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Fortschritte der Präventionsketten-Arbeit sichtbar machen: Wie kann das gelingen?

Das neue Instrument "Fortschrittsdiagramm"

  • Wiebke Humrich , Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • Kerstin Petras , Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
15.04.2024

Der Auf- und Ausbau einer Präventionskette führt zu einem Veränderungsprozess im kommunalen Hilfe- und Unterstützungssystem. Sowohl die Zusammenarbeit der verantwortlichen Akteur*innen als auch konkrete Angebote für Familien sollen weiterentwickelt werden, um letztendlich zur Verbesserung der familiären Lebenslagen und zu einem gesunden Aufwachsen aller Kinder beizutragen. Der Kern der Präventionsketten-Arbeit sind Strategieentwicklung und Strukturbildung. Während zu Beginn eines Präventionskettenprozesses die Fragen „Was wollen wir verändern und was ist hierfür zu tun?“ im Vordergrund stehen, sind es währenddessen oder am Ende eines Prozessdurchlaufs die Fragen nach dem bislang Geleisteten und dessen Wirkungen.

Doch wie lassen sich die Fortschritte eines so komplexen Vorhabens, wie der einer Präventionskette, überprüfen und anschaulich präsentieren? Um für Fragen wie „Was machen Sie da eigentlich die ganze Zeit?“ oder „Woran sieht man denn, dass etwas passiert?“ gerüstet zu sein, wurde ein Instrument zur Selbstevaluation entwickelt: Das Fortschrittsdiagramm für Präventionsketten.

Für wen ist das Instrument?

Das Fortschrittsdiagramm für Präventionsketten wendet sich an kommunale Akteur*innen, die sich mit dem Auf- und Ausbau einer Präventionskette befassen. Es bietet die Möglichkeit der Reflexion und soll letztendlich auch die Erfolgsdarstellung der geleisteten Arbeit leichter machen. Selbstverständlich können auch weitere Interessierte (beispielsweise Prozessbegleitungen) das Instrument nutzen. Der*die Betrachter*in gewinnt einen Eindruck, in welchem Umfang ein Präventionskettenvorhaben bereits fortgeschritten ist und inwieweit man sich den beabsichtigten Wirkungen angenähert hat.

Was bildet die theoretische Grundlage?

Als Grundlage dient das Wirkungsmodell für Präventionsketten. Das Modell verdeutlicht anhand einer Stufenleiter, auf welchen Ebenen Präventionsketten wirken sollen, wie sich die beabsichtigten Wirkungen aufbauen und was dafür zu tun ist. Es folgt der Logik, dass es für nachhaltige Wirkungen bei der Dialoggruppe, sprich in diesem Fall die Kinder und Familien, strukturelle Veränderungen im kommunalen Hilfe- und Unterstützungssystem bedarf.

  Abb. 1: Wirkungsmodell für Präventionsketten  

Wie wurde das Wirkungsmodell operationalisiert?

Für das Instrument „Fortschrittsdiagramm“ sind konkrete Teilziele und Indikatoren entwickelt worden, anhand derer der Fortschritt einer Präventionskette untersucht und überprüft werden kann. Diese Operationalisierung beruht zum einen auf theoretischem Wissen zum Auf- und Ausbau von Präventionsketten und zum anderen auf den praktischen Erfahrungen der wirkungsorientierten Prozessbegleitung im Rahmen des Förderprogramms „Präventionsketten Niedersachsen“.

Wie sieht das Fortschrittsdiagramm aus?

Beim Fortschrittsdiagramm handelt es sich optisch um ein Säulendiagramm. Mit zunehmenden Fortschritten wächst die Säule in die Höhe. Das Diagramm generiert sich aus den Ergebnissen eines eigens entwickelten Analysebogens. In diesem Bogen sind konkrete Teilziele und Indikatoren aufgeführt, anhand derer der Fortschritt einer Präventionskette überprüft werden kann.

Die Nutzer*innen sind hier aufgefordert, ihre entsprechenden Kreuze bei „Ziele nachweislich erreicht, teilweise oder nicht erreicht“ zu setzen.

Welche Aussagekraft hat das Instrument?

Wirkt unsere Präventionskette? Ganz so leicht und pauschal ist diese Frage nicht zu beantworten. Je komplexer Vorhaben aufgebaut sind, umso schwieriger ist es, die Frage nach deren Wirkungen zu beantworten. So auch bei den Präventionsketten.

Grundsätzlich gilt, dass von einzelnen Fortschritten auf einzelnen Wirkungsstufen kein Wirkungsnachweis für die gesamte Präventionskette abgeleitet werden kann.

Nur durch das Zusammenwirken vieler Fortschritte und das gemeinsame Wirken der Akteur*innen kann Wirkung im Sinn eines „collective impacts“ in der Präventionskette eintreten.

