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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Mediziner sehen bei Adipositas Präventivmedizin und Familienpolitik am Zuge

11.01.2007

Übergewicht und krankhafte Fettleibigkeit haben in Deutschland epidemische Ausmaße erreicht und machen bereits fünf Prozent der Kosten im Gesundheitsbereich aus. Zukünftig werden vermehrt Folgeprobleme wie Altersdiabetes daraus resultieren. Das ist der Tenor zu diesem Themenbereich des 31. Interdisziplinären Forums "Fortschritt und Fortbildung in der Medizin" der Bundesärztekammer in Berlin. Für den Kinder- und Jugendbereich setzen die Ärzte vor allem auf Prävention.

Bereits heute gilt gut die Hälfte der Deutschen als übergewichtig, jeder fünfte Bundesbürger als stark übergewichtig (adipös). "Übergewicht und Adipositas steigen nach wie vor an. International liegt Deutschland dabei durchaus in der Spitzengruppe", sagte Prof. Dr. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer auf dem Kongress. Zu erklären sei diese Entwicklung mit dem heutigen Lebensstil, dem Bewegungsmangel in Beruf und Freizeit sowie einer Über- und Fehlernährung. Laut Prof. Dr. Rudolf Weiner, Chefarzt an der Chirurgischen Klinik am Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt am Main, steigt das Mortalitätsrisiko im Durchschnitt auf das zwei- bis dreifache der Normalbevölkerung und die Lebenserwartung vermindert sich für übergewichtige Männer um bis zu acht
Jahre, für übergewichtige Frauen um bis zu sechs Jahre.

In Studien wird eine rapide Gewichtszunahme von Kindern und Jugendlichen mit daraus resultierenden frühen Entwicklungen von gefährdenden Begleit- und Folgekrankheiten konstatiert. Laut Bundesgesundheitssurvey vom September 2006 sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig - ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Anfang der 1990er Jahre. Die Zahl der adipösen Kinder und Jugendlichen hat sich sogar im selben Zeitraum auf mehr als sechs Prozent verdoppelt. (Siehe auch Meldung vom 25.9.2006)

"Adipositas im Kindes- und Jugendalter geht mit einer erheblichen geminderten Lebensqualität einher. Dazu gehören ein gestörtes Selbstbild, vermindertes Selbstvertrauen und soziale Diskriminierung", warnte Prof. Dr. Martin Wabitsch, Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm. Etwa 30 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen hätten eine Fettlebererkrankung als Folge ihres Übergewichts entwickelt, ebenfalls 30 Prozent litten am Metabolischen Syndrom. Bei 25 Prozent lägen orthopädische Folgeerkrankungen vor und ein Prozent leide bereits an einer so genannten Altersdiabetes. Dabei zeigt sich Adipositas im Kindes- und Jugendalter für herkömmliche Maßnahmen weitgehend therapieresistent. Dieser Bereich stelle daher eine klassische Aufgabe für die Präventivmedizin dar. "Eine wirksame Prävention kann von einzelnen Personen oder Gruppen im Gesundheitssystem jedoch nicht erbracht werden", so Wabitsch. "Sie ist viel mehr eine vorrangig familienpolitische, hoheitliche Aufgabe des Staates."

Als ungelöste Probleme nannte der Mediziner unter anderem in seinem Vortrag

  • Therapieerfolge nur bei motivierten, intakten Familien
  • Mentale, psychologische, soziodemografische Faktoren wurden bislang weitgehend ignoriert
  • Vernetzung einzelner Angebote fehlt
  • Aktionen im Bereich der Gesundheitsförderung zu Unterstützung der Therapieerfolge sind in Deutschland unzureichend.

Die Bedeutung der sozialen Komponente kann dabei sicher noch stärker hervorgehoben werden, als dies in den Vorträgen des 31. Interdisziplinären Forums zum Thema erfolgt ist. Schließlich hat die KiGGs-Studie auch gezeigt: Übergewicht und Adipositas betreffen Kinder aus sozial benachteiligten Schichten und mit Migrationshintergrund in ganz besonderem Maße. Hier ist also neben dem Gesundheitsbereich die Sozialpolitik insgesamt gefordert.

In der Datenbank Gesundheitsprojekte, die über diese Webseite recherchierbar ist, finden sich derzeit zahlreiche Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung zum Thema Ernährung und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen, darunter zahlreiche Projekte "Guter Praxis" (Good Practice).

