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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Die Zeit ist reif für ein Präventionsgesetz

Paritätischer warnt vor wachsender Gesundheitskluft und fordert Präventionsgesetz

Gwendolyn Stilling , Der Paritätische Wohlfahrtsverband
02.09.2012

Vor ei­ner wachsenden Gesundheitskluft in Deutsch­land warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband und ap­pel­liert in ei­nem offenen Brief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Bahr, ein Präventionsgesetz auf den Weg zu brin­gen, um für al­le Menschen gleiche Chan­cen auf ein mög­lichst gesundes und mög­lichst langes Leben zu schaf­fen. Die Le­bens­er­war­tung dürfe in Deutsch­land nicht länger vom Geld­beu­tel ab­hän­gen. Ein ent­spre­chen­des Ge­setz zur Ge­sund­heits­för­de­rung müsse al­le relevanten Akteure in die Pflicht neh­men, Qua­li­täts­stan­dards si­chern und ei­ne verlässliche Fi­nan­zie­rung ga­ran­tie­ren.

"Die ge­sund­heit­liche Chancenungleichheit in Deutsch­land ist skan­da­lös. Die ärmsten 20 Pro­zent der Be­völ­ke­rung ster­ben im Durch­schnitt zehn Jahre frü­her als die reichsten 20 Pro­zent. Bei ih­nen bre­chen chronische Er­kran­kung­en frü­her aus und verlaufen deut­lich schwerwiegender", kritisiert Ver­bands­vor­sit­zen­der Prof. Dr. Rolf Ro­sen­brock. Schon im Kin­der­gar­ten manifestierten sich die un­glei­chen Ge­sund­heits­chan­cen: "Kinder aus so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Fa­mi­lien sind nach­weis­lich häufiger von phy­si­schen oder psy­cho­so­zi­alen Problemen be­trof­fen, die ihr gesamtes weiteres Leben be­ein­träch­ti­gen kön­nen. Dieser Zu­stand ist be­schä­mend und in einem der reichsten Länder der Welt un­trag­bar."

Der Ver­band fordert die Ein­führung ei­nes eigenen Bun­des­ge­set­zes für nicht-me­di­zi­ni­sche Pri­mär­prä­ven­tion und Ge­sund­heits­för­de­rung, um be­reits erprobte Ansätze zu verstetigen und flä­chen­de­ckend um­zu­set­zen. "Wir brau­chen mehr als Aufklärungs- und In­for­ma­tions­kam­pag­nen oder die me­di­zi­ni­sche Ver­hin­de­rung von Krank­heit durch Imp­fung­en. Wir brau­chen ziel­grup­pen­spe­zi­fi­sche Maß­nah­men, die dort an­set­zen, wo die Menschen sind", fordert Ro­sen­brock. Er­for­der­lich seien Maß­nah­men der be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­för­de­rung, Ge­sund­heits­prog­ram­me in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tungen, kul­tur­sen­sible Pro­gram­me, die auch Migrantinnen und Migranten er­rei­chen so­wie Ansätze der Ge­sund­heits­för­de­rung im Stadt­teil und in Wohn- und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen. "Die Pro­jek­ti­tis in diesem Be­reich muss ein En­de ha­ben und endlich durch dauer­haf­te Struk­tu­ren er­setzt wer­den."

Dies sei nicht zu­letzt ein Ge­bot ökonomischer Vernunft. "Jeder Eu­ro, den wir heute in wirkungsvolle Prä­ven­ti­on in­ves­tie­ren, zahlt sich auch fi­nan­zi­ell lang­fris­tig aus durch ei­ne Ent­las­tung der So­zial­sys­te­me. Jeder Tag, den wir wei­ter war­ten, ist volkswirtschaftlich betrachtet, vergeudetes Geld", warnt Ge­sund­heits­öko­nom Rosenbrock. Es gebe kein Erkenntnisproblem, son­dern ein Hand­lungs­de­fi­zit. "Der Mi­nis­ter ist in der Bring­schuld."

