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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Gesundheitliche Versorgung wohnungsloser Menschen

Neue Studie "GeWo-Bay"

Marco Heinrich , Technische Hochschule Augsburg
22.05.2026

Wohnungslosigkeit lässt sich als extremste Form von Armut verstehen. Sie geht meist mit äußerst prekären Lebenslagen einher, womit in der Regel auch erhebliche gesundheitliche Ungleichheiten verbunden sind. In der explorativen Feldstudie „GeWo-Bay – Gesundheitliche Versorgung obdachloser und wohnungsloser Menschen in Bayern” wird von Forschenden der Technischen Hochschule Augsburg (THA) unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Niebauer im Fachbereich Soziale Arbeit exemplarisch anhand ausgewählter Regionen untersucht, wie wohnungslose Menschen in Bayern Gesundheitsangebote nutzen oder nicht nutzen, welche Barrieren, Bedarfe und Versorgungslücken bestehen und welche strukturellen Bedingungen und Mechanismen dahinterliegen.

Die GeWo-Bay-Studie ist im Fachbereich Soziale Arbeit an der Fakultät für angewandte Naturwissenschaften an der THA angesiedelt. Zum Forschungsteam zählen Marco Heinrich, M.A. und Vera Richter, M.Sc. – beide wissenschaftliche Mitarbeitende der THA. Die Studie läuft vom 01.02.2026 bis 31.01.2027 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.

Wohnungslosigkeit zählt zu den extremsten Form von Armut. Die äußerst prekären Lebenslagen der Betroffenen führen in der Regel auch zu erheblichen gesundheitlichen Ungleichheiten. So zeigen diverse nationale und internationale Studien deutlich höhere Raten körperlicher und psychischer Erkrankungen bei wohnungs- und obdachlosen Menschen als in der Allgemeinbevölkerung. Zudem sind häufig unbehandelte und chronifizierte Krankheitsverläufe, Mehrfachdiagnosen (Komorbidität) sowie ein fehlender Versicherungsstatus der Betroffenen zu verzeichnen.

Die Gesundheitsversorgung obdach- und wohnungsloser Menschen stellt somit eine anspruchsvolle Aufgabe sowohl gesamtgesellschaftlich als auch insbesondere für medizinisch-psychosoziale Berufsgruppen dar. Es ist festzustellen, dass das gesundheitliche Regelversorgungssystem von obdach- und wohnungslosen Menschen kaum oder nur unzureichend genutzt werden kann, und es somit diesen Personenkreis keinesfalls ausreichend erreicht. Aus diesem Grund existieren inzwischen diverse medizinische Angebote für obdach- und wohnungslose Menschen außerhalb der Regelversorgung, wie z.B. medical streetwork oder medizinische Sprechstunden in Notunterkünften.

Für diese Parallelstruktur der gesundheitlichen Versorgung lässt sich eine gewisse (regionale) Unübersichtlichkeit konstatieren. Hierzu liegen bislang nur vereinzelt Studien vor, sodass kaum systematisches Wissen, sondern überwiegend regionales und implizites Praxiswissen, vorhanden ist, was auch auf das Bundesland Bayern bislang zutrifft.

Hier möchte die GeWo-Bay-Studie ansetzen und dezidiert die bislang dominierende medizinische Forschung um eine sozial(arbeits)wissenschaftliche Perspektive bezüglich der Gesundheitsversorgung obdach- und wohnungsloser Menschen in Bayern erweitern.

In der explorativen Feldstudie wird exemplarisch anhand ausgewählter Regionen untersucht, wie wohnungslose Menschen in Bayern Gesundheitsangebote nutzen oder nicht nutzen, welche Barrieren, Bedarfe und Versorgungslücken bestehen und welche strukturellen Bedingungen und Mechanismen dahinterliegen. Hierfür werden anhand überwiegend qualitativer Forschungsmethoden (u.a. Interviews, Fokusgruppen, teilnehmende Beobachtungen) sowohl die Perspektiven von Fachkräften als auch von obdach- und wohnungslosen Menschen erfasst. Die Erkenntnisse der Studie sollen schließlich Anknüpfungspunkte für den Ausbau bedarfsgerechter und passgenauer Hilfen im Sinne von Handlungsoptionen und fachlichen Empfehlungen liefern.

