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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

"Mit einem modernen Regelwerk in die neue Ära starten"

Interview mit Dr. Volker Wanek zum GKV-Leitfaden Prävention

Volker Wanek , ehem. GKV-Spitzenverband
07.04.2015

Der GKV-Spitzenverband veröffentlichte im Dezember 2014 die neueste Fassung des "Leitfaden Prävention". Der Leitfaden bildet die Grundlage für die konkrete Umsetzung der Paragrafen 20 und 20a des SGB V. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, dem gesetzlichen Auftrag zur Verminderung der sozial bedingten Ungleichheit von Gesundheitschancen gerecht zu werden.

Im De­zem­ber 2014 wurde der Leit­fa­den Prä­ven­ti­on in seiner neuesten Über­ar­bei­tung vom GKV-Spitzenverband veröffentlicht. Mit welchem Ziel wird der Leit­fa­den publiziert? Wo findet er An­wen­dung?

Volker Wanek: Der Leit­fa­den ist das zentrale Qualitätsinstrument der Kran­ken­kas­sen in der Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung. Er ist für die Kran­ken­kas­sen und die mit ih­nen kooperierenden Part­ner verbindlich. Der Leit­fa­den beschreibt die An­for­de­rung­en an wirksame und wirtschaftliche Leis­tung­en der Kran­ken­kas­sen, zeigt geeignete Vorgehensweisen - auch in der Zu­sam­men­ar­beit mit weiteren Part­nern - auf und enthält die Ziele der Kran­ken­kas­sen in der lebens- und arbeitsweltbezogenen Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung. Wie in der Vergangenheit haben wir die aktuelle Auf­la­ge in vertrauensvoller Zu­sam­men­ar­beit mit unserer beratenden Kom­mis­si­on unabhängiger Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten so­wie den Verbänden der Kassenarten erstellt. Schwer­punkt der aktuellen Über­ar­bei­tung waren die Betriebliche Ge­sund­heits­för­de­rung und der Setting-Ansatz. Diese Bereiche ste­hen ja auch im Mit­tel­punkt des aktuellen Prä­ven­ti­onsgesetzes. Hier möchten wir mit einem modernen Regelwerk in die neue Ära star­ten.

Den aktuellen GKV-Leitfaden Prävention in der Fassung vom
10. Dezember 2014 finden Sie hier als PDF-Datei.

Mehr zum Leitfaden Prävention finden Sie auch auf der Seite
des GKV-Spitzenverbandes.

Erstmals wer­den im Leit­fa­den Prä­ven­ti­on ne­ben Fa­mi­lien, Alleinerziehenden und Älteren auch Ar­beits­lo­se als ex­pli­zi­te Ziel­grup­pe be­nannt. Weshalb diese Er­wei­te­rung und wel­che konkreten Emp­feh­lung­en wer­den be­züg­lich die­ser Ziel­grup­pe formuliert?

Volker Wanek: Ar­beits­lo­se sind ei­ne so­zi­al und auch ge­sund­heit­lich benachteiligte Ziel­grup­pe, die über Betriebe und Bildungseinrichtungen, in de­nen die Kran­ken­kas­sen ja be­reits stark en­ga­giert sind, nicht erreicht wer­den kön­nen. Bereits in früheren Leitfaden-Fassungen hatten wir erleichterte Zugangsbedingungen für diesen Per­so­nen­kreis - ins­be­son­de­re die Freistellung von Vorleistungen und Zu­zah­lung­en bei der In­an­spruch­nah­me - empfohlen. Neu ist jetzt, dass ei­ne Verstärkung von Maß­nah­men ins­be­son­de­re in Kom­mu­nen angestrebt wird, um dort auch der Iso­lie­rung entgegenzuwirken und Selbstwirksamkeitserfahrungen zu ak­ti­vie­ren. Der GKV-Spitzenverband führt ge­mein­sam mit sei­nen Mitgliedskassen und der Bundesagentur für Ar­beit ein Modellprojekt durch, um Ar­beits­lo­se auch über die Jobcenter stärker für ei­nen gesundheitsförderlichen Le­bens­stil zu sen­si­bi­li­sie­ren und zu mo­ti­vie­ren. Uns ist da­bei klar, dass dies na­tür­lich kei­ne kausale Prä­ven­ti­on darstellt, aber es ist das für die GKV Machbare.

Die Koordinierungsstellen Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit in den Bundesländern sind die einzigen Personalstellen, die durch die GKV auch auf Dau­er finanziert wer­den kön­nen. Welche Leis­tung­en und Ent­wick­lung­en sind es, die Sie speziell von die­ser Struk­tur er­war­ten?

Volker Wanek: Wir haben den Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund von Beginn an gefördert und se­hen in ihm ei­ne ganz wichtige Vernetzungs- und Beratungsstruktur für die soziallagenbezogene Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung. Die Koordinierungsstellen brin­gen die unterschiedlichen Akteure in den Ländern zu­sam­men, för­dern ein gemeinsames Verständnis der Probleme und einzuschlagenden Lösungswege und be­ra­ten die Ak­ti­ven in den Ein­rich­tung­en bei der Um­set­zung. Er ist ein erfolgreiches Bei­spiel für ei­ne Gemeinschaftsinitiative von GKV und öffentlicher Hand in der Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung. Wir set­zen uns für den Aus­bau des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des ein und hoffen, dass auch die Länder diese bewährte Struk­tur wei­ter stär­ken.

