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Angebotsdarstellung

„Schwanger? Dein Kind trinkt mit! Alkohol? Kein Schluck – kein Risiko!“ Ärztliche Primärprävention des Fetalen Alkoholsyndroms (FASD) in Schulen Evaluation der Wirksamkeit und Akzeptanz

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Vorhabensbeschreibung:

Ausgehend von den seit langem erfolgreich umgesetzten schulischen Informationsveranstaltungen der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) unter dem Motto: "Informieren - Motivieren - Kompetenzen stärken" wurde ein Angebot zur Primärprävention von FASD (fetales Alkoholsyndrom) für Jugendliche und junge Erwachsene ab ca. 14 Jahren im Setting Schule entwickelt, umgesetzt und hinsichtlich Akzeptanz und Wirksamkeit in einer cluster-randomisierten Kontrollgruppenstudie evaluiert (Evaluation durch das Institut für Therapieforschung Kiel, IFT-Nord). Die Maßnahme - in der Regel eine 90-minütige Informationsveranstaltung zur Gesundheitsbildung und Prävention durch Ärztinnen und Ärzte der ÄGGF - zielte darauf ab, Jugendliche frühzeitig und damit möglichst im Vorfeld einer eigenen Schwangerschaft, altersgerecht Informationen zu FASD und dessen Vermeidung zu vermitteln. Dabei berücksichtigte die Maßnahme insbesondere sozialkompensatorische Aspekte, sodass ausschließlich die Klassen 8-13 an Haupt- /Mittel-, Sekundar-, Gesamt- und Berufsschulen aufgesucht wurden. Begleitend wurden Lehrkräfte und Eltern im Rahmen von Lehrerinnen- und Lehrerfortbildungen und Elternabenden informiert. Im Rahmen des Vorhabens wurde angestrebt, 1200 Informationsveranstaltungen innerhalb der Projektlaufzeit von 3 Jahren durchzuführen. Dieses Ziel wurde umgesetzt. Zusätzlich wurden im Rahmen von FASD-Fachtagen und medizinischen Kongressen deutschlandweit Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenschulungen sowie Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal zu FASD und dessen Primärprävention mit unterschiedlichsten Kooperationspartnern durchgeführt.

Durchführung, Methodik:

Entwicklung eines Kurrikulums zur FASD-Primärprävention inklusive didaktischer Materialien und Konzeption 90-minütiger alters- und entwicklungssensibler ärztlicher Informationsstunden in Schulen zur Gesundheitsbildung mit einem Fokus auf die FASD- Primärprävention, sowie deren möglichst geschlechtshomogene Durchführung ab der 8. Klasse aufwärts. Fortlaufende Schulung der Projektärztinnen und Ärzte, begleitende randomisiert kontrollierte Evaluation mit Wartekontrollgruppe (s. Bericht IFT-Nord), Auswertung der Maßnahme und Konzeptionierung der Weiterführung, unter dem Settingaspekt zusätzliche Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte, außerdem wegen großer Nachfrage im Projektverlauf Multiplikatorenschulungen zur FASD- Primärprävention. Dokumentation jeder Veranstaltung in einer internen Datenbank.

Gender Mainstreaming:

Genderaspekte wurden in Bezug auf die unterschiedlichen Entwicklungen und damit Interessen von Mädchen und Jungen sowohl durch möglichst geschlechtshomogene Gruppen berücksichtigt, als auch durch die unterschiedliche Ansprache in Bezug auf die Eigenverantwortung (Mädchen/junge Frauen: Möglichkeit selbst schwanger zu werden und damit Alkoholverzicht unabdingbar, Jungen/junge Männer: selbst Vater zu werden und damit die Partnerin für die Gesundheit des gemeinsamen Kindes beim Alkoholverzicht maximal zu unterstützen).

Ergebnisse, Schlussfolgerungen, Fortführung:

1230 Veranstaltungen wurden durchgeführt (19.551 Schülerinnen und Schüler, 333 Eltern, 185 Lehrkräfte und 364 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren)
Großes und im Verlauf der jeweiligen Veranstaltungen zunehmendes Interesse bei häufig anfänglicher Skepsis ob der Notwendigkeit einer solchen Information. Allgemeine Wissensüberschätzung vor der Veranstaltung und der anfänglich als selbstverständlich dargestellte Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft entsprach keinem sicheren Wissen, so dass beim Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kleine Mengen Alkohol zu bestimmten Gelegenheiten oder in Form von Speisen als unproblematisch angesehen wurden. (s. Evaluation IFT-Nord) Die eigene Angabe, "keinen Alkohol in der Schwangerschaft zu konsumieren", bedeutete für den Großteil der Teilnehmenden nicht 10 Monate 0,0 Promille. Die Ergebnisse der Evaluation und die vielfältigen positiven Rückmeldungen zum Projekt zeigen die Notwendigkeit und den Erfolg dieser Maßnahme. Gleichzeitig zeigen sie auf, dass eine flächendeckende längerfristige Fortführung in allen Schultypen dringend notwendig ist, um das Ziel, zukünftig weniger von FASD betroffene Neugeborene in Deutschland zu haben, zu erreichen. Das Setting Schule ist ein idealer Rahmen, um alle Heranwachsenden und jungen Erwachsenen wiederholend zu erreichen. Weiterhin müssen große Anstrengungen unternommen werden, um die Bevölkerung allgemein, sowie alle beteiligten Multiplikatoren und Fachleute aus dem medizinischen, pflegerischen, sozialen und juristischen Bereich über die vielfältigen Aspekte zu FASD und dessen sicherer Vermeidung zu informieren. Eine Kennzeichnung alkoholischer Getränke in Bezug auf Alkohol und Schwangerschaft ist wünschenswert.