Die Projektmitarbeiterin Vera Richter wird die Studie “GeWo-Bay” und erste Zwischenergebnisse am 27. Oktober 2026, 10:00-11:30 Uhr in einem Online-Austausch "Auf den Schirm - Praxis trifft Wissenschaft zu soziallagenbezogener Gesundheitsförderung" vorstellen.

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  • 06.11.2026

    Online via Webex

    Wie alt fühlst Du dich? Und welchen Einfluss hat das auf Deine Gesundheit?

    Die Forschung zeigt: Altersbilder begleiten uns ein Leben lang. Sie entstehen früh, beeinflussen unser Verhalten und prägen sogar, wie wir selbst älter werden. Doch wie können wir negative Altersstereotype überwinden und zu einem differenzierteren Blick auf das Alter gelangen?

    Darüber sprechen wir beim nächsten LGK-Talk „Alt sind immer die anderen?! – Wie Altersbilder unsere Gesundheit beeinflussen und wie wir unsere Vorstellungen vom Alter(n) verändern können“ mit Dr.in Antje Rauers (Friedrich-Schiller-Universität Jena), PD Dr. David Weiss (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr.in Aline Schönenberg (Universitätsklinikum Jena). Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Denkanstöße und einen frischen Blick auf das Älterwerden!

    Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30 Oktober 2026 möglich.

    Kategorie: Gesprächsrunde
    Veranstalter: LGK Thüringen
  • Hannover

    Gemeinsam Wege aus der Gewalt

    Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen

    Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gewaltfrei aufzuwachsen. Doch das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen nimmt medial immer mehr Raum ein – sei es durch aktuelle Zahlen der Kriminalstatistik oder durch Vorfälle in der Schule. Auch in Kitas werden mehr Gewaltvorfälle gemeldet. Die Formen von Gewalt sind dabei vielfältig – körperlich, psychisch und auch digital. Die Fachtagung „Gemeinsam Wege aus der Gewalt – Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen“ am 12. November 2026 in Hannover geht den Ursachen der zunehmenden Gewaltentwicklung auf den Grund und nimmt dabei die komplexen Ursachen, wie psychische Belastungssituationen, sozioökonomische Herausforderungen und eigene Gewalterfahrungen, in den Blick. Was kann bereits in der Frühförderung in den Kitas angebahnt werden? Wie kann Schule mit diesen Herausforderungen umgehen? Welche langfristigen Auswirkungen haben Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit? Und welche Ansätze gibt es, um digitaler Gewalt resilient zu begegnen? Die Veranstaltung findet in der Ärztekammer Niedersachsen statt.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • Berlin

    Voneinander lernen - Bedarfsgerechte Hilfen für psychisch erkrankte Menschen in der Wohnungsnotfallhilfe

    Der Zugang zu passgenauer Unterstützung ist dadurch ausgerechnet für jene erschwert, die besonders auf niedrigschwellige, vernetzte und kontinuierliche Angebote angewiesen sind. Auf unserer Fachtagung möchten wir folgende Themen gemeinsam mit Ihnen aufgreifen:

    • Ethische Fragestellungen im Umgang mit psychisch erkrankten wohnungslosen Menschen,
    • Zusammenarbeit und Schnittstellen zwischen verschiedenen Hilfesystemen,
    • Gute Praxisbeispiele niedrigschwelliger, aufsuchender und einrichtungsintegrierter sowie zielgruppenspezifischer Angebote,
    • Die Perspektive von Erfahrungsexpert*innen,
    • Weichenstellungen für die zukünftige psychosoziale Versorgung von wohnungslosen Menschen mit psychischen Störungen.

    Sie erwarten Vorträge, Arbeitsgruppen mit Praxisbeispielen sowie Gespräche mit Expert*innen aus Medizin, Sozialer Arbeit und Selbstvertretung. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und darauf, gemeinsam Wege zu einer besser vernetzten psychiatrischen Versorgung wohnungsloser Menschen zu finden.

    Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Veranstalter: BAG Wohnungslosenhilfe e. V.

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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