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Soziale Lage in Thüringen

Flächenmäßig zählt Thüringen zu den kleineren Bundesländern in Deutschland. Von den etwa 2,13 Millionen Menschen im Freistaat lebt etwa ein Viertel in den 6 kreisfreien Städten (Erfurt, Jena, Gera, Weimar, Eisenach, Suhl). 1,57 Millionen Menschen leben in den 17 Landkreisen und 634 Gemeinden (Stand: 31.12.2019; TLS 2020a).

Jede dritte Person in Thüringen ist über 65 Jahre alt

Städte und Kommunen in Thüringen sind mit den Herausforderungen der demographischen Alterung früher konfrontiert. In Thüringen wird bereits im Jahr 2035 jede dritte Person (32,9%) über 65 Jahre alt sein (siehe Abbildung 1). Der Grund liegt in der prognostisch abnehmenden Bevölkerungszahl, deren Ursachen in der dauerhaft niedrigen Geburtenrate, der geringen Zuwanderung sowie dem anhaltenden Fortzug erwerbsfähiger Personen in das alte Bundesgebiet und in die Nachbarbundesländer liegen (Helbig et al. 2020: 5ff.). Im Zuge der weltweiten Flüchtlingskrise 2015 nahm auch Thüringen Geflüchtete aus Krisengebieten auf. Der Ausländeranteil in Thüringen ist zwischen 2014 und 2019 um 2,7% auf 5,2% gestiegen (TLS 2020b).

Abbildung 1: Entwicklung bestimmter Altersgruppen in Thüringen von 2018-2040 (in 1000)

Quelle: eigene Darstellung nach TLS 2020b

Armutsrisiko und Lebenserwartung

Ein Indikator für die gesundheitsrelevante soziale Lage einer Bevölkerungsgruppe ist die Armutsrisikoquote. Relative Armut liegt dann vor, wenn einer Person monatlich weniger als 60% des mittleren gesellschaftlichen Äquivalenzeinkommens zur Verfügung steht (Destatis 2018: 243). Als weiteren Indikator für das Ausmaß an Armut liefern Anteile der SGB II und SGB XII Leistungsberechtigter. Die Indikatoren werden zur nachfolgenden Einschätzung der sozialen Lage in Thüringen herangezogen. Einige Bevölkerungsgruppen, wie z.B. Alleinerziehende, Erwerbslose, kinderreiche Familien, Kinder und Jugendliche sowie Personen mit Migrationshintergrund haben ein besonders hohes Armutsrisiko (vgl. Destatis 2018).
Die Themen Armut und gesundheitliche Ungleichheit sind allgegenwärtig in Thüringen. In Thüringen lag die Armutsrisikoquote gemessen am durchschnittlichen Bundeseinkommen 2018 (1725,- € pro Monat) bei 16,4% und befindet sich damit über dem Bundesdurchschnitt von 15,5%. (Hagn 2020: 28). Blickt man auf die durchschnittlichen Lebenserwartung in den 23 Thüringer Kreisen lassen sich Unterschiede feststellen. Nach einer Schätzung der Lebenserwartung auf Ebene der 23 Kreise in Thüringen des Max-Planck-Instituts (2020) leben Männer in Jena (79 Jahre) 2,2 Jahre länger als Männer im Unstrut-Hainich-Kreis (76,79 Jahre). Im bundesdeutschen Vergleich der männlichen Lebenserwartung zählen der Unstrut-Hainich-Kreis, Weimar, Wartburgkreis, Suhl, Sonneberg und Sömmerda zu den unteren 10% der insgesamt 402 Kreise. Dagegen fallen die Unterschiede in der Lebenswartung bei Frauen auf Kreisebene geringer aus. Frauen in Jena (83,83 Jahre) werden 1,2 Jahre älter als Frauen im Kyffhäuser Landkreis (82,63 Jahre). Im bundesdeutschen Vergleich der weiblichen Lebenserwartung zählen der Unstrut-Hainich-Kreis, Schmalkalden-Meiningen, Nordhausen, Kyffhäuserkreis, Hildburghausen, Gotha und Eisenach zu den unteren 10% der insgesamt 402 Kreise. Zu den oberen 10% der Kreise mit der am höchsten geschätzten Lebenserwartung zählt sowohl bei Männern als auch bei Frauen kein einziger Thüringer Kreis (Rau/Schmertmann 2020: 493ff.).

