Webanalyse / Datenerfassung

Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Welcher Dienst wird eingesetzt?

Matomo

Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?

Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.

Welche Daten werden erfasst?

  • IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)

  • Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell

  • Betriebssystem-Version

  • Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins

  • aufgerufene URLs

  • die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)

  • Verweildauer

  • heruntergeladene PDFs

  • eingegebene Suchbegriffe.

Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).

Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.

Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?

Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.

Hand hält Smartphone mit sichtbarem Text vor einem Laptopbildschirm mit geöffneter Webseite
Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Soziale Teilhabe und HARTZ IV

Zur gesundheitlichen Situation von Menschen im Mindestsicherungsbezug

Evelyn Sthamer , ehemals Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.
09.07.2014

Der Be­zug von Hartz IV-Leistungen hat negative Fol­gen für das subjektive Wohl­be­fin­den. Gleichzeitig erhöht ei­ne schlechte subjektive Ge­sund­heit dras­tisch das Ri­si­ko, über längere Zeit hinweg in prekären Le­bens­la­gen zu verharren.

Im Zuge der sozialpolitischen Reformen seit An­fang der 2000er Jahre rückte die Zielgröße der Teil­ha­be aller Personen am Er­werbs­le­ben wei­ter in den Vordergrund. Seitdem stieg der An­teil erwerbstätiger Personen an. Gleichzeitig verbleiben Menschen - ob mit oder oh­ne Ar­beit - noch im­mer häufig dau­er­haft im Mindestsicherungsbezug, d.h. sie er­hal­ten über längere Zeit Leis­tung­en wie ALG II bzw. „Hartz IV“. Vor dem Hintergrund, dass nicht nur die materielle Grundversorgung, son­dern auch die Mög­lich­keit der Teil­ha­be am gesellschaftlichen Leben ein Grund­recht unserer Ge­sell­schaft ist, stellt sich die Fra­ge, in­wie­fern die Be­trof­fe­nen noch das Ge­fühl haben da­zu zu ge­hö­ren und wel­che Faktoren verhindern kön­nen, dass sie dau­er­haft in prekären Le­bens­la­gen verharren.

Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) definiert Ge­sund­heit als „Zu­stand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und da­her weit mehr als die bloße Ab­we­sen­heit von Krank­heit oder Ge­bre­chen“. Ge­sund­heit und gesellschaftliche Teil­ha­be be­din­gen sich da­her nicht nur ge­gen­sei­tig, son­dern kön­nen auch als Kom­po­nen­te des je­weils anderen Konzeptes verstanden wer­den: Eine Person, die vom sozialen Leben aus­ge­schlos­sen ist, kann nach der zitierten De­fi­ni­ti­on nicht als ge­sund gel­ten.

Welche Aus­wir­kung­en hat Er­werbs­lo­sig­keit auf soziale Teil­ha­be?

Wie sich soziale Teil­ha­be im Mindestsicherungsbezug konstruiert, d.h. ob der Be­zug von Mindestsicherungsleistungen auch über fehlende Erwerbsteilhabe und finanzielle Ein­schrän­kung­en hinaus re­le­vant für gesellschaftliche Teil­ha­be - und da­mit auch für die ge­sund­heit­liche Si­tu­a­ti­on der Menschen - ist, war Ge­gen­stand einer Kooperationsstudie des AWO Bundesverbandes und dem In­sti­tut für So­zi­al­ar­beit und So­zi­al­pä­da­go­gik in Frankfurt am Main (ISS-Frankfurt a. M.).  Anhand einer quantitativen Un­ter­su­chung mit Da­ten des Panels „Ar­beits­markt und soziale Si­che­rung“ (PASS) des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Berufsforschung (IAB) wurde die Si­tu­a­ti­on der Menschen im Mindestsicherungsbezug in den Blick genommen.

Die Stu­die gibt Auf­schluss da­rü­ber, wel­che Faktoren die Si­tu­a­ti­on der Menschen im Mindestsicherungsbezug verbessern und ih­nen soziale Teil­ha­be er­mög­li­chen. Damit kann aufgezeigt wer­den, an wel­chen Stel­len ein besonderer Handlungsbedarf für So­zi­al­po­li­tik und Pra­xis besteht.

Ar­beits­lo­sig­keit, Einkommensarmut und Mindestsicherungsbezug haben je­weils eigene negative Wir­kung­en auf das subjektive Wohl­be­fin­den und auf das Ge­fühl zur Ge­sell­schaft dazuzugehören.

