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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Gesund essen mit Hartz IV? - Diskussion zwischen Ministerin Aigner und Deutschem Ethikrat

13.04.2009

Können Familien, die von Hartz IV leben, ihre Kinder gesund ernähren? Über diese Frage diskutieren derzeit Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Wissenschaftler/innen und der Deutsche Ethikrat. Letztere meinen, eine gesunde Ernährung von Kindern mit Hartz IV sei unmöglich. Demgegenüber betont Aigner gegenüber Medien, es mangele vor allem am Wissen über gesunde Ernährung.  

Derzeit erhalten Kinder unter sechs Jahre 60 Prozent des Hartz IV-Regelsatzes eines Erwachsenen. Sie können davon täglich für 2,59 Euro essen. Das reicht nicht, betont Mathilde Kersting, Wissenschaftlerin am Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung, gegenüber Medien. Nach Kerstings Berechnungen klafft eine Differenz von rund 40 Prozent zwischen den Kosten für eine optimale Ernährung und den Hartz IV-Sätzen für Kinder.

Demgegenüber hält Bundesministerin Ilse Aigner die Hartz-IV-Sätze für ausreichend. Es stimme zwar, dass besonders ärmere Kinder oder Migranten-Kinder Übergewicht hätten. Dies liege aber nicht an mangelnder staatlicher Unterstützung, sondern an lückenhaften Kochkenntnissen und zu wenig Wissen über gesunde Ernährung, sagt Aigner gegenüber Medien.

Dieser Ansicht widerspricht Eckhard Nagel, Mitglied des Deutschen Ethikrats. Mitten im Überfluss seien viele Kinder in Deutschland heute mangelernährt, so Nagel gegenüber Medien. Sie nähmen zwar genügend Kalorien zu sich, äßen aber ungesund. Nagel plädiert dafür, öffentliche Gelder für Schulessen bereitzustellen. Es müsse ein „Signal“ geben, dass der Staat für die Gesundheit der Kinder Verantwortung übernehme.  

Wohlfahrtsverbände wie der Deutsche Caritas Verband oder der Paritätische Wohlfahrtsverband fordern seit langem eine Anhebung der Hartz IV-Sätze für Kinder. Diese hatte erst unlängst das Bundessozialgericht verworfen und zur Neuverhandlung an das Bundesverfassungsgericht verwiesen (siehe dazu die Aktuelle Meldung vom 28.01.2009).

Den Zusammenhang zwischen bestimmten Krankheiten, Soziallage und Ernährung bei Kindern und Jugendlichen zeigen zahlreiche Studien, etwa die KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts. In der Praxisdatenbank finden sich zahlreiche Projekte, über die sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und ihre Familien Unterstützung finden. Einige Beispiele:

Gesund groß werden (Berlin)

Fit und stark fürs Leben (Magdeburg)

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  • 06.11.2026

    Online via Webex

    Wie alt fühlst Du dich? Und welchen Einfluss hat das auf Deine Gesundheit?

    Die Forschung zeigt: Altersbilder begleiten uns ein Leben lang. Sie entstehen früh, beeinflussen unser Verhalten und prägen sogar, wie wir selbst älter werden. Doch wie können wir negative Altersstereotype überwinden und zu einem differenzierteren Blick auf das Alter gelangen?

    Darüber sprechen wir beim nächsten LGK-Talk „Alt sind immer die anderen?! – Wie Altersbilder unsere Gesundheit beeinflussen und wie wir unsere Vorstellungen vom Alter(n) verändern können“ mit Dr.in Antje Rauers (Friedrich-Schiller-Universität Jena), PD Dr. David Weiss (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr.in Aline Schönenberg (Universitätsklinikum Jena). Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Denkanstöße und einen frischen Blick auf das Älterwerden!

    Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30 Oktober 2026 möglich.

    Kategorie: Gesprächsrunde
    Veranstalter: LGK Thüringen
  • Hannover

    Gemeinsam Wege aus der Gewalt

    Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen

    Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gewaltfrei aufzuwachsen. Doch das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen nimmt medial immer mehr Raum ein – sei es durch aktuelle Zahlen der Kriminalstatistik oder durch Vorfälle in der Schule. Auch in Kitas werden mehr Gewaltvorfälle gemeldet. Die Formen von Gewalt sind dabei vielfältig – körperlich, psychisch und auch digital. Die Fachtagung „Gemeinsam Wege aus der Gewalt – Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen“ am 12. November 2026 in Hannover geht den Ursachen der zunehmenden Gewaltentwicklung auf den Grund und nimmt dabei die komplexen Ursachen, wie psychische Belastungssituationen, sozioökonomische Herausforderungen und eigene Gewalterfahrungen, in den Blick. Was kann bereits in der Frühförderung in den Kitas angebahnt werden? Wie kann Schule mit diesen Herausforderungen umgehen? Welche langfristigen Auswirkungen haben Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit? Und welche Ansätze gibt es, um digitaler Gewalt resilient zu begegnen? Die Veranstaltung findet in der Ärztekammer Niedersachsen statt.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • Berlin

    Voneinander lernen - Bedarfsgerechte Hilfen für psychisch erkrankte Menschen in der Wohnungsnotfallhilfe

    Der Zugang zu passgenauer Unterstützung ist dadurch ausgerechnet für jene erschwert, die besonders auf niedrigschwellige, vernetzte und kontinuierliche Angebote angewiesen sind. Auf unserer Fachtagung möchten wir folgende Themen gemeinsam mit Ihnen aufgreifen:

    • Ethische Fragestellungen im Umgang mit psychisch erkrankten wohnungslosen Menschen,
    • Zusammenarbeit und Schnittstellen zwischen verschiedenen Hilfesystemen,
    • Gute Praxisbeispiele niedrigschwelliger, aufsuchender und einrichtungsintegrierter sowie zielgruppenspezifischer Angebote,
    • Die Perspektive von Erfahrungsexpert*innen,
    • Weichenstellungen für die zukünftige psychosoziale Versorgung von wohnungslosen Menschen mit psychischen Störungen.

    Sie erwarten Vorträge, Arbeitsgruppen mit Praxisbeispielen sowie Gespräche mit Expert*innen aus Medizin, Sozialer Arbeit und Selbstvertretung. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und darauf, gemeinsam Wege zu einer besser vernetzten psychiatrischen Versorgung wohnungsloser Menschen zu finden.

    Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Veranstalter: BAG Wohnungslosenhilfe e. V.

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Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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