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Aktiv für Gesundheit und Chancengleichheit

Interdisziplinäres Präventionsprogramm halbiert Kariesrate bei Kleinkindern in Dormagen

Dorothee Gintars , Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V.
27.03.2019

Der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes Rhein-Kreis Neuss hat 2011 in Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt Dormagen ein umfassendes, interdisziplinäres Auf­klä­rungs- und Prophylaxeprogramm eingeführt. Es zielt ins­be­son­de­re da­rauf ab, so­zi­al benachteiligte Fa­mi­lien zu er­rei­chen, oh­ne diese zu stig­ma­ti­sie­ren.

Das An­ge­bot „Gemeinsam ge­gen Ka­ri­es" begleitet Frauen vom Beginn der Schwan­ger­schaft so­wie Eltern in den ersten Lebensjahren ihres Kindes. Ziel ist es durch ei­ne umfassende Auf­klä­rung zum The­ma Mundgesundheit frühkindliche Ka­ri­es vorzubeugen. Dafür setzt das An­ge­bot auf ei­ne Ko­o­pe­ra­ti­on mit den örtlichen Hebammen, den Ärztinnen und Ärzten der Gy­nä­ko­lo­gie, Kinder- und Zahn­me­di­zin und dem städtischen Sozialdienst, der al­le Fa­mi­lien mit Neu­ge­bo­re­nen besucht. Seit dem Start konnten mit dem Pro­gramm über 3.000 Fa­mi­lien angesprochen wer­den - mit Er­folg.

Die wissenschaftliche Eva­lu­a­ti­on durch die Uni­ver­si­tät Mar­burg hat die Wirk­sam­keit der Maß­nah­men bestätigt: Nach der Einführung des Präventionsprogramms halbierten sich so­wohl die mittleren DMF-T-Werte für das individuelle Ka­ri­esrisiko als auch die Fälle mit schwerer frühkindlicher Ka­ri­es bei den 3- bis 4-jährigen Kin­dern. Aufgrund der häufigen persönlichen Be­ra­tung­en änderten die beteiligten Fa­mi­lien ihr Verhalten in Be­zug auf die Mundgesundheit.

Aufbau des Präventionsprogramms

Das Kon­zept kombiniert niedrigschwellige An­ge­bo­te mit aufsuchenden Ele­men­ten nach ei­nem fes­ten Zeit­plan. Sie die­nen ei­ner umfangreichen und wiederholten, persönlichen Auf­klä­rung zum The­ma Mundhygiene und Ernährungsverhalten wäh­rend der Schwan­ger­schaft, nach der Ge­burt und in der frühen Kind­heit. Das Ge­sund­heits­amt lud da­zu vorab die relevanten Multiplikatoren zu Informationsveranstaltungen ein und informierte sie auch in persönlichen Gesprächen über das Pro­jekt und die fachlichen Hintergründe. Als Kampagnenmaterial wurden zwei Fly­er, ei­ne Terminvereinbarungskarte, ein zahnärztlicher Vorsorgepass für Mut­ter und Kind so­wie ein Pos­ter für die beteiligten Praxen entwickelt.

Die Me­di­en haben ei­nen hohen Wiedererkennungswert und sind durch große Ab­bil­dung­en und kurze Texte leicht verständlich. Sie sind au­ßer­dem auch in türkischer Spra­che verfügbar. Sponsoren un­ter­stüt­zen die Ak­ti­on mit Wa­ren im Wert von 5,50 Eu­ro pro Kind. Für ins­ge­samt sie­ben Informations- und Präsentpäckchen zum The­ma Frühkindliche Ka­ri­es ent­ste­hen dem Ge­sund­heits­amt da­durch nur Sachkosten von 0,63 Eu­ro pro Kind. Check­lis­ten für al­le Be­tei­lig­ten si­chern ein einheitliches Vorgehen und helfen, die Auf­ga­ben schnell zu er­le­di­gen.

