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Soziale Lage und Gesundheit: Fakten und Daten

Soziale Lage und Lebenserwartung

Soziale Lage und Gesundheit stehen in einem engen Zusammenhang.

Die Lebenserwartung, als Indikator für diesen Zusammenhang, hängt in Deutschland stark vom Einkommen, dem Bildungsstand und der beruflichen Stellung ab: So zeigt sich, dass bei Männer der niedrigen Einkommensgruppe 27% vor der Vollendung des 65. Lebensjahrs versterben, während die vorzeitige Sterblichkeit in der höchsten Einkommensgruppe ca. 14% beträgt. Bei den Frauen versterben 13,2% der niedrigen und 8,3% der höchsten Einkommensgruppe vorzeitig (Lampert, Hoebel, Kroll, 2019).

Die Leitthese bestätigen weitere Studien zur Gesundheit in Deutschland:

  • Die Ausgaben GBE kompakt 5/2010 und 2/2014 sowie die Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2015 fassen den Zusammenhang von Armut und Gesundheit in folgenden Kernaussagen zusammen:
    • Bereits im Kindes- und Jugendalter ist die gesundheitliche Entwicklung mit der sozialen Herkunft assoziiert.
    • Von Armut betroffene Personen sind häufiger aufgrund von Gesundheitsproblemen in der Alltagsbewältigung eingeschränkt.
    • Gesundheitsriskante Verhaltensweisen sind bei Personen, die in Armut leben, stärker verbreitet.
    • Ein niedriger sozioökonomischer Status geht mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko und einer verringerten Lebenserwartung einher.
    • Frauen und Männer aus den höheren Statusgruppen leben nicht nur länger, sie können auch mehr Lebensjahre in guter Gesundheit verbringen.
    • Regionale Unterschiede in der Lebenserwartung sind in engem Zusammenhang mit den Lebensbedingungen in den Regionen zu sehen.
    • Eine soziallagenbezogene Prävention und Gesundheitsförderung können helfen, gesundheitliche Ungleichheiten abzubauen.
  • Die OECD-Studie „Growing Unequal“ (2008) verdeutlicht, dass die Einkommensunterschiede und der An­teil der armen Menschen in Deutsch­land in der ersten Hälfte der 2000er Jahre stark zugenommen hat.
    Laut dem weiterführenden Bericht "In It Together. Why Less Inequality Benefits All” (2015) hat sich die Un­gleich­heit der verfügbaren Einkommen seit 2007 nicht verändert, al­ler­dings ist die Kluft zwi­schen den oberen und unteren Einkommensbezieherinnen und -beziehern von 5:1 (1980er-Jahre) auf 6,6:1 (2015) gestiegen.
  • Die aktuellen Ergebnisse der "Stu­die zur Ge­sund­heit Erwachsener in Deutsch­land“ (DEGS1) (2013) be­le­gen ei­ne vom sozialen Sta­tus abhängige erhöhte vorzeitige Sterb­lich­keit. Des Weiteren zei­gen sie, dass sich die ge­sund­heit­liche Un­gleich­heit in den letzten 10 bis 20 Jahren nicht verringert hat und in ei­ni­gen Bereichen so­gar von ei­ner Vergrößerung der sozioökonomischen Unterschiede im Ge­sund­heits­zu­stand und Ge­sund­heitsverhalten auszugehen ist.

Die nachfolgenden Abbildungen verdeutlichen, dass Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status…

  • ein höheres Risiko für viele chronische Erkrankungen und Beschwerden haben,
  • ihren allgemeinen Gesundheitszustand zumeist schlechter einschätzen,
  • häufiger Risikofaktoren, wie z. B. Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen aufweisen, die zu einer stärkeren Verbreitung von Krankheiten und Gesundheitsbeeinträchtigungen führen.
© T. Lampert et al. (2013) Sozioökonomischer Status und Gesundheit. Bundesgesundheitsbl 56: 814-821

  • Ein geringes Einkommen kann eine schlechtere Gesundheit nach sich ziehen. Eine schlechte Gesundheit kann aber auch die Einkommenschancen eines Einzelnen beeinträchtigen.
  • Nicht nur physische Krankheiten, sondern auch psychische Erkrankungen sind unter sozial Benachteiligten starker verbreitet als unter sozial Bessergestellten.
  • Personen mit niedrigem Einkommen weisen im Vergleich zu Personen mit hohem Einkommen riskantere Verhaltensweisen und eine geringere Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen auf.
© T. Lampert et al. (2018): Gesundheitliche Ungleichheit. Datenreport 2018. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland: 302-313.

