

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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