Für das subjektive Wohl­be­fin­den, wel­ches eng mit der psychischen Ge­sund­heit zusammenhängt, wurde gezeigt: Rutscht ei­ne Person in Einkommensarmut, in den Grundsicherungsbezug, oder wird ar­beits­los, hat das negative Wir­kung­en auf das subjektive Wohl­be­fin­den. Dabei wir­ken al­le drei Zustände un­ab­hän­gig voneinander, wo­bei die Erwerbstätigkeit sich als stabilster Fak­tor herauskristallisiert, der soziale Teil­ha­be befördert. Aber das Wohl­be­fin­den wird auch dann durch den Be­zug von Mindestsicherungsleistungen beeinträchtigt, wenn ei­ne Person er­werbs­tä­tig ist und nicht von Einkommensarmut be­trof­fen ist. Dies weist da­rauf hin, dass der Mindestsicherungsbezug mit psychischen Be­las­tung­en verbunden ist, die zum Bei­spiel durch Stig­ma­ti­sie­rung und Scham hervorgerufen wer­den kön­nen. Der alltägliche Um­gang mit Menschen, die staatliche Transferleistungen nach dem SGB II beziehen, ist dem­nach genauer zu be­trach­ten und zu über­den­ken.

Menschen mit gesundheitlichen Ein­schrän­kung­en haben ein hohes Ri­si­ko, dau­er­haft in Ar­beits­lo­sig­keit zu verharren.

Durch die Be­trach­tung von Personen über ei­nen Zeit­raum von fünf  Jahren wurden drei verschiedene Verlaufstypen von Mindestsicherungsbeziehern identifiziert:

  • Menschen, de­nen dau­er­haft der Aus­stieg aus dem Mindestsicherungsbezug gelingt,
  • Menschen, die die meis­te Zeit Mindestsicherungsleistungen beziehen, aber nicht ar­beits­los im engeren Sinne sind (d.h. zum Bei­spiel Leis­tung­en zu­sätz­lich zu ihrem Erwerbseinkommen er­hal­ten oder Hausfrauen bzw. -männer sind) und
  • Menschen, deren Er­werbs­bi­o­gra­fie über­wie­gend durch Ar­beits­lo­sig­keit im Mindestsicherungsbezug gekennzeichnet ist.

Bei der Be­trach­tung der soziodemografischen Merkmale der Grup­pen wurde deut­lich, dass die letztgenannte Grup­pe be­son­ders häufig angibt, ge­sund­heit­liche Probleme zu haben, häufig ei­ne geringe Bil­dung hat und be­son­ders häufig in Ein-Personen-Haushalten lebt. Dies ist ein Hinweis für den dringenden Handlungsbedarf mit Blick auf die För­de­rung der ge­sund­heit­lichen Si­tu­a­ti­on von Ar­beits­lo­sen im Mindestsicherungsbezug. Es stellt sich so­gar die Fra­ge, ob der Rechtskreis des SGB II und das Prinzip des Förderns und Forderns ge­eig­net sind, um den Menschen neue Teilhabechancen zu er­öff­nen oder ob diese Menschen an­de­re, in­di­vi­du­ell ausgestaltete Un­ter­stüt­zung benötigen.  

Faktoren, die die soziale Teil­ha­be er­hö­hen

Soziale Teil­ha­be im SGB-II-Bezug erhöht sich, wenn die subjektive Ge­sund­heit sich verbessert.

Auch wurde in dem Be­richt untersucht, wel­che Faktoren die soziale Teil­ha­be - das heißt das Zu­ge­hö­rig­keits­ge­fühl zur Ge­sell­schaft - im Mindestsicherungsbezug er­hö­hen. Dabei wurde deut­lich, dass ei­ne Verbesserung der subjektiven Ge­sund­heit ein höheres Zu­ge­hö­rig­keits­ge­fühl bewirkt. Die För­de­rung der ge­sund­heit­liche La­ge der Be­trof­fe­nen im Mindestsicherungsbezug, so­wohl mit Blick auf körperliche als auch psychische Aspekte, ist al­so zen­tral. Zudem zeigte sich, dass ei­ne größere Unterstützungswahrnehmung durch die Be­ra­tung des Jobcenters mit ei­nem höheren Teil­ha­beempfinden einhergeht. Deutlich wird auch hier, wie wich­tig es ist, Menschen in prekären Le­bens­la­gen in ih­rer individuellen Si­tu­a­ti­on ernst zu neh­men und auch mit Blick auf ih­re ge­sund­heit­liche Si­tu­a­ti­on zu un­ter­stüt­zen.

For­de­rung­en nach ei­ner engeren Verzahnung von Arbeits- und Ge­sund­heits­för­de­rung

In Be­zug auf die Ge­sund­heit wurden ins­be­son­de­re drei The­sen durch die Stu­die gestützt:  

  • Erstens haben so­wohl der Mindestsicherungsbezug, die Einkommensarmut aber auch die Ar­beits­lo­sig­keit un­ab­hän­gig voneinander ne­ga­tive Konsequenzen für das subjektive und soziale Wohl­be­fin­den. Das heißt, Menschen im Mindestsicherungsbezug haben ers­tens viel weniger das Ge­fühl, zur Ge­sell­schaft zu ge­hö­ren als oh­ne Mindestsicherungsbezug. Außerdemist der Leistungsbezug tat­säch­lich auch ei­ne Ur­sa­che da­für, dass Personen ein geringeres Teil­ha­beempfinden haben. Wenn je­mand in den Leistungsbezug rutscht, wirkt sich dies auch ne­ga­tiv auf sei­ne soziale Teil­ha­be aus.
  • Zweitens erhöht ei­ne schlechte subjektive Ge­sund­heit das Ri­si­ko, über längere Zeit hinweg in Ar­beits­lo­sig­keit mit gleichzeitigem Mindestsicherungsbezug zu verharren.
  • Drittens steigt das Teil­ha­beempfinden im Mindestsicherungsbezug, wenn sich die subjektive Ge­sund­heit der Be­trof­fe­nen verbessert.

