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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Kooperative Netzwerke für gesundes Altern

Ein konzeptioneller Praxisansatz zur Gesundheitsförderung und Prävention im Alter

  • Christoph Geigl , Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e. V. (LZG)
  • Laura Anderle , Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.
10.09.2025

Konzeptmappe als Praxisinstrument

Die Konzeptmappe bietet Fachkräften aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen praxisnahe Einblicke zur Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung kooperativer Netzwerke. Sie dokumentiert die Erfahrungen, Methoden und Strukturen der Aktionsgruppe und zeigt anschaulich, wie kooperative Netzwerkarbeit erfolgreich umgesetzt werden kann.

Aufbau und Struktur des Netzwerks

Die Netzwerkstruktur der Aktionsgruppe basiert auf einer kooperativen, selbstorganisierten Zusammenarbeit, die unterschiedliche Akteurinnen und Akteure aus der gesamten Region (Regierungsbezirk Oberpfalz) einbindet. Ausgehend von einem Impuls des Regionalen Präventionsmanagements der Regierung der Oberpfalz wurde das Netzwerk im Juli 2018 in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) initiiert und aufgebaut. Mittlerweile befindet sich die Aktionsgruppe in der Verstetigungsphase und arbeitet kontinuierlich daran, ihre Strukturen dauerhaft zu etablieren.

Die Aktionsgruppe leistet insbesondere in ländlichen Regionen einen wertvollen Beitrag zum Aufbau nachhaltiger Strukturen im Bereich des gesunden Alterns. Regelmäßig stattfindende – etwa halbjährliche Treffen – bieten eine Plattform für intensiven Austausch und Vernetzung, bei dem nicht nur bestehende Angebote für ältere Erwachsene sichtbar gemacht, sondern auch Teilhabe- und Kooperationsmöglichkeiten für neue Angebote geschaffen werden.

Im Rahmen der Aktionsgruppentreffen erfahren die beteiligten Akteurinnen und Akteure gegenseitige Unterstützung und profitieren von fachbezogenen Inputs zum Thema gesundes Altern und gesundheitliche Chancengleichheit im Alter. Die Mitglieder bringen Fachwissen aus den Gesundheitswissenschaften/Public Health, Sozialer Arbeit, Kommunalpolitik, Pflege, Gemeinwesenarbeit, Seniorenarbeit und weiteren Bereichen ein. Die Aktionsgruppe besteht aus professionellen und ehrenamtlichen Akteurinnen und Akteuren, die das gesunde Altern im Regierungsbezirk Oberpfalz begleiten:

  • Ältere Erwachsene
  • Institutionsvertreter/-innen
  • Gesundheitsamtsvertreter/-innen
  • Politische Vertreter/-innen
  • Senior/-innenvertretungen
  • und viele andere

Kommunikation und Kooperation im Netzwerk

Im kommunalen Setting ist Gesundheit als Querschnittsthema der ressortübergreifenden Sozialraumentwicklung zu verstehen. Die Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Netzwerk erfordert daher offene Kommunikationsstrukturen und die Bereitschaft zur ressortübergreifenden Kooperation.

Zu Beginn des Entwicklungsprozesses wurden Auftaktveranstaltungen und Workshops durchgeführt, um ein gemeinsames Verständnis von Zielen und Arbeitsweisen zu entwickeln. Neben regelmäßig stattfindenden Präsenztreffen sind auch digitale Abstimmungstreffen notwendig, um den Kontakt und den Austausch innerhalb der Aktionsgruppe aufrechtzuerhalten. Die digitalen Treffen haben sich insbesondere für das Leitungs- und Organisationsteam als effizienter Kommunikationskanal bewährt.

Die Nutzung bestehender Strukturen und Ressourcen war von Beginn an ein zentrales Anliegen der Aktionsgruppe und ist bis heute ein entscheidender Gelingensfaktor des Netzwerks. Durch die Zusammenarbeit wesentlicher Akteurinnen und Akteure im Bereich „Gesundes Altern“ konnte die Reichweite bestehender Angebote erhöht und das Angebotsspektrum punktuell erweitert werden. Die Einbindung von Schlüsselakteurinnen und -akteuren aus dem Regierungsbezirk ermöglichte zudem eine effektivere Nutzung kommunaler Strukturen und Ressourcen. Oft genügten bereits Hinweise auf Fördermöglichkeiten oder die Vermittlung geeigneter Ansprechpartner/-innen.

