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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Gesundheitliche Chancengleichheit in Kindertageseinrichtungen

Fortbildungen stärken pädagogische Fachkräfte in ihrem Engagement für Kinder aus sozial belasteten Lebenslagen

Iris Grimm , Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
11.07.2012

Wie kön­nen pä­da­go­gi­sche Fachkräfte in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen zur gesundheitlichen Chan­cen­gleich­heit für al­le Kinder bei­tra­gen? Mit die­ser Fra­ge beschäftigt sich ei­ne Ar­beitsgruppe des Re­gio­na­len Kno­tens Bay­ern. Vertreter der Träger der Freien Wohl­fahrts­pfle­ge, pädagogische Fachkräfte und So­zial­wis­sen­schaft­ler haben ge­mein­sam mit der LZG Inhalte für die Fort­bil­dung des pä­da­go­gi­schen Personals in Kindertageseinrichtungen entwickelt. Die Handreichung „Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit für al­le Kinder“ für die pädagogische Ar­beit in Kin­der­ta­ges­stät­ten fasst die Inhalte der Fort­bil­dung­en zu­sam­men und liefert wertvolle An­re­gung­en für den Ar­beitsalltag. Die Themen sind „Mo­ti­va­ti­on“, „Vor­ur­teile“, „Eltern als Part­ner“ und „Vernetzung“. Sie wurden zu­nächst auf Ta­gung­en in Nürn­berg und Mün­chen im Ok­to­ber 2010 mit pädagogischen Fachkräften diskutiert und pra­xis­nah wei­terentwickelt. 2011 folgten Ta­gung­en in den bayerischen Regierungsbezirken Schwa­ben (Kempten) und Un­ter­fran­ken (Schwein­furt), 2012 in der Ober­pfalz (Cham), in Ober­fran­ken (Bam­berg) und Nie­der­bay­ern (Lands­hut). Ein zentrales Ele­ment die­ser Fort­bil­dungsveranstaltungen ist die Gruppenarbeit, in der die Fachkräfte ih­re Ar­beits­si­tua­tion re­flek­tie­ren und Veränderungsmöglichkeiten dis­ku­tie­ren. Ziel ist es, Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her in ih­rem En­ga­ge­ment für gesundheitsorientierte Prä­ven­ti­on für Kinder aus so­zi­al prekären Si­tua­tio­nen wei­ter zu stär­ken. Die Ar­beit mit den Fort­bil­dungsmaterialien soll in den Ein­rich­tung­en fort­ge­setzt wer­den.

Erste Erfahrungen und Ergebnisse aus den Fortbildungen

Motivation stärken

In Hinblick auf die Mo­ti­va­ti­on der pädagogischen Fachkräfte ist es wich­tig, dass sich die pädagogischen Fachkräfte ihrer Vorbildfunktion in der Ein­rich­tung be­wusst sind. Die Verhältnisprävention in der Ein­rich­tung ist ei­ne grundlegende Voraussetzung, um für al­le Kinder gute Gesundheitschancen zu schaffen. In der Ein­rich­tung sollte ei­ne Haltung von Wert­schät­zung und Ge­rech­tig­keit gelebt wer­den, die deut­lich macht, dass das Kind im Mit­tel­punkt steht.

Darüber hinaus stärkt politische Lobbyarbeit und die Un­ter­stüt­zung durch Träger und Förderverei­ne die Mo­ti­va­ti­on der pädagogischen Fachkräfte, sich für das The­ma „Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit“ in Ihrer Ein­rich­tung und in ihrem Um­feld einzusetzen. Durch politische An­er­ken­nung wird die Ar­beit und das Berufsbild der pädagogischen Fachkräfte gestärkt und deren Ar­beit aufgewertet.

Vorurteile erkennen und dagegen angehen

Die pädagogischen Fachkräfte haben erkannt, dass Vorurteile ei­ne Chan­ce für höhere Auf­merk­sam­keit bie­ten. Es ist wich­tig, beste­hende Vorurteile zu er­ken­nen und da­ge­gen anzugehen. Niemand soll ver­ur­teilt wer­den, es ist wich­tig, im Ge­spräch zu blei­ben und sich durch Ge­spräche Klar­heit zu ver­schaf­fen. Um Vorurteile anzugehen, ste­hen ei­ne höhere Selbst­dis­zi­plin und gegenseitige Wert­schät­zung im Vor­der­grund.