Gefordert ist des­halb so­wohl die ge­sund­heit­liche Vorsorge als auch die För­de­rung von Erwerbstätigkeit trotz gewisser ge­sund­heit­licher Ein­schrän­kung­en. Vieles deutet da­rauf hin, dass ein Aus­bau des Präventionsansatzes und ei­ne engere Verzahnung von Ar­beits­markt und Ge­sund­heits­för­de­rung  wichtige Baustei­ne auf dem Weg zu ei­ner stärkeren sozialen Teil­ha­be von Menschen in prekären Le­bens­la­gen sind.

Den Bericht können Sie hier bestellen (externer Link).

Zurück zur Übersicht
  • 27.10.2026 - 28.10.2026

    Essen

    65. DHS Fachkonferenz Sucht

    "Öffentlicher Raum und verborgene Welten"

    Durch Drogenkonsum im öffentlichen Raum und die damit verbundene Verelendung werden Abhängigkeitserkrankungen als gesellschaftliches Problem immer augenfälliger. Die sichtbaren Folgen, etwa in Parks, an Bahnhöfen oder in Wohnvierteln, stellen Bund, Länder und Kommunen vor besondere Herausforderungen. Abhängigkeit - von illegalen wie von legalen Drogen - und abhängiges Verhalten ist zwar weit verbreitet, aber dennoch oft tabuisiert. Mit schwerwiegenden Konsequenzen: Viele Betroffene suchen aus Angst vor Stigmatisierung keine Hilfe. Der "Treatment Gap" wächst, besonders durch digitale und verborgene Abhängigkeitsformen. Auch Angehörige und Kinder bleiben oft unsichtbar. Unter dem (Arbeits-)Titel "Öffentlicher Raum und verborgene Welten" thematisiert die 65. DHS Fachkonferenz SUCHT vom 27. bis 28. Oktober 2026 dieses Spannungsfeld. An den beiden Konferenztagen möchten wir Raum für umfassende Information, intensiven Austausch und praktische Vernetzung bieten – auch zur wachsenden Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Veranstaltung findet im Haus der Technik in Essen statt. 

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fachkonferenz
    Veranstalter: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
  • 06.11.2026

    Online via Webex

    Wie alt fühlst Du dich? Und welchen Einfluss hat das auf Deine Gesundheit?

    Die Forschung zeigt: Altersbilder begleiten uns ein Leben lang. Sie entstehen früh, beeinflussen unser Verhalten und prägen sogar, wie wir selbst älter werden. Doch wie können wir negative Altersstereotype überwinden und zu einem differenzierteren Blick auf das Alter gelangen?

    Darüber sprechen wir beim nächsten LGK-Talk „Alt sind immer die anderen?! – Wie Altersbilder unsere Gesundheit beeinflussen und wie wir unsere Vorstellungen vom Alter(n) verändern können“ mit Dr.in Antje Rauers (Friedrich-Schiller-Universität Jena), PD Dr. David Weiss (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr.in Aline Schönenberg (Universitätsklinikum Jena). Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Denkanstöße und einen frischen Blick auf das Älterwerden!

    Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30 Oktober 2026 möglich.

    Kategorie: Gesprächsrunde
    Veranstalter: LGK Thüringen
  • Hannover

    Gemeinsam Wege aus der Gewalt

    Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen

    Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gewaltfrei aufzuwachsen. Doch das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen nimmt medial immer mehr Raum ein – sei es durch aktuelle Zahlen der Kriminalstatistik oder durch Vorfälle in der Schule. Auch in Kitas werden mehr Gewaltvorfälle gemeldet. Die Formen von Gewalt sind dabei vielfältig – körperlich, psychisch und auch digital. Die Fachtagung „Gemeinsam Wege aus der Gewalt – Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen“ am 12. November 2026 in Hannover geht den Ursachen der zunehmenden Gewaltentwicklung auf den Grund und nimmt dabei die komplexen Ursachen, wie psychische Belastungssituationen, sozioökonomische Herausforderungen und eigene Gewalterfahrungen, in den Blick. Was kann bereits in der Frühförderung in den Kitas angebahnt werden? Wie kann Schule mit diesen Herausforderungen umgehen? Welche langfristigen Auswirkungen haben Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit? Und welche Ansätze gibt es, um digitaler Gewalt resilient zu begegnen? Die Veranstaltung findet in der Ärztekammer Niedersachsen statt.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.

… weitere Termine

Mit unserem News­letter immer aktuell informiert

Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

nach oben