Ziele der Aktionsgruppe

Die Aktionsgruppe verfolgt das übergeordnete Ziel, die Gesundheit älterer Erwachsener zu fördern, die aufgrund schwieriger Lebenslagen nur schwer oder gar nicht von gesundheitsfördernden und präventiven Angeboten erreicht werden. Dabei werden folgende Teilziele gleichermaßen verfolgt:

  • Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen.
  • Identifikation sozial benachteiligter älterer Erwachsener, die von soziallagenspezifischen Angeboten besonders profitieren.
  • Erfassung und Darstellung bestehender altersspezifischer Angebote sowie deren Ergänzung bei Bedarf.
  • Förderung der Gesundheitlichen Chancengleichheit im Alter und Sensibilisierung für dieses Thema im Regierungsbezirk.
  • Stärkung des Miteinanders und der Zusammenarbeit in der Aktionsgruppe, um zielgerichtete Kooperationen und Partnerschaften zu ermöglichen.

Grundsätze

Die Zusammenarbeit basiert auf folgenden – gemeinsam getroffenen – Grundsätzen: Es gibt ein durch die Mitglieder gewähltes Leitungsteam, das aus zwei Personen besteht. Organisation und Koordination des Netzwerks erfolgen durch die Mitglieder der Aktionsgruppe selbst. Alle anstehenden Aufgaben werden untereinander aufgeteilt. Anfallende Entscheidungen werden grundsätzlich eng miteinander abgestimmt und im Konsens getroffen. Alle Mitglieder haben das gleiche Rede- und Stimmrecht, wobei sämtliche Beiträge gleichberechtigt sind. Daher ist eine aktive Mitarbeit und Beteiligung an den regelmäßig stattfindenden Aktionsgruppentreffen notwendig, um die Entscheidungsfähigkeit der Aktionsgruppe zu sichern.

Nachhaltige Verankerung des Netzwerks – was kommt danach

Es hat sich gezeigt, dass für die langfristige Verstetigung der Aktionsgruppe in der Präventionslandschaft der Oberpfalz insbesondere eine gemeinsame Zielbestimmung, eine gleichmäßige Aufgabenverteilung auf mehrere Schultern und regelmäßige Treffen notwendig sind. Daher besteht ein zentrales Ziel darin, entsprechende Strukturen zur Kontinuität und Stabilität im Verstetigungsprozess zu schaffen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, das Konzept der Aktionsgruppe „Gesundes Altern“ bei Bedarf auf weitere Regierungsbezirke und Regionen zu übertragen.

 

Video: Aus der Praxis für die Praxis – Vernetzung in der Aktionsgruppe „Gesundes Altern in der Oberpfalz“

Vertiefte Einblicke in das Netzwerk ermöglichen das Good Practice-Video zum Thema Vernetzung und das Imagevideo zur Aktionsgruppe, die zentrale Inhalte und Wirkungsweisen vermitteln.

[Video einbinden https://youtu.be/1yg6auvgz_s]

 

Sie haben Fragen?

Bei Fragen rund um die Aktionsgruppe wenden Sie sich bitte an die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Bayern (KGC).

 

Weiterführende Literatur:

Geigl, C., Anderle, L., Leitzmann, M. & Janßen, C. (2024). Gesundheitsförderung und Prävention im Alter. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. https://doi.org/10.17623/BZGA:Q4-i002-4.0

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Leitfaden zur Erstellung von Artikeln

Reichen Sie gern Ihren Artikel zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung bei der Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes ein! Für die Erstellung eines Artikels finden Sie hier einen Leitfaden mit unseren formalen und inhaltlichen Anforderungen.

