Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Servicenavigation

Sprung zur Hauptnavigation

Hauptnavigation

Sprung zum Seiteninhalt

  1. Über den Verbund
    1. Hintergründe, Daten & Materialien
    2. Struktur des Verbundes
    3. Geschäftsstelle
    4. Dokumentationen von Veranstaltungen
  2. Wir in den Ländern
    1. Baden-Württem­berg
    2. Bayern
    3. Berlin
    4. Branden­burg
    5. Bremen
    6. Hamburg
    7. Hessen
    8. Mecklen­burg-Vor­pom­mern
    9. Nieder­sachsen
    10. Nord­rhein-West­falen
    11. Rhein­land-Pfalz
    12. Saar­land
    13. Sachsen
    14. Sachsen-Anhalt
    15. Schleswig-Holstein
    16. Thü­ringen
  3. Praxisdatenbank
    1. Über die Praxisdatenbank
    2. Recher­che
    3. Mein Angebot
    4. Häufige Fragen
    5. Neueste Angebote
  4. Qualitätsentwicklung
    1. Good Practice
    2. Qualität im Setting
  5. Partnerprozess
    1. Ziel: Integrierte kommunale Strategien
    2. Hintergrund
    3. Das Vorhaben
    4. Mitmachen
    5. inforo - das Portal für Fachkräfte
    6. Materialien
    7. AUF DEN PUNKT.
  6. Materialien
    1. Publikationen des Kooperationsverbundes
    2. Themenblätter
    3. Externe Publikationen
    4. Präventionsgesetz
  7. Aktuelles

Seiteninhalt

Sprung zur Fusszeile

03.11.2014

Die Kreuzberger Ritterburg

Wie kann Partizipation von Familien gelingen?

Fenja Kothe, Familienzentrum Ritterburg

Schlagwörter: Familie, Partizipation, Vernetzung

Mit sei­nem vielfältigen An­ge­bot bietet die Ber­li­ner Rit­ter­burg ei­ne wichtige An­lauf­stel­le für Fa­mi­lien im Kreuzberger Kiez rund um den Moritzplatz. Dabei setzt das Fa­mi­lienzentrum und Kinderfreizeithaus Rit­ter­burg auf Par­ti­zi­pa­ti­on und Vernetzung. In gleicher Trägerschaft und auf dem glei­chen Ge­län­de befindet sich auch die Kita Rit­ter­burg. Durch das Zusammenwirken der Ein­rich­tung­en beabsichtigt der Träger, die Kinder und ih­re Fa­mi­lien von der Schwan­ger­schaft bis zum 14. Le­bens­jahr zu be­glei­ten und so­mit ei­ne konstante Beziehung gewährleisten zu kön­nen. So wer­den Fa­mi­lien nach­hal­tig und ganz­heit­lich unterstützt, be­son­ders auch in den sensiblen Übergangsphasen, z.B. zwi­schen Kita und Schule.
Für ihr En­ga­ge­ment wurde die Rit­ter­burg in diesem Jahr mit dem 2. Platz des
Karl-Kübel-Preises aus­ge­zeich­net.

Wer wir sind…: Ziele und inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit

Ein Schwer­punkt der Ar­beit ist die Ein­be­zie­hung der Eltern in den Bildungsprozess: denn nur durch das Selbst­ver­ständ­nis der Eltern als Bildungsbegleiter kann ei­ne nachhaltige und ganzheitliche Un­ter­stüt­zung der Kinder geschaffen wer­den.

Dieser Grund­satz findet sich auch in dem Early-Excellence-Ansatz wieder, nach dem der Träger und sei­ne Ein­rich­tung­en seit 2009 in allen Bereichen ar­bei­ten und sein Handeln re­flek­tie­ren. In der Rit­ter­burg wer­den die Fa­mi­lien als Ex­per­ten für ih­re Belange und als zentrale Akteure in der Ge­stal­tung der Rit­ter­burg verstanden. Die Bedarfsanalyse an­hand von Be­fra­gung­en von Fa­mi­lien, die Teil­ha­be von Fa­mi­lien an der Angebotsgestaltung so­wie auch die Un­ter­stüt­zung der Ein­rich­tung durch ehrenamtliche und vergütete Ak­ti­vi­tät der Fa­mi­lien ist so­mit Grund­la­ge un­se­rer Ar­beit. Mit diesem niedrigschwelligen und ganzheitlichen Kon­zept kämp­fen wir aktiv ge­gen die Kinderarmut an. Hierbei geht es ne­ben dem Ab­bau von Risikofaktoren, bspw. durch Beratungsangebote und Vermittlung (fi­nan­zi­ell, recht­lich und be­ruf­lich) sowie gesundheitsfördernde Projekte, ins­be­son­de­re um den Auf­bau von Schutzmechanismen. Hierbei ste­hen die soziale In­te­gra­ti­on, die Ent­wick­lung von elterlichen Kompetenzen (Bin­dung, positiver Blick auf das Kind) und die Selbstwirksamkeit der Fa­mi­lien im Vordergrund un­se­rer Ar­beit.

