Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Servicenavigation

Sprung zur Hauptnavigation

Hauptnavigation

Sprung zum Seiteninhalt

  1. Über den Verbund
  2. Wir in den Ländern
    1. Baden-Württem­berg
    2. Bayern
    3. Berlin
    4. Branden­burg
    5. Bremen
    6. Hamburg
    7. Hessen
    8. Mecklen­burg-Vor­pom­mern
    9. Nieder­sachsen
    10. Nord­rhein-West­falen
    11. Rhein­land-Pfalz
    12. Saar­land
    13. Sachsen
    14. Sachsen-Anhalt
    15. Schleswig-Holstein
    16. Thü­ringen
  3. Praxisdatenbank
    1. Über die Praxisdatenbank
    2. Recher­che
    3. Mein Angebot
    4. Häufige Fragen
    5. Neueste Angebote
  4. Qualitätsentwicklung
    1. Good Practice
    2. Qualität im Setting
  5. Partnerprozess
    1. Ziel: Integrierte kommunale Strategien
    2. Hintergrund
    3. Das Vorhaben
    4. Mitmachen
    5. inforo - das Portal für Fachkräfte
    6. Materialien
  6. Veranstaltungen
    1. Termine
    2. Satellit Armut und Gesundheit
  7. Service
    1. Artikel und Meldungen
    2. News­letter
    3. Videos
    4. Handreichungen
    5. Materialien
    6. Fragen & Antworten
    7. Wettbewerbe
    8. Links
    9. Presse
    10. RSS-Feeds

Seiteninhalt

Sprung zur Fusszeile

15. Kooperationstreffen des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit: "Auf Kurs für ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit"

27. Ok­to­ber 2017, Vertretung des Saarlandes beim Bund, Ber­lin

Be­grü­ßung

Ste­fan Pospiech, Ge­schäfts­füh­rer von Ge­sund­heit Berlin-Brandenburg, begrüßt zum 15. Kooperationstreffen un­ter dem Mot­to „Auf Kurs für ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit“. Er führt als Mo­de­ra­tor durch den Tag.

„Gemeinsam in aller Vielfalt kön­nen wir et­was be­we­gen!“

Dr. Heidrun Thaiss, Lei­te­rin der Bun­des­zen­tra­le für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung (BZgA), begrüßt als Gast­ge­be­rin die Mitglieder des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des. Der Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund hat sich als feste Struk­tur in der so­zi­al­la­gen­be­zo­ge­nen Ge­sund­heits­för­de­rung in Deutsch­land, so­zu­sa­gen als „Ru­der“, und bei der Um­set­zung des Prä­ven­ti­onsgesetzes etabliert. Gemeinsam konnten schon viele Er­fah­rung­en ge­sam­melt und weitergegeben wer­den. Frau Dr. Thaiss hebt hier die Aktivitäten zu den Leitthemen des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des hervor: Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung, Integrierte kommunale Stra­te­gien, Ge­sund­heits­för­de­rung in der Stadtentwicklung und Ge­sund­heits­för­de­rung bei geflüchteten Menschen, auf die im weiteren Ta­ges­ab­lauf Be­zug genommen wer­den wird. Sie hält die Fra­ge, „Was verste­hen wir ge­nau un­ter vulnerablen Ziel­grup­pen?“, für be­son­ders be­deut­sam.

In ihrer Prä­sen­ta­ti­on lenkt Frau Dr. Thaiss den Blick auf die großen Zusammenhänge von sozialer Un­gleich­heit und Ge­sund­heit in Deutsch­land. Mit Zahlen und Fakten un­terstreicht sie die Not­wen­dig­keit für die Wei­ter­ent­wick­lung des Zusammenwirkens der Akteure auf allen Ebe­nen. Das Prä­ven­ti­onsgesetz sorgt da­bei für neuen „Wind und Auf­schwung“. Sie be­tont die besondere Rol­le des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des bei der Auf­ga­be „Health in All Policies“: „Wir müs­sen anderen Be­reichen un­se­re Er­fah­rung­en zur Verfügung stel­len und das The­ma ge­gen­über der Politik stär­ken.“ Besonders auch die Zu­sam­men­ar­beit von Wis­sen­schaft und Pra­xis soll gestärkt wer­den.