Den genauen Wortlaut des Briefes können Sie hier (PDF-Dokument, 98 KB) einsehen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist mit über zehntausend selbständigen Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tionen einer der größten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Er ist Part­ner im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund „Ge­sund­heits­för­de­rung bei so­zi­al Be­nach­tei­lig­ten“.

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  • Berlin

    Fachtag: Generationengerechtigkeit ausbuchstabiert

    Kinder- und Jugendhilfe und Seniorenorganisationen im Dialog Generationengerechtigkeit

    Generationengerechtigkeit ist in aktuellen politischen Debatten zu einem zentralen Begriff geworden. Häufig wird er jedoch verkürzt verwendet: als moralisches Argument in der Haushalts-, Finanz- oder Rentenpolitik, etwa in Diskussionen über Neuverschuldung oder die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass Generationengerechtigkeit weit mehr umfasst als finanzpolitische Abwägungen. Eine solche Engführung kann Generationenkonflikte eher verstärken, statt gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und die tatsächlichen Ursachen von Ungerechtigkeit zu benennen.

    In dieser Veranstaltung bieten die Organisationen des Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. ein Forum, um gemeinsam mit den Teilnehmenden den Begriff der Generationengerechtigkeit in unterschiedlichen politischen und sozialen Themenfeldern zu vertiefen und das Verbindende zwischen den Generationen herauszuarbeiten.

    Die Anmeldemöglichkeit folgt nach der Sommerpause. Bitte beachten Sie bereits jetzt, dass die Teilnahme kostenpflichtig ist. Der Teilnahmebeitrag beträgt 10,00 Euro pro Person; die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und BAGSO
  • 14.10.2026

    Berlin

    Gesundheit x Mobilität – Radverkehr als Investition in unsere Zukunft

    ADFC-Symposium 2026

    Die Veranstaltung bringt Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft zusammen, die Mobilität gesünder, gerechter und zukunftsfähiger gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Fahrrad noch stärker als Hebel für Gesundheit, Lebensqualität und lebenswerte Städte und Gemeinden genutzt werden kann – auf Grundlage aktueller Erkenntnisse, internationaler Beispiele und konkreter Ansätze für die Praxis.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Kategorie: Symposium
    Veranstalter: Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V.
  • Düsseldorf

    Mut zur Haltung: Zukunft schon heute gesund und sozial gestalten

    DVSG-Bundeskongress 2026

    Mit einem selbstbewussten und selbstkritischen Blick wird der DVSG-Bundeskongress 2026 unter dem Motto „Mut zur Haltung: Zukunft schon heute gesund und sozial gestalten“ den Fokus auf zukünftige Herausforderungen richten. Wir wollen soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Gesundheit für alle in einer sich rasant wandelnden Welt.

    Beim DVSG-Bundeskongress sollen aktuelle Probleme im Zusammenhang mit der Gesundheitsversorgung diskutiert und mögliche Lösungen vorgestellt werden. Nicht nur der Fachkräftemangel und wachsende Versorgungslücken erfordern visionäre Ansätze. Gleichzeitig müssen die gesellschaftlichen Entwicklungen in den Blick genommen werden: Eine alternde Bevölkerung, zunehmende Multimorbidität, vielfältige Lebensformen, höherer Betreuungsbedarf und Pflegebedürftigkeit verlangen nach angepassten Konzepten und Angeboten. Der Anstieg von Singlehaushalten und gesellschaftliche Entfremdungen, etwa geprägt durch Einsamkeit, Polarisierung und Radikalisierung, verändern die Lebenslagen vieler Menschen. Diese Trends erfordern umfassenden sozialen Zusammenhalt und gesunde Lebenswelten.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: DVSG - Deutsche Vereinigung für die gesundheitsbezogene Soziale Arbeit

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