Kinder- und Jugendgesundheit

Das Wohlergehen von Kindern wird maßgeblich durch ihr familiäres Umfeld beeinflusst. Somit bedingt der soziale Status den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen. Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen Sozialstatus weisen eine durchschnittlich schlechtere Gesundheit auf als Kinder und Jugendliche mit einem hohen Sozialstatus.

Dies bestätigen mehrere voneinander unabhängige Untersuchungen:

  • Die zweite Welle der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts (2014-2017) konstatiert häufig schlechtere Gesundheitsindikatoren, einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand sowie häufiger auftretende gesundheitsbezogene Einschränkungen bei Kindern und Jugendlichen mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status, vor allem in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Substanzkonsum (Rauchen), psychischer Gesundheit und dem Body-Mass-Index im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen mit einem hohen sozioökonomischem Status.
  • Die vierte World Vision Kinderstudie (2018) macht darauf aufmerksam, dass Kinder mit konkretem Armutserleben ein geringeres Selbstvertrauen und eine geringere Bildungsaspiration aufweisen und sich zudem häufiger ungerecht behandelt fühlen.
  • Laut dem Familienreport von 2017 liegt der Anteil der mit einem Armutsrisiko lebenden Kindern innerhalb der Gruppe der ‘selbst eingewanderten Minderjährigen’ über dem der Kinder ohne Migrationshintergrund.

Literatur

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales Referat Information, Monitoring, Bürgerservice, Bibliothek (Hrsg.) (2017): Lebenslagen in Deutschland. Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung. Der Fünfte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. (Link)
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2017): Familienreport 2017. Leistungen, Wirkungen, Trends. Berlin. (Link)
  • Destatis (2018): 19,0 % der Bevölkerung Deutschlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Pressemitteilung Nr. 421 vom 31.10.2018. (Link)
  • DGB Bundesvorstand (2010): Gesundheitsrisiko Arbeitslosigkeit -Wissensstand, Praxis und Anforderungen an eine arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung. In: arbeitsmarktaktuell Nr. 09 / August 2010. (Link)
  • Kuntz, B., Waldhaue, J., Zeiher, J., Finger, J. D., Lampert, T. (2018): Soziale Unterschiede im Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - Querschnitssergebnisse aus KiGGS Welle 2. In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): Journal of Health Monitoring. Vol. 3 (2). Berlin. (Link)
  • Lampert, T., Hoebel, J., Kroll, L. E. (2019): Soziale Unterschiede in Deutschland: Mortalität und Lebenserwartung. In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): Journal of Health Monitoring. Vol. 4 (1). Berlin. (Link)
  • Lampert, T., Kuntz, B., Hoebel J., Müters, S., Kroll, L. E. (2018): Gesundheitliche Ungleichheit. In: Statistisches Bundesamt (Destatis) (Hrsg.): Datenreport 2018. Sozialbericht für Deutschland. S. 302-213. (Link)
  • Lampert, T., Kroll, L. E. (2014): Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung. In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): GBE kompakt 2/2014. Berlin. (Link)
  • Lampert, T., Kroll, L. E. (2010): Armut und Gesundheit. In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): GBE kompakt 5/2010. Berlin. (Link)
  • Mielck, A. (2000): Soziale Ungleichheit und Gesundheit. Empirische Ergebnisse, Erklärungsansätze, Interventionsmöglichkeiten. Hans Huber Verlag: Bern, Göttingen.
  • Robert Koch-Institut (2015): Gesundheit in Deutschland - Einzelkapitel: Welche Faktoren beeinflussen die Gesundheit? In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin. (Link)
  • Robert Koch-Institut (2015a): Gesundheit in Deutschland - Einzelkapitel: Was sind die wichtigsten Ergebnisse? In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin. (Link)
  • Robert Koch-Institut (2012): Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell 2010. Berlin. (Link)
  • OECD (2008): OECD-Studie Growing Unequal: Income Distribution and Poverty in OECD Countries. (Link)
  • OECD (2015): In It Together. Why Less Inequality Benefits All. (Link)
  • World Vision Deutschland e.V. (2018): Zusammenfassung der 4. World Vision Kinderstudie. (Link)

(zuletzt geprüft am: 06.09.2019)   

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Soziale Lage und Gesundheit

Das Arbeitspapier stellt die Ergebnisse verschiedener Studien zum Zusammenhang von Gesundheit und sozialer Lage vor und zeigt Ursachen für diesen engen Zusammenhang auf (PDF-Datei, 642kB).

Erklärung des Kooperations­verbundes

Cover der Kooperationserklärung

Erklärung zur Kooperation für Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten (PDF-Datei, 60kB).

Flyer des Kooperations­verbunds

(PDF-Datei, 1,03 MB)

Inhaltliche Schwerpunkte des Kooperationsverbunds Gesundheitliche Chancengleichheit.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
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