„Wir ste­hen als Part­ner ger­ne zur Verfügung“

Oli­ver Blatt, Verband der Er­satz­kas­sen e.V. (vdek), stellt in sei­ner Prä­sen­ta­ti­on (siehe Anlage) die Sicht der Kran­ken­kas­sen dar. Er verweist auf das langjährige En­ga­ge­ment der Kran­ken­kas­sen im Be­reich der Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung und die vielfältigen Projekte, die der vdek im Rahmen des Prä­ven­ti­onsauftrages be­reits un­terstützt. Hier gibt es viele An­ge­bo­te für die von Frau Dr. Thaiss erwähnten vulnerablen Grup­pen, u.a. für arbeitslose Menschen, für Menschen mit Be­hin­de­rung­en, für Menschen mit Migrationshintergrund oder auch für pflegebedürftige Menschen in Pflegeheimen. Herr Blatt wirft die Fra­ge auf, was Prä­ven­ti­on leis­ten kann. Er meint: „Prä­ven­ti­on kann dann ge­sell­schaft­lich ge­lin­gen, wenn sie über Kran­ken­kas­sen hinaus ge­dacht wird.“. Die finanzielle Beteiligung der öffentlichen Haushalte an Prä­ven­ti­on ist zu ge­ring - so sei­ne Bi­lanz. Daher benennt er, „un­se­re einzige Bot­schaft: Wir möchten bit­te nicht mit Mitteln der Beitragszahler Maß­nah­men fi­nan­zie­ren, die im Be­reich der Daseinsfürsorge lie­gen.“

Das Prä­ven­ti­onsgesetz sei ei­ne „große Chan­ce“ - es biete ei­nen strukturellen Rahmen für „mehr Zu­sam­men­ar­beit“. Eine große Herausforderung, die es in Zu­sam­men­ar­beit zu lö­sen gilt, sieht Herr Blatt da­rin, Prä­ven­ti­onsangebote für die Menschen in Lebenswelten aufzubauen, die bis­her nicht gut erreicht worden sind. Hierfür muss „Prä­ven­ti­on ler­nen, mit der Spra­che bei den Menschen anzukom­men“. Die Kom­mu­ne, als zentrales Setting hervorgehoben, bietet hierfür große Potentiale: „Wir wol­len mit Kom­mu­nen ins Ge­spräch kom­men und gute Beispiele und Projekte un­ter­stüt­zen.“ In sei­nem Fa­zit un­terstreicht Herr Blatt die Be­reit­schaft des vdek, sich ge­mein­sam auf Kurs für mehr ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit zu be­ge­ben: „Wir ste­hen als Part­ner ger­ne zur Verfügung!“

Ein­blicke in die Ar­beit des Verbundes

Einen praktischen Ein­blick in die Schwer­punkt­the­men des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des ge­ben Vertreterinnen und Vertreter der Ar­beitsgruppen des Beratenden Ar­beitskreises. Die Teilnehmenden er­gän­zen die vielfältigen Aktivitäten und dis­ku­tie­ren zu den Schwerpunkt-Themen:

 

Qualitätsentwicklung und Good Practice

In­put durch Dr. Ur­su­la von Rüden (BZgA) und Holger Ki­li­an (Ge­schäfts­stel­le des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des bei Ge­sund­heit Berlin-Brandenburg).

Aus der Diskussion:

  • In Sach­sen ist es ge­lun­gen, die Good Practice-Kriterien als ei­ne Fördervoraussetzung im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung zu for­mu­lie­ren. Sie haben da­mit Ein­gang in das Fördergeschehen auf Lan­des­ebe­ne gefunden.
  • Auch von kommunalen Vertreterinnen und Vertretern wer­den die Kriterien als „sehr hilfreich und verständlich“ beschrieben. Der Be­griff „Par­ti­zi­pa­ti­on“ wird je­doch breit genutzt und da­her von Akteuren un­ter­schied­lich interpretiert.
  • Ein besonderes Au­gen­merk sollte auf das Kri­te­ri­um „Do­ku­men­ta­ti­on und Eva­lu­a­ti­on“ gelegt wer­den. Denn: Wir brau­chen ei­ne produktive Feh­lerkultur. Erst wenn wir un­se­re „Feh­ler“ of­fen be­nen­nen kön­nen, kann aus ih­nen ler­nen und die Vorhaben wei­ter­ent­wi­ckeln.
  • Zudem wird der Wunsch nach mehr wissenschaftlicher Be­glei­tung und Do­ku­men­ta­ti­on der Kriterien geäußert. Es gebe noch zu we­nig Rück­mel­dung­en aus der Pra­xis zur Um­set­zung der Kriterien.
  • „Sozial benachteiligt“ meint nicht das­sel­be wie „vulnerabel“ - hier sollten wir drin­gend Klar­heit schaffen!