Sollte das Prä­ven­ti­onsgesetz tat­säch­lich schon, wie der­zeit kommuniziert, im Sommer 2015 in Kraft tre­ten, ste­hen der Aus­ge­stal­tung von Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung - ge­ra­de, was die gesetzlichen Kran­ken­kas­sen betrifft - gravierende Änderungen be­vor. Wird der Leit­fa­den da­mit ob­so­let sein?

Volker Wanek: Im Ge­gen­teil: Der Leit­fa­den wird durch das Präventionsgesetz bestätigt. Natürlich wer­den wir ei­ne aktuelle Neu­fas­sung un­ter Be­rück­sich­ti­gung der aktuellen Gesetzeslage er­ar­bei­ten. Die Lis­te der verbindlich zu regelnden Themen soll nach dem Ge­setz­ent­wurf in Zu­kunft z. B. auch Kriterien zur Eva­lu­a­ti­on und Mes­sung der Zielerreichung um­fas­sen. Die Ein­be­zie­hung unabhängigen wissenschaftlichen Sachverstandes wird konkretisiert. Der Leit­fa­den ist da­rü­ber hinaus auch die rechtliche Ba­sis für die Leis­tung­en der Kran­ken­kas­sen im Rahmen der vorgesehenen trägerübergreifenden Präventionsstrategie. Wir er­hof­fen uns hiervon ein höheres Maß an Durch­schlags­kraft durch größere trägerübergreifende Ab­stim­mung und Zu­sam­men­ar­beit.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Stefan Bräunling.


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  • 27.10.2026 - 28.10.2026

    Essen

    65. DHS Fachkonferenz Sucht

    "Öffentlicher Raum und verborgene Welten"

    Durch Drogenkonsum im öffentlichen Raum und die damit verbundene Verelendung werden Abhängigkeitserkrankungen als gesellschaftliches Problem immer augenfälliger. Die sichtbaren Folgen, etwa in Parks, an Bahnhöfen oder in Wohnvierteln, stellen Bund, Länder und Kommunen vor besondere Herausforderungen. Abhängigkeit - von illegalen wie von legalen Drogen - und abhängiges Verhalten ist zwar weit verbreitet, aber dennoch oft tabuisiert. Mit schwerwiegenden Konsequenzen: Viele Betroffene suchen aus Angst vor Stigmatisierung keine Hilfe. Der "Treatment Gap" wächst, besonders durch digitale und verborgene Abhängigkeitsformen. Auch Angehörige und Kinder bleiben oft unsichtbar. Unter dem (Arbeits-)Titel "Öffentlicher Raum und verborgene Welten" thematisiert die 65. DHS Fachkonferenz SUCHT vom 27. bis 28. Oktober 2026 dieses Spannungsfeld. An den beiden Konferenztagen möchten wir Raum für umfassende Information, intensiven Austausch und praktische Vernetzung bieten – auch zur wachsenden Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Veranstaltung findet im Haus der Technik in Essen statt. 

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Fachkonferenz
    Veranstalter: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
  • 06.11.2026

    Online via Webex

    Wie alt fühlst Du dich? Und welchen Einfluss hat das auf Deine Gesundheit?

    Die Forschung zeigt: Altersbilder begleiten uns ein Leben lang. Sie entstehen früh, beeinflussen unser Verhalten und prägen sogar, wie wir selbst älter werden. Doch wie können wir negative Altersstereotype überwinden und zu einem differenzierteren Blick auf das Alter gelangen?

    Darüber sprechen wir beim nächsten LGK-Talk „Alt sind immer die anderen?! – Wie Altersbilder unsere Gesundheit beeinflussen und wie wir unsere Vorstellungen vom Alter(n) verändern können“ mit Dr.in Antje Rauers (Friedrich-Schiller-Universität Jena), PD Dr. David Weiss (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr.in Aline Schönenberg (Universitätsklinikum Jena). Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Denkanstöße und einen frischen Blick auf das Älterwerden!

    Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30 Oktober 2026 möglich.

    Kategorie: Gesprächsrunde
    Veranstalter: LGK Thüringen
  • Hannover

    Gemeinsam Wege aus der Gewalt

    Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen

    Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gewaltfrei aufzuwachsen. Doch das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen nimmt medial immer mehr Raum ein – sei es durch aktuelle Zahlen der Kriminalstatistik oder durch Vorfälle in der Schule. Auch in Kitas werden mehr Gewaltvorfälle gemeldet. Die Formen von Gewalt sind dabei vielfältig – körperlich, psychisch und auch digital. Die Fachtagung „Gemeinsam Wege aus der Gewalt – Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen“ am 12. November 2026 in Hannover geht den Ursachen der zunehmenden Gewaltentwicklung auf den Grund und nimmt dabei die komplexen Ursachen, wie psychische Belastungssituationen, sozioökonomische Herausforderungen und eigene Gewalterfahrungen, in den Blick. Was kann bereits in der Frühförderung in den Kitas angebahnt werden? Wie kann Schule mit diesen Herausforderungen umgehen? Welche langfristigen Auswirkungen haben Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit? Und welche Ansätze gibt es, um digitaler Gewalt resilient zu begegnen? Die Veranstaltung findet in der Ärztekammer Niedersachsen statt.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.

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Mit unserem News­letter immer aktuell informiert

Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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