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist ein Indikator für die Gesundheit einer Bevölkerungsgruppe. Unterschiede in der Lebenserwartung können mit den Lebensumständen vor allem der ärmeren Bevölkerungsgruppen erklärt werden (Rau/Schmertmann 2020: 498f).

Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche

Die alleinige Führung eines Haushaltes mit mindestens einem Kind geht mit einem erhöhten Armutsrisiko einher. In Thüringen gab es 2017 52.000 alleinerziehende Haushalte. Im Vergleich zum Jahr 2010 ist die Anzahl um 7.000 Haushalte gestiegen (Helbig et al. 2020: 118). In 88% der Fälle sind Frauen der alleinerziehende Elternteil (Destatis 2018: 13). Im Vergleich zu alleinerziehenden Männern gehen alleinerziehende Frauen seltener einer Vollzeitstätigkeit nach (Baumann et al. 2018: 64). In Thüringen verfügen etwa 18,3% der insgesamt 49.000 Alleinerziehenden mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren über ein monatliches Einkommen bis 1300,- Euro (TLS 2020c: 21)

Im Vergleich zu verheirateten Müttern (77,6%) geben 85,4 % der alleinerziehenden Mütter zwei und mehr Krankheiten an. Alleinerziehende Mütter leiden doppelt so häufig unter psychischen Erkrankungen als verheiratete Mütter (24,7% vs. 10,9%) und sind häufiger von Leber-, Nieren- und Lungenkrankheiten (z.B. Bronchitis) betroffen. Alleinerziehende sind mit ihrer Gesundheit signifikant unzufriedener als Verheiratete. Alleinerziehende Mütter mit niedrigem Sozioökonomischen Status (Abk. SES) sind durch Schmerzen und emotionale Probleme starker beeinträchtigt als alleinerziehende Mütter mit höherem SES. Im Hinblick auf das Gesundheitsverhalten rauchen Alleinerziehende doppelt so häufig und achten weniger auf ihre Ernährung als Verheiratete (Helfferich et al. 2003).  

Kinder sind im Vergleich zu anderen Altersgruppen am häufigsten von Armut bedroht. Etwa jedes 5. Kind (21,2%) in Thüringen lebt in relativer Armut. In Thüringen erhielten im Jahr 2017 38.365 Kinder unter 15 Jahren Leistungen nach dem SGB II. Dies entspricht einem Anteil von 14,2%. Damit liegt die Zahl der Kinder mit SGB II Bezug in Thüringen unter dem Bundesdurch-schnitt von 14,7% (Helbig et al. 2020: 121). Besonders von Armut betroffen sind Kinder, die mit nur einem Elternteil zu Hause leben. Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften mit nur einem Elternteil ist zwischen 2010 und 2017 um 5.155 Haushalte auf 16.932 Haushalte zurück-gegangen. In Thüringen bezieht damit jeder dritte alleinerziehende Haushalt mit einem minderjährigen Kind (32,6%) SGB II Regelleistungen. Während der Anteil der allein-erziehenden Bedarfsgemeinschaften mit 1 Kind um 7% auf 58% abnahm, haben sich die Anteile der alleinerziehenden Bedarfsgemeinschaften mit 2 Kindern (29%) sowie mit 3 und mehr Kindern (13%) um insgesamt 7% erhöht (Helbig et al. 2020: 118).

In Thüringen leben besonders in den kreisfreien Städten Erfurt, Eisenach und Gera die meisten Personen in einer Bedarfsgemeinschaft mit mindestens einer Person unter 15 Jahren mit SGB II Bezug (siehe Abbildung 2). Geringe Anteile von SGB II Empfänger*innen unter 15 Jahren findet man in den Landkreisen Eichsfeld, Hildburghausen und im Wartburgkreis (Helbig et al. 2020: 121). Bei näherer Betrachtung der Städte Gera, Erfurt, Jena und Weimar konzentrieren sich Armutslagen von Kindern vor allem in jenen Stadtteilen mit hoher SGB II Quote (vgl. Helbig et al. 2020: 71f.).

