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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Kinder und Jugendliche in der Pandemie: Problemfelder - Lösungsansätze - Verstetigung

Kernbotschaften aus dem 2. Düsseldorfer Symposium zu Kinderrechten und Kinderschutz

Simone Weyers , Institut für Medizinische Soziologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
11.10.2021

Kinder und Jugendliche sind besonders stark von den unterschied­lichen Maßnahmen des Infektions­schutzes betroffen. Diese beeinträch­tigen nicht nur ihre Schul­bildung, sondern die ganze Band­breite ihrer kindlichen und jugend­lichen Lebenswelt. Hierzu zählen sowohl Aspekte ihrer psychi­schen und physischen Gesund­heit als auch ihrer psycho­sozialen, sprachlichen und motorischen Entwick­lung. Insbesondere für Kinder aus sozial benach­teiligten Familien, für Kinder mit spezifischen Bedürf­nissen, etwa einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung, aber auch für Kinder mit geringen Deutsch­kenntnissen sind die Folgen der aktuellen Lebens­einschrän­kungen noch nicht absehbar.  

Anlässlich des 2. Düsseldorfer Symposiums zu Kinder­rechten und Kinderschutz wurden die aktuellen Lebens­welten und spezifischen Problemlagen von Kindern und Jugend­lichen unter den Bedingungen der Pandemie beleuchtet. Die vier digitalen öffentlichen Fach­gespräche, die zwischen dem 10. März und dem 29. April 2021 stattfanden, zielten auf einen inter­disziplinären Austausch von Erfahrun­gen, um Wissen zu bündeln und die (nicht nur) lokale Vernet­zung zu fördern. Hierzu wurden Fachbei­träge von insgesamt 20 Expertinnen und Experten aus unterschied­lichen Fachdiszi­plinen und Versorgungs­einrichtungen gehalten und im Plenum von jeweils rund 120 Teilneh­merinnen und Teilneh­mern diskutiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Versorgungs- und Forschungs­lücken zu identifizieren und zu adressieren.  

Das Symposium erfolgte im Rahmen einer Kooperation des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin (Dr. Maria Griemmert, Dr. Anne Oommen-Halbach) und des Instituts für Medi­zinische Soziologie (Dr. Simone Weyers) der Heinrich-Heine-Universität. Die Beiträge der Expertinnen und Experten werden in Kürze nachzulesen sein.

In der Zwischenzeit wurden erste Kernbotschaften aus dem Symposium abgeleitet:

  • Die Zunahme des familiären Stresses hat einen erhöhten Beratungs- und Unterstützungsbedarf aller Familien zur Folge.
  • Sozioökonomisch benachteiligte Kinder und Familien sowie alleinerziehende Familien erfahren eine Mehrbelastung und sollten besondere Beachtung erfahren.
  • Kinder und Jugendliche mit seelischen Problemen sind durch die Pandemie(folgen) besonders belastet und benötigen eine die individuellen Defizite ausgleichende Förderung.
  • Alle Kinder, insbesondere Kinder mit Behinderungen, brauchen einen strukturierten Tagesablauf.
  • Biographische Übergänge (z.B. in frühe Elternschaft, Kita, Schule oder Beruf) sind besonders sensible Phasen und müssen verstärkt begleitet werden.
  • Die gute Erreichbarkeit von Fachkräften hat enormen Einfluss auf gelingende Interventionen.
  • Kinderbetreuung, Homeschooling und Notbetreuung benötigen verlässliche und systemübergreifende Konzepte.
  • Um Bildungsungleichheiten auszugleichen, sollten Schülerinnen und Schüler an der Umgestaltung von Schulen partizipativ mitarbeiten.
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollten in relevanten Gremien stärker (stell)vertreten sein.
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene benötigen Kontakt mit Gleichaltrigen, um soziale Fähigkeiten zu erlernen. Hierzu sollten entsprechende Angebote gemacht werden (z.B. in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit und Vereinsarbeit).
  • Lebenswelten sollten so ausgestaltet werden, dass sie Kinder und deren Familien zu (mehr) Bewegung einladen.
  • Die mediale Berichterstattung in Deutschland zu Kindern und Jugendlichen in der Pandemie fokussiert auf die Gefahr, die von Kindern ausgeht. Dies verstellt den Blick auf die Bedarfe, Bedürfnisse und Rechte dieser vulnerablen Gruppe.
  • In der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Pandemie sollten Kinderrechte (v.a. Recht auf Bildung, Recht auf Beteiligung, Recht auf psychische und physische Gesundheit - vergleiche Kinderrechtskonvention) einen höheren Stellenwert erlangen.

