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Kinderarmut gehört endlich in das Herz der Debatte über psychische Gesundheit
Wenn über die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gesprochen wird, geht es oft um Social Media, Resilienz, Präventionsangebote oder Therapieplätze. Alles wichtige Themen. Ein Punkt kommt dabei aber häufig zu kurz: die sozialen Bedingungen, unter denen Kinder aufwachsen.
Der neue DAK-Gesundheit Präventionsradar 2025/2026 zeigt zunächst, dass die Belastung insgesamt wieder zunimmt. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit vermindertem Wohlbefinden ist von 40 % im Schuljahr 2023/24 auf 42 % im Schuljahr 2024/25 und nun auf 49 % gestiegen. Das ist nicht gut.
Noch auffälliger sind aber die Unterschiede nach sozialem Status:
- 65 % der Kinder und Jugendlichen mit niedrigem Sozialstatus berichten ein vermindertes Wohlbefinden, gegenüber 48 % bei hohem Sozialstatus.
Auch bei anderen Belastungen zeigt sich dieser soziale Gradient deutlich:
- depressive Symptome: 29 % vs. 16 %
- erhöhte Einsamkeitsbelastung: 53 % vs. 31 %
Im Präventionsradar wird dabei der subjektive Sozialstatus erfasst. Das ist nicht dasselbe wie Einkommensarmut. Umso interessanter ist der Vergleich mit unseren Daten aus dem Deutschen Schulbarometer Schüler:innen 2025/26 der Robert Bosch Stiftung, in dem wir auch das Einkommen der Familien berücksichtigt haben.
Auch dort zeigt sich ein sehr ähnliches Bild: Kinder und Jugendliche aus Familien mit sehr niedrigem Einkommen berichten häufiger psychische Auffälligkeiten, eine geringere Lebensqualität und ein geringeres schulisches Wohlbefinden.
Natürlich sind solche Befunde zunächst Zusammenhänge und kein Beleg für einen einfachen kausalen Effekt von Armut. Aber wenn sich über unterschiedliche Studien und unterschiedliche Maße sozialer Lage immer wieder derselbe Gradient zeigt, sollte das Konsequenzen für die Debatte haben.
Psychische Gesundheit von Kindern ist eben auch eine soziale Frage.
Wir brauchen gute Prävention und eine gute psychotherapeutische Versorgung. Aber wir sollten nicht so tun, als ließen sich psychische Belastungen unabhängig von den Lebensbedingungen von Kindern behandeln.
Wer die psychische Gesundheit von Kindern nachhaltig verbessern will, muss deshalb auch über Kinderarmut, soziale Teilhabe und die Bedingungen an Schulen in belasteten Sozialräumen sprechen!
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Leitfaden zur Erstellung von Artikeln für das Internetportal www.gesundheitliche-chancengleichheit.de
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