 

Integrierte kommunale Strategien

Input durch Ul­ri­ke Leistner (Stadt Leip­zig) und Tanja-Maria Kes­sel (BZgA).

Aus der Dis­kus­si­on:

  • In der Dis­kus­si­on wird ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung des Begriffs „Kom­mu­ne“ eingefordert: Ist hier die staatliche Or­ga­ni­sa­ti­on, Verwaltungsstruktur auf politischer Ebe­ne ge­meint oder die Lebenswelt der Menschen als Ort, in der viele Settings angesiedelt sind?
  • Selbstverständlich sind Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung im kommunalen Kon­text nicht neu, dies wurde auch vor dem Prä­ven­ti­onsgesetz schon gelebt. Es solle da­her mit den Fördermitteln an die bestehenden Strukturen angeknüpft wer­den - so der Ap­pell. Es wird von un­ter­schied­lich ausgeprägter Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Kran­ken­kas­sen und Kom­mu­nen berichtet
  • Immer im Blick be­hal­ten: Die Maß­nah­men zur Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on müs­sen letzt­end­lich bei den Ziel­grup­pen an­kom­men!

 

Stadtentwicklung / Ge­sund­heits­för­de­rung im Quar­tier

In­put durch Helene Luig-Arlt (Bü­ro für Stadtteilmanagement Langballig) und Ste­fan Bräunling (Ge­schäfts­stel­le des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des bei Ge­sund­heit Berlin-Brandenburg).

Aus der Diskussion:

  • Die Quar­tiersmanagementgebiete des Programms Soziale Stadt sind von zentraler Be­deu­tung für die Ge­sund­heitsplanung und Qualitätsentwicklung, da dort Nachbarschaftsstätten und Stadtteilzentren gefördert wer­den und als Ba­sis fun­gie­ren.
  • Es braucht je­doch die Per­spek­ti­ve über diese Gebietskulisse hinaus, da der Lebenszusammenhang von Menschen in der en­gen Förderkulisse nur schwer erfasst wird. Die integrierten Konzepte der Quar­tiersmanagementgebiete sind mit dem The­ma Ge­sund­heit verknüpft, je­doch stellt dies nur ei­nen klei­nen Teil der gesamten nationalen Stadtentwicklungspolitik dar.
  • Es wird angemerkt, dass das Quar­tiersmanagement der Sozialen Stadt und das Ge­sun­de Städte-Netzwerk verankert, aber nicht vernetzt sind. Es braucht ein bereichsübergreifendes und bedarfsorientiertes Denken und Handeln - d.h. ein „Stark-machen“ der Akteure für In­iti­a­ti­ven der Ge­sund­heits­för­de­rung. Zudem soll ei­ne Mischfinanzierung mög­lich gemacht wer­den.

 

Gesundheitsförderung mit Geflüchteten

Input durch Prof. Lotte Kaba-Schönstein (Hochschule Esslingen) und Lea Winnig (Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes bei Gesundheit Berlin-Brandenburg).

Aus der Diskussion:

  • Die Arbeitsgruppe zu Ge­sund­heits­för­de­rung bei Geflüchteten gibt es seit 2016. In diesem Jahr stand die Satellitenveranstaltung zum Kon­gress Ar­mut und Ge­sund­heit un­ter dem Mot­to „Flucht­punkt Kom­mu­ne“. Die Do­ku­men­ta­ti­on der Ver­an­stal­tung fin­den Sie hier.
  • Im Nach­gang zur Ver­an­stal­tung wird u.a. an der Be­schrei­bung und Be­kannt­ma­chung von Praxisbeispielen gearbeitet. Die Rei­he den Ti­tel „Impulspapiere für die Ge­sund­heits­för­de­rung mit Geflüchteten“ tra­gen.

