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Aktuelles

Artikel und Meldungen im Überblick

Debatte um Bekämpfung von Kinderarmut

24.08.2006

Auf Bundesebene wird eine familien- und steuerpolitische Diskussion um Kindergeld und Kinderfreibetrag geführt. Dabei geht es um zwei verteilungspolitische Kernfragen: den Ausgleich zwischen Steuerpflichtigen mit und ohne Kindern sowie Verteilungsfragen zwischen Arm und Reich.

Laut 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von 2005 sind Kinder die größte Gruppe unter den Sozialhilfeempfängern. Nach Berechnungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV) leben seit der Einführung des ALG II 1,5 Millionen Kinder in Deutschland auf Sozialhilfeniveau. Insgesamt leben laut DPWV 14,2 Prozent der Kinder in Armut.

Gegenstand der aktuellen Diskussion in den Parteien ist der Kinderfreibetrag. Er geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zurück, das den Schutz der Familie verlangt. Danach ist allen Eltern ein Ausgleich für ihre finanziellen Belastungen zu gewähren. Der Bundesverfassungsgericht sieht dies durch eine Kombination aus steuerfreiem Existenzminimum, dem Kinderfreibetrag, und dem Kindergeld gewährleistet. Freibeträge sind jedoch unter Aspekten der Verteilungsgerechtigkeit umstritten: Derzeit haben Eltern ab einem Jahreseinkommen von rund 32.000 Euro (Ledige) beziehungsweise 64.000 Euro(Verheiratete) je nach individuellem Steuersatz zum Teil deutlich mehr von der Berücksichtigung des Kinderfreibetrages als vom Kindergeld in Höhe von 154 Euro monatlich.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Joachim Poß erklärte gegenüber Medien am Montag, 21. August 2006: "Gerechter wäre ein einheitliches Kindergeld ohne ergänzende Kinderfreibeträge". Die vom Verfassungsgericht geforderten Steuerfreibeträge kämen in erster Linie Spitzenverdienern zugute, so Poß. Mit den freiwerdenden Steuermitteln könnten seiner Meinung nach öffentliche Betreuungsangebote finanziert werden.

In der CDU wird hingegen ein Familiensplitting diskutiert. Auf diesem Weg soll eine gerechte Besteuerung von Familien und Steuerpflichtigen mit Kindern sichergestellt werden. Davon könnten auch unverheiratete Eltern profitieren. Laut tageszeitung vom Mittwoch, 23. August 2006, wandte sich die CDU gegen die von Poß vorgeschlagenen Änderungen, da sie nicht finanzierbar seien. "Die Erhöhung des Kindergeldes für alle kostet weitaus mehr als durch die Abschaffung des Kinderfreibetrages eingespart werden könnte", erklärte CDU-Finanzexperte Michael Meister. Der Ersatz des Steuerfreibetrages durch eine reine Kindergeldlösung mache eine deutliche Anhebung des Kindergeldes nötig, so Meister weiter.

Die FDP reagierte auf die Vorschläge von Poß mit einer Pressemitteilung am Montag, 21. August 2006. Die familienpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Ina Lenke erklärte, dass statt einer Kürzung der steuerlichen Kinderfreibeträge den Eltern die echten Kosten für Kinder von der Lohn- und Einkommenssteuer freigestellt werden sollten. Die derzeitigen steuerlichen Kinderfreibeträge deckten das notwendige Existenzminimum der Kinder keinesfalls ab. Deshalb fordert die FDP, die Kinderfreibeträge den Erwachsenenfreibeträgen anzugleichen.

Die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Diana Golze, fordert in einer Pressemitteilung vom 22. August 2006 eine Erhöhung des Kindergeldes zur Familien- und Kinderförderung. Dies könne durch eine Erhöhung des Kindergeldes auf 250 Euro für alle und eine Mehrzahlung an Kindergeld für gering Verdienende, durch die Gewährleistung eines steuerfreien Existenzminimums in angemessener Höhe und die Abschaffung des Ehegattensplittings herbeigeführt werden, so Golze.

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  • 06.11.2026

    Online via Webex

    Wie alt fühlst Du dich? Und welchen Einfluss hat das auf Deine Gesundheit?

