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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit

Ein neuer Schulterschluss für Gesundheitsförderung und Prävention

02.06.2026

Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit

Ein neuer Schulterschluss für Gesundheitsförderung und Prävention

Mit dem bundesweiten Modellvorhaben „Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit“ startet ein innovativer Ansatz, der Gesundheitsförderung und Prävention in der teilstationären Pflege konsequent mit Klima- und Umweltschutz verbindet. Getragen wird das Projekt von der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft für Seniorenorganisationen e.V., der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), dem Volkssolidarität Bundesverband e.V. sowie der BARMER als Förderin, die alle auch Mitglieder im Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit sind.

Ziel ist es, Akteur*innen in der teilstationären Pflege und in Kommunen dabei zu unterstützen, Präventionsmaßnahmen in ausgewählten Themen partizipativ zu gestalten, die sowohl dem Gesundheitsverhalten älterer und pflegebedürftiger Menschen (Verhaltensprävention), als auch der ökologischen Nachhaltigkeit sowie dem Aus- und Aufbau von gesundheitsfördernden Strukturen (Verhältnisprävention) dienen.

Im Oktober 2025 wurde das Projekt offiziell auf den Weg gebracht und bei der Zusammensetzung der Kooperationsgemeinschaft alle Handlungsstränge mit ausgewählter Expertise besetzt. Die Prävention und Gesundheitsförderung in den Lebenswelten Pflegeeinrichtungen und Kommunen bilden dabei den Ausgangspunkt für einen innovativen Ansatz und neuen Schulterschluss zwischen den projekttragenden Organisationen, die für unterschiedliche Schwerpunkte stehen.

Steigender Handlungsdruck für umwelt- und klimasensible Prävention 

Ältere und pflegebedürftige Menschen zählen zu den Gruppen, die besonders stark von den gesundheitlichen Folgen der ökologischen Veränderungen betroffen sind – etwa von zunehmenden Hitzewellen und anderen Extremwetterereignissen oder steigender Luftverschmutzung. Gleichzeitig bestehen große Potenziale, das gesunde Altern effektiv zu fördern und Krankheit und Pflegebedürftigkeit zu verzögern oder gar zu verhindern. Die teilstationäre Pflege spielt hierbei eine Schlüsselrolle: Sie verbindet häusliche Versorgung mit professioneller Betreuung und erreicht damit sowohl Pflegebedürftige als auch ihr soziales Umfeld. Dies macht sie zu einem zentralen Hebel, Prävention und Gesundheitsförderung neu zu verankern – als Ressource für mehr Gesundheit sowie als Beitrag zu einem resilienten und zukunftsfähigen Gesundheitssystem. 

Planetare Gesundheit als Leitbild

Grundlage des Projekts ist das Konzept der Planetaren Gesundheit, welches die enge Verbindung zwischen menschlicher Gesundheit und intakten ökologischen Lebensgrundlagen betont. Eine gesunde Umwelt, zu der z.B. saubere Luft und der Zugang zu hochwertigen Grünflächen zählt, ist ein wesentlicher Einflussfaktor für ein möglichst gesundes Leben und Altern. Umweltbelastungen hingegen erhöhen gesundheitliche Risiken – gerade für vulnerable Gruppen.

Das Projekt zielt daher darauf ab, Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege so zu gestalten, dass Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit aktiv gestärkt werden. In den Sozialräumen sollen Strukturen aufgebaut werden, die die Gesundheit der verschiedenen Zielgruppen (ältere und pflegebedürftige Menschen, pflegende Angehörige, Pflegekräfte) langfristig fördern – und gleichzeitig zur Klimaresilienz beitragen. 

Wissen verbreiten – Handlungsfähigkeit und Wirkung stärken

Ein zentrales Element des Projekts sind Schulungen für Multiplikator*innen, die das erworbene Wissen und die erlangten Kompetenzen in ihre Verantwortungsbereiche weitertragen sollen. So entsteht über die Projektlaufzeit bis 2028 ein wachsendes Netzwerk, das langfristig bundesweit genutzt werden kann. Erklärtes Ziel ist die strukturelle Verstetigung. Dazu gehört die Ermittlung themenverwandter Akteur*innen sowie die Prüfung des Aufbaus eines bundesweiten Netzwerkes für klimaresiliente Seniorenarbeit und Pflege.

Die praktische Umsetzung beginnt mit der Auswahl und Analyse der Piloteinrichtungen und Modellkommunen, gefolgt von systematischen Bedarfserhebungen und einer zielgruppen- und bedarfsgerechten Entwicklung von Schulungskonzepten. Diese werden vor Ort implementiert und evaluiert.

Vier Themenfelder für eine zukunftsfähige Seniorenarbeit und Pflege

In sechs Tagespflegeeinrichtungen in Ostdeutschland und in fünf Modellkommunen im gesamten Bundesgebiet werden praxisnahe und partizipativ entwickelte Maßnahmen erprobt. Diese konzentrieren sich auf vier Themenfelder: 

1. Hitzeschutz
Hitze stellt ein Gesundheitsrisiko für alle dar. Zu den besonders gefährdeten Gruppen zählen vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen. Durch die Entwicklung von Hitzeaktionsplänen und anderen Maßnahmen kann hitzebedingten Gesundheitsgefahren vorgebeugt und deren Ausmaß reduziert werden.

2. Ernährung
Eine ausgewogene, vorwiegend pflanzliche Ernährung kann die Gesundheit im Alter fördern und kommt gleichzeitig der Umwelt zugute. Wichtig ist dabei auch die Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung, die unter älteren und pflegebedürftigen Menschen besonders verbreitet ist. 