Das vorbildliche Präventionsprogramm vernetzt den öffentlichen Gesundheitsdienst und die Frü­hen Hilfen mit der individuellen medizinischen Be­treu­ung. Es nutzt al­so Strukturen, die be­reits bun­des­weit vorhanden sind. Dadurch lässt es sich gut auch auf an­de­re Regionen Deutschlands über­tra­gen. Die interdisziplinäre Zu­sam­men­ar­beit und die In­te­gra­ti­on in bestehende Abläufe bün­deln Res­sour­cen und ma­chen das Pro­gramm kos­ten­güns­tig und ef­fi­zi­ent.

Die In­iti­a­ti­ve wurde 2017 mit dem Wrigley-Prophylaxe-Preis aus­ge­zeich­net.

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  • 26.02.2026 - 27.02.2026

    Berlin

    Public Health in Krisen und Katastrophen

    Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Public Health e.V.

    Krisen und Katastrophen nehmen immer mehr Einfluss auf unseren Alltag, egal ob Pandemien, Hitzewellen, Überschwemmungen, geopolitische Konflikte oder Angriffe auf kritische Infrastrukturen. Diese und vergleichbare Ereignisse stellen eine Bedrohung für das Leben und die Gesundheit breiter Bevölkerungsgruppen dar. Angesichts dessen steht Public Health - als Wissenschaft und Praxis - vor der gewaltigen Aufgabe, unsere gemeinsame Lebensgrundlage und die Gesundheit der Bevölkerung auch unter zunehmend unsicheren Bedingungen zu schützen und zu erhalten. Gemeinsam wollen wir überlegen, welche Strukturen, Strategien und Kompetenzen erforderlich sind, um aktuellen und zukünftigen Krisenlagen im Gesundheitswesen qualifiziert begegnen zu können. 

    Das ausführliche Programm und Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Jahrestagung
    Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V.
  • Online

    Möglichkeiten gesundheitsfördernder Stadtentwicklung: Allianzen für die Stadt der Zukunft

    Hitzeinseln, Luftverschmutzung, Lärm – unsere Städte sind oft alles andere als gesund. Doch wie können wir sie so planen, dass sie das Wohlbefinden und die gerechte Beteiligung aller fördern? Gemeinsam mit Prof.in Heike Köckler (Hochschule Bochum) – Expertin für Stadtplanung und Gesundheit – diskutieren wir Fragen rund um sozial gerecht und gesundheitsförderlich gestaltete urbane Räume.

    Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • 05.03.2026

    Berlin

    1. Deutscher Präventionsgipfel

    Welche Einsparpotentiale wir liegen lassen und was wir von unseren europäischen Nachbar*innen lernen können

    Sozialversicherungsbeiträge auf Rekordniveau, Volkserkrankungen auf dem Vormarsch, Babyboomer vor dem Renteneintritt und Deutschland Schlusslicht im Public Health Index. Vor diesem Hintergrund schaut der AOK-Bundesverband auf ungenutzte Präventionspotenziale und veranstaltet den 1. Deutschen Präventionsgipfel am 5. März 2026. 

    Die Veranstaltung soll aufzeigen, wie eine gesündere Gesellschaft zur Stabilisierung der Solidarsysteme beitragen kann und welche Strategien vielversprechend sind. Renommierte Präventionsforscher*innen und Gesundheitsökonom*innen präsentieren evidenzbasierte Maßnahmen in den Handlungsfeldern Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum sowie Bewegung.  

    Rund 150 Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden werden zu dem Gipfel erwartet. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken wird den 1. Deutschen Präventionsgipfel mit einem Grußwort eröffnen.

    Mehr Informationen zur Veranstaltung sowie zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Gesundheitsgipfel
    Veranstalter: AOK-Bundesverband

… weitere Termine

Leitfaden zur Erstellung von Artikeln

Reichen Sie gern Ihren Artikel zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung bei der Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes ein! Für die Erstellung eines Artikels finden Sie hier einen Leitfaden mit unseren formalen und inhaltlichen Anforderungen.  

Ansprechpersonen

Die Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit erreichen Sie jederzeit hier.

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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