Eltern als Partner gewinnen

Eine wertschätzende Haltung den Eltern ge­gen­über, zeitliche Fle­xi­bi­li­tät, Of­fen­heit und Trans­pa­renz von Sei­ten der pädagogischen Fachkräfte und der Ein­rich­tung sind not­wen­dig, um Eltern als Part­ner zu ge­win­nen. Eltern sollten bei verschiedenen Aktivitäten mit eingebunden und zu Elterngesprächen, Eltern­ca­fés und Elternfrühstück eingeladen wer­den.

Aufgrund der schwierigen zeitlichen, personellen und finanziellen Si­tu­a­ti­on der Kita und der Eltern sind die An­for­de­rung­en auf beiden Sei­ten erhöht und von unterschiedlichen Sichtweisen geprägt.

Ein Netzwerk für gesundes Aufwachsen

Für jede Ein­rich­tung ist ein starkes internes und externes Netz­werk not­wen­dig und unterstützend. In­ner­halb die­ses Netz­werkes sollte ein Be­wusst­sein für die gemeinsame Verantwortung geschaffen wer­den, Kin­dern ein Aufwachsen mit na­he­zu glei­chen Gesundheitschancen zu er­mög­li­chen, oh­ne Be­nach­tei­li­gung und Stig­ma­ti­sie­rung.

Die Ein­rich­tung­en un­ter­ei­nan­der sollen eben­falls vernetzt wer­den, bei­spiels­wei­se um gemeinsame „kindbezogene“ Run­de Tische oder Arbeitskreise mit wichtigen Netz­werkpartnern wie bei­spiels­wei­se Ge­sund­heits­amt, Ju­gend­amt, Kinder- und Jugendärzten, verschiedenen Beratungsstellen, Schulen, ver­schie­denen Therapeuten usw. durchzuführen und ver­schiedene Kooperationen einzugehen. Wichtig sind auch hier die Rah­men­be­din­gung­en, ei­ne finanzielle Un­ter­stüt­zung und politische Lob­by.

Vermitteln, vernetzen, unterstützen: Die Rolle des Regionalen Knotens und der LZG

Die Teil­neh­merinnen und Teil­neh­mer der Fort­bil­dung­en wün­schen Un­ter­stüt­zung der Ein­rich­tung­en und ei­ne Vermittlungsfunktion durch den Regionalen Kno­ten und die LZG im Rahmen ihrer Mög­lich­keit­en, bei­spiels­wei­se bei der Grün­dung von Ar­beitskreisen und Run­den Tischen, die al­le An­sprech­part­ner vor Ort zu­sam­men­brin­gen. Ein Vorschlag ist, die Kitas vor Ort zu in­for­mie­ren, da­mit sie sich ge­mein­sam an das zuständige Ge­sund­heits­amt wen­den. Die Gesundheitsämter sollten wei­ter instruiert wer­den, wie sie als An­sprech­part­ner in Sa­chen „Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit für al­le Kinder“ wir­ken kön­nen, hilfreich wä­re evtl. ein An­ge­bots­ka­ta­log der Gesundheits- und Jugendämter. Auch Beratungsstellen sollten eingebunden wer­den. Die Wei­ter­ga­be der Handreichung des Regionalen Kno­tens für die pädagogische Ar­beit in Kitas an mög­liche Netz­werkpartner im Landkreis kann den Aus­tausch be­för­dern. In das Netz­werk der einzelnen Kin­der­ta­ges­stät­ten kön­nen motivierte Ehrenamtlichte, Menschen im Ru­he­stand und an­de­re Interessierte eingebunden wer­den. Einen besonderen Be­darf se­hen die Fachkräfte bei der Ver­net­zung mit Kinderärzten und Kran­ken­kas­sen. Insgesamt je­doch ist es ih­nen wich­tig, he­raus­zu­stel­len, dass es mehr Mög­lich­keit­en als Defizite bei der Un­ter­stüt­zung der Kitas zur Um­set­zung der gesundheitlichen Chan­cen­gleich­heit gibt.