Fortschritte sind erreichte Teilziele, die zu den beabsichtigten Wirkungen hinführen. Um die Komplexität zu reduzieren und für eine Selbstevaluation handhabbar zu machen, konzentriert sich das Fortschrittsdiagramm daher auf konkrete, leicht zu überprüfende Teilziele (Fortschritte) für die Stufen 1 bis 7 des Wirkungsmodells für Präventionsketten (s. Abb. 1). Ab der 8. Stufe wird die Überprüfung und Bewertung der Fortschritte sehr anspruchsvoll und ist i.d.R. nicht mehr im Rahmen einer Selbstevaluation leistbar. Eine externe Evaluation wird ab hier empfohlen.

Im Programm Präventionsketten Niedersachsen werden momentan retrospektiv für die 22 Programmkommunen die Fortschrittsdiagramme im Zeitverlauf von drei bis fünf Jahren erstellt. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist in Planung.

Mehr zum Fortschrittsdiagramm ist nachzulesen im Praxisheft „Praxis Präventionskette Nr. 7", Download unter www.praeventionskette-nds.de

Das digitale Tool ist kostenlos abrufbar unter: www.fortschrittsdiagramm.de

Informationen zu den Präventionsketten Niedersachsen: www.praeventionsketten-nds.de

 

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  • 06.05.2026 - 01.10.2026

    Hannover sowie online

    Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten

    Schulungsreihe zum Einstieg in integrierte kommunale Strategien

    Um kommunale Prävention und Gesundheitsförderung optimal zu planen und zu steuern, braucht es einen Überblick über Bedarfe und Bedürfnisse der Bevölkerung. Die Ermittlung eines Status Quo und die Einnahme verschiedener Perspektiven – wie zum Beispiel die der Dialoggruppe selbst (Kinder, Alleinerziehende, Senior*innen etc.) – ermöglichen erst eine nachhaltige Struktur- und Angebotsentwicklung.

    Die Schulungsreihe „Wohin des Weges? Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung strategisch gestalten“ soll zur eigenständigen Umsetzung von Kontextcheck und zur Vorbereitung integrierter Strategien auf kommunaler Ebene befähigen. Hierfür wird praktisches und methodisches Wissen vermittelt, um die Bedarfs- und Bedürfnisanalyse im Rahmen des Prozesskreislaufes umzusetzen und daraus Empfehlungen abzuleiten. Diskutiert werden unter anderem: Die Analyse von Statistiken, Angebotsstrukturen und Netzwerken sowie Beteiligungsformate für Dialoggruppen und Public Health-Ethik als Mittel zur Formulierung gut begründeter Handlungsempfehlungen. Gute kommunale Beispiele und fachliche Kompetenz ausgewiesener Expert*innen sowie aus der LVG & AFS Nds. HB. e.V. zeigen, wie dies gelingen kann.

    Teilnehmen können alle in Deutschland tätigen kommunalen Fachkräfte, die im Bereich der Gesundheitsförderung oder in angrenzenden Handlungsfeldern agieren. Es sind keine Vorkenntnisse zu Kontextcheck notwendig. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fortbildungsreihe
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • 03.06.2026

    Online

    Gesunde Menschen. Gesunder Planet. Gemeinsam für Klima, Gesundheit & Gerechtigkeit.

    Klima-Aktions-Monat 2026: Gesund bleiben in einer sich wandelnden Welt

    Erfahren Sie, wie das Konzept der planetaren Gesundheit Orientierung für Aktivitäten in Gesundheitsförderung und Prävention bieten kann. Johanna Weis (KLUG) stellt das neue Stufenmodell zur Integration von planetarer Gesundheit in Aktivitäten der Gesundheitsförderung und Prävention vor – von der ersten Sensibilisierung bis zur strategischen Verankerung.

    Tjorven Reisner von Villekula e.V. zeigt am Projekt „Strebergarten“, wie Kinder im Garten praktisch erleben, wo ihr Essen herkommt, wie Naturkreisläufe funktionieren und warum gesunde Ernährung, Klimaschutz und Selbstwirksamkeit zusammengehören.

    Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: LVGFSH
  • 05.06.2026

    Berlin

    „Einsamkeitsbarometer 2026“ zur Einsamkeitsbelastung bei Menschen mit Behinderungen

    Zur Veröffentlichung des Einsamkeitsbarometer 2026 lädt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gemeinsam mit dem Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) zu einem Fachgespräch „Einsamkeit bei Menschen mit Behinderungen“ ein. Das Fachgespräch wird am 05. Juni von 10:00 bis 11:30 Uhr in Berlin stattfinden. Ein Livestream ist geplant. Weitere Informationen zum Programm folgen – eine Anmeldung ist hier möglich.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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