Abbildung 2: SGB II Quote nicht erwerbsfähiger Leistungsberechtigter in den Thüringer Gemeinden in 2017 (Jahresdurchschnitt)

Quelle: Darstellung nach Helbig et al. 2020: 122

Kinder und Jugendliche mit niedrigem SES geben im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen aus Familien mit höherem SES eine schlechtere subjektive Gesundheit an und haben eine höhere psychosomatische Beschwerdelast (z.B. Bauch- oder Rückenschmerzen). Etwa jedes fünfte Kind in Deutschland weist psychische Auffälligkeiten auf (RKI 2015: 4). Besonders Kinder psychisch kranker Eltern haben ein erhöhtes Risiko später selbst psychisch zu erkranken und sind häufiger Gewalt, Vernachlässigung und körperlicher Misshandlung ausgesetzt (Mattejat/Remschmidt 2008: 413ff.). Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozialen Status weisen zudem ein geringeres Aktivitätsniveau auf, essen weniger gesunde Lebensmittel und haben ein höheres Körper-gewicht (vgl. HBSC 2015, RKI 2015). In Thüringen sind Kinder und Jugendliche im Vergleich zum Bundesdurchschnitt weniger sportlich aktiv, nutzen Medien (v.a. Handy) häufiger, essen weniger Obst und Gemüse und sind häufiger chronisch krank (RKI 2016: 83ff.).

Erwerbsbeteiligung

Arbeitslosigkeit geht mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko, einer geringeren Lebenserwartung und einem schlechteren subjektiven Gesundheitserleben einher. Besonders leiden Arbeitslose psychisch unter den Folgen der Erwerbslosigkeit (z.B. Depressionen und Angststörungen). Im Vergleich zu Erwerbstätigen treiben Arbeitslose weniger Sport und haben einen riskanteren Tabak-, Alkohol- und Medikamentenkonsum. Auch Präventionsangebote der Krankenkassen nehmen arbeitslose Personen seltener in Anspruch (Kroll et al. 2016: 218ff.).
Die Arbeitsmarktsituation in Thüringen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Lag der durchschnittliche Anteil Nicht-Erwerbstätiger 2007 noch bei 13,1% sind 2019 durchschnittlich 5,3% der erwerbstätigen Bevölkerung ohne Arbeit. Trotz des Rückgangs der Arbeitslosenquote waren Langzeitarbeitslose (28,5%), über 55-Jährige (25,8%) und Ausländer (13,5%) im Jahresdurchschnitt 2019 überrepräsentiert (TLS 2020d). Bei der Erwerbslosenquote lassen sich regionale Unterschiede festhalten. In der Stadt Gera (8,1%), im Kyffhäuserkreis (7,9%) und im Altenburger Land (7,1%) waren 2019 gemessen an der durchschnittlichen Erwerbslosenquote mehr Menschen arbeitslos gemeldet als z.B. in den Landkreisen Sonneberg (3,8%), Hildburghausen (3,4%) und Eichsfeld (3,9%) (TLS 2020e).

Ältere Menschen

Im Vergleich zu früheren Generationen blicken die heute über 65-Jährigen zu Beginn ihres Ruhestandes auf eine längere Lebenserwartung. Während eine 65-jährige Frau in Thüringen zum Renteneintritt etwa 20,1 weitere Lebensjahre zu erwarten hat, waren es zu Beginn der 90iger Jahre 16,2 Lebensjahre. Ebenso stieg bei Männern die Lebenserwartung ab dem 65. Lebensjahr zwischen 1990 und 2018 auf 17,4 Lebensjahre um weitere 4,4 Jahre (TLS 2020f).

Männer und Frauen über 65 Jahre in Thüringen leben zudem länger selbstständig und ohne Behinderung1. Zum Renteneintritt konnte ein 65-jähriger Mann im Jahr 2009 in Thüringen etwa 12,9 behinderungsfreie Jahre erwarten. Das sind 2,6 behinderungsfreie Lebensjahre mehr als ein gleichalteriger Mann noch 2001 erwarten konnte. Zugleich nahmen die Jahre mit erheblichen gesundheitlichen Problemen um 1,2 Jahre auf etwa 3,9 Jahre ab. Bei Frauen im Alter von 65 Jahren lag der Zuwachs an behinderungsfreien Lebensjahren im selben Erhebungszeitraum bei etwa 1,2 Jahren. Die Lebensjahre mit Behinderung nahmen zwischen 2001 (4,16 Jahre) und 2011 um etwa 2 Monate auf etwa 4 Jahre ab. Es ist zu erwarten, dass auch im Erhebungszeitraum 2016/2018 ein Zuwachs an behinderungsfreien Lebensjahren eingetreten ist (TLS 2020f, TLS 2020g).