In der Rit­ter­burg nimmt das The­ma Ge­sund­heit ei­nen großen Stel­len­wert ein. Wir verste­hen Ge­sund­heit im Sinne des salutogenetischen Ansatzes. Dies bedeutet für un­se­re Ar­beit, dass es ne­ben spielerischen Bewegungsangeboten und themenspezifischen Workshops, vor allem um das soziale und seelische Wohl der Fa­mi­lien geht. Hierbei zeigt sich, dass in un­se­rem Haus ins­be­son­de­re offene und zielgruppenübergreifende An­ge­bo­te wie die Fa­mi­liendisco, die offene Kü­che, der Fußballplatz und das Tram­po­lin von den Fa­mi­lien ger­ne und viel genutzt wer­den.

Wer dahinter steckt…: Träger der Ritterburg

Der Verein "Nest­wär­me" betreibt in Kreuzberg zwei Kitas, ein Kinderfreizeithaus und ein Familienzentrum. Seit 1997 hat sich der Verein die In­te­gra­ti­on von HIV-betroffenen Menschen zum Ziel gemacht. Die In­te­gra­ti­onsfirma „Nest­wär­me plus“ bietet Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit besonderen Bedürfnissen an. Alle Ein­rich­tung­en des Vereins ar­bei­ten nach dem Early-Excellence-Ansatz. Der Verein "Nestwärme" ist Mit­glied im Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Das Familienzentrum wird von der Senatsverwaltung für Bil­dung, Ju­gend und Wis­sen­schaft bis zum 31.12.2015 finanziert. Das Kinderfreizeithaus "Rit­ter­burg“  wird im Rahmen der Aktionsräume plus bis zum 31.12.2015 finanziert.

Wo wir uns befinden…: Kiez und soziale Lage

Das Familienzentrum Rit­ter­burg liegt im Ge­biet "Moritzplatz". Weiterhin befindet es sich in direkter Nä­he zum "Wassertorplatz". Laut "Kiezatlas" (www.kiezatlas.de/sozialraumdaten) zeichnen sich beide Räume durch ei­ne überdurchschnittliche Dich­te von Menschen nicht-deutscher Herkunft aus (ca. 65 %; ca. 85 % bei <6 Jahren). Der An­teil der Kinder mit Zuwanderungsgeschichte in den Kitas liegt bei ca. 76%. Ca. 74% der <6- und 73% der <18-jährigen le­ben in Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB II. Auch die Sozialdaten des "Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2011" wei­sen auf ei­nen erhöhten Förderbedarf hin. Laut des "Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2011" lässt sich der So­zi­al­raum des Familienzentrums Rit­ter­burg der Grup­pe 4 „sehr niedrigen Entwicklungsindex“ und „höchste Problemdichte" zu­ord­nen.

Wie wir uns im Sozialraum einsetzen…

Die Rit­ter­burg möchte die In­fra­struk­tur für die Fa­mi­lien in ihrem Ein­zugs­ge­biet verbessern, in­dem sie ausdifferenzierte Angebotsstrukturen der familienspezifischen Institutionstypen wie benachbarte Kitas, Schulen, Fa­mi­lienbildungs- und Fa­mi­lienhilfeeinrichtungen, Gesundheitsinstitutionen und Volkshochschulen zusammenbringt. Vernetzungstreffen mit verschiedenen Akteuren und Hintergründen fin­den mehr­mals mo­nat­lich statt.

