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Psychische Gesundheit beginnt oft dort, wo wir es am wenigsten vermuten: Auf dem Teller.
Wie eng Ernährung und psychische Gesundheit zusammenhängen, zeigte die Online-Veranstaltung „Prävention auf dem Teller: Die Rolle von Ernährung für die psychische Gesundheit“ am 20. Oktober 2026. Insgesamt nahmen mind. 867 Interessierte teil, darunter Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Ernährung, Medizin, Psychotherapie und Wissenschaft sowie Menschen mit eigener Betroffenheit.
In seinem Vortrag verdeutlichte PD Dr. med. Timur Liwinski (Universität Basel), dass Stoffwechsel, Ernährung und psychische Gesundheit in engem Zusammenhang stehen. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sind häufiger von Stoffwechselerkrankungen betroffen, gleichzeitig können ungünstige Ernährungsgewohnheiten psychische Beschwerden verstärken. Die wissenschaftliche Evidenz spricht zunehmend für eine sogenannte mediterrane Ernährungsweise sowie dafür, den Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel, Zucker und Weißmehl zu reduzieren. Sein Fazit: „Nichts ist verboten: mehr vom Guten, weniger vom Ungünstigen.“
Professorin Dr.in Annabel Müller-Stierlin (Universität Ulm) stellte die psychosozialen Aspekte der Ernährung in den Mittelpunkt. Ernährung sei weit mehr als reine Nährstoffzufuhr und umfasse auch Genuss, soziale Verbundenheit und individuelle Lebensumstände. Zudem könne sie Menschen mit psychischen Erkrankungen dabei unterstützen, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität zu stärken. Anhand des „Schweizer-Käse-Modells“ zeigte sie auf, dass psychische Gesundheit durch das Zusammenspiel verschiedener Interventionen gefördert werden kann. Dabei sei nicht Perfektion entscheidend, sondern ein individueller und alltagstauglicher Weg. Ihre zentrale Botschaft lautete: „Es muss nicht perfekt sein. Entscheidend ist, was dauerhaft gelingt.“
Die Fragerunden im Anschluss an die Vorträge zeigten das große Interesse der Teilnehmenden und boten Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Deutlich wurde: Ernährung kann einen wertvollen Beitrag zur psychischen Gesundheit leisten und sollte als wichtiger Baustein in Prävention und Behandlung stärker berücksichtigt werden.
Weitere Informationen und einen ausführlichen Rückblick zur Online-Veranstaltung finden Sie auf der Homepage der LZG Bayern.
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