  • 06.05.2026 - 01.10.2026

    Hannover sowie online

    Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten

    Schulungsreihe zum Einstieg in integrierte kommunale Strategien

    Um kommunale Prävention und Gesundheitsförderung optimal zu planen und zu steuern, braucht es einen Überblick über Bedarfe und Bedürfnisse der Bevölkerung. Die Ermittlung eines Status Quo und die Einnahme verschiedener Perspektiven – wie zum Beispiel die der Dialoggruppe selbst (Kinder, Alleinerziehende, Senior*innen etc.) – ermöglichen erst eine nachhaltige Struktur- und Angebotsentwicklung.

    Die Schulungsreihe „Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten“ soll zur eigenständigen Umsetzung von Kontextcheck und zur Vorbereitung integrierter Strategien auf kommunaler Ebene befähigen. Hierfür wird praktisches und methodisches Wissen vermittelt, um die Bedarfs- und Bedürfnisanalyse im Rahmen des Prozesskreislaufes umzusetzen und daraus Empfehlungen abzuleiten. Diskutiert werden unter anderem: Die Analyse von Statistiken, Angebotsstrukturen und Netzwerken sowie Beteiligungsformate für Dialoggruppen und Public Health-Ethik als Mittel zur Formulierung gut begründeter Handlungsempfehlungen. Gute kommunale Beispiele und fachliche Kompetenz ausgewiesener Expert*innen sowie aus der LVG & AFS Nds. HB. e.V. zeigen, wie dies gelingen kann.

    Teilnehmen können alle in Deutschland tätigen kommunalen Fachkräfte, die im Bereich der Gesundheitsförderung oder in angrenzenden Handlungsfeldern agieren. Es sind keine Vorkenntnisse zu Kontextcheck notwendig. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fortbildungsreihe
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • online

    Fachtag "Die gesunde Kommune von morgen"

    Das gesundheitliche Wohlbefinden der Bevölkerung hängt maßgeblich von den lokalen Bedingungen ab, insbesondere von der gesundheitlichen Infrastruktur. Klimatische Veränderungen und umweltbedingte Risiken in den Ballungsräumen, wie dichter Verkehr und intensive Bebauung, stellen die Kommunen vor besondere Herausforderungen. Gleichzeitig hat sich die Sicherheitslage in den letzten Jahren in Europa grundlegend gewandelt, was ebenfalls neue Aufgaben für die Kommunen mit sich bringt. Auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen und gesunden Kommune ist es daher notwendig, neben der Förderung kommunaler Resilienz auch potenzielle Krisen- und Katastrophenszenarien systematisch in die nachhaltige Stadtentwicklung einzubeziehen. Um diese Themen gezielt in den Fokus zu rücken und gemeinsam weiterzuentwickeln, laden wir zu einem Fachtag ein. Auf der Suche nach praxisnahen Antworten werden in Workshops die folgenden Themen vertieft: Kinderfreundliche Stadtentwicklung; Cyberangriffe und Folgen von Blackouts; das Community readiness assessment und die gesunde Gemeinde- und Stadtentwicklung aus der Perspektive des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

    Ausführlichere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30. April 2026 möglich.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Ev. Hochschule Ludwigsburg
  • Berlin

    4. Bundeskongress „Grün in der Stadt“

    Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellen im Rahmen des 4. Bundeskongresses „Grün in der Stadt“ erstmals die Agenda Stadt grün-blau vor – ein neues, bundesweites Handlungsprogramm zur Stärkung der kommunalen Grün- und Freiraumentwicklung. Im Fokus steht die Frage, wie durchgrünte und wassersensible Städte unter heutigen Rahmenbedingungen wirksam umgesetzt werden können – ressortübergreifend, qualitätsvoll und praxisnah.

    Wir brauchen Stadtgrün und einen bewussten Umgang mit Wasser für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung – von Hitzevorsorge über Biodiversität bis hin zur sozialen Identifikation und Teilhabe. Auf dem Kongress werden Inhalte der Agenda vorgestellt, ihre Umsetzung diskutiert und Raum gegeben, mit Akteur*innen aus Verwaltung, Planung, Forschung und Verbänden Lösungen weiterzudenken.

    Weitere Informationen – einschließlich Programm sowie Anmeldemöglichkeiten – unter www.gruen-in-der-stadt.de.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

… weitere Termine

Mit unserem News­letter immer aktuell informiert

Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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