Fazit: Um die Folgen der Pandemie abzumildern, besteht der dringende Bedarf, bestehende und geplante Maßnahmen der Gesundheitsförderung auf diese besonderen Problemlagen hin zu überprüfen, auszuweiten oder ggfs. neu zu entwickeln.

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  • 06.05.2026 - 01.10.2026

    Hannover sowie online

    Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten

    Schulungsreihe zum Einstieg in integrierte kommunale Strategien

    Um kommunale Prävention und Gesundheitsförderung optimal zu planen und zu steuern, braucht es einen Überblick über Bedarfe und Bedürfnisse der Bevölkerung. Die Ermittlung eines Status Quo und die Einnahme verschiedener Perspektiven – wie zum Beispiel die der Dialoggruppe selbst (Kinder, Alleinerziehende, Senior*innen etc.) – ermöglichen erst eine nachhaltige Struktur- und Angebotsentwicklung.

    Die Schulungsreihe „Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten“ soll zur eigenständigen Umsetzung von Kontextcheck und zur Vorbereitung integrierter Strategien auf kommunaler Ebene befähigen. Hierfür wird praktisches und methodisches Wissen vermittelt, um die Bedarfs- und Bedürfnisanalyse im Rahmen des Prozesskreislaufes umzusetzen und daraus Empfehlungen abzuleiten. Diskutiert werden unter anderem: Die Analyse von Statistiken, Angebotsstrukturen und Netzwerken sowie Beteiligungsformate für Dialoggruppen und Public Health-Ethik als Mittel zur Formulierung gut begründeter Handlungsempfehlungen. Gute kommunale Beispiele und fachliche Kompetenz ausgewiesener Expert*innen sowie aus der LVG & AFS Nds. HB. e.V. zeigen, wie dies gelingen kann.

    Teilnehmen können alle in Deutschland tätigen kommunalen Fachkräfte, die im Bereich der Gesundheitsförderung oder in angrenzenden Handlungsfeldern agieren. Es sind keine Vorkenntnisse zu Kontextcheck notwendig. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fortbildungsreihe
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • Berlin

    Teilhabeforum – Teilhabe von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

    Auftaktveranstaltung des Teilhabeforums

    Die Aktion Psychisch Krank e. V. (APK) wird mit Förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in den nächsten zwei Jahren ein Teilhabeforum mit dem zentralen Fokus auf die Teilhabe von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen durchführen. Das Teilhabeforums startet mit einer Auftaktveranstaltung am 2. Juli in Berlin. Es erwarten Sie Beiträge zur Vorstellung der Inhalte und Arbeitsweise des Teilhabeforums, zur grundlegenden Datenlage und eine erste Bestandsaufnahme bezüglich der Teilhabeleistungen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Umfasst sind die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, zur sozialen Teilhabe, zur Teilhabe an Bildung und zur medizinischen Rehabilitation. Auch sollen die Herausforderungen an den Schnittstellen aufgegriffen werden. Am Nachmittag ist viel Raum für Diskussion und Erörterung der Handlungsbedarfe eingeplant.

    Die offizielle Einladung mit dem finalen Programm und organisatorischen Hinweisen, inklusive Anmeldeformular, folgen ab der zweiten Maihälfte auf der Website der Aktion Psychisch Krank e. V.. Es werden bis zu drei Anmeldungen pro Verband und Institution möglich sein.

    Kategorie: Auftaktveranstaltung
    Veranstalter: Aktion Psychisch Krank e. V.
  • Berlin

    Schwangere begleiten

    Fachtag zu den neuen Handlungsempfehlungen Schwangerschaft

    Im Sommer veröffentlicht das Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung seine neuen nationalen Handlungsempfehlungen „Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft“. Aus diesem Anlass lädt es die Wissenschafts- und Fach-Community zum Fachtag zu den neuen Handlungsempfehlungen Schwangerschaft ein.

    Die an den Empfehlungen beteiligten Wissenschaftler*innen stellen in Fach-Vorträgen ausgewählte Aspekte vor und bringen die Teilnehmenden auf den aktuellen Stand. Eine Podiumsdiskussion bietet zudem Raum für den Blick in die Praxis.

    Weitere Informationen:

    Kategorie: Fachtagung

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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