Die Gründe für den Anstieg der behinderungsfreien Lebensjahre und dem verdichteten Auftreten schwerer Erkrankungen in den letzten Lebensjahren werden den Fortschritten in der Diagnostik, Rehabilitation und medizinischen Versorgung insbesondere bei chronischen Erkrankungen zugeschrieben. Darüber hinaus werden auch Verbesserungen im Gesundheitszustand, des Gesundheitsverhaltens und der Lebensqualität neuer Kohorten älterer Menschen als Erklärung angeführt (Robine/Michel 2004: 595).

Mit der gestiegenen Lebenserwartung wird auch der Anteil Hochaltriger (ab 80 Jahre) an der Bevölkerung zunehmen. Damit verbunden ist auch ein Anstieg der Pflegebedrüftigen Personen. Schätzungen zufolge werden 2040 voraussichtlich 8,1% der Bevölkerung Thüringens Pflegeleistungen beziehen (2017: 5,4%). Hierbei wird sich voraussichtlich der Anteil über 80-jährigen Pflegebedürftigen um 61% (38.000 Personen) erhöhen. Damit steigt der Anteil Hochbetagter von allen Pflegebedürftigen bis 2040 auf mehr als zwei Drittel (TLS 2020h).

Ältere Menschen bilden in Bezug auf die Gesundheit keine homogene Gruppe ab. Sozial-benachteiligte Ältere haben mehr chronische Krankheiten, geben häufiger Einschränkungen im Alltag und eine schlechtere subjektive Gesundheit an (Lampert et al. 2016).  Ein geringes Maß an Wohlstand und Lebensqualität haben negative Auswirkungen auf die Lebenserwartung (weiterführend dazu in Lampert et al. 2019: 9).

In Thüringen lag die Quote der SGB XII Bezieherinnen und Bezieher Ende 2017 bei 1%. Im Vergleich zu anderen Bundesländern sind ältere Menschen in Thüringen am geringsten von Altersarmut betroffen. Auf Kreisebene verzeichneten 2017 die Großstädte Erfurt (2,0%), Weimar (1,7%), Jena (1,6%) und Eisenach (1,5%) die höchsten SGB XII Quoten in Thüringen (Helbig et al. 2020: 128ff.). Wie Becker (2012) schätzte könnte die Zahl der Grundsicherungsempfängerinnen und -empfänger, die aufgrund von Scham oder Informationsdefiziten keine SGB XII Ansprüche stellen, deutlich höher liegen (Becker 2012). Auch das relative Armutsrisiko für die Gruppe der über 65-jährigen Bevölkerung lag 2018 bei 12,7% und befindet sich damit unterhalb des Bundesdurchschnitts (etwa 14%) und ist im Vergleich zu anderen Bundesländern am geringsten (dazu weiterführend in Hagn 2020).    

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist in Thüringen die demographische Alterung vielerorts bereits sichtbar. Der Anteil, der über 65-Jährigen in Thüringen, lag 2019 bei 26,2% und wird bis zum Jahr 2040 auf 32,8% ansteigen. Blickt man wie in Abbildung 3 kleinräumig auf den Anteil der über 65-Jährigen in den Thüringer Kreisen werden regionale Unterschiede deutlich. Bereits heute sind in den Städten Suhl und Gera sowie in den Landkreisen Altenburger Land, Greiz und Saalfeld-Rudolstadt über 29% der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Geringere Anteile Älterer finden sich auf den ersten Blick in den Städten Erfurt, Weimar und Jena (TLS 2020i). Dennoch findet man auch in diesen Städten Stadtteile mit einem besonders hohen Durchschnittsalter im Vergleich zur Gesamtstadt. Die Studie von Helbig und Jähnen (2018) zeigt zudem, dass ältere Menschen sich häufiger in bestimmten Stadtteilen zusammenballen und dort öfter mit sozialen Problemlagen jüngerer Altersgruppen konfrontiert sind (Helbig/Jähnen 2018: 40ff.). Darüber hinaus mangelt es in Thüringen an barrierefreiem Wohnraum. Schätzungen zufolge sind nur etwa 3,6% von allen Haushalten in Thüringen barrierefrei (Böttcher et al. 2018: 47).

1 Die behinderungsfreien Lebensjahre ist die Zahl der Jahre, die eine Person in einem bestimmten Alter verbleiben, „(…) ohne dass sie durch schwere oder mittelschwere Gesundheitsprobleme oder erworbene Behinderungen beeinträchtigt wird.“ (zit. nach bpb 2018).

Abbildung 3: Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung in den Kreisen Thüringens im Jahr 2019

Quelle: eigene Berechnung, eigene Darstellung nach TLS 2020i

Literatur

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