Was wir täg­lich machen…

Beispiel „Fa­mi­liengarten“

Herzstück des  „Kinderfreizeithaus und Fa­mi­lienzentrums Rit­ter­burg“  ist der große Fa­mi­liengarten und die sich hierdrauf befin­dende „Klei­ne Rit­ter­burg“.  Täglich wird hier nach Lust und Lau­ne ge­mein­sam gekocht, gespielt, experimentiert und gebastelt.
Die Klei­ne Rit­ter­burg kann täg­lich von 10:00 bis 20:00 Uhr von den Fa­mi­lien, Kitas und Schulen frei benutzt wer­den. Bis 18:00 Uhr wird diese pä­da­go­gisch begleitet; bis 20:00 Uhr dür­fen die Besuchenden Räume und Gar­ten ei­gen­ver­ant­wort­lich nut­zen.   
Dieser offene  Be­reich ist fun­da­men­tal für die Ar­beit der Rit­ter­burg, da der Zu­gang zu den Fa­mi­lien hauptsächlich über niedrigschwellige An­ge­bo­te und intensiven Beziehungsaufbau gelingt.

Zusammengefasst nimmt der offene Be­reich folgende Funktionen für die Zielerreichung der Rit­ter­burg ein:

  • Vernetzung der Eltern un­ter­ei­nan­der und den Mitarbeitenden der Rit­ter­burg
  • Vertrauensaufbau und Stär­kung des Sozialkapitals
  • Niedrigschwellige Be­ra­tung
  • Of­fen­heit durch offene und kostenfreie An­ge­bo­te
  • Vermittlung in weitere An­ge­bo­te (bspw. Kleinkind- und Sprachförderkurse)
  • Raum für Elternpartizipation (Konzipierung von An­ge­bo­ten/ Ge­stal­tung der Räume)
  • Bedarfsanalyse und Evaluation

Beispiel „Frü­he Hilfen“

In unserer Ar­beit nimmt der Be­reich der „Frü­hen Hilfen“ einen hohen Stel­len­wert ein.  Das Fa­mi­lienzentrum öffnet täg­lich seinen großen Bewegungs- und Kreativraum  als Treffpunkt für Fa­mi­lien mit Kin­dern zwi­schen 0 und 3 Jahren.  Hier fin­den offene und kostenfreie Kleinkind-Grup­pen statt. Pädagogisch begleitete An­ge­bo­te sind da­bei im glei­chen Maße vertreten wie Elterninitiativen und ei­gen­ver­ant­wort­liche Nut­zung der Räume.

In den Grup­pen er­hal­ten die Fa­mi­lien niedrigschwellige Be­ra­tung. Die Fachkräfte ken­nen an­de­re hilfestiftende Ein­rich­tung­en und kön­nen in diese ver­mit­teln. Sie verstehen sich hierbei  als Begleitende und sind da­rin geschult, nicht zu be­leh­ren, son­dern ge­mein­sam mit den Eltern ih­re Kompetenzen und Res­sour­cen zu er­mit­teln und zu stär­ken. Dabei geht es auch da­rum aufzuzeigen, wie das Kind mit we­nig finanziellen Res­sour­cen best­mög­lich gefördert wer­den kann.

Die Raum­ge­stal­tung zeichnet sich durch einen hohen Fo­kus auf die eigenständige psychomotorische Ent­wick­lung so­wie Funktionsecken (Konstruieren, Basteln, Experimentieren, Rol­len­spiel) aus. Neben der Vernetzung der Fa­mi­lien und einen hohen Grad an Par­ti­zi­pa­ti­on ist ein zentrales Ziel in der Ar­beit mit Eltern, den positiven Blick auf das Kind zu schu­len.

Die Fa­mi­lien haben die Mög­lich­keit, ne­ben Kinderbüchern in verschiedenen Spra­chen auch Fachbücher und Spiel­sa­chen auszuleihen und diese mit den Mitarbeitenden zu be­spre­chen.

Bildquellen: Nest­wär­me, Verein zur Be­treu­ung und Be­ra­tung von AIDS-betroffenen Fa­mi­lien, Kin­dern und Ju­gend­li­chen e.V.

Zurück zur Übersicht

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Autorin

Fenja Kothe

Fenja Kothe
- Koordinatorin des Familienzentrums Ritterburg -

Familienzentrum Ritterburg

Tel.: 030- 695 688 22
Fax: 030- 247 290 99
Kontakt per Mail
Website
Facebook

Fusszeile

Sprung zum Seitenbeginn

Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.