Gewünscht wird auch ei­ne „politische Rü­cken­stär­kung“. Dabei sollte die Bot­schaft vermittelt wer­den, dass bei Kin­dern bis zum sechsten Le­bens­jahr der Aus­gleich gesundheitlicher Defizite be­son­ders gut mög­lich ist und es wich­tig wä­re, das Geld für die Prä­ven­ti­on in die­ser Ziel­grup­pe einzusetzen. Zugleich muss das Berufsbild der pädagogischen Fachkräfte gestärkt wer­den, da­für ist die eigene Haltung der Fachkräfte eben­so wich­tig wie die Prä­sen­ta­ti­on in der Öf­fent­lich­keit. Die Aus­bil­dung in den Fach­aka­de­mien muss an die steigenden An­for­de­rung­en an­ge­passt und gestärkt wer­den, um dem Fach­kräf­te­man­gel entgegenzuwir­ken.

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  • Berlin

    Fachtag: Generationengerechtigkeit ausbuchstabiert

    Kinder- und Jugendhilfe und Seniorenorganisationen im Dialog Generationengerechtigkeit

    Generationengerechtigkeit ist in aktuellen politischen Debatten zu einem zentralen Begriff geworden. Häufig wird er jedoch verkürzt verwendet: als moralisches Argument in der Haushalts-, Finanz- oder Rentenpolitik, etwa in Diskussionen über Neuverschuldung oder die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass Generationengerechtigkeit weit mehr umfasst als finanzpolitische Abwägungen. Eine solche Engführung kann Generationenkonflikte eher verstärken, statt gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und die tatsächlichen Ursachen von Ungerechtigkeit zu benennen.

    In dieser Veranstaltung bieten die Organisationen des Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. ein Forum, um gemeinsam mit den Teilnehmenden den Begriff der Generationengerechtigkeit in unterschiedlichen politischen und sozialen Themenfeldern zu vertiefen und das Verbindende zwischen den Generationen herauszuarbeiten.

    Die Anmeldemöglichkeit folgt nach der Sommerpause. Bitte beachten Sie bereits jetzt, dass die Teilnahme kostenpflichtig ist. Der Teilnahmebeitrag beträgt 10,00 Euro pro Person; die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

    Kategorie: Fachtagung
    Veranstalter: Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und BAGSO
  • 14.10.2026

    Berlin

    Gesundheit x Mobilität – Radverkehr als Investition in unsere Zukunft

    ADFC-Symposium 2026

    Die Veranstaltung bringt Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft zusammen, die Mobilität gesünder, gerechter und zukunftsfähiger gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Fahrrad noch stärker als Hebel für Gesundheit, Lebensqualität und lebenswerte Städte und Gemeinden genutzt werden kann – auf Grundlage aktueller Erkenntnisse, internationaler Beispiele und konkreter Ansätze für die Praxis.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Kategorie: Symposium
    Veranstalter: Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V.
  • Düsseldorf

    Mut zur Haltung: Zukunft schon heute gesund und sozial gestalten

    DVSG-Bundeskongress 2026

    Mit einem selbstbewussten und selbstkritischen Blick wird der DVSG-Bundeskongress 2026 unter dem Motto „Mut zur Haltung: Zukunft schon heute gesund und sozial gestalten“ den Fokus auf zukünftige Herausforderungen richten. Wir wollen soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Gesundheit für alle in einer sich rasant wandelnden Welt.

    Beim DVSG-Bundeskongress sollen aktuelle Probleme im Zusammenhang mit der Gesundheitsversorgung diskutiert und mögliche Lösungen vorgestellt werden. Nicht nur der Fachkräftemangel und wachsende Versorgungslücken erfordern visionäre Ansätze. Gleichzeitig müssen die gesellschaftlichen Entwicklungen in den Blick genommen werden: Eine alternde Bevölkerung, zunehmende Multimorbidität, vielfältige Lebensformen, höherer Betreuungsbedarf und Pflegebedürftigkeit verlangen nach angepassten Konzepten und Angeboten. Der Anstieg von Singlehaushalten und gesellschaftliche Entfremdungen, etwa geprägt durch Einsamkeit, Polarisierung und Radikalisierung, verändern die Lebenslagen vieler Menschen. Diese Trends erfordern umfassenden sozialen Zusammenhalt und gesunde Lebenswelten.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Kongress
    Veranstalter: DVSG - Deutsche Vereinigung für die gesundheitsbezogene Soziale Arbeit

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