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Termin

Schlüsselkompetenz Sprache

Veranstalter: Regionaler Knoten Brandenburg

Kategorie: Fachtagung

Schlagwörter: Früherkennung, Kita, Sprachförderung

„Schlüsselkompetenz Sprache“ - eine Fachtagung in Brandenburg am 8.11.2006

In Brandenburg haben rund 18 Prozent der Vorschüler aus sozial schwachen Familien schwere Sprachstörungen. Das ist das Ergebnis jüngster Schuleingangsuntersuchungen der brandenburgischen Gesundheitsämter. Artikulationsstörungen, ein sehr geringer Wortschatz, unvollständige Sätze oder eine fehlerhafte Grammatik hätten gerade bei Kindern aus diesen Schichten besonders zugenommen, sagte Bernd Müller-Senftleben vom Potsdamer Gesundheitsministerium am Rande einer Potsdamer Fachtagung über Sprachstörungen und deren Behandlung.

"Kinder in sozial schlechter Lage haben ein dreifach höheres Risiko einer Sprachstörung", betonte Müller-Senftleben. Auch die Zahl der Schulanfänger mit niedrigem Sozialstatus selbst nehme zu. So lebten etwa in der Uckermark 38,4 Prozent der Kinder in von Hartz IV betroffenen Familien Vor einem Jahr seien es noch 31,9 Prozent gewesen.

Die Fachtagung wurde vom "Regionalen Knoten Brandenburg - Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" ausgerichtet. Die rund 100 Erzieherinnen, Ärzte, Logopäden und Vertreter von Fachverwaltungen stellten bereits bestehende Angebote zur Frühförderung vor und diskutierten darüber, wie sowohl Diagnose als auch Behandlung von Sprachstörungen bei Kita-Kindern besser aufeinander abgestimmt werden können. Laut Müller-Senftleben sollten Eltern betroffener Kinder künftig in den Kitas auf die bestehenden Förderangebote hingewiesen werden.

Frau am RednerpultInsgesamt sei der Anteil von Kindern mit leichten Sprachstörungen in Brandenburg von 17,5 Prozent im Jahre 2001 auf 20,3 Prozent im Jahre 2005 gestiegen. "Diese 20,3 Prozent sind zu viel", betonte Müller-Senftleben. Erfreulich sei allerdings, dass die Gesamtzahl der Schulanfänger mit schweren Sprachstörungen relativ konstant und niedrig geblieben sei.
Nach Angaben von Anke Joppin, Erzieherin in der Potsdamer Kita "Märchenland", reden gerade Eltern aus sozial schwachen Schichten sehr wenig mit ihren Kindern. "Beim Abholen der Kinder geht ein großer Teil der Eltern sprachlos mit ihnen nach Hause." Solche Eltern seien auch schwer zu erreichen, wenn es um die Förderung ihrer Kinder ginge.
Laut Ulrike Klevenz vom Bildungsministerium wissen Eltern aus bildungsfernen Schichten wenig über kindliche Entwicklung. Klevenz stellte das noch junge Landesprogramm zur "kompensatorischen Sprachförderung" vor.

Seit März 2006 werden Kita-Erzieherinnen in Fortbildungsveranstaltungen geschult, Störungen zu diagnostizieren und Kinder zu fördern. Die Förderung in die Kita zu integrieren, sei ein guter Ansatz, so Klevenz. Die Erzieherinnen seien den Kindern vertraut. Außerdem könnten so in Brandenburg 98 Prozent der Kinder schon im frühen Alter erfasst werden. Diese hohe Versorgungsrate mit Kita-Plätzen im Jahr vor der Einschulung sei eine gute Basis. Inzwischen hätten 200 Erzieherinnen das Programm durchlaufen. Das Land hofft, bis zum Jahr 2009 in jeder der rund 1700 Kitas eine entsprechend qualifizierte Erzieherin zu haben.

Iris Wulsch im Publikum große Menschengruppe sitzend im SaalDie Organisatorin der Tagung, Iris Wulsch vom "Regionalen Knoten Brandenburg", sagte, mit Sprachförderung könne früh begonnen werden. "Es gibt schon direkt nach der Geburt die Fähigkeit zur Reaktion auf die Sprachmelodie", so Wulsch. Allerdings müssten die Eltern in alle Belange der Früherkennung, -förderung Sprachentwicklung und Therapie eingebunden werden. Sprache ist die Grundlage, um sich verständigen zu können, um in Kontakt miteinander zu kommen. Sprachdefizite führen zur Ausgrenzung. „Dagegen müssen wir etwas tun“, so Iris Wulsch. Besonders belastend sei die Situation für Kinder mit Sprachstörungen, die aufgrund der Einkommenssituation der Eltern ohnehin einen schweren Stand haben: Sie besuchten zumeist nicht die Musikschule, keinen Sportverein, könnten an Gruppenfahrten nicht teilnehmen und nicht mit den Eltern verreisen. Kinder aus sozial schwachen Familien sehen überdurchschnittlich viel fern, bewegen sich zu wenig, was wiederum gesundheitliche Folgen hat. Sprachförderung ist also nicht losgelöst zu betrachten.

Wichtigste Erkenntnisse der Tagung sind, dass Sprachförderung in fast allen Bereichen des Kita-Lebens integrierbar ist und dass nur eine effektive Kooperation aller am Entwicklungsprozess des Kindes Beteiligten sowie ein Abstimmen der Angebote auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes zu sozialkompensatorischen Lösungen für sozial Benachteiligte führen kann. Die Fachtagung ist ein erster Schritt in diese Richtung. Fachleute aus den verschiedensten Bereichen gingen aufeinander zu und diskutierten Lösungsmöglichkeiten. Diese Diskussionen sollen im Bündnis „Gesund Aufwachsen in Brandenburg“ weitergeführt werden und durch Richtlinien ergänzt werden, die Zuständigkeiten klar regeln. Eltern sollen die richtigen Angebote für die individuelle Problematik ihres Kindes in der Kita gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Gesundheitsamtes erfahren und fachgerecht beraten werden. Das gemeinsame Ziel formulierte Kita-Erzieherin Joppin als Motto ihres Kita-Projektes treffend „Sprich mit mir“. Das trifft wohl auch auf Institutionen und große Menschen untereinander zu!

Dokumentation der Fachtagung: "Schlüsselkompetenz Sprache" (PDF-Datei, 1.786 KB)

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