 


Ziele des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bundes

In drei parallelen Arbeitsgruppen wird über die Ziele und Arbeitsaufgaben im Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund so­wie wich­tigen Voraussetzungen für deren Um­set­zung diskutiert. Im Mit­tel­punkt ste­hen da­bei folgende Fra­gen: Welche Aspekte sind wich­tig, um die­ses Ziel zu verwirklichen? Wie trägt meine Or­ga­ni­sa­ti­on zur Verwirklichung die­ses Ziels bei?
Die nach dem Kooperationstreffen überarbeiteten und durch den Steuerungskreis des Kooperationsverbundes beschlossenen Ziele fin­den Sie auf dieser Seite unten (als pdf-Datei zum Herunterladen).

 

För­de­rung von Trans­pa­renz im Handlungsfeld der so­zi­al­la­gen­be­zo­ge­nen Gesundheitsförderung

Moderation: An­ke Tempelmann, AOK-Bundesverband

1. Einheitliche Spra­che und Ideen

  • Kultur der Vermittlung
  • Information aus ers­ter Hand vermitteln - mit­ei­nan­der re­den, nicht übereinander

2. Pra­xis und Bedarf

  • Bedarfsgerechte Steuerung
  • Gesundheitsberichtserstattung auf Bundes- und Lan­des­ebe­ne, so­wie kommunal

3. Agen­da Setting Arbeitsgruppe

  • Themen set­zen: po­li­tisch, aber auch kollegial

4. Qualitätsentwicklung

  • Soziallagenbezug
  • Trans­pa­renz
  • Nachhaltigkeit

5. Wissenschafts-Pra­xis-Transfer

  • Gegenseitige Befruchtung
  • Erfolge und Feh­ler kom­mu­ni­zie­ren und weitergeben
  • Beispiele „Mehr als ge­wohnt“ und „PartKommPlus“

 

 Diskussion:

  • Wunsch: The­ma ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit wei­ter stark platzieren
  • Idee: Über­sicht/Ras­ter zu den einzelnen Mitgliedern des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des er­stel­len, da­bei könnten z.B. im­mer drei The­men­schwer­punk­te ausgewählt wer­den
  • Auf Grund­la­ge des Ras­ters könnten Pos­ter aller Part­ner für das Kooperationstreffen erstellt wer­den.
  • Soziale Me­di­en nut­zen, z.B. inforo.on­line verstärkt einsetzen

Bei allem: Eine zu große In­for­ma­ti­ons­flut mei­den (Stich­wort „Nachfrage-orientierte Trans­pa­renz“)

Un­ter­stüt­zung des Aufbaus und der Wei­ter­ent­wick­lung der strukturellen Rah­men­be­din­gung­en für ei­ne bedarfsorientierte Ge­sund­heits­för­de­rung in Deutschland

Moderation: Carolin Sobiech, Bun­des­zen­tra­le für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung (BZgA)

Bedingungen

  • Austausch för­dern
  • Nicht neue Strukturen schaffen, um mit den Strukturen zurechtzukommen
  • Koordination ist kein Eh­ren­amt! Hier braucht es auch personelle Res­sour­cen.
  • Rolle der KGC: Er­war­tung­en äu­ßern und Trans­pa­renz schaffen

Einstellung und Kultur

  • Wertschätzendes Verhalten
  • Rollen einnehmen
  • Konkurrenzdenken überwinden
  • Gemeinsame Ziele

Instrumente

  • Bedarfsorientierung sicherstellen, z.B. durch Be­zug auf regionale Gesundheitsberichtserstattung
    • Ressortübergreifende Zusammenarbeit
    • Handlungsspielräume nut­zen, auf Leidensdruck re­a­gie­ren und den Spaß nicht verlieren!

 

 Diskussion:

  •   Kleinräumige Daten sind wichtig, Krankenkassen müssen sie nutzbringend auslesen
  •   Schwierigkeit: Fehlende Ressourcen zur Datenerhebung und -auswertung
  •   Sozialraumanalyse als wichtiges Tool
  •   Sozial- und Jugendbereich als Datenquellen nutzen
  •   Nicht zu vergessen: Daten an sich sind nur ein Instrument, es lohnt auch, die Zielgruppen zu befragen!