    Die Forschung zeigt: Altersbilder begleiten uns ein Leben lang. Sie entstehen früh, beeinflussen unser Verhalten und prägen sogar, wie wir selbst älter werden. Doch wie können wir negative Altersstereotype überwinden und zu einem differenzierteren Blick auf das Alter gelangen?

    Darüber sprechen wir beim nächsten LGK-Talk „Alt sind immer die anderen?! – Wie Altersbilder unsere Gesundheit beeinflussen und wie wir unsere Vorstellungen vom Alter(n) verändern können“ mit Dr.in Antje Rauers (Friedrich-Schiller-Universität Jena), PD Dr. David Weiss (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr.in Aline Schönenberg (Universitätsklinikum Jena). Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Denkanstöße und einen frischen Blick auf das Älterwerden!

    Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Eine Anmeldung ist bis zum 30 Oktober 2026 möglich.

    Kategorie: Gesprächsrunde
    Veranstalter: LGK Thüringen
  • Hannover

    Gemeinsam Wege aus der Gewalt

    Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen

    Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gewaltfrei aufzuwachsen. Doch das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen nimmt medial immer mehr Raum ein – sei es durch aktuelle Zahlen der Kriminalstatistik oder durch Vorfälle in der Schule. Auch in Kitas werden mehr Gewaltvorfälle gemeldet. Die Formen von Gewalt sind dabei vielfältig – körperlich, psychisch und auch digital. Die Fachtagung „Gemeinsam Wege aus der Gewalt – Wenn Konflikte bei Kindern und Jugendlichen kippen“ am 12. November 2026 in Hannover geht den Ursachen der zunehmenden Gewaltentwicklung auf den Grund und nimmt dabei die komplexen Ursachen, wie psychische Belastungssituationen, sozioökonomische Herausforderungen und eigene Gewalterfahrungen, in den Blick. Was kann bereits in der Frühförderung in den Kitas angebahnt werden? Wie kann Schule mit diesen Herausforderungen umgehen? Welche langfristigen Auswirkungen haben Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit? Und welche Ansätze gibt es, um digitaler Gewalt resilient zu begegnen? Die Veranstaltung findet in der Ärztekammer Niedersachsen statt.

    Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Kategorie: Veranstaltung
    Veranstalter: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
  • Berlin

    Voneinander lernen - Bedarfsgerechte Hilfen für psychisch erkrankte Menschen in der Wohnungsnotfallhilfe

    Der Zugang zu passgenauer Unterstützung ist dadurch ausgerechnet für jene erschwert, die besonders auf niedrigschwellige, vernetzte und kontinuierliche Angebote angewiesen sind. Auf unserer Fachtagung möchten wir folgende Themen gemeinsam mit Ihnen aufgreifen:

    • Ethische Fragestellungen im Umgang mit psychisch erkrankten wohnungslosen Menschen,
    • Zusammenarbeit und Schnittstellen zwischen verschiedenen Hilfesystemen,
    • Gute Praxisbeispiele niedrigschwelliger, aufsuchender und einrichtungsintegrierter sowie zielgruppenspezifischer Angebote,
    • Die Perspektive von Erfahrungsexpert*innen,
    • Weichenstellungen für die zukünftige psychosoziale Versorgung von wohnungslosen Menschen mit psychischen Störungen.

    Sie erwarten Vorträge, Arbeitsgruppen mit Praxisbeispielen sowie Gespräche mit Expert*innen aus Medizin, Sozialer Arbeit und Selbstvertretung. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und darauf, gemeinsam Wege zu einer besser vernetzten psychiatrischen Versorgung wohnungsloser Menschen zu finden.

    Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

    Veranstalter: BAG Wohnungslosenhilfe e. V.

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Mit unserem News­letter immer aktuell informiert

Informationen über aktuelle Ent­wick­lung­en in der so­zi­al­la­gen­be­zoge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung, neue An­ge­bo­te "Guter Pra­xis" so­wie über Ver­an­stal­tung­en, Wett­be­wer­be und Li­te­ra­tur zu diesem The­ma. Ent­wick­lung­en im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund und Neu­ig­keit­en auf der Internetplattform wer­den eben­falls vorgestellt.

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