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Leitfaden zur Erstellung von Artikeln

Reichen Sie gern Ihren Artikel zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung bei der Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes ein! Für die Erstellung eines Artikels finden Sie hier einen Leitfaden mit unseren formalen und inhaltlichen Anforderungen.

  • 06.05.2026 - 01.10.2026

    Hannover sowie online

    Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten

    Schulungsreihe zum Einstieg in integrierte kommunale Strategien

    Um kommunale Prävention und Gesundheitsförderung optimal zu planen und zu steuern, braucht es einen Überblick über Bedarfe und Bedürfnisse der Bevölkerung. Die Ermittlung eines Status Quo und die Einnahme verschiedener Perspektiven – wie zum Beispiel die der Dialoggruppe selbst (Kinder, Alleinerziehende, Senior*innen etc.) – ermöglichen erst eine nachhaltige Struktur- und Angebotsentwicklung.

    Die Schulungsreihe „Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten“ soll zur eigenständigen Umsetzung von Kontextcheck und zur Vorbereitung integrierter Strategien auf kommunaler Ebene befähigen. Hierfür wird praktisches und methodisches Wissen vermittelt, um die Bedarfs- und Bedürfnisanalyse im Rahmen des Prozesskreislaufes umzusetzen und daraus Empfehlungen abzuleiten. Diskutiert werden unter anderem: Die Analyse von Statistiken, Angebotsstrukturen und Netzwerken sowie Beteiligungsformate für Dialoggruppen und Public Health-Ethik als Mittel zur Formulierung gut begründeter Handlungsempfehlungen. Gute kommunale Beispiele und fachliche Kompetenz ausgewiesener Expert*innen sowie aus der LVG & AFS Nds. HB. e.V. zeigen, wie dies gelingen kann.

    Teilnehmen können alle in Deutschland tätigen kommunalen Fachkräfte, die im Bereich der Gesundheitsförderung oder in angrenzenden Handlungsfeldern agieren. Es sind keine Vorkenntnisse zu Kontextcheck notwendig. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fortbildungsreihe
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • online

    Fachtag "Die gesunde Kommune von morgen"

    Das gesundheitliche Wohlbefinden der Bevölkerung hängt maßgeblich von den lokalen Bedingungen ab, insbesondere von der gesundheitlichen Infrastruktur. Klimatische Veränderungen und umweltbedingte Risiken in den Ballungsräumen, wie dichter Verkehr und intensive Bebauung, stellen die Kommunen vor besondere Herausforderungen. Gleichzeitig hat sich die Sicherheitslage in den letzten Jahren in Europa grundlegend gewandelt, was ebenfalls neue Aufgaben für die Kommunen mit sich bringt. Auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen und gesunden Kommune ist es daher notwendig, neben der Förderung kommunaler Resilienz auch potenzielle Krisen- und Katastrophenszenarien systematisch in die nachhaltige Stadtentwicklung einzubeziehen. Um diese Themen gezielt in den Fokus zu rücken und gemeinsam weiterzuentwickeln, laden wir zu einem Fachtag ein. Auf der Suche nach praxisnahen Antworten werden in Workshops die folgenden Themen vertieft: Kinderfreundliche Stadtentwicklung; Cyberangriffe und Folgen von Blackouts; das Community readiness assessment und die gesunde Gemeinde- und Stadtentwicklung aus der Perspektive des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

    Ausführlichere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30. April 2026 möglich.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Ev. Hochschule Ludwigsburg
  • Berlin

    4. Bundeskongress „Grün in der Stadt“

    Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellen im Rahmen des 4. Bundeskongresses „Grün in der Stadt“ erstmals die Agenda Stadt grün-blau vor – ein neues, bundesweites Handlungsprogramm zur Stärkung der kommunalen Grün- und Freiraumentwicklung. Im Fokus steht die Frage, wie durchgrünte und wassersensible Städte unter heutigen Rahmenbedingungen wirksam umgesetzt werden können – ressortübergreifend, qualitätsvoll und praxisnah.

    Wir brauchen Stadtgrün und einen bewussten Umgang mit Wasser für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung – von Hitzevorsorge über Biodiversität bis hin zur sozialen Identifikation und Teilhabe. Auf dem Kongress werden Inhalte der Agenda vorgestellt, ihre Umsetzung diskutiert und Raum gegeben, mit Akteur*innen aus Verwaltung, Planung, Forschung und Verbänden Lösungen weiterzudenken.

    Weitere Informationen – einschließlich Programm sowie Anmeldemöglichkeiten – unter www.gruen-in-der-stadt.de.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

… weitere Termine

Mit unserem News­letter immer aktuell informiert

Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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