Kontakt

Frau Barbara Paetzel
ÄGGF
Pickhuben 2
20457 Hamburg (Hamburg)

Telefon: 04041919490

E-Mail: paetzel@aeggf.de


Weitere Ansprechperson

Frau Heike Kramer
Pickhuben 2
20457 Hamburg (Hamburg)

Telefon: 04041919490

E-Mail: kramer@aeggf.de


Projektträger

Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V.
Pickhuben 2
20457 Hamburg


Laufzeit des Angebotes

Beginn: April 2015

Abschluss: März 2018


Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
Lehrpersonal (Durchführung von Lehrerinnen- und Lehrerfortbildungen zum Thema FASD)
Eltern (Durchführung von Elternabenden zum Thema FASD)
deutschlandweit Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenschulungen sowie Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzten sowie medizinisches Fachperson bei FASD-Fachtagen und Kongressen
Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner
Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord gGmbH
Harmsstraße 2
24114 Kiel
Schwerpunkte des Angebotes
  • Sexualität (Sexualaufklärung und -pädagogik); sexuelle Identität (Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen)
  • Sucht
  • Elternschaft / Schwangerschaft

Qualitätsentwicklung
Was machen Sie, um die Qualität Ihres Angebotes weiterzuentwickeln?
Fortlaufende Schulung der Projektärztinnen und -ärzten, begleitende randomisiert kontrollierte Evaluation mit Wartekontrollgruppe (s. Bericht IFT-Nord), Auswertung der Maßnahme und Konzeptionierung der Weiterführung

fortlaufende Weiterentwicklung und Aktualisierung der Curricula und der didaktischen Materialien; Teilnahme an Fortbildungen und Kongressen, verpflichtende Jahrestagung für alle durchführenden Ärztinnen und Ärzte, Fachliteratur in der Datenbank, Durchführungen von Seminaren für Neumitglieder, Feedback-Bögen zur Selbstevaluation der Ärztinnen und Ärzte, Hospitationen, Mentorings und Supervisionen der Neumitglieder zur Qualitätssicherung
Wie dokumentieren Sie Ihre Arbeit? (z.B. Konzepte, Handreichung)
Dokumentation jeder ÄGGF-Veranstaltung durch die durchführenden Ärztinnen und Ärzte mittels Protokollbogen in der ÄGGF-internen Datenbank. Regelmäßige Auswertung der Eingaben durch Projektleiterin und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle mit abschließender Projektauswertung.

Es ist bereits ein Ergebnisbericht vorhanden.

Titel des Berichts bzw. Kurzbeschreibung: ?Schwanger? Dein Kind trinkt mit! Alkohol? Kein Schluck ? kein Risiko!? Ärztliche Primärprävention des Fetalen Alkoholsyndroms (FASD) in Schulen Evaluation der Wirksamkeit und Akzeptanz

Das Vorgehen der Qualitätsentwicklung kann ganz unterschiedlich sein. Einiges haben Sie bereits genannt. Welches der folgenden Verfahren wenden Sie zusätzlich an?
Selbstevaluation
Erläuterung
Feedbackfragebogen in der Datenbank zur Anwendung im Anschluss an eine Intervention
externe Evaluation
Erläuterung
Im Rahmen einer Wartekontrollgruppen-Studie sollten folgende Fragestellungen untersucht werden:
- Welche Effekte der Intervention lassen sich auf Wissen, Einstellungen und Verhaltensintentionen zum Thema FASD nachweisen?
- Wie wird die Intervention, insbesondere auch die vermittelnde Person der Ärztin, von den Teilnehmenden bewertet und akzeptiert?
Es wurde angenommen, dass in der Interventionsgruppe (IG)
- ein größerer Wissenszuwachs zu verzeichnen ist,
- die Schülerinnen ud Schüler Alkoholkonsum in der Schwangerschaft stärker ab-
lehnen und
- die Schülerinnen ud Schüler eine stärkere Intention zur kompletten Abstinenz bei
einer zukünftigen Schwangerschaft entwickeln
als in der Wartekontrollgruppe (KG).