3. Bewegung und aktive Mobilität
Körperliche Bewegung fördert die physische, geistige und psychische Gesundheit und trägt wesentlich zur Erhaltung von Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter bei. Ein Fokus liegt dabei auf der Umsetzung von Maßnahmen zur Sturzprävention. Die Förderung aktiver Mobilität, wie Gehen und Radfahren, stärkt zugleich Klima- und Umweltschutz.

4. Mentale Gesundheit
Die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden können durch vielfältige Maßnahmen, wie etwa soziale Teilhabe, einem effektiven Umgang mit Stress und dem Aufenthalt in der Natur gefördert werden. Mit Blick auf die fortschreitende Klima- und Umweltkrise gilt es, zusätzlichen Belastungen für die mentale Gesundheit vorzubeugen und die individuelle Resilienz zu stärken. 

Bei der Entwicklung der Maßnahmen soll ein besonderes Augenmerk auf die Zielgruppe der Frauen gelegt werden, da sowohl Pflegekräfte als auch Pflegebedürftige überwiegend weiblich sind.

Starke Partnerschaft für echte Veränderung

Die Zusammenarbeit zwischen BAGSO, BARMER, KLUG und Volkssolidarität bündelt Expertise aus Seniorenarbeit und -politik, Gesundheitsförderung und Prävention, Pflegepraxis sowie Klima-/Umweltwissenschaften. Gemeinsam schaffen die Organisationen eine Basis, auf der Pflege als gesundheitlicher, ökologischer und zukunftsfähiger Schutzfaktor weitergedacht und modernisiert werden kann.

Ausblick: Modell für die Zukunft

„Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit“ soll einen Weg aufzeigen, wie sich Klimaanpassung, Umweltschutz und Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege integrieren lassen – pragmatisch, evidenzbasiert und sozialraumorientiert. Die Ergebnisse sollen perspektivisch bundesweit adaptiert werden. Dabei richtet sich der Blick während der Projektlaufzeit bereits auf weitere Lebenswelten und soll im Sinne einer lebensweltübergreifenden Perspektive weitergedacht werden. Die Kooperationsgemeinschaft möchte mithilfe der adressierten Schnittstellen eine Blaupause für weitere Handlungsfelder und Zielgruppen definieren.

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  • Online via Webex

    Town Hall für Gesundheitsämter "Demokratieförderung und resiliente Strukturen im öffentlichen Gesundheitsdienst"

    Die Gesundheitsförderung steht vor der Herausforderung, auch in einem gesellschaftlichen Klima zunehmender Polarisierung, Desinformation, der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und populistischer Tendenzen handlungsfähig zu bleiben. Diese Entwicklungen stellen nicht nur demokratische Institutionen, sondern auch die Praxis der Gesundheitsförderung vor erhebliche Herausforderungen. Zentrale Werte und Prinzipien wie gesellschaftlicher Zusammenhalt und Verständigung, Rechtsstaatlichkeit, Faktenorientierung, Teilhabe, Solidarität und Chancengleichheit, auf denen Gesundheitsförderung beruht, geraten zunehmend unter Druck und werden verstärkt in Frage gestellt. Die Folgen sind vielfältig: Sie reichen von der Instrumentalisierung gesundheitsförderlicher Aktivitäten über die Kürzung oder Streichung von Fördermitteln bis hin zu Anfeindungen gegenüber gesundheitsförderlichen Projekten und Einschüchterungsversuchen gegenüber den dort tätigen Fachkräften. Diesen Herausforderungen wollen wir uns stellen und gemeinsam mögliche Lösungen austauschen und diskutieren.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: BIÖG
  • Berlin

    Fachtag: Generationengerechtigkeit ausbuchstabiert

    Kinder- und Jugendhilfe und Seniorenorganisationen im Dialog Generationengerechtigkeit

    Generationengerechtigkeit ist in aktuellen politischen Debatten zu einem zentralen Begriff geworden. Häufig wird er jedoch verkürzt verwendet: als moralisches Argument in der Haushalts-, Finanz- oder Rentenpolitik, etwa in Diskussionen über Neuverschuldung oder die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass Generationengerechtigkeit weit mehr umfasst als finanzpolitische Abwägungen. Eine solche Engführung kann Generationenkonflikte eher verstärken, statt gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und die tatsächlichen Ursachen von Ungerechtigkeit zu benennen.

    In dieser Veranstaltung bieten die Organisationen des Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. ein Forum, um gemeinsam mit den Teilnehmenden den Begriff der Generationengerechtigkeit in unterschiedlichen politischen und sozialen Themenfeldern zu vertiefen und das Verbindende zwischen den Generationen herauszuarbeiten.

    Die Anmeldemöglichkeit folgt nach der Sommerpause. Bitte beachten Sie bereits jetzt, dass die Teilnahme kostenpflichtig ist. Der Teilnahmebeitrag beträgt 10,00 Euro pro Person; die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und BAGSO
  • 14.10.2026

    Berlin

    Gesundheit x Mobilität – Radverkehr als Investition in unsere Zukunft

    ADFC-Symposium 2026

    Die Veranstaltung bringt Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft zusammen, die Mobilität gesünder, gerechter und zukunftsfähiger gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Fahrrad noch stärker als Hebel für Gesundheit, Lebensqualität und lebenswerte Städte und Gemeinden genutzt werden kann – auf Grundlage aktueller Erkenntnisse, internationaler Beispiele und konkreter Ansätze für die Praxis.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Kategorie: Symposium
    Veranstalter: Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V.

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