Bei­trag zur Vernetzung der Akteure und zur Bündelung der vorhandenen Ressourcen

Moderation: Dr. Dag­mar Siewerts, BKK Dach­ver­band

  • Positive Faktoren:
    • politische Wil­lens­bil­dung, die den Gremien den Rücken stärkt
    • Küm­me­rer, der die Menschen am The­ma hält
  • Verschiedene Ebe­nen der Vernetzung un­ter­schei­den (Bund, Land, Kom­mu­ne)
  • Ressourcenfrage: „Vernetzt du noch oder arbeitest du schon?“ - Aus­nah­me: die Vernetzungsarbeit der „Küm­me­rer“
  • Nutzen herausstellen

 

 Diskussion:

  • Herausforderung: Informationsfluss von einzelnen Personen in die gesamte Institution gewährleisten
  • „Struktur der Rückversicherung“
  • Qualitätskriterien für gesundheitliche Chancengleichheit
  • Solidaritäten bauen
  • Teilhabekonferenz - Themen miteinander verbinden und zusammendenken

Aus­blick: Un­ter­stüt­zung kommunaler Strategien

Der Ab­schluss wird mit einer Ge­sprächsrunde auf dem Po­di­um eingeleitet. Anschließend wird das Ge­spräch zur Dis­kus­si­on mit dem Ple­num geöffnet.

Diskutiert wer­den u.a. folgende Fra­gen:

Welches sind ak­tu­elle Ent­wick­lung­en und Pla­nung­en? Wie wird das Prä­ven­ti­onsgesetz in Hinblick auf Kom­mu­nen be­reits umgesetzt?
Was ist ak­tu­ell für den Auf­bau integrierter Stra­te­gien in der Kom­mu­ne nö­tig? Wie sollten die Kom­mu­nen sich jetzt auf­stel­len, auch, um förderfähig zu sein?
Wie kann der Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund die Ar­beit künftig noch bes­ser un­ter­stüt­zen?

Teilnehmende an der Ge­sprächsrunde:

  • Prof. Dr. Gesine Bär, Ali­ce Sa­lo­mon Hochschule Berlin
  • Jens Hupfeld, GKV-Spitzenverband, Re­fe­ratsleiter Prävention
  • Zsuzsanna Majzik, Stadt Erlangen, Sportamt, Ge­schäfts­stel­le Ge­sund­heitsregionenplus Kreis Erlangen-Höchstadt / Stadt Erlangen
  • Constanze Planert, KGC Thü­rin­gen, Auf­ga­ben­be­reich „Kom­mu­ne“
  • Ines Weigelt-Boock, Mi­nis­te­ri­um für Ar­beit, Soziales, Ge­sund­heit, Frauen und Fa­mi­lie Bran­den­burg, Re­fe­rat „Grundsatzfragen der Ge­sund­heitspolitik, Ge­sund­heitsziele, Ge­sund­heitsberichterstattung, Psy­ch­iat­rie“

  

Wirk­sam­keit und Eva­lu­a­ti­on:

  • Die Wirk­sam­keit vernetzter Strukturen zur Stär­kung gesundheitlicher Chan­cen­gleich­heit lässt sich im­mer noch nicht lü­cken­los be­le­gen. Zwar gibt es be­reits viel (gute) Pra­xis, deren Wir­kung­en sind oft aber nur im­pli­zit und nicht ex­pli­zit be­legt. Für die not­wen­digen Eva­lu­a­ti­onen bzw. Datenerhebung müs­sen ent­spre­chend und verlässlich Res­sour­cen in den Haushalten und Projekt-Budgets bereitgestellt wer­den. Gesine Bär

 

Die Ar­beit in den Kom­mu­nen:

  • Die Stra­te­gien auf kommunaler Ebe­ne sind sehr in­di­vi­du­ell. Die KGC be­glei­ten und un­ter­stüt­zen den Auf­bau und die Um­set­zung die­ser Stra­te­gien. Dabei reicht ein/e kommunale/r Küm­me­rer/in nicht aus, not­wen­dig ist ein Team und ei­ne engagierte Steuerungsgruppe. Hier kön­nen in Thü­rin­gen u.a. die Planungskoordinator/in­nen für Armutsprävention (ESF-Förderung) gute Part­ner sein. Con­stan­ze Planert
  • In Erlangen hat die Ent­wick­lung der kommunalen Stra­te­gie zwei­ein­halb Jahre in An­spruch genommen.
    Wichtig war da­bei z.B. ei­ne enge Ko­o­pe­ra­ti­on mit der „Wis­sen­schaft“ so­wie mit den Kran­ken­kas­sen vor Ort (im Rahmen des Präventionsgesetzes). Unterstützend war auch das Kon­zept der „Gesundheitsregionen“, über die ein Groß­teil des Koordinierungsaufwandes finanziert wurde/wird.  Zsuszanna Majzik
  • Die Kom­mu­nen brau­chen Zeit für die Ent­wick­lung ih­rer Stra­te­gien: Es müs­sen Kompetenzen angeeignet, Kooperationen aufgebaut, Koordinierungsstrukturen geschaffen wer­den. Aktive und engagierte Kom­mu­nen sollten nicht zu früh durch anspruchsvolle Er­war­tung­en oder An­for­de­rung­en an ih­re Ar­beit entmutigt wer­den. Die KGCs kön­nen hier un­ter­stüt­zen. Con­stan­ze Planert
  • Bei sehr vielen Kom­mu­nen bzw. kommunalen Akteuren sind die Inhalte und Mög­lich­keit­en des Präventionsgesetzes noch nicht durchgedrungen. Neben diesem Wissen muss auch „Umsetzungskompetenz“ geschaffen wer­den.
    Partizipative Ansätze (Be­fra­gung und Ein­be­zie­hung der Be­völ­ke­rung) er­for­dern ein Umdenken der professionellen Akteure, die da­für ih­re Häuser verlassen müs­sen. Zsuszanna Majzik

 

Das Prä­ven­ti­onsgesetz und die GKV als Part­ner:

  • Die Kran­ken­kas­sen bau­en ihr En­ga­ge­ment zur Stär­kung der kommunalen Ge­sund­heits­för­de­rung wei­ter aus und kön­nen die kommunalen Entwicklungsprozesse un­ter­stüt­zen. Grund­la­ge da­für ist wei­ter­hin der Leit­fa­den Prä­ven­ti­on. Außerdem wer­den auch Unterstützungsangebote im Rahmen der BZgA-Beauftragung (GKV-Bündnis für Ge­sund­heit) entwickelt. Wichtig ist ei­ne gesamtgesellschaftliche Per­spek­ti­ve und Verantwortung für die Herstellung gesundheitlicher Chan­cen­gleich­heit. Jens Hupfeld
  • Bei der Ent­wick­lung der Landesrahmenvereinbarung Bran­den­burg ist es lei­der nicht ge­lun­gen, die kommunalen Spitzenverbände als Part­ner der Vereinbarung zu ge­win­nen. Diese kön­nen aber wei­ter­hin je­der­zeit bei­tre­ten. Herausforderung ist, ein koordinierteres Vorgehen der Akteure zu er­rei­chen, z.B. Um­set­zung von Ge­sund­heits­för­de­rung in Kitas mit­tels unterschiedlicher GKV-Programme. In Bran­den­burg bezieht der Pro­zess die be­reits bestehenden Strukturen, z.B. Bünd­nis Gesund Aufwachsen, mit ein. Um er­folg­reich sein zu kön­nen, müs­sen sich nicht nur die Kom­mu­nen, son­dern auch die GKV gut auf­stel­len. Ines Weigelt-Boock
  • Die Ergebnisse auf der kommunalen Ebe­ne, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung und die Re­du­zie­rung so­zi­al bedingter und geschlechtsbezogener gesundheitlicher Un­gleich­heit wer­den zentrale Aspekte für die Dar­stel­lung im Präventionsbericht der Nationalen Präventionskonferenz 2019 sein: „Daran wird die Um­set­zung des Präventionsgesetzes ge­mes­sen.“ Jens Hupfeld

 

Bestehende Part­ner und Strukturen nutzen:

  • Für die Ent­wick­lung kommunaler Stra­te­gien müs­sen un­ter­schied­liche Ent­wick­lungsschienen und -kontexte mög­lich sein und un­terstützt wer­den, z.B. das Ge­sun­de Städte-Netzwerk, das Pro­gramm „Soziale Stadt“ oder der kommunale Part­nerprozess. Im Sinne ei­nes „Auftauens“ sind da­bei die un­ter­schied­lichen Per­spek­ti­ven und „Spra­chen“ der potenziellen Ko­o­pe­ra­ti­onspartner zu be­rück­sich­ti­gen.  Gesine Bär
  • Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung fin­den in den Kom­mu­nen in ganz verschiedenen Bereichen statt, al­ler­dings nicht im­mer un­ter die­ser Über­schrift. Der Deut­sche Städtetag kann den Pro­zess un­ter anderem durch ein Agenda-Setting, z.B. in seinem Gesundheitsausschuss, un­ter­stüt­zen. Die konkreten Aktivitäten fin­den in den Kom­mu­nen statt. Lutz Decker, Deut­scher Städtetag
  • Um auf kommunaler Ebe­ne verfangen zu kön­nen, sollte/n Ge­sund­heits­för­de­rung/ Prä­ven­ti­on im­mer mit Themen verbunden wer­den, die bei den Bür­ger­meis­ter/-innen und Landräten und -rätinnen ei­ne hohe Priorität haben, z.B. „Si­cher­heit“. Wichtig ist es, sich mit den Handlungsmöglichkeiten und -zwängen der Kom­mu­nen vertraut zu ma­chen. Dazu gehört auch, zwi­schen den Fach­spra­chen zu vermitteln (nicht an­glei­chen!). Interkommunale strategische Lernnetzwerke wie das GSN sind eben­falls hilfreich. Ge­sund­heits­för­de­rung braucht ei­ne stärkere Lob­by. In diesem Kon­text müs­sen praktikable Argumentationen und Materialien für „die Politik“ bereitgestellt wer­den. Die Ergebnisse in der kommunalen Landschaft wer­den stets un­ter­schied­lich und ungleichzeitig sein. Dr. Hans Wolter, Ge­sun­de Städte Netzwerk
  • Gesamtkommunale Prozesse zei­gen oft auch nach zwei bis drei Jahren noch kei­ne umfassenden Erfolge, was der Kom­ple­xi­tät kommunaler Strukturen, aber auch der Ge­stal­tung permanenter Veränderungen durch viele Be­tei­lig­te geschuldet ist. Häufig neh­men sich zu­nächst einzelne Organisationen (z.B. Kitas) oder Part­ner (z.B. Verbände) des Themas an.
    Die Kom­mu­nen müs­sen intensiver über die Mög­lich­keit­en im Rahmen des Präventionsgesetzes informiert wer­den. Gleichzeitig könnte ei­ne Über­sicht von Kom­mu­nen erstellt wer­den, die bislang noch nicht mit der GKV zu­sam­men­ar­bei­ten. Woran liegt dies und wie kann da­ran gearbeitet wer­den?  Ger­da Holz, In­sti­tut für So­zi­al­ar­beit und So­zi­al­pä­da­go­gik e.V.

 

Präsentationen und Unterlagen

Teilnehmendenliste
Präsentation Herr Blatt
Ziele des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bundes
Sachstand Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund

 

Impressionen des 15. Kooperationstreffens

Bildnachweise:
Alle Fotos, bis auf das gekennzeichnete auf der Folie zu den kommunalen Strategien, sind von © André Wagenzik.
Die Grafiken zu den Good Practice-Kriterien sind von © Britta Willim.

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Erklärung des Kooperations­verbundes

Cover der Kooperationserklärung

Erklärung zur Kooperation für Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten (PDF-Datei, 60kB).

Neueste Beispiele guter Praxis

Netzwerk "Für mehr Teilhabe älterer Menschen in Kreuzberg"
Das "Netzwerk für mehr Teilhabe älterer Menschen in Kreuzberg" wurde im Juni 2013 vom…

…mehr


Koordinierungsbausteine für Ge­sund­heits­för­de­rung (Koba) im Rahmen des 'Pakt für Prävention' in Hamburg
Die Ziele der Koordinierungsbausteine (Koba) sind, Ge­sund­heits­för­de­rung und gesundheitsförderlichen…

…mehr


ALPHA 50+
Das Projekt „ALPHA 50+“ richtet sich explizit an Langzeitarbeitslose mit multiplen…

…mehr

weitere Good Practice-Beispiele finden Sie hier

Fusszeile

Sprung zum Seitenbeginn

Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 66 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.