Indikatoren
Als Indikatoren wurden bei den Schülerinnen und Schülern über anonyme Fragebögen erfasst:
- Wissen zu Verhütung, Schwangerschaft und Alkohol, FASD;
- intendierter Umgang mit Alkohol und Nikotin bei einer späteren
Schwangerschaft, bzw. Schwangerschaft der Partnerin;
- soziodemographische Variablen (Alter, Geschlecht, Migrationshinter-
grund, Religion / Religiosität, sozioökonomischer Status);
- als Kovariaten: Beziehungsstatus, Verhütungsverhalten, Kinder-
wunsch, Alkohol- und Nikotinkonsum;
Zusätzlich direkt nach der Veranstaltung: Akzeptanz und Bewertung der Veranstaltung und der vermittelnden Ärztin, direkte Veränderungsmes-sung über eine Einschätzung des Lernzuwachses.

Stichprobe und Datenerhebung
Die Stichprobe wurde durch die ÄGGF konsekutiv aus den Schulen rekru- tiert, die der ÄGGF gegenüber ein Interesse an der Veranstaltung signalisiert haben. Insgesamt erklärten 32 Schulen mit 139 Klassen und potentiell 2.852 erreichbaren Schülerinnen und Schülern ihre Beteiligung an der Studie. Nach Anmeldung der jeweiligen Schule erfolgte die Randomisierung der Klassen der Schule, insgesamt verteilten sich die 139 Klassen auf 71 Klassen in der IG und 68 Klassen in der KG.
Die Studienärztinnen wurden jeweils vom IFT-Nord mit den Materialien für die Umsetzung der Befragungen in der Schule versorgt. Die Datenerhebungen fanden zu einem zwischen Ärztin und Schule vorab vereinbarten Termin unter Anleitung durch die Ärztin im Klassenverband statt. Nach der Befragung legte die Ärztin die ausgefüllten Fragebögen in einen Umschlag, verschloss diesen und sandte nach Abschluss aller Befragungen in der jeweiligen Schule die Unterlagen zurück an das IFT-Nord.
Daten aus der ersten Befragung liegen von N=1.887 Personen vor, aus der zweiten Befragung von N=1.871 Personen. Für N=1.603 Schülerinnen und Schüler liegen Daten aus beiden Befragungen vor, die einander zugeordnet werden konnten.

Auswertung
Zur Beschreibung der Stichprobe und für die Analysen zur Akzeptanz der Maßnahme wurden absolute und relative Häufigkeiten sowie Maße der zentralen Tendenz bestimmt. Eine Attritionsanalyse untersuchte den Ausfall im Studienverlauf, wobei mögliche selektive Ausfälle über Interaktionseffekte mit der Gruppenbedingung analysiert wurden.
Auswirkungen der Intervention auf die Ergebnisindikatoren wurden ? je nach Messniveau der abhängigen Variablen (kategorial vs. kontinuierlich) ? in logistischen oder linearen Regressionen über die Bestimmung der Interaktionsterme Gruppe x Zeit überprüft, wobei die hierarchische Struk- tur der Daten durch den Einsatz von Mehrebenenmodellen (Ebene der Klasse und des Individuums) berücksichtigt wurde. Zur Kontrolle des Einflusses möglicher Kovariaten wurden zusätzlich zu den Modellen, in die nur die Gruppenbedingung, der Zeitpunkt und deren Interaktion als Prädiktoren eingingen, adjustierte Modelle mit den Kovariaten Alter, Geschlecht, Schultyp und Religionszugehörigkeit berechnet.
Um mögliche unterschiedliche Auswirkungen in einzelnen Untergruppen zu untersuchen, wurden für die potentiellen Moderatorvariablen Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund und Schultyp Regressionsanalysen mit der Interaktion Gruppe x Zeit x Moderator durchgeführt.
Welche Methoden werden bei der externen Evaluation angewendet?
Es wurde eine cluster-randomisierte Wartekontrollgruppen-Studie mit zwei Messzeitpunkten und zwei Untersuchungsarmen realisiert, wobei die IG direkt nach der ersten Erhebung an der Intervention teilnahm, während die KG die Intervention zeitlich versetzt und erst nach der zweiten Erhebung erhielt. Zwischen der ersten Erhebung, Messzeitpunkt 1 (MZP 1), und der zweiten Erhebung, MZP 2, lagen in beiden Gruppen 4 bis sechs Wochen. In beiden Gruppen erfolgte zudem direkt im Anschluss an die Intervention eine Erhebung zur Bewertung der Informationsstunde. Die Randomisierung erfolgte auf Klassenebene innerhalb der Schule, d. h. in den Studienschulen wurden die teilnehmenden Klassen per Zufall der IG oder KG zugeteilt, wobei dies nach Jahrgangsstufe stratifiziert wurde. Der Test auf Effekte der Intervention erfolgte über den in IG und KG erwarteten differentiellen Verlauf von MZP 1 zu MZP 2.
Wer führt die die externe Evaluation des Angebotes durch?
Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord gGmbH
Harmsstraße 2
24114 Kiel

Die Qualitätsentwicklung und Ergebnissicherung sind in ein Qualitätsmanagementsystem eingebunden.


Stand

11.06.2019

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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V.

Projektlaufzeit

Beginn: April 2015

Abschluss: März 2018

Kontakt

Frau Barbara Paetzel
ÄGGF
Pickhuben 2
20457 Hamburg (Hamburg)

E-Mail

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.